Fragen an Kathrin Stir­n­e­mann aus Grä­ni­chen

«In Grä­ni­chen kann ich optimal trai­nieren»

13. Juni 2018 | Sport

Land­an­zeiger: Anfangs März wurden Sie mit einer Rand­sportart Aar­gauer Sport­lerin des Jahres. Was bedeutet Ihnen per­sön­lich dieser Sieg?

Kathrin Stir­n­e­mann: «Es ist eine grosse Ehre und Genug­tuung für die harte Arbeit. Ob es zum Sieg reicht in einem Rennen habe ich in meinen Händen aber diese Wahl zu gewinnen lag nicht in meinen Händen. Es zeigt, dass meine Leis­tungen von den Leuten im Aargau wahr­ge­nommen und bewun­dert werden.»

Was bedeutet dieser Sieg für die Sportart Moun­tain­biken?

«Ich denke es zeigt, dass unser Sport auf dem rich­tigen Weg ist und dass die Medien nicht mehr länger drum herum kommen über uns zu berichten weil wir ein­fach seit Jahren die füh­rende Nation im MTB Sport sind.

Es wäre toll wenn wir in Zukunft in Grä­ni­chen noch mehr für die Jungen und den MTB Sport machen könnten. Mein Traum wäre es, in Grä­ni­chen einen Pump­t­rack zu ver­wirk­li­chen und somit den Jungen nebst dem Bike­par­cours ein wei­teres attrak­tives Frei­zeit­an­gebot bieten könnten.»

Welt­meis­terin und Euro­pa­meis­terin 2017 in der Kate­gorie Eli­mi­nator und Aar­gauer Sport­lerin 2017. Was haben Sie sich für Ziele für das Jahr 2018 gesteckt?

«Ich möchte im Cross Country Weltcup Top 10 Plat­zie­rungen ein­fahren und an der Heim­welt­meis­ter­schaft in der Len­zer­heide in die Top 8 fahren.»

Gibt es auch ein Fern­ziel, das Sie gerne errei­chen würden?

«Die Olym­pi­schen Spiele in Tokyo sind schon auf meinem Radar aber ich möchte momentan nicht alles auf dieses eine Ziel fixieren. Die Kon­kur­renz in der Schweiz ist sehr gross und wir werden nur drei Start­plätze haben.

Wenn ich in zwei Jahren in guter Form bin, immer noch Freude am Sport habe und reale Chancen sehe, werde ich sicher­lich alles daran setzten diesen Traum zu ver­wirk­li­chen aber es gibt auch andere Chal­lenges die mich reizen wie zum Bei­spiel die Rad­quer­welt­meis­ter­schaft in Bern 2020 oder mal an einem Enduro Weltcup zu starten.»

Wie sind Sie in die Moun­tain­bike-Saison gestartet?

«Ich bin sehr zufrieden wie es läuft. Beim Weltcup in Alb­stadt konnte ich bis zu einem Sturz, wel­cher leider einen Defekt zur Folge hatte, in den Top 10 mit­fahren.»

Auf wel­chen Wett­kampf freuen Sie sich am meisten?

«Im 2018 sicher­lich auf die Welt­meis­ter­schaft in der Len­zer­heide. Das wird eine rie­sige Biker­party! Aber natür­lich war auch das Heim­rennen in Grä­ni­chen am 3. Juni ein beson­deres Rennen für mich.»

Wie sind Sie über­haupt zum Moun­tain­biken gekommen?

«Unser Vater hat mir und meinem Bruder gelernt mit dem Bike zu spielen. Wir sind an einer Sack­gasse auf­ge­wachsen und haben prak­tisch in jeder freien Minute irgend­welche Hin­der­nisse auf­ge­baut und sind mit den Velos rum­ge­kurft. Mit 5 Jahren bin ich dann erst­mals am Pfü­der­i­rennen in Grä­ni­chen gestartet und wurde auf anhin dritte. Da begann die Jagd auf Pokale und Medaillen.»

Als Moun­tain­bike-Profi sind Sie natür­lich viel unter­wegs. Was bedeutet Ihnen ihre Heim­ge­meinde Grä­ni­chen?

«Es ist immer wieder schön nach Hause zu kommen. Ich habe opti­male Trai­nings­be­din­gungen und liebe die Natur hier. Meine ganze Familie wohnt in Grä­ni­chen und ich geniesse es, dass meine Wege kurz sind wenn ich zu Hause bin.»

Inter­view: Sarah Künzli