Mar­kus Bir­cher, Regi­na Jäg­gi, Mode­ra­tor Fabi­an Hägg­ler und Mar­tha Brem (Bild: Sarah Künz­li)

Am 10. Febru­ar stim­men die Buch­ser über den Zukunfts­raum Aar­au ab

In Zukunft im Zukunftsraum?

23. Janu­ar 2019 | News

Soll Buchs in das Pro­jekt Zukunfts­raum Aar­au ein­stei­gen? Dar­über wird die Bevöl­ke­rung am 10. Febru­ar ent­schei­den. Ver­gan­ge­ne Woche fand -eine öffent­li­che Info­ver­an­stal­tung, orga­ni­siert von der IG pro Zukunfts­raum statt.

Um den Zukunfts­raum ist es still gewor­den. Das Pro­jekt befin­det sich momen­tan mit­ten in der Fusi­ons­ana­ly­se, in der die Grund­la­gen aus­ar­bei­tet wer­den. Und so war­ten die Zukunfts­raum-Gemein­den Aar­au, Dens­bü­ren, Ober­ent­fel­den, Unter­ent­fel­den und Suhr die Ergeb­nis­se ab. In Buchs sieht die Situa­ti­on der­weil ganz anders aus. Die Buch­se­rin­nen und Buch­ser stim­men näm­lich am 10. Febru­ar dar­über ab, ob sie in das Pro­jekt Zukunfts­raum Aar­au ein­stei­gen wol­len. Dafür ver­an­stal­te­te die IG pro Zukunfts­raum ver­gan­ge­nen Woche eine Info­ver­an­stal­tung.

Vol­ler Gemein­de­saal
Wie gross das Inter­es­se am Zukunfts­raum (ob dafür oder dage­gen) ist, zeig­te sich defi­ni­tiv an die­sem Abend. 120 Buch­ser nah­men an der Ver­an­stal­tung im Gemein­de­saal teil, so dass sogar noch zusätz­li­che Stüh­le auf­ge­stellt wer­den muss­ten.

Zum Podi­ums­ge­spräch waren Mar­kus Bir­cher (Gemein­de­am­mann Ober­ent­fel­den, FDP), Mar­tha Brem (Prä­si­den­tin «Zukunft Suhr») und Regi­na Jäg­gi (ehe­mals Gemein­de­am­mann von Rohr und spä­te­re Aar­au­er Stadt­rä­tin, SVP) ein­ge­la­den. Genau die­se Aus­wahl wur­de kri­ti­siert: Erstens, weil nie­mand aus Buchs und zwei­tens, weil kein Geg­ner des Zukunfts­raums zum Gespräch ein­ge­la­den war. Die IG pro Zukunfts­raum begrün­de­te die Aus­wahl damit, dass man Per­so­nen zu Wort kom­men las­sen woll­te, die mit dem Pro­jekt Zukunfts­raum bereits Erfah­run­gen gesam­melt haben. Doch das hiess nicht, dass an die­sem Abend kei­ne kri­ti­schen Fra­gen gestellt und ande­re Mei­nun­gen ver­tre­ten wur­den. Die kamen aber aus dem Publi­kum.

«Was soll uns das brin­gen?»
«Was soll uns das brin­gen?» und «Reicht die heu­ti­ge Zusam­men­ar­beit nicht?» waren wohl die zen­tra­len Fra­gen. Mar­co Sal­vi­ni, Pro­jekt­lei­ter des Zukunft­raums, führ­te in sei­nem Input­re­fe­rat aus, was Buchs erwar­ten darf: «Einen part­ner­schaft­li­chen und engen Aus­tausch mit den ande­ren fünf Gemein­den, die plus/minus die glei­chen Pro­ble­me haben», die Mög­lich­keit den Zukunfts­raum mit­zu­ge­stal­ten, Fak­ten anhand die Gemein­de sich für oder gegen einen Zusam­men­schluss ent­schei­den kann und falls es nicht zur Fusi­on kommt, eine «Ana­ly­se, wie die Gemein­de dasteht» und wie sie sich, auch ohne Fusi­on, wei­ter­ent­wickeln könn­te.

Emo­ti­on vs. Fak­ten
Regi­na Jäg­gi wen­de­te sich an die Buch­se­ri­nenn und Buch­ser: «Sagt Ja zum Zukunfts­raum und schaut euch die gan­zen Abklä­run­gen an. Denn dann habt ihr Fak­ten in den Hän­den. Alles ande­re wäre ein­fach eine emo­tio­na­le Ent­schei­dung.»

«Der Gross­raum Aar­au ist bereits heu­te schon zusam­men­ge­wach­sen, wir sind bereits Eins. Nun kön­nen wir das geleb­te Rea­li­tät wer­den las­sen und es alle mit­ein­an­der neu for­men», ermu­tigt auch Mar­tha Brem die Buch­ser. «Es gibt ein­fach The­men, die sich gemein­sam bes­ser lösen las­sen. Ein Fuss­ball­sta­di­on oder eine Kunst­eis­bahn gehen uns alle etwas an.» Und auch Mar­kus Bir­cher sagt: «Es gibt The­men, die nicht in den ein­zel­nen Gemein­den lös­bar sind» und spricht damit bei­spiels­wei­se die Hal­len­bad-Situa­ti­on an.

«Was soll uns das kosten?» war eine wei­ter zen­tra­le Fra­ge an die­sem Abend. Buchs muss über eine Steu­er­erhö­hung von 100 auf 108 Pro­zent abstim­men. Klar, wird der Steu­er­fuss auch beim The­ma Zukunfts­raum ange­spro­chen. Mar­co Sal­vi­ni erläu­tert: «Ziel ist ein attrak­ti­ver Steu­er­fuss, der unter dem kan­to­na­len Durch­schnitt (104 Pro­zent) liegt.»

«Inve­sti­ti­on in die Zukunft»
Falls sich Buchs am 10. Febru­ar für den Zukunfts­raum ent­schei­den wür­de, müss­te Buchs einen Betrag von rund 100’000 Fran­ken spre­chen. Falls sie danach tat­säch­lich an Fusi­ons­ver­trä­gen inter­es­siert wären, kämen wei­te­re rund 20’000 Fran­ken dazu. Zu viel mei­nen die einen. Vor allem, wenn man sich spä­ter sowie­so gegen einen Zusam­men­schluss ent­schei­den wür­de. «Das Geld ent­spricht einer Piz­za und einem Kaf­fee pro Buch­ser Ein­woh­ner, das ist wirk­lich nicht viel», gab eine Stim­me aus dem Publi­kum zu beden­ken. Mar­tha Brem nennt es eine «Inve­sti­ti­on in die Zukunft» und auch Mar­kus Bir­cher ist über­zeugt, dass es nicht «ver­lo­re­nes Geld» ist: «Auch ohne Zusam­men­schluss erhal­ten wir Grund­la­gen für das wei­te­re Vor­ge­hen.»

Auch wenn Buchs sich am 10. Febru­ar gegen den Zukunfts­raum ent­schei­den wür­de, wäre es zu einem spä­te­ren Zeit­punkt immer noch mög­lich bei­zu­tre­ten. Mar­co Sal­vi­ni sagt aber: «Je län­ger man war­tet, desto klei­ner die Mit­ge­stal­tungs­mög­lich­keit».

SAH