Ist die Drohne das Transportmittel der Zukunft?

Von | 31. Janu­ar 2019 | Gedan­ken

Man liebt sie oder man hasst sie – die Droh­nen. Und doch gehört ihnen irgend­wie die Zukunft, wenn wir das auch nicht wahr­ha­ben wol­len. Aller­dings wird es poli­tisch noch eini­ge Auf­ar­bei­tun­gen brau­chen, bis die Droh­nen salon­fä­hig sind. So, wie jetzt her­um­ge­flo­gen wird, kann es nicht wei­ter­ge­hen. Schon fast in jedem Spiel­wa­ren­ge­schäft kön­nen heu­te Droh­nen gekauft wer­den. Und was machen Pri­va­te mit die­sen Droh­nen? Natür­lich Fotos und mehr, an die sie sonst nicht her­an­kom­men. Bei­spiels­wei­se bei den Tarr­as­sen­häu­sern. Mit der Droh­ne kann man so in alle Häu­ser Ein­blick fin­den und das wird denn auch gemacht. Man kann froh sein, wenn man nicht eines Tages nur mit der Unter­ho­se (oder noch weni­ger) beklei­det im Inter­net erscheint – Droh­ne sei dank! Der Daten­schutz bleibt auf der Strecke.

Kürz­lich surr­te so eine Droh­ne auch vor mei­nem Schlaf­zim­mer­fen­ster. Die Droh­nen­flie­ger such­te ich danach mit mei­nem Fahr­rad. Es waren zwei Jugend­li­che, die natür­lich abstrit­ten, mich aus­spio­niert zu haben. Kurz­ent­schlos­sen foto­gra­fier­te ich die bei­den Übel­tä­ter mit dem Han­dy. Da wur­den sie aber auf­müp­fig. Sie appel­lier­ten an den Daten­schutz. Wenn ich die Droh­nen­flie­ger rich­tig ver­stan­den habe, darf man heu­te frem­de Leu­te ohne Ein­wil­li­gung nur mit einer Droh­ne foto­gra­fie­ren. So ein Mist! Spä­te­stens seit der Still­legung des Lon­do­ner Flug­ha­fens Gat­wick durch eine Droh­ne ist das The­ma wie­der aktu­ell. Zehn­tau­sen­de von Pas­sa­gie­ren sas­sen fest oder muss­ten umständ­li­che Umwe­ge in Kauf neh­men. Natür­lich kann man nun ein­wen­den, dass die­se Droh­ne dort nichts zu suchen hat­te – wie schon vie­le ande­re Droh­nen auch. Der Wild­wuchs die­ser Gerä­te geht mun­ter wei­ter und es ist nicht immer sofort mög­lich, die Ver­ur­sa­cher zu ermit­teln. 

Gros­se Hoff­nung auf Droh­nen hat die Logi­stik- und Ein­zel­han­dels­bran­che. Die unbe­mann­ten, strom­be­trie­be­nen Flug-gerä­te sind da ein Rie­sen­the­ma. In der Schweiz teste­ten die Post und das Ber­ner Insel­spi­tal die Droh­nen-Lie­fe­rung von Labor­pro­ben. Das Inter­es­se von Paket­dien­sten und Han­dels­un­ter­neh­men an den flin­ken Trans­port­flie­gern ist gross. Droh­nen sol­len die idea­le «Lie­fer-Taxis» für alles, was klein, wert­voll und drin­gend ist, sein. Und es ist bestimmt ein bil­li­ges Trans­port­mit­tel. Ob Walm­art, Ama­zon, DHL oder die Schwei­zer Post: Sie alle arbei­ten längst an Kon­zep­ten mit der revo­lu­tio­nä­ren Droh­nen-Tech­no­lo­gie. Droh­nen bie­ten ein enor­mes Poten­zi­al, um die betriebs­wirt­schaft­li­che Effi­zi­enz und Effek­ti­vi­tät zu stei­gern: Von den kur­zen Lie­fer­zei­ten über die Nach­hal­tig­keit bis zu den tie­fe­ren Betriebs­ko­sten spricht alles für die Tech­no­lo­gie.

Ein Rück­schlag gabs nun am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de, als eine Droh­ne in den Zürich­see stürz­te. Abstür­ze wer­den denn auch zum The­ma der Zukunft. Muss man wegen der vie­len Droh­nen künf­tig beim Her­um­spa­zie­ren gar einen Helm tra­gen? «Alles Gute kommt dann wohl nicht mehr von oben!». Ich den­ke, dass der Droh­ne, sinn­voll ein­ge­setzt, die Zukunft gehört. Aller­dings muss da noch vie­les regu­liert wer­den. Eines soll­te aber heu­te schon klar sein: Eine Droh­ne eig­net sich defi­ni­tiv nicht als Kin­der­spiel­zeug und Droh­nen­flie­ger müs­sen iden­ti­fi­zier­bar sein. Kommt dazu, dass eine Droh­ne ein Fort­be­we­gungs­mit­tel ist. Fahr­zeu­ge müs­sen ver­si­chert sein. Und wie siehts mit den Droh­nen aus? Wet­ten, dass die Nut­zung des Luft­rau­mes sowie der Schutz der Pri­vat­sphä­re die Droh­nen­flie­ger und die Poli­tik noch stark beschäf­ti­gen wer­den.