Die­ses tote Jungreh wur­de in die­sen Tagen in Staf­fel­bach auf­ge­fun­den  (Bild: Mar­kus Schenk)

In Staf­fel­bach wur­de bei den Sand­stein­höh­len ein Jungreh gefun­den

Jungreh Opfer eines Hundes?

25. Juli 2018 | News

In Staf­fel­bach wur­de in die­sen Tagen ein Jungreh tot auf­ge­fun­den. Der Ver­dacht liegt sehr nahe, dass ein Hund dahin­ter­steckt. Das ist beson­ders bedau­er­lich, haben wir doch bereits vor eini­gen Wochen die Hun­de­hal­ter gebe­ten, ihre Tie­re im Wald an der Lei­ne zu füh­ren. Bis 31. Juli ist das im Kan­ton Aar­gau Vor­schrift!

Erfreut über einen -wun­der­schö­nen Tag woll­te ich kürz­lich einem Arbeits­kol­le­gen die Staf­fel­ba­cher Sand­stein­höh­len zei­gen. Dazu fuh­ren wir in Staf­fel­bach Rich­tung Schüt­zen­haus. Da kam uns eine Frau ent­ge­gen. Wir fuh­ren lang­sam, damit mög­lichst wenig Stras­sen­staub auf­wir­bel­te. Etwas nach­denk­lich mach­te mich die Tat­sa­che, dass die Frau wohl eine Hun­de­lei­ne auf sich trug, aber weit und breit kein Hund zu sehen war. Ich sag­te noch zum Kol­le­gen: «Wo ist wohl der Hund die­ser Frau?» Nun, wir haben das abge­hakt und mar­schier­ten dann Rich­tung Sand­stein­höh­len, um die­se zu besu­chen und zu foto­gra­fie­ren. Was wir da aller­dings antra­fen, stock­te unser Blut in den Adern. Ein jun­ges, regungs­lo­ses Reh lag vor den Höh­len. Das Reh war bereits tot, wir konn­ten nicht mehr hel­fen. Schockiert foto­gra­fier­ten wir statt der Sand­stein­höh­len das tote Klein­tier. Dabei kam mir die Frau mit der Hun­de­lei­ne in den Sinn. Natür­lich ist es nur eine Ver­mu­tung, dass ihr Hund hin­ter die­ser Tier­tra­gö­die steckt. Ziem­lich sicher steckt aber ein Hund dahin­ter. Wie dem auch sei, die Frau fan­den wir bei der Rück­kehr nicht mehr und der Hund hat sich natür­lich längst aus dem Staub gemacht. Was uns bleibt, ist hier­mit eine wei­te­re War­nung her­aus­zu­ge­ben. Dabei wei­sen wir dar­auf hin, dass das lei­nen­lo­se Füh­ren von Hun­den im Wald bis 31. Juli straf­bar ist.

Vie­le ein­hei­mi­sche Wild­tie­re pflan­zen sich in den Früh­lings­mo­na­ten fort. Wäh­rend die­ser «Brut- und Setz­zeit» wer­den Hun­de­hal­ter in eini­gen Kan­to­nen dazu ver­pflich­tet, ihre Hun­de im Wald an der Lei­ne zu füh­ren.

Wir bit­ten alle Hun­de­hal­ter dafür zu sor­gen, dass ihre Hun­de die Wild­tie­re weder stö­ren noch jagen. Da die Geset­ze auf das Wohl der Wild­tie­re aus­ge­rich­tet sind, spielt die Län­ge oder Art der Lei­ne kei­ne Rol­le. Auch die Ver­wen­dung einer lan­gen Schlepp- oder Flexi­lei­ne ist zuläs­sig, solan­ge der Hun­de­hal­ter die­se fest­hält und den Hund damit kon­trol­lie­ren kann. Auf die­se Art und Wei­se kann den Hun­den trotz Lei­nen­pflicht ein gewis­ser Bewe­gungs­frei­raum gewährt wer­den. Die Jagd­auf­se­her appel­lie­ren an alle Hun­de­hal­ten­den, sämt­li­che not­wen­di­gen Mass­nah­men zu tref­fen, um zu ver­hin­dern, dass ihre Hun­de Wild­tie­re jagen oder ander­wei­tig stö­ren – selbst, wenn kei­ne Lei­nen­pflicht besteht. Es ist nicht nur im Wald gros­se Vor­sicht zu bie­ten, son­dern auch in des­sen Nähe und vor allem in Wie­sen mit hohem Gras, da vie­le Wild­tie­re ihre Jun­gen ger­ne dort ver­stecken! Jeder Hund ist ein poten­zi­el­ler Jäger – unab­hän­gig von sei­ner Grös­se und sei­nem Alter.

Auch aus hun­de­er­zie­he­ri­scher Sicht ist es rat­sam, das selbst­be­loh­nen­de Jagd­ver­hal­ten mit sehr hohem «Sucht-Poten­ti­al» gar nicht erst auf­kom­men zu las­sen.

Hun­de im Wald immer an der Lei­ne füh­ren!

Auch nach dem 31. Juli ist es rat­sam, Hun­de im Wald an der Lei­ne zu füh­ren, denn auch dann ist das Wil­dern von Hun­den straf­bar.

MS