Kampf gegen die zweibeinigen Schweine!

Von | 11. Okto­ber 2018 | Gedan­ken

In der Schweiz gras­siert eine üble Seu­che. Gemeint ist das Lit­te­ring. Zu vie­le Zeit­ge­nos­sen wer­fen gedan­ken­los alles irgend­wo­hin oder sie hin­ter­las­sen öffent­li­che Plät­ze chao­tisch. Eine Umwelt­po­li­zei kann man sich nicht lei­sten und so blei­ben die Chao­ten gröss­ten­teils anonym. Die Poli­ti­ker sind sich zudem unei­nig, ob höhe­re Bus­sen denn auch effi­zi­ent sind. Tat­sa­che ist, dass es kei­ne Patent­lö­sung gibt, um dem The­ma Lit­te­ring Herr zu wer­den.

Im Kan­ton Zürich hat man letz­tes Jahr mit einem neu­en, inter­es­san­ten Pro­jekt begon­nen. Es heisst Raum­pa­ten­schaft. Raum­pa­ten­schaf­ten sind nicht nur eine äus­serst kosten­gün­sti­ge Mass­nah­me gegen Lit­te­ring, sie zei­gen auch Wir­kung: Durch die regel­mäs­si­ge Pfle­ge einer Equi­pe sind die Orte auf­ge­räumt und sau­ber, wodurch die Hemm­schwel­le steigt, Abfall lie­gen zu las­sen. Die posi­ti­ve Wir­kung von Raum­pa­ten­schaf­ten wird zusätz­lich durch das Auf­stel­len von Hin­weis­ta­feln unter­stützt. Die Hin­wei­se sor­gen dafür, dass Pas­san­tin­nen und Pas­san­ten auf das Pro­jekt auf­merk­sam gemacht und für den kor­rek­ten Umgang mit Abfäl­len sen­si­bi­li­siert wer­den und dadurch zum ent­spre­chen­den Gebiet mehr Sor­ge tra­gen.

Ein ähn­li­ches Pro­jekt besteht in Aar­au, indem regel­mäs­sig eine pri­va­te Put­ze­qui­pe auf­räumt. 

Hier wären zusätz­lich Hin­weis­ta­feln noch hilf­reich. Ob eine Raum­pa­ten­schaft denn wirk­lich das Ei des Colum­bus bil­det, oder ob man es geschei­ter mit dra­sti­schen Bus­sen ver­sucht, ist umstrit­ten. In Basel-Stadt ermög­licht das Amt für Umwelt und Ener­gie enga­gier­ten Schul­klas­sen, ein soge­nann­tes «Green Team» zu wer­den. Ein «Green Team» lei­stet einen Umwelt­ein­satz und erhält dafür vom Amt eine Gegen­lei­stung. Für das wöchent­li­che Rei­ni­gen des Schul­are­als erhält ein Team bei­spiels­wei­se einen neu­en Bas­ket­ball­korb auf dem Pau­sen­platz. Das ist bestimmt auch ein guter Weg, denn die Sen­si­bi­li­sie­rung muss idea­ler­wei­se in der Jugend­zeit begin­nen. Ent­schei­dend ist mei­nes Erach­tens das Eltern­haus. Das Ver­hal­ten der Eltern färbt ab.

Kürz­lich habe ich einem Vater zuge­schaut, der im Wald vor den Augen der Kin­der eine PET-Fla­sche ins Feu­er warf. Mir stock­te fast das Blut in den Adern. Was willst du zu so einem Dumm­kopf sagen. Er emp­fand sei­ne Hand­lung als völ­lig nor­mal und die Kin­der schau­ten gedan­ken­los zu. Wet­ten, dass die­se in 10 oder 20 Jah­ren das­sel­be tun? Unse­re Kin­der­stu­ben sind lei­der auch nicht mehr das, was sie ein­mal waren.

Der Wohl­stand steht im Vor­der­grund – alles ande­re ist unwich­tig. Ego­istisch lebt man jetzt und denkt nicht an die Zukunft. Scha­de! Das sind lei­der trü­be Aus­sich­ten für unse­re Nach­kom­men!