Soli­da­ri­sche Land­wirt­schaft soll auf dem Risi­hof umge­setzt wer­den |

Keiner zu klein, Bauer zu sein!

Von | 23. Okto­ber 2017 | News

In der Schweiz exi­stie­ren immer weni­ger Land­wir­te. Das könn­te sich bald ändern. Der Köl­li­ker Risi­hof ver­folgt ein neu­es Modell, wonach sich jederman(frau) an sei­nem Land­wirt­schafts­be­trieb betei­li­gen kann.

Köl­li­ken: Der Risi­hof hat bereits ein­mal für Schlag­zei­len gesorgt, als er die Baum­göt­ti­ak­ti­on ins Leben rief. 83 Bäu­me wur­den von Inter­es­sier­ten gekauft und gepflanzt und man war­tet gespannt auf die ersten Früch­te. Nun geht der Risi­hof noch einen Schritt wei­ter: Der Risi­hof ver­fügt über eine Flä­che von 30 Hektaren Land. 15 Hektaren kön­nen für den Anbau von Lebens­mit­teln genutzt wer­den.
Die neue Idee des Risi­hofs sieht eine soli­da­ri­sche Land­wirt­schaft vor. Jeder soll die Mög­lich­keit haben, sich am Anbau, Unter­halt und Ern­ten zu betei­li­gen. Die Leu­te sol­len dabei für Mensch und Tier einen viel­fäl­ti­gen und schö­nen Lebens­raum mit­ge­stal­ten. Die Öko­lo­gie und die Bio­di­ver­si­tät ste­hen im Vor­der­grund. Auf die­se Wei­se erhält jeder Mit-Bau­er die Mög­lich­keit, fri­sche und viel­fäl­ti­ge Lebens­mit­tel zu ern­ten. Im Gegen­zug erhält der Risi­hof eine gewis­se Pla­nungs­si­cher­heit und kann so den Bedürf­nis­sen der Betei­lig­ten bes­ser nach­kom­men. Das Ange­bau­te auf dem Feld ist kol­lek­ti­ves Eigen­tum eines jeden Mit-Bau­ers in Selbst­ver­ant­wor­tung. So wird gemein­sam ein State­ment für bodens­cho­nen­de, viel­fäl­ti­ge Land­wirt­schaft gesetzt. Es ent­ste­hen kei­ne Mono­kul­tu­ren, son­dern ein öko­lo­gi­scher Anbau. Der Abhän­gig­keit vom Aus­land in der Grund­ver­sor­gung wird ent­gen­ge­tre­ten und der Zwi­schen­han­del aus­ge­schal­tet. Das Mot­to spricht Bän­de: «Viel­falt statt Einfalt».Der Risi­hof beher­bergt heu­te 25 Pen­si­ons­pfer­de für die auch Wei­den bestehen und deren Fut­ter man selbst pro­du­ziert. In näch­ster Zeit wird in Zusam­men­ar­beit mit Bird-Life ein wei­te­res Öko­lo­gie-Pro­jekt hin­zu­kom­men.

 

 

Der rei­ne Pfer­de­hof soll zusätz­lich zum Gemü­se- und Bee­ren-Gemein­schafts­hof wer­den

Damit man sich das Pro­jekt Gemein­schafts­hof gut vor­stel­len kann, wur­de bereits eine Pflanz­flä­che geschaf­fen. Kohl­ra­ben, Wirz, Zwie­beln, Lauch, Zico­ri­no ros­so, Fen­chel, Zucker­hut, Feld-Nüss­li­sa­lat, Rosen­kohl und Chi­na­kohl. Fer­ner wur­den 2500 Erd­beer­stöcke gepflanzt. Hin­zu kom­men sol­len auch ande­re Bee­ren­ar­ten, die dann eben­falls von allen genutzt wer­den kön­nen. Wie uns Dani­el Lüscher erklär­te, soll auf dem Hof auch ein emsi­ges Kom­men und Gehen und vor allem gemein­sa­me Stun­den auf dem Hof ent­ste­hen. Das Zwi­schen­mensch­li­che soll gepflegt und die Land­wirt­schaft dabei aktiv mit­ge­lebt wer­den. Unter­stützt wird Lüscher bei sei­nem Pro­jekt vom Köl­li­ker Foto­gra­fen Rue­di Hun­zi­ker, der schon bei der Baum­ak­ti­on mit­half.

Der Köl­li­ker Risi­hof will neue Land­wirt­schafts­ide­en umset­zen