Mari­anne Wehrli, LL.M Rechts­an­wältin

Krank in der Kün­di­gungs­frist

Von | 29. November 2017 | Rat­geber Recht

FRAGEIch erhielt in der letzten Okto­ber­woche die Kündigung auf Ende November. Dies machte mir so sehr zu schaffen, dass ich vor wenigen Tagen einen Zusam­men­bruch erlitt und vom Arzt nun für drei Wochen krank­ge­schrieben wurde. Hat dies einen Ein­fluss auf die Kündigung? Wie lange erhalte ich meinen Lohn?

ANTWORTDie Kündigungsfrist verlängert sich um die Dauer Ihrer Arbeitsunfähigkeit, also drei Wochen, weil die Kündigung von Ihrem Arbeit­geber aus­ge­gangen ist. Hätten Sie selbst gekündigt, würde sich die Kündigungsfrist gar nicht verlängern.

Die Kündigung darf laut Ihrem Arbeits­ver­trag nur auf das Monats­ende aus­ge­spro­chen werden. Ihr Arbeitsverhältnis verlängert sich des­halb bis Ende Dezember. Blieben Sie über die drei Wochen hinaus krank, würde sich Ihr Arbeitsverhältnis nicht mehr weiter verlängern, weil Sie noch im ersten Anstel­lungs­jahr sind.

Wie lange Sie nun Lohn­zah­lungen erhalten, steht auf einem anderen Blatt. Lohnhöhe und Aus­zah­lungs­dauer bestimmen sich nach der Tag­geld­ver­si­che­rung, wenn Ihr Arbeit­geber für Sie eine solche abge­schlossen hat. 

Besteht keine Tag­geld­ver­si­che­rung, so erhalten Sie im ersten Dienst­jahr den ver­trag­lich geschul­deten Lohn während drei Wochen krank­heits­be­dingter Abwe­sen­heit.

Blieben Sie wei­terhin arbeitsunfähig, liefe die Kündigungsfrist bis Ende Dezember zwar weiter, Sie erhielten aber keine Lohn­zah­lungen mehr. Geht es Ihnen in drei Wochen hof­fent­lich wieder besser, müssen Sie Ihre Arbeit bis Ende Dezember wieder auf­nehmen oder dies Ihrem Arbeit­geber wenigs­tens anbieten.

Rechts­fragen können gestellt werden an:

Mari­anne Wehrli, Rechts­an­wältin, Lau­ren­zen­vor­stadt 79, Post­fach 4227, 5001 Aarau
E-Mail: ratgeber@anwaltsbuero-wehrli.ch