KVA Buchs wird Mit­tel­land Mol­kerei in Suhr mit CO2-neu­­traler Energie ver­sorgen

12. Juli 2018 | News

Die Fern­wärme Wynen­feld AG (FEWAG) der KVA Buchs und Emmi in Suhr ver­ein­baren den Bau einer zwei Kilo­meter langen, unter­ir­di­schen Dampf­lei­tung ent­lang der Bern­stras-se. Mit der Abwärme aus der Keh­richt­ver­wer­tungs­an­lage kann der Milch­ver­ar­bei­tungs­be­trieb, dem die Mit­tel­land Mol­kerei gehört, 80 Pro­zent seiner Pro­zess­energie auf nach­haltig umstellen.

Die Fern­wärme Wynen­feld AG (FEWAG) erwei­tert ihr Ver­sor­gungs­netz. Nach den Migros-Betrieben im Buchser Wynen­feld, der Eniwa mit dem Wär­me­ver­bund Torfeld/​Kantonsspital Aarau/​Schachen, Möbel Pfister, dem Schwimmbad Suhr/​Buchs/​Gränichen und den Tech­ni­schen Betrieben Suhr soll ein wei­terer Gross­be­trieb an das FEWAG-Netz ange­schlossen werden: die zu Emmi gehö­rende Mit­tel­land Mol­kerei in Suhr. Zu diesem Zweck muss ein neuer, 2,1 Kilo­meter langer unter­ir­di­scher Lei­tungsast von der Ver­zwei­gung Wynen­tal­strasse-Bern­strasse Ost bis zur Bern­strasse West aus­gangs Suhr gebaut werden. Den Bau und Betrieb der Dampf­lei­tung über­nimmt die FEWAG.

FEWAG stei­gert Wär­me­ab­satz auf 95 Giga­watt­stunden

Mit dem erwei­terten Ver­sor­gungs­netz kann die FEWAG ihren Wär­me­ab­satz von heute 65 Giga­watt­stunden (GWh) auf 95 GWh stei­gern, was dem Ener­gie­ver­brauch einer klei­neren Schweizer Stadt ent­spricht. Dabei han­delt es sich um Wär­me­en­ergie aus der Keh­richt­ver­wer­tungs­an­lage (KVA) Buchs, die ohnehin vor­handen ist. «Dank der neuen Lei­tung werden wir den Wär­me­nut­zungs­grad der KVA von 19,4 auf 25,7 Pro­zent erhöhen können», sagt Rolf Schu­ma­cher, FEWAG-Geschäfts­führer und Leiter Technik der KVA Buchs. Die KVA-Abwärme kommt in Form von 280 Grad Cel­sius heissem Dampf, der unter 22 bar Druck steht, bei der Mit­tel­land Mol­kerei an. Dort wird sie als soge­nannte Pro­zess­energie ein­ge­setzt, um bei­spiels­weise Milch zu pas­teu­ri­sieren.

Wich­tiger Bei­trag zu Emmis CO2-Reduk­ti­ons­ziel

Die Her­stel­lung von Milch­pro­dukten benö­tigt viel Energie. Schweiz­weit liegt der Ener­gie­ver­brauch aller Emmi-Betriebe bei jähr­lich rund 180 GWh, die auf die Her­stel­lung von Trink­milch, Rahm und Butter spe­zia­li­sierte Mit­tel­land Mol­kerei in Suhr bean­sprucht davon 32 GWh. Mit dem Dampf aus der KVA Buchs können bei der Mit­tel­land Mol­kerei rund 80 Pro­zent der bisher mit Gas erzeugten Energie ersetzt und damit CO2-neu­tral gemacht werden.

Die rest­li­chen 20 Pro­zent ent­fallen auf die Gas­kessel der Mit­tel­land Mol­kerei, die vor allem in den Win­ter­mo­naten wei­terhin im Ein­satz stehen werden. Wenn es kalt ist, muss die FEWAG Spit­zen­lasten von Pro­zess- und Kom­fort­wärme (Hei­zungen) bewäl­tigen.

«Die KVA-Abwärme redu­ziert den jähr­li­chen CO2-Aus­stoss der Mit­tel­land Mol­kerei in Suhr um 5000 Tonnen. Damit leisten wir einen wich­tigen Bei­trag zur Errei­chung von Emmis Nach­hal­tig­keits­zielen», sagt Bruno Brü­cker, Betriebs­leiter der Mit­tel­land Mol­kerei. Die von Emmi gesetzten Ziele sehen unter anderem vor, den glo­balen CO2- Aus­stoss der zur Emmi gehö­renden Betriebe zwi­schen 2014 und 2020 um 25 Pro­zent respek­tive von 140’000 auf 104’000 Tonnen zu redu­zieren. Die neben der Umstel­lung auf Fern­wärme in Suhr gewich­tigste Mass­nahme war 2017 der Wechsel zu Strom aus Was­ser­kraft für alle Emmi-Betriebe in der Schweiz.

Auch Anwohner pro­fi­tieren

Von der Inves­ti­tion der FEWAG in die neue Lei­tung könnte auch das Wohn­quar­tier Suhr Süd beid­seits der Grä­ni­cher­stras-se pro­fi­tieren. An einer Erschlies­sung ein­zelner Gebäude mit Fern­wär­me­an­schlüssen sind die Tech­ni­schen Betrieben Suhr (TBS) inter­es­siert. Die TBS Strom AG ist auch in der Wär­me­ver­sor­gung tätig und einer nach­hal­tigen Ent­wick­lung ver­pflichtet. Sie klärt das Poten­zial ab für wei­tere Lei­tungs­äste, die von der Haupt­lei­tung KVA Buchs–Mittelland Mol­kerei abzweigen würden.

Nach dem Grund­satz­ent­scheid der FEWAG und der Mit­tel­land Mol­kerei folgt nun die Pro­jek­tie­rung der Dampf­lei­tung mit anschlies­senden Bau­be­wil­li­gungs­ver­fahren. Bau­be­ginn ist frühs­tens im 1. Quartal 2020, die Bau­ar­beiten werden vor­aus­sicht­lich neun Monate dauern.

PD