Im gan­zen Kan­ton soll Lit­te­ring mit einer Ord­nungs­bus­se von 100 Fran­ken geahn­det wer­den (Bild: Fritz Flücki­ger)

Bot­schaft des Regie­rungs­rats für kan­to­na­le Rege­lung zur Ahn­dung von Lit­te­ring-Ver­stös­sen

Littering soll mit einer Busse von 100 Franken geahndet werden

15. Novem­ber 2018 | News

Der Gros­se Rat hat im Okto­ber 2016 den Regie­rungs­rat beauf­tragt, eine kan­to­na­le Rege­lung zur Ahn­dung von Lit­te­ring mit einer kla­ren pro­hi­bi­ti­ven Sank­ti­ons­re­gel zu schaf­fen. Der Regie­rungs­rat hat sei­nen Vor­schlag im Som­mer 2018 in die öffent­li­che Anhö­rung geschickt: Mit­tels einer Ergän­zung des Ein­füh­rungs­ge­set­zes zur Bun­des­ge­setz­ge­bung über den Schutz von Umwelt und Gewäs­sern (EG UWR) strebt er eine prag­ma­ti­sche kan­to­na­le Lösung mit einer Ord­nungs­bus­se von 100 Fran­ken an. Zustän­dig für die Umset­zung sol­len wei­ter­hin die Gemein­den sein.

Lit­te­ring ist das Weg­wer­fen von klei­nen Men­gen Abfall an Ort und Stel­le, ohne die dafür vor­ge­se­he­nen Abfall­ei­mer oder Sam­mel­stel­len zu ver­wen­den. Auf Bun­des­ebe­ne wur­de die Ein­füh­rung einer bun­des­wei­ten Lösung zur Sank­tio­nie­rung von Lit­te­ring-Ver­stös­sen abge­lehnt.

In naher Zukunft zeich­net sich kei­ne schweiz­wei­te Lösung ab. Im Kan­ton Aar­gau wird die Ahn­dung von Lit­te­ring aktu­ell in den kom­mu­na­len Poli­zei­re­gle­men­ten mit Bus­sen zwi­schen 40 und 100 Fran­ken gere­gelt. In den mei­sten Gemein­den kön­nen die­se im Ord­nungs­bus­sen­ver­fah­ren geahn­det wer­den. Vie­le Nach­bar­kan­to­ne ken­nen kan­to­na­le Rege­lun­gen zur Ahn­dung von Lit­te­ring-Ver­stös­sen.

Der Gros­se Rat hat am 25. Okto­ber 2016 den Regie­rungs­rat beauf­tragt, eine kan­to­na­le Rege­lung zur Ahn­dung von Lit­te­ring mit einer kla­ren pro­hi­bi­ti­ven Sank­ti­ons­re­gel zu schaf­fen. Der Regie­rungs­rats hat eine prag­ma­ti­sche Lösung erar­bei­tet und von 6. Juli bis am 28. Sep­tem­ber 2018 in die öffent­li­che Anhö­rung geschickt: Mit­tels einer Ergän­zung des Ein­füh­rungs­ge­set­zes zur Bun­des­ge­setz­ge­bung über den Schutz von Umwelt und Gewäs­sern (EG UWR) und einer anschlies­sen­den Ergän­zung der Ord­nungs­bus­sen­ver­fah­ren­ver­ord­nung (OBVV) sol­len Lit­te­ring-Ver­stös­se mit einer Ord­nungs­bus­se von 100 Fran­ken geahn­det wer­den. Zustän­dig für die Umset­zung sol­len wei­ter­hin die Gemein­den sein.

Mehr­heit­lich befür­wor­ten­de Stel­lung­nah­men

Im Rah­men der Anhö­rung sind Stel­lung­nah­men von 52 Gemein­den, allen neun im Gros­sen Rat ver­tre­te­nen Par­tei­en sowie von der Jun­gen EVP und 16 Orga­ni­sa­tio­nen ein­ge­gan­gen. In 62 Pro­zent der Rück­mel­dun­gen wird die Ände­rung des EG UWR befür­wor­tet, um eine ein­heit­li­che kan­to­na­le Rege­lung zu schaf­fen. In einer Mehr­heit die­ser befür­wor­ten­den Stel­lung­nah­men wird die Höhe der Bus­se von 100 Fran­ken als ange­mes­sen erach­tet.

Die Mehr­heit der ableh­nen­den Stel­lung­nah­men hat fest­ge­hal­ten, dass eine kan­to­na­le Rege­lung unnö­tig sei, da bereits heu­te alle Gemein­den im Rah­men ihres Regle­ments Sank­ti­ons­mög­lich­kei­ten haben; somit hät­ten die Gemein­den kein Bedürf­nis nach einer kan­to­na­len Bestim­mung. Aus­ser­dem wür­den die heu­ti­gen kom­mu­na­len Rege­lun­gen die regio­na- len Aspek­te berück­sich­ti­gen. Wei­ter wur­de auf das Voll­zugs­pro­blem hin­ge­wie­sen, wonach Lit­te­ring-Täter in fla­gran­ti erwischt wer­den müs­sen; die­ses wür­de ohne eine Erhö­hung der Kon­troll­dich­te auch mit einer kan­to­na­len Rege­lung wei­ter­hin bestehen blei­ben. In einem Teil der Stel­lung­nah­men wur­den Bus­sen von 200 oder 300 Fran­ken vor­ge­schla­gen – mit der Begrün­dung, dass höhe­re Bus­sen eine grös­se­re Abschreckungs­wir­kung hät­ten.
Auf­grund der Anhö­rungs­er­geb­nis­se sieht der Regie­rungs­rat kei­nen Anlass, den Anhö­rungs­ent­wurf zu ändern und hat nun die ent­spre­chen­de Bot­schaft für die Bera­tung durch den Gros­sen Rat ver­ab­schie­det.

AG