Wenn eine Lupe nicht mehr aus­reicht, helfen elek­tro­ni­sche Lese­hilfen (Bilder: zVg)

Gesund­heit und Opto­me­trie

Maku­la­de­ge­ne­ra­tion – eine umfas­sende Bera­tung hilft weiter

2. Mai 2018 | Publi­re­por­tage

Die opto­me­tri­sche Ver­sor­gung ist das A und O, wenn schwer­wie­gende Augen­er­kran­kungen wie die Maku­la­de­ge­ne­ra­tion auf­treten. Roland Schö­nen­berger, dipl. Augen­op­tiker und Opto­me­trist im Seh­zen­trum in Suhr, ist auf solche Fälle spe­zia­li­siert.

Roland Schö­nen­berger, was genau ist eine Maku­la­de­ge­ne­ra­tion und wer kann davon betroffen sein?

Bei der Maku­la­de­ge­ne­ra­tion werden zwei Formen unter­schieden: die tro­ckene und die feuchte. Bei der tro­ckenen Form han­delt es sich um eine alters­be­dingte «Abnüt­zung» wich­tiger Seh­zellen im Zen­trum des Auges, der soge­nannten Makula. Das bedeutet, dass wir ab einem gewissen Alter alle davon betroffen sein werden – einige früher und stärker, andere später und weniger stark. Es zeigt sich, dass vor allem Rau­cher, Per­sonen mit heller Augen­farbe und alle die­je­nigen, die ihre Augen ein Leben lang unge­nü­gend vor dem Son­nen­licht geschützt haben, früher und stärker betroffen sind. Da die tro­ckene Maku­la­de­ge­ne­ra­tion ein Alte­rungs­pro­zess ist, gibt es dagegen noch keine eigent­liche The­rapie. Der Schutz der Augen mit einer opti­malen Son­nen­brille steht bei dieser Form im Vor­der­grund. Auch eine gesunde, vit­amin­reiche Ernäh­rung wird von Fach­leuten emp­fohlen. Bei der feuchten Maku­la­de­ge­ne­ra­tion liegt dagegen eine Erkran­kung des Seh­zen­trums vor, die heute mit­tels Medi­ka­menten, die übli­cher­weise vom Augen­arzt direkt ins Auge gespritzt werden, the­ra­piert wird.

Sie haben sich auf die opto­me­tri­sche Ver­sor­gung von Per­sonen mit einer Maku­la­de­ge­ne­ra­tion spe­zia­li­siert. Wie können Sie betrof­fenen Per­sonen helfen?

Grund­sätz­lich kann fast allen Per­sonen mit einer Maku­la­de­ge­ne­ra­tion mit spe­zi­ellen Brillen oder anderen Mit­teln geholfen werden – Vor­aus­set­zung dazu ist die Akzep­tanz der betrof­fenen Person, dass trotz der Hilfs­mittel das Sehen nicht mehr wie früher ist.

Wie gehen Sie vor?

Viel­fach kommen die Kli­enten mit der Dia­gnose «Maku­la­de­ge­ne­ra­tion» zu mir, ohne viele Kennt­nisse über diese Krank­heit zu haben oder über­haupt zu wissen, was das für sie im Alltag und in Zukunft bedeutet. Bei diesen Per­sonen leiste ich zuerst einmal Auf­klä­rungs­ar­beit, was in den meisten Fällen zu einer grossen Beru­hi­gung sei­tens der Betrof­fenen führt. Viele haben Angst, voll­ständig zu erblinden und dadurch ihre Selbst­stän­dig­keit zu ver­lieren. Das ist glück­li­cher­weise bei einer opti­malen Ver­sor­gung nur ganz selten der Fall. Danach ana­ly­siere ich umfas­send die All­tags­si­tua­tion der betrof­fenen Person, deren Pro­bleme und Wün­sche. So kann ich mir ein genaues Bild machen, wo und wie ich helfen kann.

Welche Hilfs­mittel setzen Sie dazu ein?

Zuerst opti­miere ich die bereits bestehenden Brillen. Dank modernsten, com­pu­ter­ge­stützten Geräten kann die noch vor­han­dene Seh­kraft ermit­telt und viel­fach ver­bes­sert werden. Selbst wenn ich dadurch nur eine vor­han­dene Seh­schärfe von 15 % auf 30 % stei­gern kann, erfahren die Betrof­fenen eine Ver­dop­pe­lung ihrer Seh­kraft und dadurch eine deut­liche Ver­bes­se­rung ihrer All­tags­si­tua­tion. Wei­tere wich­tige Bestand­teile der Abklä­rung sind die Blen­dung und das ver­min­derte Kon­trast­sehen. Bei einer Maku­la­de­ge­ne­ra­tion ist eine Person nicht nur stark geblendet, son­dern ihr Kon­trast­sehen ist zusätz­lich stark redu­ziert. Eine gewöhn­liche Son­nen­brille ist des­halb häufig nicht optimal. Um beides zu ver­bes­sern, gibt es heute viele Spe­zi­al­fil­ter­gläser. Da jede Person anders auf die ein­zelnen Fil­ter­gläser reagiert, werden die am besten geeig­netsten zum Aus­pro­bieren mit­ge­geben.

Und wenn dies alles noch nicht aus­rei­chend nützt?

Dann kommen ver­grös-sernde Seh­hilfen zum Ein­satz. Dar­unter ver­steht man Lupen, sehr starke Lese­brillen sog. Lupen­brillen, elek­tro­ni­sche Hilfs­mittel, Bild­schirm­le­se­ge­räte. Sämt­liche dieser Hilfs­mittel können kos­tenlos zum Testen mit nach Hause genommen werden.

Was bezahlen die Kran­ken­kassen und andere Insti­tu­tionen?

Aus der Kran­ken­kassen-Grund­ver­si­che­rung erhält man jähr­lich einen Bei­trag von CHF 360 an Brillen, wenn vom behan­delnden Augen­arzt eine Beschei­ni­gung der Maku­la­de­ge­ne­ra­tion vor­liegt. Die AHV über­nimmt 75 % der Kosten von Lupen­brillen und leistet Bei­träge bis zu CHF 2000 an elek­tro­ni­sche Hilfs­mittel. Bei stark ver­min­derter Seh­schärfe hat man aus­serdem Anrecht auf eine «Hilf­lo­sen­ent­schä­di­gung leichten Grades» der AHV von CHF 235 im Monat. Meine Abklä­rung ist keine kas­sen­pflich­tige Leis­tung und muss von den Kli­enten selber bezahlt werden. Eine umfas­sende Bera­tung inkl. Unter­su­chung und Tests dauert in der Regel bis zu zwei Stunden.

Eine letzte Frage: Warum enga­gieren Sie sich beson­ders für die opto­me­tri­sche Ver­sor­gung bei Maku­la­de­ge­ne­ra­tion?

Unmit­telbar nach meinem Stu­dium in Olten 1995 habe ich bei meh­reren Augen­op­ti­kern in der Schweiz gear­beitet. Ich war täg­lich mit Spe­zi­al­fällen kon­fron­tiert. Dadurch hatte ich von Anfang an mit vielen opto­me­tri­schen Ver­sor­gungen bei allen Arten von Augen­be­schwerden zu tun. Das Thema Maku­la­de­ge­ne­ra­tion hat mich seither nicht mehr los­ge­lassen. Ich habe mich stetig darin wei­ter­ge­bildet und spe­zia­li­siert. Heute betreue ich Kli­enten in der Region Suhr aber auch weit dar­über hinaus. Bei den von der Maku­la­de­ge­ne­ra­tion betrof­fenen Per­sonen spricht sich meine umfas­sende Bera­tung schnell herum und es werden weite Wege in Kauf genommen, wenn man Aus­sicht auf eine Ver­bes­se­rung seiner Seh­si­tua­tion hat.

Öff­nungs­zeiten
Dienstag bis Freitag 8.30 bis 12.00 Uhr und 14.00 bis 18.30 Uhr
Samstag 8.30 bis 14.00 Uhr

Optimale Beleuchtung und eine spezielle Brille sorgen für eine deutliche Verbesserung beim Lesen | Der Landanzeiger

Opti­male Beleuch­tung und eine spe­zi­elle Brille sorgen für eine deut­liche Ver­bes­se­rung beim Lesen

Zur Person

Roland Schö­nen­berger ist dipl. Augen­op­tiker SHFA und Opto­me­trist CAS FHNWSeit 1995 hilft er Per­sonen mit Maku­la­de­ge­ne­ra­tion und anderen Augen­be­schwerden zu bes­serem Sehen.

Kon­takt

Seh­zen­trum Augen­optik Suhr
Roland Schö­nen­berger
Dipl. Augen­op­tiker, Opto­me­trist (FH)
Mitt­lere Dorf­strasse 2
5034 Suhr

Telefon 062 842 67 85
www.sehzentrum-suhr.ch
info@sehzentrum-suhr.ch