Hof­fen, dass das neue Kraft­werk mög­lichst bald rea­li­siert wer­den kann: v.l.: Hans­pe­ter Hil­fi­ker, Stadt­am­mann Aar­au, Hans-Kas­par Scher­rer, CEO Eni­wa AG und Beat Huber, VR-Prä­si­dent Eni­wa AG

Kraft­werk Aar­au

Mehr Strom, aber auch ein Mehrwert für die ganze Bevölkerung

19. Juni 2019 | News

Eni­wa plant die Kom­plet­t­er­neue­rung des Was­ser­kraft­werks an der Aare. Seit Beginn der Pla­nung und der Auf­la­ge im Jahr 2013 haben sich die Rah­men­be­din­gun­gen grund­le­gend ver­än­dert. Des­halb hat Eni­wa das Pro­jekt wei­ter­ent­wickelt und opti­miert.

Die Kom­plet­t­er­neue­rung des Was­ser­kraft­werks an der Aare bewegt die Bevöl­ke­rung. Seit der öffent­li­chen Mit­wir­kung im Kan­ton Solo­thurn Anfang Janu­ar die­ses Jah­res sind 42 Ein­ga­ben von Pri­vat­per­so­nen, Ver­ei­nen und Ver­bän­den ein­ge­gan­gen. Hin­wei­se, Ver­bes­se­rungs­vor­schlä­ge, Beden­ken und Wün­sche aus der Bevöl­ke­rung wur­den durch das Pro­jekt­team geprüft und wei­ter­be­ar­bei­tet.

Dar­aus resul­tie­ren 10 neue Mass­nah­men: ins­ge­samt sind es nun 58 für die Berei­che Tech­nik, Fische, Umwelt, Nut­zung und Hoch­was­ser. Zusätz­lich konn­ten zahl­rei­che bereits geplan­te Mass­nah­men noch­mals opti­miert wer­den.

Ent­fer­nung des rest­li­chen Mit­tel­damms
Für eine Teil­ent­fer­nung (750 von ins­ge­samt 1600 Meter) des Mit­tel­damms liegt bereits eine rechts­gül­ti­ge Bewil­li­gung (Pro­jekt 2013) vor. Nun soll der mehr als 100 Jah­re alte, künst­lich erbau­te Mit­tel­damm kom­plett rück­ge­baut wer­den.

Mit einem neu­en Natur-Fuss­weg durch Wald, Wie­se und zuletzt ent­lang dem neu­en Sei­ten­ge­rin­ne im Gri­en, wird eine neue, den Fuss­gän­gern vor­be­hal­te­ne Ver­bin­dung von der Kraft­werks­brücke bis zum Wehr geschaf­fen.

«Durch die voll­stän­di­ge Ent­fer­nung des Mit­tel­damms und die Strö­mungs­op­ti­mie­rung im Kanal, erreicht das Kraft­werk eine Mehr­pro­duk­ti­on von 7,7 GWh pro Jahr», sagt Hans- Kas­par Scher­rer, CEO der Eni­wa AG, am Mon­tag vor den Medi­en. «Zudem ent­fällt künf­tig der Auf­wand für die Instand­hal­tung und den Unter­halt des künst­lich ange­leg­ten Mit­tel­damms.»

Durch den brei­te­ren Kanal­quer­schnitt (ohne Mit­tel­damm) redu­ziert sich die mitt­le­re Fliess­ge­schwin­dig­keit im Kanal. Dies bringt einen Vor­teil für die Schwim­mer und redu­ziert die Ero­si­on an den bei­den ver­blei­ben­den Kanal­wän­den.

«Die Pro­duk­ti­ons­stei­ge­rung ist sowohl für die Ver­sor­gung wie auch für die Wirt­schaft­lich­keit des Pro­jekts enorm wich­tig», sagt Scher­rer wei­ter. «Der­zeit gibt es kei­ne wirt­schaft­li­chen Alter­na­ti­ven für die erneu­er­ba­re Band­ener­gie­pro­duk­ti­on im Ver­sor­gungs­ge­biet von Eni­wa.»

Neue Frei­zeit- und Nah­erho­lungs­ge­bie­te
Der weg­fal­len­de Frei­zeit- und Nah­erho­lungs­wert wird in ört­li­cher Nähe ange­mes­sen kom­pen­siert. 58 Aus­gleichs- und Ersatz­mass­nah­men sor­gen für ent­spre­chen­de Ersatz­le­bens­räu­me für alle Arten von Lebe­we­sen.

 

Das Kies­ma­te­ri­al des Damms wird auf dem Gelän­de des ehe­ma­li­gen Werk­hofs sowie im Gri­en teil­wei­se wie­der­ver­wen­det. Wei­te­re Men­gen wer­den im Fluss­raum zwi­schen­ge­la­gert und spä­ter wie­der der Aare zuge­führt.

Zahl­rei­che bereits geplan­te Mass­nah­men wer­den auf­grund der Erkennt­nis­se aus der Mit­wir­kung noch­mals opti­miert und erwei­tert. Dar­un­ter Ein- und Aus­stiegs­mög­lich­kei­ten für Schwim­mer, öffent­li­che Toi­let­ten und Duschen beim Wehr und beim Spiel­platz auf dem Inse­li und öffent­li­che Park­plät­ze beim Kraft­werk. Beim neu­en Unter­werk in Aar­au ent­ste­hen ein Besu­cher­raum und ein öffent­li­cher Platz mit Kraft­werks- Expo­na­ten.

«Das lin­ke Aare­ufer im Unter­was­ser- Bereich des Kraft­werks wird zusätz­lich durch eine Flach­was­ser­zo­ne auf­ge­wer­tet», sagt Eni­wa-CEO Hans-Kas­par Scher­rer.

Im Gri­en ent­steht ein neu­es Sei­ten­ge­rin­ne mit wert­vol­len neu­en Lebens­räu­men. «Ins­ge­samt wird mit den geplan­ten Aus­gleichs- und Ersatz­mass­nah­men der Weg­fall des rest­li­chen Mit­tel­damms deut­lich über­kom­pen­siert », ist Scher­rer über­zeugt.

«Mit zusätz­li­chen Auf­wer­tun­gen der Kanal- Ufer­be­rei­che durch Flach­was­ser­zo­nen und Natur­we­ge, ent­ste­hen wert­vol­le Lebens­räu­me für Flo­ra und Fau­na», ist auch Aar­au Stadt­am­mann Hans­pe­ter Hil­fi­ker über­zeugt. «Dabei wird viel Wert auf eine fisch­freund­li­che Ufer­ge­stal­tung gelegt.»

Das wei­te­re Vor­ge­hen
Am 17. Juni hat Eni­wa sowohl die Mit­glie­der der von den bei­den Kan­to­nen ein­ge­la­de­nen Begleit­grup­pe wie auch die Bevöl­ke­rung über die Neue­run­gen infor­miert.

Mit­te Juli wird das voll­stän­di­ge Dos­sier mit den Pro­jekt­an­pas­sun­gen und not­wen­di­gen Ergän­zun­gen den bei­den Kan­to­nen zur Vor­prü­fung und Bewil­li­gung ein­ge­reicht.

Eni­wa plant die Durch­füh­rung der öffent­li­chen Auf­la­ge im Febru­ar 2020 und geht davon aus, dass vor Juni 2020 alle not­wen­di­gen Bewil­li­gun­gen vor­lie­gen wer­den, damit anschlies­send mit der Detail­pla­nung und Aus­füh­rung gestar­tet wer­den kann.

Die bestehen­de Kon­zes­si­on für das Was­ser­kraft­werk Aar­au wird seit Beginn 2018 für wei­te­re 68 Jah­re fort­ge­führt. Des­halb hat Eni­wa das Pro­jekt wei­ter­ent­wickelt und hin­sicht­lich des mög­lichst kon­ti­nu­ier­li­chen Betriebs bis zum Ende der Kon­zes­si­ons­dau­er 2085 opti­miert.

Text & Bild: Rapha­el Nad­ler