Mein Hund bringt Angst und Sorgen

Von | 3. Okto­ber 2019 | Gedanken

Seit nun bald einem Monat gehört ein klein­er Welpen­junge namens James zu mein­er Fam­i­lie. Seit nun bald einem Monat kenne ich auch kein anderes The­ma mehr als mein vier Monate alter Aus­tralian Shep­ard. Ich kann also gar nicht andres als auch hier dieses The­ma aufzu­greifen. Wenn man sich einen Hund zu tut, wird einem die ganze Welt auf den Kopf gestellt. Alles muss genaustens geplant sein. Wann bin ich weg, wer kann auf ihn auf­passen. Spon­tan ein­mal etwas unternehmen, geht nicht mehr. Das alles, war mir natür­lich vol­lkom­men bewusst und ich habe es gerne auf mich genom­men. Denn ganz ehrlich: Ich habe den süss­es­ten und besten Hund der Welt. Doch was ich nicht kom­men sah, ist das, was da noch mit einge­zo­gen ist: Die Sor­gen und die Angst, dass etwas passieren kön­nte.

Da will ich nur mal schnell einkaufen. Klein James bleibt zu Hause. Alleine sein, kann er. Aber kann ich das? Ich geh aus der Haustüre raus und denke: «Ich hoffe, er hat keine Angst alleine». Im Einkauf­szen­trum schwirren mir dann so Gedanken durch den Kopf wie: «Was ist nun, wenn er ein Kabel annagt» oder «Hab ich wirk­lich nichts liegen­lassen, was er dum­mer­weise fressen kön­nte». Ich werde nervös. Auf meine Einkauf­s­liste kann ich mich längst nicht mehr konzen­tri­eren. 

Ich bin nur noch in Eile. Ein kurzes Schwätzchen liegt heute nicht drin, denn immer schlim­mer wer­den meine Vorstel­lun­gen. Was wenn er es schafft, die Balkon­tür zu öff­nen, sich durch die Storen quetscht und dann aus dem acht­en Stock in die Tiefe stürzt? Ich werde panisch. Mit vollen Einkauf­s­taschen renne ich nun nach Hause. Den Blick immer geban­nt auf den Rasen, ob da nicht ein tot­er Hund liegt. Atem­los öffne ich die Tür, stürze hinein und was macht der Hund: Er hebt kurz den Kopf und straft meine Hys­terie mit einem «Ach du warst weg? Gar nicht gemerkt»-Blick, bevor er seinen Kopf wieder entspan­nt legt.

Nein, mit solchen Panikat­tack­en mein­er­seits habe ich defin­i­tiv nicht gerech­net. In meinem Kopf höre ich meine Mama: «Siehst du, genau so war es für mich, als du damals nicht auf meine SMS geant­wortet hast», lacht sie schelmisch. Nun da ich die ständi­ge Sorge sel­ber spüre, ärg­ere ich mich, dass ich mich damals über ihre Hys­terie geärg­ert habe. Also wenn ihr mich in näch­ster Zeit in Hek­tik erlebt, ich panisch in Rich­tung Tel­li renne, nehmt es mir nicht übel, macht mir den Weg frei. Denn es kön­nte ja sein, dass sich mein Hund ger­ade erhängt oder sich in der Bade­wanne ertränkt oder ich mich ein­fach wieder in etwas hine­in­steigere.