Auf einem nur fürs Wald­fest erstell­ten Erleb­nis­pfad gab es Eini­ges zu ent­decken (Bil­der: Kas­par Flücki­ger)

«450 Jah­re Wald Muhen» – Die Erst­erwäh­nung des Mühe­ler Wal­des wur­de vier Tage lang gefei­ert und wur­de zum unver­gess­li­chen Wald­fest

Muhen feierte seinen Wald respektvoll

13. Sep­tem­ber 2018 | News

Vier Tage lang fei­er­te Muhen ein Wald­fest der beson­de­ren Art. Die Orts­bür­ger als Wald­be­sit­zer und Orga­ni­sa­to­ren hul­dig­ten ihren Wald, der vor 450 Jah­ren erst­mals erwähnt wur­de, mit einem eigens ange­leg­ten Erleb­nis­pfad – und einem rau­schen­den Fest im Forst­werk­hof mit Kon­zer­ten, Fest­wirt­schaft und eige­nem Bier.

Wenn selbst Muhens Gemein­de­am­mann auf dem Wald-Erleb­nis­pfad ins Stau­nen gerät, dann will das etwas heis­sen. «Dass wir eine Sand­stein­höh­le haben in unse­rem Wald, wuss­te ich ehr­lich gesagt nicht», gestand Andre­as Urech. Weil die Höh­le etwas abseits von Wald­we­gen liegt, brauch­te es den eigens fürs Wald­fest erstell­ten Erleb­nis­weg, um sie sicht­bar zu machen. För­ster Urs Gsell hat die Chan­ce gepackt, um anläss­lich von «450 Jah­re Wald Muhen» den eigent­lich bestens bekann­ten Wald von einer neu­en Sei­te zu prä­sen­tie­ren, um das Publi­kum mit neu­en Sicht­wei­sen zu ver­blüf­fen und um die Geschich­te des Wal­des völ­lig neu zu erzäh­len. Denn der Wald wur­de frü­her ganz anders genutzt als heu­te. Dies erfuhr man von Urs Gsell auf einer sei­ner zahl­rei­chen Füh­run­gen durch den Erleb­nis­pfad: Unter­wegs war die Köh­lerin Doris Wicki dar­an, einen Koh­len­mei­ler am Damp­fen zu hal­ten. In einem Gehe­ge mit­ten im Wald fras­sen Zie­gen und Esel (wie frü­her) den Wald­bo­den kahl. Ein Holz­steg führ­te vor­bei an Info­ta­feln. Ein paar Meter wei­ter zog ein Kalt­blut­pferd einen Baum­stamm. Der Pfad führ­te wei­ter durch den «Zukunfts­wald», den Urs Gsell und sein Forst­team seit 20 Jah­ren nach­hal­tig wach­sen las­sen.

Ein Kohlenmeiler produzierte Holzkohle | Der Landanzeiger

Ein Koh­len­mei­ler pro­du­zier­te Holz­koh­le

Die Orts­bür­ger als Wald­be­sit­zer und Orga­ni­sa­to­ren haben für das vier­tä­gi­ge Fest die rich­ti­ge Mischung gefun­den zwi­schen Infor­ma­ti­on und rau­schen­dem Fest. Ein neun­köp­fi­ges OK um Gemein­de­rä­tin Ger­trud Jost hat es geschafft, gleich­zei­tig ein respekt­vol­les aber auch ein zünf­ti­ges Wald­fest auf die Bei­ne zu stel­len.

Der Anlass dazu war rela­tiv sim­pel: Im Jahr 1568 wur­de der Wald in Muhen erst­mals erwähnt. Natür­lich steht auch hier der Wald schon län­ger als erst 450 Jah­re. Aber in Muhen woll­te man es genau wis­sen. Des­halb hat sich Kurt Rey in den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren mit Akri­bie und Fleiss durch die Doku­men­te gele­sen und pünkt­lich aufs Fest eine ein­zig­ar­ti­ge Jubi­lä­ums­schrift zusam­men­ge­tra­gen.

Die Ver­nis­sa­ge sei­nes Werks wur­de am Sams­tag im zum gros­sen Fest­saal umge­bau­ten Forst­werk­hof vor viel Publi­kum gefei­ert. Vor dem Werk­hof brut­zel­ten auf offe­nem Feu­er 160 Kilo Schweins­bra­ten und dazu wur­de ein Fest­bier aus­ge­schenkt. Ins Fest inter­griert war das Later­nen­kon­zert der MG Muhen und der Neu­zu­zü­ger-Apé­ro der Gemein­de.

KF

Förster Urs Gsell zog die Zuhörer in seinen Bann | Der Landanzeiger

För­ster Urs Gsell zog die Zuhö­rer in sei­nen Bann

Das Mühe­ler Wald­fest war ein Publi­kums­ren­ner

Gertrud Jost war die OK-Präsidentin von «450 Jahre Wald Muhen» | Der Landanzeiger

Ger­trud Jost war die OK-Prä­si­den­tin von «450 Jah­re Wald Muhen»

Förster Urs Gsell zog die Zuhörer in seinen Bann | Der LandanzeigerEin eigenes Festbier wurde von der LägereBräu Baden gebraut, insgesamt 2000 Liter

Ein eige­nes Fest­bier wur­de von der Läge­re­Bräu Baden gebraut, ins­ge­samt 2000 Liter