Muss die Post auf jeder Hochzeit tanzen?

Von | 13. Sep­tem­ber 2018 | Gedanken

Inno­va­tion tut in der Regel jedem Unternehmen gut. Die Schweiz­erische Post ste­ht seit Jahren im Gegen­wind und pro­biert dage­gen zu hal­ten und sich nicht ver­we­hen zu lassen. Die Leute mit dem bekan­nten gel­ben Post­büch­lein ster­ben langsam aus und so sucht der gelbe Riese eben andere Ein­nah­me­quellen. Beispiel­sweise bei den Postau­tos, aber wie man heute weiss, ging das auch buch­stäblich «in die Hosen». Schon vor ger­aumer Zeit began­nen die Post­stellen mit einem kleinen Gemis­cht­waren­han­del im Schal­ter­bere­ich, was wohl auch nicht unbe­d­ingt das Ei des Colum­bus ist.

Der Lan­danzeiger ist im Gegen­satz zu anderen Medi­en der Post immer treu geblieben. Dies auch darum, weil ich per­sön­lich die Dien­stleis­tung der Briefträger sehr schätze. Die leis­ten doch täglich bei Wind und Wet­ter her­vor­ra­gende Arbeit. Für das, was oben in der Schaltzen­trale ges­teuert wird, kön­nen die guten Leute nichts. Die Post hat heute auch im Paket­bere­ich grosse Konkur­renz und sie wird wohl noch gröss­er. Aber im Geschäft­sleben ist es eben immer so, dass Konkur­renz gar nicht so schlecht ist. Wer keine Konkur­renz hat, der wird lethar­gisch. Die Post hat ja noch den grossen Vorteil, den Staat im Rück­en zu wis­sen und dieser lässt die Post wohl nie fall­en. 

Nun will die Post via Post­fi­nance auch im Finanzbere­ich stärk­er ein­steigen. Ger­ade das ist aber ein ganz heik­ler Punkt, weil eben der Bund hin­ter dem Unternehmen ste­ht und weil das mit Ser­vice pub­lic wohl gar nichts mehr zu tun hat. Die Post­fi­nance in Ehren – aber auf ein staatlich­es Finanzin­sti­tut hat nun wirk­lich nie­mand gewartet. Die Post­fi­nance hat zwar dur­chaus ihre Berech­ti­gung, aber man sollte es bei den bish­eri­gen Dien­stleis­tun­gen belassen.

Anson­sten kommt es wie bei den Zeitun­gen. Diese finanzieren sich zumin­d­est teil­weise durch Prospek­t­beila­gen. Ger­ade in diesem Bere­ich wer­den allerd­ings die Preise durch die Post förm­lich kaputt gemacht. Zudem existiert hier keine Konkur­renz mehr, da die Post vor ger­aumer Zeit auch die Direct Mail Com­pa­ny über­nom­men hat. Erstaunlich, dass die Wet­tbe­werb­skom­mis­sion offen­bar nichts davon mit­bekam. Aber eben – diese wird bekan­ntlich auch vom Bund ges­teuert! Heute ist es so, dass die Post eine Zeitung wie den Lan­danzeiger zu einem guten Preis verträgt und gle­ichzeit­ig Prospek­t­beila­gen zu Dump­ing­preisen verteilt. Wie war das doch noch Jahren? Da wollte die Post von den Prospek­ten nichts mehr wis­sen. Aber wie heisst es doch so schön: «In der Not frisst der Teufel auch Fliegen!»