Nebst mehr Fernwärme gibt es bald auch «grünen» Wasserstoff

Nebst mehr Fernwärme gibt es bald auch «grünen» Wasserstoff | Der Landanzeiger

Aus dem Geschäftsbericht 2021 des Gemeindeverbands für Kehrichtbeseitigung Region Aarau-Lenzburg (GEKAL) stechen zwei Zahlen hervor. Erstens konnte die Produktion von Fernwärme aus der Kehrichtverbrennung in der KVA Buchs gegenüber dem Vorjahr um 17.4 Prozent gesteigert werden. Letztes Jahr waren mit der Dampfleitung zur Mittelland Molkerei in Suhr und der Heizzentrale zur Speisung von Warmwasserleitungen zwei grosse Anlagen in Betrieb gegangen. Diese werden den Fernwärme-Absatz in den nächsten Jahren nochmals deutlich steigern. Davon zeugen die ersten Monate des laufenden Jahres, wie Geschäftsleiter Harald Wanger an der Abgeordnetenversammlung des Verbands in Unterentfelden aufzeigte: Gegenüber der Vorjahresperiode stieg die Fernwärmemenge von Januar bis Mai 2022 um 45.5 Prozent.

Zweitens wurde im Berichtsjahr ein um 26.7 Prozent besserer Erlös aus dem Stromverkauf erwirtschaftet. Dies ist bemerkenswert, zumal die Stromproduktion aufgrund des zunehmenden Bedarfs an Fernwärme zurückging (und weiter sinkt: 2022 um bisher 16 Prozent gegenüber Vorjahr). Der hohe Stromertrag ist einerseits den stark gestiegenen Strompreisen zu verdanken. Andererseits konnte der Eigenverbrauch erneut gesenkt werden, was den Anteil an verkauftem Strom vergrösserte. Die KVA Buchs ist eine der energieeffizientesten Kehrichtverwertungsanlagen der Schweiz. Sorgen macht der KVA Buchs, dass wegen des Ukraine-Kriegs die Chemikalien zur Luftreinhaltung knapp werden. «Noch haben wir keine Engpässe, aber die Preise für Natronlauge und Ammoniaklösung sind explodiert», sagt Wanger.

Hitachi baut Elektrolyseur
Aus Umweltsicht erfreulich ist hingegen ein Projekt, das Betriebsleiter Rolf Schumacher der Versammlung vorstellte. Auf dem Gelände der KVA Buchs wird künftig Wasserstoff produziert. Der schweizerisch-japanische Anlagenbauer Hitachi Zosen Inova baut einen sogenannten Elektrolyseur, der Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff umwandelt. Weil der hierfür benötigte Strom aus der KVA stammt, ist der Wasserstoff «grün». Insbesondere in der warmen Jahreszeit, wenn die solare Stromproduktion Überkapazitäten verursacht und die Einspeisetarife tief sind, lohnt es sich, den KVA-Strom selbst zu nutzen. Die ab 2023 geplante Jahresproduktion entspricht 10 bis 15 Gigawattstunden Strom.

Wasserstoff wird als technisches Gas für die Industrie oder als umweltfreundlicher Kraftstoff eingesetzt. Schumacher kann sich vorstellen, dass dereinst Kehrichtsammelfahrzeuge damit herumfahren werden: «Sie liefern den Abfall an und werden bei dieser Gelegenheit gleich auf der KVA betankt.»

Einige Wechsel im Vorstand
Mit der Abgeordnetenversammlung begann beim GEKAL eine neue Amtsperiode für den Vorstand. Einige Vorstandsmitglieder mussten ersetzt werden: Susanne Marclay-Merz durch Regina Wenk (Aarau), Walter Wyler durch Reto Fischer (Buchs), Thomas Baumann durch Daniel Rüetschi (Suhr), Ruedi Donat durch Roland Vogt (Wohlen) und Thomas Hofstetter durch Christian Brenner (Lenzburg, ab November). Die Versammlung nahm die entsprechenden Wahlen vor und genehmigte die Jahresrechnung 2021.


Geschäftsbericht 2021

Die wichtigsten Zahlen daraus (in Klammern der Vergleich mit 2020)

• Kehricht-Anliefermenge: 135’357 Tonnen (-1,2%)
• davon Haushaltkehricht: 37%
• Hauskehricht pro Einwohner/-in: 152 kg (2020: 153 kg, 2019: 150 kg)
• Fernwärmeproduktion: 77,6 Gigawattstunden (+17.4%)
• Stromproduktion: 91.3 GWh (-3,7%)
• Erlös aus Stromverkauf: 8.1 Mio. Fr. (+26,7%)
• Erfolgsrechnung: Umsatz 28,4 Mio. Franken, Gewinn 4,6 Mio. Franken

Hier geht es direkt zum Geschäftsbericht 2021.


Florian Semmler wird neuer Gemeindeschreiber

Florian Semmler wird neuer Gemeindeschreiber | Der Landanzeiger

Der Gemeinderat hat Florian Semmler zum Gemeindeschreiber von Oberentfelden ernannt. Der 27-jährige Florian Semmler arbeitet seit Frühling 2018 als Stellvertreter des Gemeindeschreibers bei der Oberentfelder Verwaltung. Er hat während dieser Zeit den CAS-Lehrgang öffentliches Gemeinwesen Fachkompetenz Gemeindeschreiber erfolgreich absolviert. Er löst per 1. September 2022 Dario Steinmann ab, der nach sechs Amtsjahren als Gemeindeschreiber und insgesamt elf Dienstjahren für die Gemeinde Oberentfelden nach Schöftland wechselt. Die durch die Beförderung von Florian Semmler frei werdende Stelle einer Stellvertreterin oder eines Stellvertreters des Gemeindeschreibers wird öffentlich ausgeschrieben.

Der Gemeinderat ist überzeugt, mit Florian Semmler einen geeigneten Nachfolger gewählt zu haben. Gemeinderat und Verwaltung freuen sich auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Gemeindeschreiber und wünschen ihm schon jetzt alles Gute und viel Befriedigung im neuen Amt

Aarauer Weihnachtsmarkt neu vergeben

Aarauer Weihnachtsmarkt neu vergeben | Der Landanzeiger

Der Weihnachtsmarkt 2022 findet vom 17. November bis zum 23. Dezember 2022 statt und bietet ein Erlebnis für unterschiedliche Zielgruppen. Das neuartige Konzept erstreckt sich über die Standorte Schlossplatz, Markthalle und Umgebung und Kirchplatz. Nach der vorgesehenen Sanierung findet der Weihnachtsmarkt ab 2023 zusätzlich auf dem Maienzugplatz statt. Weitere Standorte, wie der Kasinogarten und der Graben, werden ebenfalls zur Ergänzung des Angebotes geprüft.

Im Juni 2021 hat der Stadtrat die Organisation des Weihnachtsmarktes ab 2022 ausgeschrieben. Der mehrstufige Prozess erfolgte in Zusammenarbeit mit Aarau Standortförderung, unter der Leitung der City-Managerin. Eine dafür eingesetzte Jury entschied sich zwischen den sechs eingereichten Konzepten für das Projekt «Lieblingsstück» der Firma Pointbreak Events GmbH aus Zürich. Das Konzept überzeugt aufgrund des guten Zusammenspiels zwischen Regionalität, Qualität, Umweltbewusstsein, Einzigartigkeit und Trend bewusstsein. Bestehende Angebote lassen sich zudem gut ins neue Konzept integrieren.

Die Büros der Betreiber sind, nach der Zusage der Organisation des Weihnachtsmarktes, nun Teil einer Zwischennutzung an der Rathausgasse 20.

Viele lobende Worte für den Aargauer Wald

Viele lobende Worte für den Aargauer Wald | Der Landanzeiger

In Gedichtform, untermalt mit Bildern, blickte Wald-Aargau-Präsidentin Vreni Friker (Oberentfelden) auf die ersten 100 Jahren des Verbandes zurück. Sie wagte aber auch einen Ausblick in die Zukunft und schloss die Eröffnung der Versammlung mit den Worten: «Mitti August, jo das isch klar, as Waldfäscht chömed ihr in Schar’. Unterentfelde – eues Ziel, wo me sich trifft im grosse Stil! Bis bald, im Wald!»

Frau Gemeindeammann Katrin Burgherr begrüsste die Gäste und Mitglieder im Widenmoos und gab nebst einem Einblick in die Gemeinde auch ihre Überlegungen für den Alleingang statt der Grossfusion ihres Forstbetriebs preis. Grossratspräsidentin Elisabeth Burgener (SP), selbst Waldbesitzerin, dankte dem Verband für die klaren politischen Positionen und die Bereitschaft für gute Lösungen. Regierungsrat Stephan Attiger dankt für die Leistungen der Waldeigentümer in den vergangen 100 Jahren. Attiger freut sich schon heute auf die Waldtage und die Begegnung mit den Schülern im Wald, aber auch dem Holzerwettkampf und den Feierlichkeiten Mitte August in Unterentfelden. Kaspar Reutimann, Zentralvorstand Waldschweiz überbrachte die Glückwünsche des Dachverbands der Waldeigentümer. Christoph Schmid, Präsident des Aargauischen Försterbands, brachte sinnbildlich für 100 Jahre Wald Aargau eine 100-jährige Stammscheibe mit. Schmid dankte für die beispiellose und einzigartige Zusammenarbeit zwischen dem Försterverband als Arbeitnehmerverband und WaldAargau als Arbeitgeberverband und auch Reiner Klöti, Präsident von Jagd Aargau, überbrachte Dank. Alle Rednerinnen und Redner erhielten eine junge Rotbuche als Dank und den Auftrag, diese an einem sinnvollen Ort zu pflanzen und ihr Sorge zu tragen.

Bevors zum feierlichen Nachtessen ging, wurden die statuarischen Geschäfte abgewickelt und alle angenommen. Der Vorstand unter der Leitung von Vreni Friker wurde einstimmig für die nächsten vier Jahre wiedergewählt. Mit Vizepräsident Kurt Steck und Urs Huber traten zwei Vorstandsmitglieder zurück, die lange im Verband mitarbeiteten. Sie werden durch die Förster Andreas Bühler und Matthias Bruder ersetzt. Steck lobte zum Abschluss die Zusammenarbeit mit der Präsidentin und dem Vorstand und sagt: «Wald Aargau kann sich keine bessere Präsidentin wünschen, die die nächsten 100 Jahre des Verbandes in Angriff nimmt.»


Aargauer Waldtage

Die Aargauer Waldtage finden vom 15. bis am 21. August in Unterentfelden statt. Von Montag bis Freitag stehen den angemeldeten Schulklassen über 30 interessante Posten zu den Themen Wald und Holz zur Verfügung. Lehrpersonen können ihre Schulkasse über www.waldganznaherleben.ch anmelden. Vom 19. bis am 21. August findet das grosse Waldfest mit Konzerten, Behörden- und Holzerwettkampf, aber auch einem festlichen Teil für alle statt. Der Eintritt ist frei.


Die «Aufrichti» mit einem Fest gefeiert

Die «Aufrichti» mit einem Fest gefeiert | Der Landanzeiger

Die Bauarbeiten für den Neubau «Bahnhof Süd» schreiten zügig voran. Zwischen Bahn und Strasse ist der Westtrakt bereits aufgerichtet und auch im Osttrakt ist man über dem Erdgeschoss angelangt. «Alle beteiligten Firmen mit all ihren Mitarbeitern verdienen grosse Anerkennung für die geleistete Arbeit. Im Namen vom Totalunternehmen danke ich ganz herzlich für die Arbeit», sagt Hans Setz, Mitglied der Geschäftsleitung und VR-Delegierter der Gross AG. Als Dank wurde am vergangenen Donnerstag die «Aufrichti» mit einem Fest gefeiert.

Ein Gebäude für 100 Jahre
«Vor ziemlich genau zwei Jahren hat der Bagger mit seiner Schaufel das Dach des alten Bahnhofs abgerissen und damit begonnen das Gebäude abzubrechen. Das hat schon etwas weh getan. Denn der Bahnhof hat es fast 100 Jahre lang gegeben», blickt Mathias Grünenfelder, stellvertretender CEO der AVA und Baukommissionspräsident zurück. «Ob dann auch dieser Bahnhof 100-jährig wird, das müssen dann andere schauen. Aber ich hoffe natürlich, dass so solid gebaut wurde, dass man auch in 100 Jahren noch Freude am Gebäude haben wird.» Für Aargau Verkehr ist der Neubau von grosser Bedeutung. Denn im Osttrakt entsteht ihr neuer Hauptsitz. In den Obergeschossen befinden sich neben den Büroräumen für die Direktion auch Mietwohnungen. Der Westtrakt ist der Gebäudeteil der Metro Immobilien AG. Er bietet im Untergeschoss Platz für Verkaufsläden. In den Obergeschossen werden ebenfalls Räumlichkeiten für Büro und Wohnraum erstellt. Zusätzlich wird hier die Schule «H+ Bildung» ihren neuen Standort finden.

Hans Setz sagte zum Schluss seiner Rede an der «Aufrichte»: «Ich wünsche weiterhin gutes Gelingen und dass wir weiterhin von Unfällen verschont bleiben.» Bis Ende 2022 sollte der Westtrakt weitgehend fertiggestellt sein. Bis Ende 2023 soll dann auch der Osttrakt fertig sein. Die Erstvermietungen der Wohnungen im Westtrakt sind gestartet.

Hoher Besuch auf dem Zelgenhof der Familie Häfliger

Hoher Besuch auf dem Zelgenhof der Familie Häfliger | Der Landanzeiger

Elija wollte als erstes zu den Eichelschweinen. Die dösten zufrieden vor dem Zelgenhof sicher eingepfercht im Schatten von alten Nussbäumen. Derweil schüttelten seine Eltern als Ehrengäste viele Hände. Denn Elijas Mamma Irène Kälin ist Nationalratspräsidentin und sein Papa Werner de Schepper ist als ehemaliger Blick-Chef auch nicht minder prominent.

Etwas später begrüsste Martin Rufer die anwesenden Gäste und Sponsoren. Der Direktor des Schweizerischen Bauernverbandes tat dies im Rahmen des dritten schweizweiten «Tages der offenen Hoftüren», welcher zum Ziel hat, die Tore zur nichtbäuerlichen Bevölkerung zu öffnen und den gegenseitigen Austausch zu fördern. «Basiskommunikation zwischen Stadt und Land» nennt es Rufer, und weiter: «Tierwohl, Ökologie, Lebensmittelsicherheit und beste Lebensmittelqualität sind das Ziel unserer Arbeit.»

Dass beim Ehrengast diesbezüglich keine «Basiskommunikation» mehr nötig war, bewies Irène Kälin in ihrer kurzen und prägnanten Rede. «Schon als Kind durfte ich auf einem Bauernhof eine Kuh melken und merkte dann sehr schnell, dass diese Milch anders schmeckt als jene, die aus der Migros kommt. Leider hat nicht jedes Kind diese Möglichkeit». Irène Kälin hat als 16-Jährige ein Landwirtschafts-Praktikum absolviert, wie sie erzählte. «Von daher weiss ich, dass die Bauernhof-Tore eigentlich jeden Tag offen sind.» Als Grüne würde sie sich noch mehr Ökologie und Tierschutz wünschen, betonte die Aargauer Nationalrätin, die ihre Rede beim neuen Hofladen des Zelgenhofs hielt, der am Sonntag eröffnet wurde.

Denis Häfliger lud die Ehrengäste zum Hofrundgang und dabei zeigte sich, dass die ganze Familie, also seine Lebenspartnerin Vanessa Plüss und die Eltern Hansruedi und Susanne Häfliger, mit viel Herzblut 365 Tage pro Jahr für ihre Tiere und Produkte im Einsatz sind. Mit einem langen Applaus wurde diese Arbeit wertgeschätzt.

Die Natur braucht unsere volle Unterstützung

Die Natur braucht unsere volle Unterstützung | Der Landanzeiger

Es kreucht und fleucht, zirpt und zwitschert, gedeiht und blüht heute wieder im Feuchtgebiet in Uerkheim. Vor zwölf Jahren sah es hier noch ganz anders aus. Damals wurde zwischen Bottenwil und dem Uerkenweiher das Bett der Uerke aufgeweitet. Im Rahmen der Renaturierung wurden zusätzlich Tümpel geschaffen und Drainagen entfernt, um die Wiedervernässung der Wiese zwischen dem Wald und der Uerke zu fördern. «Wir haben hier ein gutes Beispiel dafür, wie wir uns die Umsetzung der Initiative vorstellen», erklärt Matthias Betsche, der Geschäftsführer von Pro Natura Aargau.

Der Naturschutzverein hat zusammen mit dem Aargauischen Fischereiverband, Bird Life Aargau, dem WWF und dem Landschaftsschutzverband Hallwilersee die Gewässer-Initiative lanciert. «Der Kanton ist mit einer Studie zum Schluss gekommen, dass die bestehenden Feuchtgebiete nicht ausreichen, um die Biodiversität zu schützen», sagt Matthias Betsche. «Mit anderen Worten: Aktuell sterben trotz Schutzbemühungen lokale Tier- und Pflanzenarten aus.»

Laut der kantonalen Studie müssen rund 1000 Hektaren neue Feuchtgebietsflächen geschaffen werden. Die Gewässer-Initiative gibt Kanton und Gemeinden den Auftrag, diese erforderlichen Flächen zu schaffen. In den letzten 100 Jahren sind 90 Prozent der ursprünglichen Feuchtgebiete des Kantons Aargau durch Entwässerung und Urbarmachung verschwunden. «Das entspricht 14’000 Hektaren, also möchten wir nur einen Bruchteil davon wieder für die Natur aufwerten. Das sollte doch möglich sein», sagt Matthias Betsche. Er ergänzt: «Es besteht dringender Handlungsbedarf. Das zeigt sich am Beispiel, dass im Aargau nur noch an wenigen Orten gewisse Fischarten wie die Nase oder Vögel wie Kiebitze, Zwergdommeln und Bekassinen vorkommen.»

Amphibien sind auf Lebensräume angewiesen
In diesem Moment zischt ein Eisvogel über die Uerke. Ein Feuchtgebiet bildet für viele Tierarten einen Lebensraum. Sogar der Biber ist hier zuhause; ein angenagter Baumstamm ist Zeuge. «Die Renaturierung der Uerke war auch für Fische und die Amphibien hier von grosser Bedeutung», sagt Ulysses Witzig, Geschäftsführer von Creanatira, einem Tochterunternehmen von Pro Natura Aargau. Die Amphibien haben von der renaturierten Uerke, der wiedervernässten Feuchtwiese und den Tümpeln profitiert. «Für Amphibien ist es wichtig, dass Wasser- und Landlebensräume vernetzt sind, da sie im Laufe des Jahres beide brauchen», sagt Witzig und zeigt auf das Seggengras in der Wiese – ein klares Indiz dafür, dass die Stelle feucht ist. Zwischen dem Ufergehölz der Uerke, wo Dornensträucher wie zum Beispiel Kreuzdorn zusätzlich angepflanzt wurden, und dem Waldrand liegt eine saftige Wiese. Hier finden Mutterkühe geeignetes Futter.

Über die Hälfte ist Biodiversitätsförderfläche
Das Land hier bewirtschaftet Georg Dällenbach, ein Bio-Landwirt. «Viele Berufskollegen bezeichnen mich als ‹Blüemli-Puur›», sagt er und lacht. Für Dällenbach ist die Erhaltung und Förderung der Artenvielfalt ein wichtiger Aspekt seiner Tätigkeit und ein Standbein seines Betriebs. Er hat mit dem Kanton einen Vertrag zur Biodiversitätsförderung abgeschlossen. Darin sind bestimmte Bewirtschaftungsmassnahmen definiert. Wenn er sie einhält, erhält Dällenbach Direktzahlungen vom Staat.

Insgesamt ist über die Hälfte des von ihm bewirtschafteten Landes Biodiversitätsförderfläche – ein Anteil, der weit über dem staatlich vorgeschriebenen Minimalwert liegt, wie Ulysses Witzig bemerkt. Im Herbst wird das Gebiet eingezäunt und die Kühe von Dällenbachs Hof weiden hier. Ihr Mist dient den Pflanzen und Lebewesen vor Ort wiederum als eine Lebensgrundlage, ein kleinräumiger Kreislauf entsteht.

Mit der Gewässer-Initiative sollen weitere naturnahe Feuchtgebiete für einen besseren Schutz des Lebensraumes Wasser und für mehr Biodiversität sorgen. Mehr revitalisierte Gewässer sollen die ökologischen Folgen intensiv genutzter Flächen besser kompensieren. Zudem stellen revitalisierte Gewässer und intakte Feuchtgebiete einen besseren Hochwasserschutz dar. Matthias Betsche ist zuversichtlich, dass Pro Natura Aargau die nötigen Unterschriften bald zusammen bringt, um an der Urne über die Initiative abstimmen zu können.

Alterszentrum Suhrhard überarbeitet Strategie

Alterszentrum Suhrhard überarbeitet Strategie | Der Landanzeiger

Der Hauptschwerpunkt liegt auf der Weiterentwicklung der Versorgungskette für Wohnen und Leben im Alter (Alterswohnungen, Wohnen mit Basisdienstleistungen, Betreutes Wohnen PLUS, Stationäre Langzeitpflege), schreiben die Verantwortlichen des Alterszentrums Suhrhard (AZS) in Buchs, in einer Mitteilung. Als wesentlicher Schritt wird bis Herbst 2024 der Neubau für das Betreute Wohnen PLUS mit 32 Wohnungen realisiert und in Betrieb genommen. Ab 2024 erfolgt die Planung des Ersatzbaus für die Alterssiedlung, damit das Angebot Wohnen mit Basisdienstleistungen auch langfristig angeboten werden kann. Eine Sanierung des bestehenden Gebäudes wäre mit zu hohen Kosten verbunden und deshalb nicht wirtschaftlich, heisst es im Schreiben weiter.

Die Ortsbürgergemeinde prüft die Realisierung von Alterswohnungen auf dem Suhrhardareal. Mit der Schaffung der Alterswohnungen wäre die Versorgungskette für ältere Menschen in Buchs durchgängig.

Will attraktiv bleiben
Das Alterszentrum Suhrhard kann seinen Auftrag für die Bevölkerung nur erfüllen, wenn es über genügend gut ausgebildetes Personal verfügt und die Fluktuation möglichst tief ist. Verwaltungsrat und Geschäftsleitung wollen deshalb die Attraktivität des AZS als Arbeitgeber weiter stärken. Dazu sollen das Lohnsystem, die Weiterbildungsmöglichkeiten, Arbeitszeiten und die weiteren Anstellungsbedingen überprüft und noch besser auf die Bedürfnisse der aktuellen und künftigen Generationen ausgerichtet werden.

Weitere Schwerpunkte der aktualisierten Strategie sind die Betreuung von älteren Menschen mit demenziellen Erkrankungen sowie die Teilnahme an der Intensivierung der regionalen Zusammenarbeit im stationären und ambulanten Pflegebereich.

www.alterszentrum-suhrhard.ch

Maienzug 2022: Einer wie (fast) immer

Maienzug 2022: Einer wie (fast) immer | Der Landanzeiger

Am 1. Juli wird es keinen Maienzug mit grossen Veränderungen geben. «Nach zwei Jahren ohne, freut sich der Stadtrat und die Maienzugskommission auf einen Maienzug der traditionell und eigentlich wie immer ablaufen soll», sagt Silvia Dell’Aquila am Maienzug-Probeessen mit den Kommissionsmitgliedern. Für sie ist es der erste Maienzug als Stadträtin und Kommissionspräsidentin.

Aber auch für den «Schützen» wird der Maienzug 2022 der erste sein, bei dem er die 4000 Teilnehmenden am Bankett verköstigen wird. «Dass wir den Schützen fürs Bankett gewinnen konnten, ist ein grosses Geschenk für uns und für alle Bankett-Teilnehmenden», sagt Simone Balmer von der Maienzugskommission. Auch beim Bankett-Menu hat man sich entschieden traditionell zu bleiben, aber moderner und frischer zu werden. Rüeblisalat, zum Hauptgang Poulet-Geschnetzeltes mit Kartoffelstock oder ein Gemüsestrudel, zum Dessert ein Zitronenkuchen von Leutwiler’s – so sieht das Menu aus. Während das Fleischmenü glutenfrei ist, ist die fleischlose Variante auch vegan und laktosefrei. Das Fleischmenü wird auch in diesem Jahr direkt an den Tischen verteilt, den Gemüsestrudel gibt es an den verschiedenen Abholstationen.

Der Stadtrat ermuntert aber auch Restaurants oder in den Quartieren Bankett-ähnliche Veranstaltungen anzubieten. Alle Alternativ-Angebote sollen auf www.aarau.ch aufgeschaltet werden. Als weitere Ergänzung gibt es beim Maienzugplatz auch ein Street Food mit einem vielfältigen Speise- und Getränkeangebot.

Bankettkarten werden online gekauft
Die Bankett-Karten können ab Montag, 13. Juni online unter www.aarau.ch gekauft werden und werden dann per Mail verschickt. Es stehen wie immer Schön- und Schlechtwetterkarten zum Verkauf bereit. Bei schlechtem Wetter besteht für die Schönwetter-Einzelkarte ein Rückgaberecht. Die Preise im Vorverkauf betragen: Bankett Schanz (bzw. Sporthalle bei schlechter Witterung) 40 Franken, Familienbankett Untere Schanz für Erwachsene 25 Franken, Familienbankett Untere Schanz für Kinder 13 Franken. Die Karten an der Tageskasse sind je 10 Franken teurer.

Ausnahmsweise keine Kanonenschüsse
Nicht nur beim Essen wird Rücksicht genommen, auch beim Fest selbst. So haben sich Stadtrat und Maienzugskommission dafür entschieden, aus Solidarität und Rücksicht auf die Flüchtenden aus der Ukraine, in diesem Jahr ausnahmsweise auf die Kanonenschüsse zu verzichten. Dafür sollen am Freitagmorgen um 7 Uhr die Kirchenglocken ertönen. «Es ist nicht so, dass wir die Kanonenschüsse abschaffen wollen, aber in diesem Jahr hätten wir sie für unpassend gehalten», stellt Silvia Dell’Aquila klar. Im Jahr darauf werden dann wieder die Kanonenschüsse der Auftakt zum Maienzug sein.

Was in diesem Jahr ebenfalls anders sein wird, ist das Nachmittagsprogramm für die Schülerinnen und Schüler. Statt am Freitagnachmittag findet das Nachmittagsprogramm am Donnerstag an den Schulen selbst statt. Am Freitagnachmittag wird es ein freiwilliges Angebot geben. Für die Schülerinnen und Schüler der 1. bis 4. Klasse gibt es im KUK das Theaterstück «Die unendliche Geschichte» zu sehen, im Kino Ideal wird für die Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klasse der Film «Minions: The Rise Of Gru» gezeigt. Eine Anmeldung ist jeweils erforderlich.

Weitere Informationnen zum Maienzug 2022 gibt es auf der Website der Stadt www.aarau.ch.

Rekordergebnis und Stabsübergabe

Rekordergebnis und Stabsübergabe | Der Landanzeiger

Mit Ralph Bürge wählten die Aktionärsgemeinden einen ausgewiesenen Fachmann und erfolgreichen Institutionsleiter als neuen Verwaltungsratspräsidenten. Er übernimmt das Amt von Uwe Matthiessen, der nach vier Jahren aus dem Verwaltungsrat ausscheidet. Zudem nehmen Marliese Loosli, Gemeindeammann Schmiedrued, und Lorenz Uebelhart aus Moosleerau neu Einsitz im Verwaltungsrat. Sie ersetzen die abtretenden Mitglieder Pascal Gregor und Daniel Brunner. Die übrigen zwei Mitglieder wurden im Amt bestätigt.

Uwe Matthiessen, der das Zentrum in den vergangenen vier Jahren gemeinsam mit Geschäftsführerin Bernadette Flükiger auf erfolgreichen Kurs gebracht hat, wurde mit warmen Worten und einem herzlichen Dank verabschiedet. Er wünschte seinem Nachfolger viel Erfolg und Energie und überreichte ihm dafür symbolisch einen Energieriegel. «Zuerst will ich mich in die neue Aufgabe einarbeiten und die Menschen kennenlernen, die das Zentrum prägen», sagt Ralph Bürge. «Dann wird mir meine Erfahrung als Institutionsleiter und Kommissionsmitglied in der Gesundheitsbranche helfen, das Unternehmen inmitten neuer Herausforderungen zu positionieren.»

Erfolgreicher Geschäftsgang
Der würdige Umgang mit den Bewohnenden ist das Ziel aller, die für das Suhrental Alterszentrum arbeiten. Zugleich soll der Betrieb finanziell gesund und nachhaltig aufgestellt sein. Vielerlei Corona-Nachwehen betreffen die pflegenden Berufe. Rekrutierungsprobleme gehören dazu, Lieferengpässen, gestiegene Preise, hohe Personalfluktuation und eine Immobilie, die dringend saniert werden sollte.

Der abtretende Verwaltungsratspräsident Uwe Matthiessen formuliert es so: «Dank Augenmass und Eigenverantwortung blieb das Haus stets offen, und die Vorgaben seitens Bund und Kanton zum Schutz vulnerabler Personen konnten eingehalten werden.» Der verdiente Lohn ist eine hohe Zufriedenheit der Bewohnenden, eine hohe Motivation unter Mitarbeitenden und ein mehr als solides Finanzergebnis. Dieses ist vor allem einer hohen Bettenbelegung geschuldet, ein Verdienst der Geschäftsführung unter Bernadette Flükiger sowie der guten Zusammenarbeit zwischen ihr und dem Verwaltungsrat.

«Wir konnten dank der flexiblen Aufnahme von Feriengästen eine Belegung von 97 Prozent erreichen», sagt Bernadette Flükiger. «Die Bedürfnisse der Bewohnenden steigen, daher drängen sich bauliche Verbesserungen auf, wenn die Institution konkurrenzfähig bleiben will.» Eingeholte architektonische Expertisen sehen als optimale Lösung einen Neubau vor.

Ertrag über den Erwartungen
Im Berichtsjahr konnte die einstige Geschützte Wohngemeinschaft erfolgreich verkauft werden. Der Erlös übertraf die Erwartungen. Ausserdem forderte das Jahr 2021 abermals Neuerungen im IT-Bereich. Ferner wurde der Bereich Qualitätsmanagement genauer unter die Lupe genommen. Beide Tätigkeitsfelder zeigen, dass ein Betrieb unter besten Bedingungen sichergestellt ist. Dies bescheinigen auch die kantonalen Kontrollorgane

Ein Einheimischer: Dario Steinmann wird neuer Verwaltungsleiter

Ein Einheimischer: Dario Steinmann wird neuer Verwaltungsleiter | Der Landanzeiger

«Die sofortige Suche nach einem Nachfolger von Schöftlands Gemeindeschreiber und Verwaltungsleiter Michael Urben stiess auf grosses Interesse», sagt ein glücklicher Gemeindeammann Thomas Buchschacher. «Wir konnten aus mehreren sehr gut ausgebildeten Fachkräften aussuchen, welche über umfassende Berufs- und Führungserfahrung verfügen.»

Mit Dario Steinmann (35) fiel die Wahl auf einen Einheimischen. Er wohnt mit seiner Familie (verheiratet, zwei Kinder) nun zwar in Staffelbach, ist aber in Schöftland aufgewachsen und hat 31 Jahre in der Gemeinde gelebt. Mit der Region ist er sehr gut verankert und bestens vernetzt. Dario Steinmann war bis dato elf Jahre in der Gemeinde Oberentfelden in verschiedenen Funktionen tätig, während den letzten sechs Jahren auch dort als Verwaltungsleiter und Gemeindeschreiber.

«Dario Steinmann verfügt über langjährige Verwaltungs-, Führungs- und Managementerfahrung, welche er in der Gemeinde Schöftland in verschiedenen Bereichen gewinnbringend einsetzen wird», freut sich Gemeindeammann Thomas Buchschacher. Der Stellenantritt erfolgt per 1. September 2022. «In enger Zusammenarbeit mit dem heutigen Stelleninhaber Michael Urben, der nach Uerkheim wechselt, werden zurzeit die Modalitäten der Einarbeitungs- und Übergabephase sowie die Abschlussarbeiten der aktuell noch laufenden Geschäfte besprochen.» Die Bevölkerung wird zu gegebener Zeit über den Ablöseprozess informiert.

Der Gemeinderat dankt der Bevölkerung an dieser Stelle für das entgegengebrachte Vertrauen und die Unterstützung. Er ist überzeugt, dass mit der Wahl von Dario Steinmann die bestmögliche Grundlage geschaffen wurde, um die Gemeinde Schöftland mit einer konstanten und fachlich einwandfreien, pflichtbewussten und innovativen Führung, in eine gewinnbringende Zukunft zu führen. Der Gemeinderat und das ganze Team der Gemeindeverwaltung freuen sich schon heute auf die künftige Zusammenarbeit und wünschen Dario Steinmann einen guten Abschluss an seinem momentanen Arbeitsort und heissen ihn bereits jetzt in Schöftland herzlich willkommen.

Alte Wasserspritzen aus dem Magazin geholt

Alte Wasserspritzen aus dem Magazin geholt | Der Landanzeiger

1898 erbaut, wurde das alte Kirchleerauer Spritzenhaus an der Dorfstrasse 46 mit einer Ausstellungsfläche von 80 Quadratmetern über vier Jahre aufwendig restauriert. Bis Ende des Jahres soll auch das Obergeschoss zu Ausstellungszwecken hergerichtet sein. Alte Feuerwehrutensilien, Uniformen, Helme und andere Gerätschaften wandern nach oben. Für die grossen Ausstellungsstücke ist dann mehr Platz im Magazin. Bis 1976 erfüllte es seinen ursprünglichen Zweck, jetzt ist das «Alte Sprützehus» der Stolz der Leerber Feuerwehr-Oldies.

Gern führten Adrian Huwiler und Gérald Magnin die drei Meter lange Klappleiter einer Flughafenfeuerwehr vor oder erklärten den Gebrauch tragbarer Handdruckspritzen auch dem jüngsten Feuerwehrnachwuchs, Wasser zieht Kinder magisch an. Magisch angezogen wurde auch der Feuerwehrverein Safenwil. Mit ihrem feuerroten Prunkstück, einem achtplätzigen Packard, Baujahr 1928, der im Jahr 1949 zu einem Einsatzfahrzeug umgebaut wurde, fuhren sie ohne «tatü-tata» vor. Der Austausch unter den Feuerwehr-Oldies ist wichtig, denn ein benötigtes Ersatzteil könnte beim benachbarten Verein nutzlos herumliegen. Wie bei Einsätzen zu früheren Zeiten auch, hilft man sich gegenseitig aus. Dass gemeinsam die Kirchleerauer Handdruckspritze von 1875 betätigt wurde, versteht sich von selbst. Die Moosleerauer aus dem Jahr 1888 war am anderen Tag dran. Von Zeit zu Zeit müssen sie benutzt werden, um ihre Funktionstüchtigkeit zu erhalten.

Interessierte Gruppen können sich zur Besichtigung des Museums unter oldis@feuerwehr-leerau.ch bei den «Museumswächtern» melden.

9000 Schüler mehr als vor neun Jahren

9000 Schüler mehr als vor neun Jahren | Der Landanzeiger

Am 15. September 2021 zählte die öffentliche Volksschule im Kanton Aargau 79’136 Schülerinnen und Schüler. Sie wurden von 9114 Lehrpersonen (5841 Vollzeitäquivalenten) in 4204 Abteilungen unterrichtet. Dies zeigt die aktuelle Statistik der Lernenden und Lehrpersonen von Statistik Aargau. Per Stichtag verfügten 198 der 210 Gemeinden über eine eigene Primarschule. In 2189 Abteilungen wurde insgesamt 42’272 Kindern der Lehrstoff der 1. bis 6. Klasse vermittelt. Die Grösse der Primarschulstandorte schwankt zwischen 18 und 1209 Lernenden. In den Primarschulen unterrichteten 4’855 Lehrpersonen: 4132 Frauen und 723 Männer; 1435 Vollzeitbeschäftige und 3420 Teilzeitbeschäftigte. 834 Lehrpersonen waren jünger als 30 und 1243 älter als 55 Jahre alt.

Abteilungen werden grösser
Die durchschnittliche Abteilungsgrösse in der Primarschule ist seit 2012 von 18,3 auf 19,3 Lernende angestiegen. Damit wird pro Primarschulabteilung heute im Mittel ein Kind mehr unterrichtet als noch vor neun Jahren. Das Betreuungsverhältnis (Lernende pro Vollzeitäquivalent) ist in derselben Zeitspanne leicht zurückgegangen und liegt aktuell bei 13,9 Lernenden pro Vollzeitäquivalent.

1818 Primarschulabteilungen werden einklassig geführt, 371 Abteilungen mehrklassig. Das altersdurchmischte Unterrichten findet hauptsächlich in den kleineren Schulen statt, die mit dieser Unterrichtsform ihre Abteilungsgrössen besser steuern können. 64,3 Prozent der Abteilungen an Schulen mit weniger als 100 Lernenden sind mehrklassig. Bei Schulen mit mehr als 400 Lernenden liegt der entsprechende Anteil bei 5,3 Prozent.

Teilzeitarbeit ist bei den Lehrpersonen der Volksschule, der Mittelschule und der Berufsfachschule beliebt. Der durchschnittliche Beschäftigungsgrad liegt in der Volksschule bei 66,8 Prozent, in der Mittelschule bei 62,3 Prozent und in der Berufsfachschule bei 58,9 Prozent.

Weibliche Lehrpersonen arbeiten vorzugsweise Teilzeit, doch auch bei den männlichen Kollegen stösst diese Arbeitsform auf eine grosse Nachfrage. Während 74,8 Prozent der Lehrerinnen an der Volksschule Teilzeit arbeiten, sind es bei den Lehrern mit 54,2 Prozent ebenfalls mehr als die Hälfte. 74,5 Prozent aller Lehrpersonen an Mittelschulen arbeiten Teilzeit. Dabei sind 87,1 Prozent aller Frauen und 64,9 Prozent aller Männer mit einem Pensum angestellt, das weniger als 90 Prozent eines Vollpensums ausmacht.

Testlauf verzögert sich

Testlauf verzögert sich | Der Landanzeiger

Auf der Bahnhofstrasse in Aarau fahren Busse, Velos, motorisierter Individualverkehr sowie viele Fussgängerinnen und Fussgänger wollen die Strasse zwischen Bahnhof und Altstadt queren. Die Bahnhofstrasse ist eine Kantonsstrasse im Innerort, wo Tempo 50 gilt, was aber auf dem Abschnitt aufgrund der hohen Verkehrsdichte kaum gefahren werden kann. Die Bahnhofstrasse muss saniert werden, deshalb suchen die Stadt Aarau und der Kanton gemeinsam nach Lösungen. Dabei soll der Verkehrsablauf für alle verbessert, der Stadtraum attraktiver werden und das Miteinander der Verkehrsteilnehmenden gefördert werden.

Der Testlauf beinhaltet eine Vielzahl aufeinander abgestimmter Massnahmen. Mit dem Motto «Mitenand statt Gägenand» soll die Koexistenz aller Verkehrsteilnehmenden gelebt werden: Weniger Regulierungen, mehr Rücksichtnahme sowie Eigenverantwortung und damit ein besserer Verkehrsablauf und mehr Aufenthaltsqualität. Der innovative Lösungsansatz der Koexistenz aller Verkehrsteilnehmenden funktioniert nur, wenn alle Einzelmassnahmen zum Tragen kommen. Dieses Miteinander auf der Bahnhofstrasse wird in einem zeitlich beschränken Testlauf in zwei Phasen getestet. Der Testlauf beinhaltet Tempo 30, die Aufhebung der Fussgängerstreifen, einen Mehrzweckstreifen in der Mitte der Strasse, Anpassungen an der Kasinostrasse, Trottoirüberfahrten und Velostreifen.

Gegen diese Massnahmen sind im März 2022 drei Einsprachen eingegangen, wovon eine mit einer Beschwerde gegen den erstinstanzlichen Entscheid weitergezogen wurde. Die Beschwerde wird nun vom Rechtsdienst Regierungsrat bearbeitet. Entsprechend verzögert sich der Testlauf auf der Bahnhofstrasse. Stand heute gibt es noch keinen neuen Terminplan für den Start des Testlaufs «Mitenand statt Gägenand».

Weitere Infos zum Projekt gibt es auf www.ag.ch/bahnhofstrasseaarau.

Positive Blicke in Richtung Zukunft

Positive Blicke in Richtung Zukunft | Der Landanzeiger

Bereits seit einiger Zeit bietet das Alterszentrum einen Mahlzeitendienst an, der sich zunehmend grösserer Beliebtheit erfreut. «Zu jeder Mahlzeit gehören Gemüse, Proteine und Kohlenhydrate. Tagessuppe und Salat sind immer dabei, ein Dessert gibt es zweimal pro Woche», erklärt die Küchenchefin Barbara Bärtschi. Die am Vortag produzierten Mahlzeiten werden frisch regeneriert und in Warmhalteboxen ausgeliefert. Seniorinnen und Senioren können sich so auch Zuhause gesund und abwechslungsreich ernähren. Sonderwünsche und Diätvorgaben können dabei berücksichtig werden.

Entlastung für Angehörige
Während der Mahlzeitendienst bereits gut etabliert ist, wurde die neuste Dienstleistung «Tages- und Nachtstruktur» erst vor einigen Wochen gestartet. Trotz unterstützenden Dienst leistungen wie Spitex können Angehörige von Zuhause betreuten pflegebedürftigen und dementen Personen an ihre Belastungsgrenzen stossen. Nun wurde vom AZS die Möglichkeit geschaffen, die Pflege und Betreuung halbtags oder ganztägig an das Alterszentrum zu übergeben. «Dabei ist wichtig: Der zu pflegende Mensch wird nicht abgeschoben, unser Angebot soll einfach eine punktuelle Entlastung der pflegenden Person sein. Und sie soll wissen, dass sie dabei kein schlechtes Gewissen zu haben braucht», betont Sebastian Lagger, Leitung Pflege und Betreuung.

Neben diesen neuen Dienstleistungen und Erfolgen beschäftigen sich Vorstand und Geschäftsleitung intensiv mit den finanziellen Folgen, die aus der langen Pandemiezeit resultierten. Die Führung des Alterszentrums hat während der ganzen Pandemie versucht, das Leben und das Zusammenleben zwischen Bewohnern und Angehörigen mit möglichst wenigen Einschränkungen zu gestalten. Ausser in der ersten Welle waren die so wichtigen Besuche von Freunden und Familie jederzeit möglich. Allerdings führte die allgemeine Angst vor Isolation und Besuchseinschränkungen bei allen Pflegeeinrichtungen zu tieferen Auslastungen der Betten und zu massiven Ertragsausfällen. Im Gegensatz zu anderen Branchen erhielt das AZS keine Härtefallentschädigung resp. nur für die Cafeteria und eine geringe Kurzarbeitsentschädigung in der Pflege. Vorstand und Geschäftsführung mussten schnell und bestimmt reagieren, Massnahmen zur Liquiditätssicherung ergreifen und die Bettenkapazität von 62 auf 44 Betten reduzieren. Verbunden damit war auch eine Anpassung des Personalbestandes von 60 auf 50 Vollzeitstellen.

Dem Vorstand und der Geschäftsleitung ist es in den vergangenen Monaten gelungen, einen positiven Trend herbeizuführen und die Talsohle zu durchschreiten. Die Liquidität konnte mit der Hilfe von Gemeinde und Bank gesichert werden, und auch bei der Bettenauslastung sieht es wieder viel besser aus. So sind derzeit bereits wieder 52 Betten besetzt, bei einem Personalbestand von 50,3 Vollzeitstellen.

Grosser Verlust
An der kommenden Mitgliederversammlung wird der Vorstand eine Jahresrechnung präsentieren müssen, in welcher ein sehr grosser Verlust aus dem Heimbetrieb von rund 1,4 Millionen Franken resultiert, welcher nur durch die vollständige Auflösung von Rückstellungen reduziert werden konnte. Diese Rückstellungen fehlen nun in den nächsten Jahren zur Durchführung von dringenden Unterhaltsund Erneuerungsarbeiten, die teilweise im geplanten grösseren Umbauprojekt enthalten waren, schreibt das Alterszentrum abschliessend.

Hier geht es direkt zum Sunnmatt-Jahresbericht 2021.

Kopf spricht für Fusion, Herz dagegen

Kopf spricht für Fusion, Herz dagegen | Der Landanzeiger

Die Gemeinden sind mit wachsenden Herausforderungen konfrontiert. Dies zeigt sich insbesondere bei den Gemeindefinanzen, dem Fachkräftemangel in den Verwaltungen und der zunehmenden Komplexität der einzelnen Aufgaben. Im Weitern wird es immer schwieriger geeignete Kandidatinnen und Kandidaten für die Exekutive und die Kommissionen zu finden, welche dafür die nötigen zeitlichen Ressourcen zur Verfügung stellen können. Diese Entwicklung macht auch vor Gemeinden im Suhrental nicht halt.

Die sieben Gemeinden, Hirschthal, Kirchleerau, Moosleerau, Reitnau, Schöftland, Staffelbach und Wiliberg, haben entschieden, sich proaktiv mit den sich abzeichnenden Herausforderungen zu beschäftigen. Sie haben deshalb bei der ZHAW eine entsprechende Studie in Auftrag gegeben. Die Erarbeitung erfolgte in engem Austausch mit den Behörden und den leitenden Angestellten der Verwaltung. Die Bevölkerung wurde nicht befragt.

Schmerzgrenze noch nicht überschritten
Die Untersuchung der ZHAW zeigt, dass aktuell noch keine der teilnehmenden Gemeinden ihre Leistungsgrenze überschritten hat. In verschiedenen Bereichen sind diese jedoch in Sichtweite. Die Region profitiert stark von den Dienstleistungen und Angeboten der Zentrumsgemeinde Schöftland. Mit Ausnahme von Hirschthal und Schöftland sind die Gemeinden struktur- und finanzschwach. Besonders herausfordernd ist für Kirchleerau, Moosleerau, Reitnau, Staffelbach und Wiliberg der Umstand, dass sie im Kernraum Landschaftsentwicklung liegen. Durch diesen raumplanerischen Nachteil ist ihre wirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeit stark eingeschränkt.

Drei mögliche Varianten
Die Studie zeigt verschiedene Vorgehensvarianten für die Zukunft auf. Die Variante 1 stellt die Fortführung der bisherigen Zusammenarbeit, allenfalls mit einem pragmatischen Ausbau, in den Vordergrund.
Bei der Variante 2 werden die Vor- und Nachteile einer Fusion von fünf Gemeinden (Kirchleerau, Moosleerau, Reitnau, Staffelbach und allenfalls Wiliberg) oder als Untervariante die Fusion von Kirchleerau und Moosleerau abgewogen.
Die Variante 3 beinhaltet die Fusion über den Gesamtperimeter der sieben teilnehmenden Gemeinden (Hirschthal, Kirchleerau, Moosleerau, Reitnau, Schöftland, Staffelbach und Wiliberg).

Fusion nicht umsetzbar
Am abschliessenden Workshop mit den Gemeinden wird eine Fusion im möglichst grossen Perimeter als einzige langfristige Möglichkeit gesehen, wieder an strategischer Handlungsfähigkeit zu gewinnen. Aktuell wird aber die Akzeptanz für eine Fusion im Gesamtperimeter aus politischen und emotionalen Gründen als gering angesehen. Weil eine Fusion über alle sieben Gemeinden kurzfristig als nicht realistisch beurteilt wird, empfiehlt das Gutachterteam der ZHAW, die Zusammenarbeit vorderhand weiter zu vertiefen und zu vereinheitlichen.

Die umfassende Studie gibt es unter www.suhrental.info.