Nicht Äpfel mit Birnen ver­glei­chen!

Von | 8. Februar 2018 | Gedanken

In ver­schie­denen Medien wurde der Wegzug der Firma TNT aus Buchs stark kri­ti­siert und in diesem Zusam­men­hang eben­falls an die Stel­len­re­duk­tion von General Elec­tric oder Rock­well erin­nert.

Der Wegzug einer Firma aus einer Gemeinde ist zwar in der Regel nicht positiv, hat aber meist Gründe. Zieht eine Firma weiter in eine Schweizer Gemeinde, bleiben die Stellen hier­zu­lande erhalten. Das ist allemal erfreu­lich und da sollte man solche Unter­nehmen nicht mit jenen ver­glei­chen, die hier­zu­lande in grossem Stile Stellen abbauen, um im Aus­land aufzurüsten.

Wegzüge werden oft kom­pen­siert, ohne dass das an die grosse Glocke gehängt wird. So ist bekannt­lich die IBA bedingt durch den Neubau von Aarau nach Buchs gezogen. Solche Ver­schie­bungen des Stand­orts ist keine Sel­ten­heit und auch nichts Nega­tives. Buchs ist aus­ge­zeichnet gelegen und des­halb nach wie vor attraktiv. Es stellt sich eben immer die Frage, wie sich ein Unter­nehmen am bis­he­rigen Standort noch ent­falten kann und ob Ersatz­stand­orte inner­halb der Gemeinde gefunden werden können?

Da ist auch jede Gemeinde selbst gefor­dert. Stand­ort­mar­ke­ting müssen nicht nur der Bund und die Kan­tone betreiben, son­dern eben auch zukunfts­ge­rich­tete Schweizer Gemeinden.

Kat­zen­jammer ist auch im Gross­raum Aarau noch lange nicht ange­sagt. Die rund 6600 Firmen stehen für Pro­spe­rität und Wohl­stand und bieten Arbeits­plätze für rund 64’000 Beschäf­tigte.

Die Stadt Aarau als Zen­trum der Region mit ihrer wun­der­schönen Alt­stadt, den vielen Ein­kaufs­mög­lich­keiten und der grossen kul­tu­rellen Viel­falt belegt im Bilanz-Städ­teran­king einen Platz in den Top Ten der attrak­tivsten Schweizer Städte und die Region zieht mit.

Die Frage stellt sich höchs­tens, ob alle attrak­tiven Stellen der Region in Zukunft noch besetzt werden können? Da muss man im Aargau offenbar noch nach­bes­sern. 

Wie die NAB Regio­nal­studie 2017 auf­zeigte, haben Aar­gauer Unter­nehmer zum Teil erheb­liche Schwie­rig­keiten bei der Rekru­tie­rung von Fach­kräften: 60 Pro­zent haben Mühe geeig­nete Kan­di­daten zu finden, gut ein Viertel sind akut vom Fach­kräf­te­mangel betroffen. Das Bil­dungs­ni­veau liege wei­terhin unter dem Lan­des­mittel. Also han­deln statt jam­mern!