Oh mein Böröm!

Von | 7. Novem­ber 2019 | Gedan­ken

Ken­nen Sie das Böröm pöm pöm in Ober­ent­fel­den? Wahr­schein­lich nicht, denn die Musik­bar in der Alten Bür­sti in Ober­ent­fel­den ist wohl nur einem ganz klei­nen Teil unse­rer Leser­schaft bekannt. Viel­leicht möch­ten Sie trotz­dem wis­sen, was es mit die­sem Lokal und was es mit die­sem komi­schen Namen auf sich hat? Blät­tern wir 25 Jah­re zurück. Ein paar «Ent­fel­der Jungs» (ja, es waren am Anfang tat­säch­lich noch kei­ne «Mädels» dabei …) mie­te­ten im ersten Stock der alten Fabrik einen Raum. Der Zufall woll­te es, dass ich einer von die­sen «Ent­fel­der Jungs» war.

Der Raum in der Alten Bür­sti war als pri­va­ter Treff­punkt gedacht. Aus einem CD-Discman mit zwei klei­nen Laut­spre­chern schep­per­te Musik in den lee­ren Raum. Eine Kiste Bil­lig-Bier stand in der Mit­te. Das war der Anfang. Dann wur­de ein­ge­rich­tet: Aus­ge­dien­te Sofas wur­den  her­bei­ge­schleppt, ein Kühl­schrank, dann: eine Bar, eine bes­se­re Musik­an­la­ge, ein Tög­ge­li­ka­sten und ein Gestell mit unse­ren CDs. Die Par­ty konn­te begin­nen. Das war im Herbst 1994.

Zwei Mona­te spä­ter konn­te sich der Raum bereits sehen las­sen. Wir waren stolz dar­auf und unser Raum soll­te mit einer zünf­ti­gen Sil­ve­ster­par­ty ein­ge­weiht wer­den. Dazu wur­de ein Fly­er gestal­tet und getex­tet. Fehl­te nur noch die Signa­tur. Doch «wir» hat­ten noch kei­nen Namen. 

Aus den Laut­spre­chern ertön­te just in die­sem Moment ein Lied aus der damals aktu­el­len CD von Stil­ler Has. Der Refrain ging in etwa so: «Rom pom pom pom pom, böröm pöm pöm» – irgend­ei­ner von uns mur­mel­te «Böröm pöm pöm» – und so hiess dann der Raum.

Die Par­ty ging wei­ter. Tan­zend wur­den gan­ze Näch­te durch­ge­fei­ert, es war gross­ar­tig! Längst kamen nicht mehr nur die «Ent­fel­der Jungs» hier­hin, son­dern auch ihre Freun­de und die brach­ten wei­te­re Freun­de mit. Irgend­wann kamen Leu­te, die wir gar nicht kann­ten. Irgend­wann kam die Poli­zei und droh­te mit der Schlies­sung des «ille­ga­len Clubs». Das Böröm-Team kratz­te sich am Kopf, mach­te sei­ne Haus­auf­ga­ben und fand den Weg in die Lega­li­tät. Dann kamen die Bands. Als an Sams­ta­gen auf DRS3 noch Kon­zert­ka­len­der vor­ge­le­sen wur­den, jubel­ten wir, wenn der Mode­ra­tor wie­der über den Namen «Böröm pöm pöm» stol­per­te.

Das Böröm hat sich über all die Jah­re gemau­sert zu einem wich­ti­gen Kon­zert­lo­kal für Rock- und Metal­bands aus dem In- und Aus­land. Heu­te Abend wird mit einer klei­nen Fei­er auf 25 Jah­re Böröm ange­stos­sen. Das fin­de ich wun­der­bar. Prost Böröm und dan­ke, Du hast mein Leben enorm berei­chert!