Mari­anne Wehrli, LL.M Rechts­an­wältin

Per­sön­li­cher Unter­halt nach Kon­ku­binat?

Von | 11. Oktober 2018 | Rat­geber Recht

FRAGE | Ich lebe seit bald zwanzig Jahren mit meinem Partner im Kon­ku­binat. Seit der Geburt unserer beiden Söhne arbeite ich Teil­zeit und über­nehme sonst die Kin­der­be­treuung und den Haus­halt. In letzter Zeit kri­selt es in unserer Bezie­hung und ich frage mich jetzt, wie ich im Falle einer Tren­nung recht­lich abge­si­chert bin. Wird das Schei­dungs­recht auch bei der Tren­nung eines Kon­ku­bi­nats­paares ange­wendet?

ANTWORTNein, das Ehe- und Schei­dungs­recht gilt nicht für Kon­ku­bi­nats­paare – weder wäh­rend des Zusam­men­le­bens noch im Falle einer Tren­nung. Wäh­rend Sie als Ehe­frau im Falle einer Tren­nung oder Schei­dung allen­falls mit per­sön­li­chen Unter­halts­zah­lungen rechnen könnten, werden Sie nach Auf­lö­sung des Kon­ku­bi­nats nur Unter­halts­zah­lungen für die beiden Söhne erhalten. Dazu gehört seit Ein­füh­rung des neuen Unter­halts­rechts sofern nötig jedoch auch ein Betreu­ungs­un­ter­halt. Dieser steht zwar den Kin­dern zu, dient aber dazu, Ihr per­sön­li­ches Exis­tenz­mi­nimum abzu­si­chern soweit Sie dies mit Ihrem Ein­kommen nicht selbst schaffen. Zusätz­lich müsste Ihr Partner nach der Tren­nung den Bar­be­darf der Kinder abde­cken.

Der Bar­un­ter­halt erfasst die Kosten für Nah­rung, Wohnen, Klei­dung, Kran­ken­kasse, externe Dritt­be­treuung der Kinder und so weiter.

Damit wäre nach einer Tren­nung also wenigs­tens Ihr mini­maler Lebens­un­ter­halt und jener der Kinder abge­deckt – unter Vor­be­halt dass Ihr Partner genug ver­dient um die nötigen Zah­lungen zu leisten.

Rechts­fragen können gestellt werden an:

Mari­anne Wehrli, Rechts­an­wältin, Lau­ren­zen­vor­stadt 79, Post­fach 4227, 5001 Aarau
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