Am 10. Juni ent­scheidet das Aar­auer Stimm­volk über die Alte Reit­halle  (Bild: Sarah Künzli)

Pro­jekt Alte Reit­halle hat nicht nur Freunde

24. Mai 2018 | News

Am 10. Juni ent­scheidet das Aar­auer Stimm­volk über den Kredit für die Alte Reit­halle. Die Grund­stim­mung scheint durch­wegs positiv zu sein. Doch nicht alle unter­stützen das Pro­jekt.

An seinem 100. Amtstag freute sich Stadt­prä­si­dent Hans­peter Hil­fiker
über die bisher breite Akzep­tanz des Pro­jekts Alte Reit­halle, über dessen Kredit die Aar­aue­rinnne und Aar­auer am 10. Juni abstimmen. Im Mai ver­kün­deten auch die Orts­par­teien wie FDP, SP, GLP, CVP oder EVP, dass sie die Ja-Parole gefasst hätten. «Die Mit­glieder sind über­zeugt, dass die Alte Reit­halle ein Kul­tur­haus mit grossem Poten­tial ist, das neu auch ganz­jährig betrieben werden soll. Die Alte Reit­halle ermög­licht, wie es in der Zwi­schen­nut­zungs­phase bereits gezeigt wurde, Insze­nie­rungen, welche die her­kömm­li­chen Vor­stel­lungen von Theater sprengen. Es ist gelungen, die unter­schied­li­chen Erwar­tungen auf­zu­nehmen und schliess­lich das rich­tige Pro­jekt zu -ent­werfen. Ein Nein zu dieser Vor­lage wäre auch das Ende der Zwi­schen­nut­zung», schreibt bei­spiels­weise die SP in ihrer Medi­en­mit­tei­lung.

Auch die GLP hat ein­stimmig beschlossen hinter dem Pro­jekt Alte Reit­halle zu stehen und schreibt in ihrer Medi­en­mit­tei­lung: «Zwar sieht die GLP die Schät­zungen der Betriebs- und Unter­halts­kosten kri­tisch und als schwierig zu errei­chen. Doch das geschätzte zusätz­liche Steu­er­pro­zent, wel­ches das Pro­jekt jähr­lich kosten wird, ist aus Sicht der Partei gut inves­tiert, denn es stei­gert die Aus­strah­lung Aaraus erheb­lich. Mit der Alten Reit­halle bekommt Aarau ein einer Haupt­stadt wür­diges Kul­tur­zen­trum, das den Raum zwi­schen Bahnhof und Alt­stadt sinn­voll ergänzen wird.

Aus­serdem erhalten die argovia phil­har­monic ein neues Zuhause und damit eine Zukunft in Aarau.»

Trotz der offenbar posi­tiven Grund­stim­mung hat das Pro­jekt Alte Reit­halle nicht nur Freunde. Zu den Geg­nern zählt sich bei­spiels­weise die SVP. Sie nennt das Pro­jekt Alte Reit­halle ein «Pres­ti­ge­pro­jekt». «Die Kosten für Inves­ti­tion und Betrieb dieser Luxus­baute sprengen den Finanz­haus­halt der Ein­woh­ner­ge­meinde Aarau», schreibt die SVP. «Die jähr­li­chen Fol­ge­kosten für den Betrieb sind fahr­lässig und zu tief berechnet und werden über kurz oder lang massiv steigen.

Die Zeche zahlt Aarau. Ein vom Kanton initi­iertes Pro­jekt – unver­hält­nis­mässig hoch und zu ein­seitig auf dem Buckel der Stadt finan­ziert, ist unak­zep­tabel.» Die SVP ist der Mei­nung, dass die Stadt kein wei­teres Kul­tur­haus braucht. «Durch die orches­trierte Ver­la­ge­rung und Posi­tio­nie­rung von mög­lichst vielen Ver­an­stal­tungen in die «Alte Reit­halle» wird ein öffent­li­ches Bedürfnis sug­ge­riert, das in Tat und Wahr­heit keines ist. Fast alle Anlässe wären pro­blemlos an ange­stammten Auf­füh­rungs­orten durch­führbar. Zudem ver­fügen alle Kul­tur­häuser auf dem Platz Aarau über freie Kapa­zi­täten.»

Wie das Aar­auer Stimm­volk zum Pro­jekt Alte Reit­halle steht, ent­scheidet sich bei der Abstim­mung am 10. Juni.

SAH