Ratgeber Recht

Marianne Wehrli | Ratgeber Recht | Der Landanzeiger
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Marianne Wehrli, LLM Rechtsanwältin

Darf man mir Airbnb verbieten?

Frage | Ich bin seit ein paar Jahren Mieterin einer wunderschönen und ausgezeichnet gelegenen Wohnung. Da ich viel Zeit bei meinem Freund verbringe, habe ich angefangen, die Wohnung auf Airbnb anzubieten. Mittlerweile ist die Wohnung fast jedes Wochenende reserviert, was mir die Miete und die Reinigungskosten abdeckt. Nun haben sich einige Nachbarn beim Vermieter beschwert und dieser will mir die Untervermietung verbieten. Darf er das?

Antwort | Ja, der Vermieter darf das. Der abgeschlossene Mietvertrag berechtigt in erster Linie Sie, die gemietete Wohnung persönlich zu benutzen. Natürlich dürfen Sie Gäste empfangen und Sie sind im Rahmen einer Untervermietung berechtigt, die gemietete Wohnung anderen Personen zur Benutzung zu überlassen.

Jede Untervermietung setzt jedoch das Einverständnis des Vermieters voraus. Er darf seine Zustimmung insbesondere dann verweigern, wenn ihm aus der Untervermietung wesentliche Nachteile entstehen oder die Mietbedingen der Untermiete im Vergleich zu denjenigen des Hauptmietvertrages missbräuchlich sind.

Es erscheinen mir bei einer tageweisen Untervermietung einer Mietwohnung beide Aspekte erfüllt. Einerseits ist es tendenziell missbräuchlich, wenn Sie durch die Untervermietung einen Gewinn erzielen und Mietzinse generieren, die der Vermieter von Ihnen nicht kassieren dürfte. Andererseits muss der Vermieter mit Beschwerden Ihrer Nachbarn rechnen, für die es nicht angenehm sein dürfte, ständig fremden Personen im Haus zu begegnen, die sich allenfalls wenig um Ruhezeiten und die Hausordnung kümmern.

Ohne Zustimmung Ihres Vermieters dürfen Sie die Wohnung deshalb nicht mehr auf Airbnb anbieten. Tun Sie es trotzdem, riskieren Sie die Kündigung des Mietvertrages.

Rechtsfragen können gestellt werden an: Marianne Wehrli, Rechtsanwältin, Laurenzenvorstadt 79, Postfach 4227, 5001 Aarau,
E-Mail: ratgeber@anwaltsbuero-wehrli.ch