Ratgeber Recht

Dr. Lorenz Strebel | Ratgeber Recht | Der Landanzeiger
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Dr. Lorenz Strebel, Rechtsanwalt und Notar

Grundstückkauf mit Schwarzzahlung

FRAGE | Wir wollen unser Einfamilienhaus verkaufen und in eine Wohnung ziehen. Auf unsere Ausschreibung hin hat sich ein Kaufinteressent gemeldet. Er hat Bargeld im Umfang von Fr. 75’000.– und möchte uns dieses direkt geben. Zudem schlägt er vor, dass der Kaufpreis im Vertrag entsprechend reduziert aufgeführt wird. Sein Argument: Der öffentlich beurkundete Verkaufspreis verringert sich, so dass sich für uns die Grundstückgewinnsteuer reduziert. Zudem fallen auch die nach Promille berechneten Notariats- und Grundbuchgebühren tiefer aus. Das tönt sehr verlockend. Gibt es Risiken für uns?

ANTWORT | Ja. Einerseits zivilrechtliche: Damit ein Grundstückkaufvertrag rechtsgültig zustande kommt, muss er öffentlich beurkundet werden. Im Vertrag muss der effektiv vereinbarte Kaufpreis, also alle Leistungen, die der Käufer für die Übertragung des Eigentums am Kaufobjekt zu erbringen hat, aufgeführt sein.

In Ihrem Fall würde nicht der von den Parteien wirklich gewollte Kaufpreis beurkundet, sondern ein anderer, tieferer Wert. Diese sogenannte Simulation führt dazu, dass der Vertrag nichtig, also rechtlich unwirksam, ist. Aus strafrechtlicher Sicht würden Sie beim Notar eine falsche Beurkundung erschleichen. Falls Sie gar annehmen müssten, dass das Bargeld aus illegalen Quellen stammt, könnten durch die Annahme bzw. die Verwendung der Schwarzzahlung auch Tatbestände wie Hehlerei und/oder Geldwäscherei erfüllt sein.

Rechtsfragen können gestellt werden an:
Dr. Lorenz Strebel, Rechtsanwalt und Notar, Bahnhofstrasse 86,

5001 Aarau, E-Mail: kontakt@strebel-recht.ch