Ratgeber Recht

Marianne Wehrli | Ratgeber Recht | Der Landanzeiger
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Marianne Wehrli, LLM Rechtsanwältin

Gütertrennung per wann?

Frage | Meine Frau hat im März die Scheidung eingereicht. Wir leben schon seit drei Jahren getrennt. Bei meinem Auszug teilten wir unsere Möbel und die gemeinsamen Bankkonten je hälftig auf. Im Begehren meiner Frau steht, dass die güterrechtliche Auseinandersetzung durchgeführt werden soll. Ich habe keine Ahnung, was sie denn noch teilen will und welcher Stichtag dafür gilt. Hat sie ihrem Anwalt denn nicht gesagt, dass wir eigentlich schon Gütertrennung haben?

Antwort | Verheiratete Paare leben in der Regel unter dem gesetzlichen Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung. Was sie in die Ehe eingebracht haben oder während dieser geschenkt erhalten oder erben, gehört ihnen alleine.

Was hingegen während der Ehe aus dem Einkommen angespart wird, muss bei Auflösung des Güterstandes aufgeteilt werden. Gütertrennung tritt nur ein, wenn die Eheleute das so in einem notariell beurkundeten Ehevertrag vereinbaren oder ein Richter sie anordnet.

Die Errungenschaftsbeteiligung gilt auch über die Trennung hinaus. Die Aufteilung des Mobiliars und der Ersparnisse ist rechtlich deshalb nicht verbindlich. Mit Einreichung des Scheidungsbegehrens hat Ihre Frau den Stichtag für die güterrechtliche Auseinandersetzung jetzt aber fixiert. Es ist der Tag, an dem sie das Begehren abgeschickt oder beim Gericht abgegeben hat.

Die Aufteilung Ihrer Errungenschaft, also der gemeinsamen Ersparnisse, hat auf diesen Tag hin zu erfolgen. Sie und Ihre Frau können vor Gericht aber auch immer noch bestätigen, dass Sie bereits alles unter sich aufgeteilt hätten. Das Gericht wird Ihnen dann keine neue Aufteilung anhand der aktuellen Zahlen aufzwingen

Rechtsfragen können gestellt werden an: Marianne Wehrli, Rechtsanwältin, Laurenzenvorstadt 79, Postfach 4227, 5001 Aarau,
E-Mail: ratgeber@anwaltsbuero-wehrli.ch