Ratgeber Recht

Marianne Wehrli | Ratgeber Recht | Der Landanzeiger
Share on facebook
Share on whatsapp
Share on email
Share on print
Marianne Wehrli, LLM Rechtsanwältin

Unterhalt des Ehegatten geht vor

Frage | Ich lebe derzeit in Trennung von meiner zweiten Frau. Aus erster Ehe habe ich zwei volljährige Kinder, die noch in Ausbildung sind. Sie studieren beide im ersten, bzw. zweiten Jahr an einer Universität und ich bezahle für beide Unterhalt. Mir bleibt nicht viel Geld für meinen eigenen Lebensunterhalt. Trotzdem fordert meine zweite Frau nun Alimente von mir, obwohl wir keine gemeinsamen Kinder haben. Kommt sie damit durch?

Antwort | Vielleicht. Ob Ihre zweite Ehefrau überhaupt Anspruch auf Frauenalimente hat, muss im Detail geklärt werden. Der Anspruch setzt voraus, dass Ihre Ehe mindestens zehn Jahre gedauert hat und Ihre Frau zum Beispiel wegen gesundheitlichen Problemen oder altershalber nicht in der Lage ist, aus eigener Kraft ein genügendes Erwerbseinkommen zu generieren.

Sollte ihre Unterhaltsforderung berechtigt sein, geht der Unterhaltsanspruch der Ehefrau jenem Ihrer volljährigen Kinder vor. Das bedeutet, dass Sie in erster Linie Ihrer zweiten Frau Unterhalt bezahlen müssen und Ihre Kinder aus erster Ehe nur noch unterstützen können, soweit Ihnen dies finanziell möglich ist, ohne dass Sie selbst Sozialhilfe beantragen müssten.

Sprechen Sie frühzeitig mit Ihren Kindern, um eine (auch rückwirkend mögliche) Doppelzahlung zu vermeiden.

Rechtsfragen können gestellt werden an: Marianne Wehrli, Rechtsanwältin, Laurenzenvorstadt 79, Postfach 4227, 5001 Aarau,
E-Mail: ratgeber@anwaltsbuero-wehrli.ch