Wer tankt, kann aus ver­schiede­nen Treib­stof­fqual­itäten wählen (Bild: pd)

Treib­stoffe

Richtig tanken – für eine optimale Motorenleistung

25. März 2020 | Mobil

Je nach­dem an welch­er Tankstelle Auto­mo­bilis­ten vor­fahren, wer­den ihnen unter­schiedliche Treib­stoffe ange­boten. Doch welchen Nutzen haben sie? Für wen sind sie geeignet? Der Auto Gewerbe Ver­band Schweiz (AGVS) schafft Klarheit.

Ob gängige Treib­stoffe wie Ben­zin und Diesel oder Zusatzstoffe wie AdBlue: Wenn Auto­mo­bilistIn­nen tanken müssen, ste­hen ihnen ver­schiedene Sorten zur Ver­fü­gung. Die bei­den pop­ulärsten Treib­stoffe sind hierzu­lande Bleifrei 95 und Bleifrei 98. Die Zahl ste­ht dabei für Oktan und ist ein Mass für die Klopffes­tigkeit und somit für die Ver­bren­nungsqual­ität.

«Je niedriger die Oktan­zahl, je höher ist die Wahrschein­lichkeit, dass es im Motor zu unkon­trol­lierten Ver­bren­nungsvorgän­gen kom­men kann», erk­lärt Markus Peter, Leit­er Tech­nik und Umwelt beim AGVS. Die heuti­gen Motoren seien mit entsprechen­den Sen­soren aus­ges­tat­tet, die den Zündzeit­punkt nach der Oktan­zahl richt­en. «Zudem sind die Treib­stoffe in der Schweiz von hoher Qual­ität.» Soll­ten also Auto­mo­bilistIn­nen aus Verse­hen an der falschen Ben­zin­säule, zum Beispiel Bleifrei 95 statt 98, tanken, sei dies kein Prob­lem.

Beson­dere Aufmerk­samkeit ist im Aus­land geboten. In Deutsch­land und Frankre­ich beispiel­sweise sind Ben­zin­sorten erhältlich, denen bis zu 10 Prozent Bioethanol beigemis­cht ist, erkennbar an der Auf­schrift E10. «Bioethanol wird aus Bio­masse hergestellt und dem Ben­zin beigemis­cht, um die CO2-Emis­sio­nen zu senken. Zu viel Bioethanol kann allerd­ings Schä­den an Ben­zin­leitun­gen und Dich­tun­gen verur­sachen», erläutert Markus Peter. «Die meis­ten Auto­mo­bil­her­steller geben die Freiga­be bis E10

Wo Auto­mo­bilistIn­nen sofort ein­greifen müssen: Wenn verse­hentlich Ben­zin statt Diesel getankt wurde. «So darf auf keinen Fall weit­erge­fahren wer­den, auch nicht bis zur näch­sten Werk­statt», mah­nt Markus Peter.

Denn Ben­zin habe im Gegen­satz zu Diesel keine schmierende Wirkung und könne teure Repara­turen am Motor notwendig machen. «Am besten ist, den Gara­gen­be­trieb oder den Pan­nen­di­enst anzu­rufen und den Tank aus­pumpen zu lassen.»

Markus Peter rät, sich beim Tanken an die Angaben des Auto­mo­bil­her­stellers zu hal­ten. «Befolge ich die Empfehlun­gen, kann das Auto seine best­mögliche Leis­tung abrufen und ein opti­males Ver­hält­nis zwis­chen Ver­brauch und Emis­sio­nen sich­er­stellen.» Spezial­treib­stoffe, zum Beispiel mit Oktan­zahl 100 und mehr, mit Reini­gungsad­di­tiv­en oder Addi­tiv­en zur Verbesserung der Motoren­leis­tung, seien ins­beson­dere für Lieb­haber­fahrzeuge eine Option, für den Nor­malver­brauch­er aber nicht unbe­d­ingt nötig.

Tauchen rund ums Tanken den­noch Frageze­ichen auf, kön­nen sich die Auto­mo­bilistIn­nen an die Garag­is­ten des AGVS wen­den. «Sie geben Rat und kön­nen auch auf die Unter­schiede von Tankstel­len­net­zen im Aus­land aufmerk­sam machen – auch in Bezug auf alter­na­tive Treib­stoffe wie Erdgas oder Strom.» Wer einen saisonalen Wagen fährt, dem bieten die Garag­is­ten zudem Unter­stützung im Umgang mit Kraft­stof­fen. «Bei Old­timern, Wohn­mo­bilen oder Cabri­o­lets, die unbe­nutzt lange ste­hen bleiben, kann sich zum Beispiel Feuchtigkeit im Tank und in den Leitun­gen bilden. In solchen Fällen lohnt es sich, dem Treib­stoff Addi­tive beizu­mis­chen, welche die Feuchtigkeit bei län­geren Standzeit­en binden.»

PD