«Schau mir in die Augen, Kleines»

Von | 9. Jan­u­ar 2020 | Gedanken

Für das Jahr 2020 habe ich mir viel vorgenom­men: 53 Vorsätze, um es ganz genau zu nehmen. Für jede Woche in diesem Jahr einen neuen. Den ersten haben ich schon umge­set­zt: Mehr Sport. Das Jahr startete unsere Fam­i­lie mit ein­er mehrstündi­gen Schneeschuh­tour. Wun­der­bar wars in der Mythen­re­gion. Auch die Kinder hat­ten ihren Spass. Im Anschluss set­zte ich auch gle­ich den zweit­en Vor­satz um: Mehr Erhol­ung.

Im 2020 möchte ich aber auch wieder mutiger wer­den und den Leuten ins Gesicht sagen, wenn mir was nicht passt. Hart im Ton, aber fair in der Sache. Das­selbe muss ich aber auch von meinem Gegenüber annehmen. Nicht immer ein­fach, ich weiss, auch für mich.

Im Strassen­verkehr sehe ich auch noch Verbesserungspoten­zial. Auch auf der recht­en Spur der Auto­bahn kommt man ans Ziel und zwar nicht viel langsamer, aber ner­ven­scho­nen­der. Das habe ich in den ersten Tagen des neuen Jahres nun mehrfach getestet. Es funk­tion­iert.

Bei jedem Rich­tungswech­sel, den Blink­er zu stellen, ist kein Kava­liers­de­likt, son­dern eine Pflicht. Und hätte der liebe Gott gewollt, dass wir während dem Aut­o­fahren am Handy hän­gen und gle­ichzeit­ig auch noch essen und trinken, so hätte er uns bes­timmt vier oder mehr Arme gemacht.

 

«Schau mir in die Augen, Kleines», sagt Humphrey Bog­a­rt im Filmk­las­sik­er «Casablan­ca» immer wieder zu Ingrid Bergman. Ob er da an die Sit­u­a­tio­nen am Fuss­gänger­streifen gedacht hat, bezwei­fle ich. Doch ger­ade dort wäre es sehr wertvoll, den andern Verkehrsteil­nehmern in die Augen zu schauen und nicht stur auf seinem ver­meintlichen Vor­trittsrecht zu behar­ren. Das gilt für Fuss­gänger, wie auch für Fahrzeu­glenker. Auch in diesem Bere­ich habe ich mir fürs 2020 vorgenom­men, öfters anzuhal­ten oder ste­hen zu bleiben und dem Gegenüber ein Lächeln und den Vor­tritt zu schenken.

In den kom­menden 12 Monat­en sind wir aufge­fordert, wieder mehr sel­ber zu denken. Nicht jedem Hype nachzuren­nen und jede (Fake)News zu glauben. Die Wahrheit ist oft nicht auf den ersten Blick erkennbar. Umso wichtiger ist es, sich Zeit für einen zweit­en Blick zu nehmen und den Wahrheits­ge­halt ver­tiefter zu prüfen. Vor allem dann, wenn man gedenkt, das Gehörte oder das Gese­hene selb­st weit­er zu erzählen.

Hof­fen wir, dass die Wahrheit wieder mehr auf Hän­den getra­gen und weniger mit den Füssen getreten wird.