Cupsieg als Ziel der Oberentfelder

Cupsieg als Ziel der Oberentfelder | Der Landanzeiger

In diesem Jahr hat der Schweizer Cup für die Oberentfelder einen höheren Stellenwert als in der Vergangenheit. Das hat in erster Linie damit zu tun, dass die Meisterschaft nicht wie gewünscht verlaufen ist. Die Oberentfelder, die als amtierende Schweizer Meister in die Spielzeit gestartet waren, kamen nie richtig auf Touren und mussten die Teilnahme am Final4-Turnier schon früh abschreiben.

Somit war der Schweizer Cup die einzige Chance, um in dieser Saison doch noch einen Titel zu gewinnen. Die Oberentfelder haben die günstige Konstellation im Cuptableau ausgenutzt und sich dank vier klaren Siegen gegen Teams aus der 1. Liga und der Nationalliga B für den Final qualifiziert. Und auch dort wartet mit Schlieren ein unterklassiger Gegner. Die Favoritenrolle ist also klar verteilt. «Wir starten sicherlich als Favorit in diesen Final, den wir unbedingt gewinnen wollen», sagt Trainer Koni Keller.

Schlieren hat zwei NLA-Teams rausgeworfen
Aber aufgepasst: Der Gegner aus Schlieren ist der Favoritenschreck des diesjährigen Schweizer Cups. Die Schlieremer haben nämlich das Kunststück geschafft, in den ersten beiden Cuprunden die NLA-Vertreter Wigoltin- gen und Widnau zu schlagen. Also genau die beiden Teams, die sich Anfang September im Final der Schweizer Meisterschaften duelliert und die bereits die Qualifikationsphase in der höchsten Schweizer Spielklasse dominiert hatten. «Schlieren hat eindrücklich bewiesen, dass sie NLA-Teams schlagen können. An einem guten Tag sind sie brandgefährlich und können auf sehr hohem Niveau spielen», weiss auch Trainer Koni Keller.

Hoher Rhythmus als Schlüssel zum Sieg
Seine Devise fürs Finalspiel gegen Schlieren ist daher klar. «Wir müssen von Anfang an unseren hohen Rhythmus aufziehen und diesen über die gesamte Spieldauer durchhalten. Nur so können wir die Defensive von Schlie- ren knacken und dafür sorgen, dass sie nicht ins Spiel kommen.» Die Oberentfelder, die in der letzten Meisterschaftsrunde und im Cup-Halbfinal gleich mehrere verletzungsbedingte Ausfälle zu beklagen hatten, sollten im Cupfinal wieder in Vollbesetzung auflaufen können.

Sollten die Oberentfelder gewinnen, wäre das der erste Cupsieg in der Vereinsgeschichte. Zwei Mal standen sie bislang im Endspiel – 2009 und 2013. Beide Mal setzte es eine Niederlage ab. 2009 gegen Schwellbrunn (1:5) und 2013 gegen Diepoldsau (4:5). Der diesjährige Cupfinal findet am Samstag, 24. September im thurgauischen Felben-Wellhausen statt. Das finale Duell im Kampf um den Sieg im Schweizer Cup ist eingebunden in den Finaltag des Thurgauer Cups.

Zwei Stepptänzer – acht Medaillen

Zwei Stepptänzer – acht Medaillen | Der Landanzeiger
Alessia Roth aus Aarau.
Zwei Stepptänzer – acht Medaillen | Der Landanzeiger
Edwin Berchtold aus Suhr.

Wie kann es sein, dass zwei Personen so viele Medaillen gewinnen können? Dies ist begründet durch die verschiedenen Kategorien. Alessia Roth gewann im Solo Silber, im Duo und im Trio jeweils Gold bei der Elite. Edwin Berchtold gewann in der Kategorie Solo Gold und im Duo Silber bei den Junioren 2. Zusammen mit drei weiteren Tänzerinnen gewannen sie in der Kategorie «Small Group» Gold bei der Elite.

Das besondere an den solistischen Darbietungen war, dass Alessia und Edwin ihre eigenen Choreographien vorgestellt haben. Das macht den Erfolg für die beiden noch kostbarer.

Ganz neu gab es an der diesjährigen Meisterschaft zwei neue Kategorien: «Vintage Routine» und «Cutting Contest». Edwin hat in der «Vintage Routine» teilgenommen. Bei dieser Kategorie muss synchron zu einem Video früherer Stepptanz-Grössen (Vintage), welches im Hintergrund gezeigt wird, getanzt werden. Auch sollten die Bewegungen, die Gestik und die Kostüme möglichst gleich sein. Kurz: Es sollte aussehen, wie wenn das alte Video gerade gesteppt wird. Edwin gewann in dieser Kategorie Gold und den Wanderpokal.

Alessia trat beim «Cutting Contest» an. Hier treten die Tänzer im Halbkreis gegeneinander an. Es werden keine Choreographien getanzt, sondern es muss improvisiert werden. Die Moderation gibt einen Takt und die Länge an und jeder muss nacheinander improvisieren. Es gilt das Ausscheidungsverfahren. Am Ende verbleiben zwei Tänzerinnen oder Tänzer, welche dann gegeneinander «kämpfen». Alessia gewann auch in dieser Kategorie Gold und den Wanderpokal.

Mit diesen super Resultaten haben sich beide verdient für die kommende Weltmeisterschaft im November in Riesa (Deutschland) qualifiziert.

Sport Forum Aargau versetzte Berge

Sport Forum Aargau versetzte Berge | Der Landanzeiger

Die ehemalige Spitzen-Biathletin Selina Gasparin eröffnete den Abend mit einer charmanten Begrüssung auf Rätoromanisch, bevor sie vom 14. Februar 2014 erzählte – dem einen Tag, für den sie ein Leben lang gekämpft und der ihr Leben verändern hat. Die heute 38-jährige Bündnerin gewann an diesem Tag in Sotschi Olympia-Silber über 15 km Einzel. «Ich habe heute noch Gänsehaut, wenn ich diese Bilder sehe», gab Gasparin zu, warnte aber gleichzeitig auch davor, sich davon blenden zu lassen. «Preisgeld, Follower, Medaillen, Medienpräsenz, das ist nicht der Erfolg, sondern eine Konsequenz davon. Erfolg ist vielmehr eine tiefe Emotion, das Kämpfen, das Schmerzen aushalten, eine unglaubliche Leistung bringen.»

Die bis heute erfolgreichste Schweizer Biathletin erklärte dem Publikum anschaulich, dass Training so einfach wie Kochen sei. «Man muss wissen, was (Sportart) man kochen will und das Rezept (Trainingsplan) gibt vor, wie man das gewünschte Menu (Ziele, Medaillen) auf den Teller bekommt. Die Menge (Stundenanzahl) ist ebenfalls entscheidend. Etwas zu viel Salz und alles war für die Katz.»

Etwas fehl am Platz fühlte sich danach Ludwig Hasler, der während seines Auftritts mit einem Augenzwinkern meinte, er wisse nicht recht, warum er eigentlich zum «Sport Forum Aargau» eingeladen worden war. Der 77-jährige Philosoph und Publizist wusste das Publikum aber mit seinen witzigen Pointen zu fesseln. Sport sei Bildung, es ginge es vor allem darum, Bedingungen zu stärken, um diese besser zu nutzen. «Bildung ist nicht das, was man Menschen eintrichtert, sondern das, was man aus Menschen herausholt», so Hasler. Sport spiele in dieser Hinsicht eine wesentliche Rolle.

Premiere mit Sport-Talk
Erstmals erhielten explizit Aargauer Sportlerinnen und Sportler eine Plattform am «Sport Forum Aargau». Im Aargauer Sport-Talk stellten sich OL-Läufer Matthias Kyburz, Siebenkämpferin Lucia Acklin, Wasserspringerin Michelle Heimberg und Alex Hürzeler, Regierungsrat und Aargauer Sportminister, den Fragen von Moderator Peter Pfändler. Während die erst 15-jährige Acklin ihre Sportkarriere noch vor sich hat und die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles als grosses Ziel nennt, kündigte Matthias Kyburz durch die Blume seinen baldigen Rücktritt an, auch wenn er sich noch nicht ganz festlegen wollte: «Ich werde sicher noch die Heim-WM 2023 in Flims Laax bestreiten, danach habe ich es dann vermutlich gesehen.»

Wasserspringerin Michelle Heimberg, zweifache EM-Silbermedaillengewinnerin und Olympia-Finalteilnehmerin in Tokio, visiert eine Olympia-Teilnahme 2024 in Paris an. «Trainieren muss ich aber leider im Kanton Zürich, da es im Aargau keine geeigneten Trainingsmöglichkeiten gibt», konnte sich die 22-Jährige einen kleinen Seitenhieb gegen Sportminister Alex Hürzeler nicht verkneifen.

Alpinismus ist nicht messbar
Höhepunkt des Abends war der Vortrag des Extrembergsteigers Reinhold Messner, der 1978 als erster Mensch den Mount Everest ohne Sauerstoffflaschen bestieg. Der 77-jährige Südtiroler hat in seiner Karriere nicht nur alle vierzehn Achttausender bestiegen, sondern auch die Antarktis und die Arktis überquert. Messner hielt ein Plädoyer für den Alpinismus, den er nicht als Sport betrachtet, denn: «Sport braucht Messbarkeit, Alpinismus ist nicht messbar. Das Ziel ist es, dorthin zu gehen, wo man umkommen könnte, ohne umzukommen.»

Beide Schöftler Teams überzeugten

Beide Schöftler Teams überzeugten | Der Landanzeiger

Das Schöftler Team Michael Baumann/ Freddy Schenk ging als klarer Leader mit 4 Bonuspunkten in den Finaltag in der heimischen Halle. Dort gewann das Team alle fünf Spiele mit zum Teil äusserst klaren Resultaten. Vor allem im letzten Spiel gegen das zweitplatzierte Mosnang steigerten sich die Schöftler in einen wahren Spielrausch. Torhüter Michael Baumann parierte jeden noch so hart geschlagenen Ball und beinahe jeder Schuss von Freddy Schenk fand den Weg ins gegnerische Tor. Am Schluss stand die Partie 8:0 für Schöftland! Die Mosnanger konnten einem fast ein bisschen leidtun. Aber so macht Radball richtig Spass und begeistert die Schöftler Fans! «Es ist heute wirklich gut gelaufen», erklärt Freddy Schenk nach dem letzten Spiel erfreut. Alles sei aber noch nicht optimal. Sie hätten in letzter Zeit viele Standardsituationen trainiert, um bei Eckbällen mehr «einfache» Tore zu schiessen. Dies sei ihnen leider, trotz spielerischer Überlegenheit, zu wenig gut gelungen, gibt sich Schenk auch selbstkritisch. Dass man im 1. Final nie gegen einer der noch vier verbleibenden Gegner für den 2. Spieltag vom 24. September in Liestal verloren hat, sowie die 3 Bonuspunkte für den Sieg in Schöftland stimmen Freddy Schenk zuversichtlich. Er ist aber auch überzeugt, dass man weiterhin sehr konzentriert ans Werk gehen muss.

Auch das zweite Team mit Chancen zum Aufstieg
Auch Fabian Baumann und Jimmy Schenk sind mit ihrem Auftritt in der Schöftler Sporthalle mehr als zufrieden. Als 2. der Qualifikation war man ins Finalturnier der 6 besten Mannschaften gestartet. Der 2. Platz und die damit verbundenen 2 Bonuspunkte für das Finalturnier in Liestal im Gepäck lassen hoffen! Angesprochen auf einen möglichen Aufstieg in die NLB sagt Fabian Baumann: «Natürlich liebäugeln wir mit der NLB. Wir haben nichts zu verlieren.» Dass man am 1. Finaltag in Schöftland das beste Torverhältnis erreicht, am wenigsten Tore kassiert und am meisten erzielt habe, stimme ihn zuversichtlich. Auch im 1.-Liga-Final stehen sich am 2. Spieltag in Liestal 5 Mannschaften gegenüber.

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen
Im Anschluss an die beiden sportlich hochstehenden Finalrunden führte der Velo Club Schöftland noch das traditionelle Grümpelturnier durch, bei dem der Spass und das Beisammensein in gemütlicher Runde im Vordergrund standen. Auch wenig Geübte konnten sich im Radball versuchen, oder mindestens in einem witzigen Outfit bei den Zuschauern Punkte sammeln. So fand der gelungene Radballtag einen entspannten Abschluss und allseits viel Zustimmung.

Belohnung für die lange Leidensgeschichte

Belohnung für die lange Leidensgeschichte | Der Landanzeiger

«Es ist ziemlich über mich hereingebrochen», erzählt der Kölliker Tobias Widmer vom Moment am Sonntag, als er realisierte, dass er am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Pratteln nach dem siebten von acht Gängen bereits kranzsicher war.

«Innerlich habe ich geweint und trotzdem gelacht. Es war ein Gefühlschaos». Verständlich, denn eben hatte er nicht nur die höchste Auszeichnung im Schwingsport erreicht, sondern irgendwie auch die Geister der Vergangenheit besiegt. Die Verletzungsgeschichte des talentierten Schwingers ist lang und hat schon relativ früh begonnen. Bereits 2016 durfte der heute 26-Jährige in Estavayer-le-Lac an einem Eidgenössischen teilnehmen. «Damals war ich noch sehr jung», sagt Tobias Widmer, «in Pratteln habe ich schon gewusst, was mich erwartet. Und trotzdem wurde ich dann überrascht davon, wie nahe mir das Ganze am Samstag beim Einmarsch in die Arena gegangen ist.»

Belohnung für die lange Leidensgeschichte | Der Landanzeiger
Glücksmoment: Tobias Widmer bekommt von der Ehrendame den eidg. Kranz aufgesetzt.
Belohnung für die lange Leidensgeschichte | Der Landanzeiger
Tobias Widmer und sein Mentaltrainer Stefan Hell.

Kreuzbandrisse und Corona
Vielleicht kamen auch Erinnerungen hoch an den ersten Kreuzbandriss im März 2019, oder an das folgende Jahr Reha, oder an das Coronajahr 2020, oder an den Riss des Kreuzbandes des anderen Knies im Oktober 2020. «Ich habe daraufhin das ganze Jahr 2021 verpasst», erinnert sich Tobias Widmer. Und auch dieses Jahr begann nicht viel besser: Im Januar riss sich der HR-Fachmann aus Kölliken die Strecksehne des Fingers. Am Baselländer Kantonalen in Oberwil anfangs Mai fiel er dann unglücklich auf die Schulter und schliesslich erlitt er auch noch eine Rippenverletzung. «Als ich mir kurz vor dem Eidgenössischen dann die Schulter ausrenkte, dachte ich, das darf doch nicht wahr sein», so Tobias Widmer. Doch war die Verletzung diesmal nicht derart schlimm, dass er auf Pratteln hätte verzichten müssen. Trotzdem war eine gewisse Unsicherheit vorhanden, nicht zuletzt, weil er vor dem ESAF nur gerade sechs Schwingfeste hatte bestreiten können. «Ich habe mir dann einfach gesagt: Es beginnen heute alle bei Null. Ich will alles rausholen und kämpfen.»

Und es funktionierte. Im Anschwingen besiegte der Kölliker den Zürcher Roman Schnurrenberger. Im zweiten Gang gab es für Widmer einen «guten» Gestellten gegen den Eidgenossen Erich Fankhauser. Nach dem Mittagessen setzte sich Widmer gegen den Zürcher Remo Ackermann durch und liess in Gang vier dem Eidgenossen Martin Herrsche keine Chance.

Auch der Start in den zweiten Tag gelang dem Modellathleten. Nach dem Erfolg im fünften Gang gegen den Ber- ner Florian Weyermann und einem Gestellten gegen den Seeländer Eidgenossen Florian Gnägi war das Eichenlaub plötzlich greifbar. «Bis zum siebten Gang habe ich keine Sekunde an den Kranz gedacht», sagte Tobias Widmer. Doch auch das Kopfkino machte ihm keinen Strich durch die Rechnung. Im siebten Kampf machte er mit Matthias Herger kurzen Prozess und erreichte damit sein «grosses Ziel». Logisch, dass sein Fazit trotz ab- schliessender Niederlage gegen König Kilian Wenger nach dem Fest äusserst positiv ausfiel: «Ich hatte zwei perfekte Tage mit dem nötigen Wettkampfglück und einer guten Einteilung mit passenden Gegnern», erklärt Tobias Widmer, der neben Athletikeinheiten zweimal pro Woche im Schwingkeller in Aarau trainiert. «Ausserdem genoss ich die Unterstützung meiner Kollegen aus dem Schwingklub Aarau, des ganzen Nordwestschweizer Teams, der Angehörigen und der Fans».

Mit diesen feierte er nach dem grossen Erfolg auch noch in Pratteln – allerdings relativ bescheiden. «Ich hatte es mir ein bisschen feuchtfröhlicher vorgestellt», erklärt Widmer und lacht, «aber es waren dann doch alle sehr müde. Im Zelt der Nordwestschweizer haben wir immerhin auf die grandiose Teamleistung angestossen.»

Schmerzhafte Nachtruhe
Nach 2 Uhr wurde es schliesslich, bis sich Tobias Widmer im Athletendorf zur Nachtruhe begab. «Die Spannung ist abgefallen und ich bin schnell eingeschlafen, obwohl mir alles wehgetan hat», sagt Tobias Widmer, der mittler- weile schon 18 Kränze gewonnen hat. Nach dem ESAF genoss der Kölliker eine Woche Ferien. In der hatte er auch Zeit, die zahlreichen Glückwünsche auf den verschiedensten Kanälen zu beantworten. «Es waren schon sehr viele und ich habe mich über alle sehr gefreut», sagt der 190 cm grosse und 117 kg schwere Tobias Widmer. «Es haben sich sogar die Nachbarn und alte Schulkollegen gemeldet, von denen ich gar nicht wusste, dass sie Schwingfans sind.»

Weitere Bilder vom ESAF finden Sie hier in der Bildergalerie.

Heidrich/Dillier holen den Meistertitel

Heidrich/Dillier holen den Meistertitel | Der Landanzeiger

Seit 31. August wurden auf dem Bundesplatz in Bern die Schweizermeisterschaften im Beachvolleyball ausgetragen. Bei den Finalspielen setzten sich die Favoriten durch. Tanja Hüberli und Nina Brunner holten sich im Finalspiel gegen Zoé Vergé-Dépré und Esmée Böbner den Schweizermeistertitel. Im Finalspiel der Männer besiegte das Duo Adrian Heidrich (Kloten) und Leo Dillier (Aarau) das Team Hagenbuch/Broch.

Heidrich/Dillier holen den Meistertitel | Der Landanzeiger
Adrian Heidrich und Leo Dillier (rechts) siegten im Final.

Neue Duos bei den Herren
Bei den Herren versprach bereits zum Start des Turniers die finale Setzliste, dass das Turnier wohl einige Wendungen mit sich bringen kann. Verletzungsbedingt musste Marco Krattiger von der Setzliste zurücktreten. Er galt mit seinem Partner Florian Breer als einer der Favoriten. Das gleiche Schicksal erlitt der weitere Favorit Yves Hausener, der kurzfristig auf Grund einer Verletzung nicht aktiv teilnehmen konnte. Somit bildete sein Partner Quentin Métral mit Florian Breer zum ersten Mal gemeinsam ein Team. Praktisch ohne gemeinsames Training verpassten die Beiden das Podest im kleinen Finalspiel nur knapp. Ihre Gegner Jonas Kissling und Michiel Zandbergen holten sich beim kleinen Final den 3. Podestplatz. Das Team Simon Hagenbuch und Nathan Broch wurde nach den klaren Finalniederlage in 2 Sätzen gegen Heidrich/Dillier mit 13:21, 15:21 Vizeschweizermeister. Seinen Schweizermeistertitel verteidigen konnte der Klotener Adrian Heidrich, der in diesem Jahr mit dem neuen Partner Leo Dillier auf dem obersten Podest bejubelt wurde.

Das Finalspiel der Frauen krönte den Abschluss des erfolgreichen dreitägigen Turniers. Tanja Hüberli mit Nina Brunner setzten sich im packenden Duell in 2 Sätzen mit 26:24, 21:17, gegen Esmée Böbner und Zoé Vergé-Dépré durch. Die Kulisse und Stimmung direkt vor dem Bundeshaus konnte dabei nicht besser sein. Die Familie Vergé-Dépré war auch in diesem Jahr gleich zweifach auf dem Podest vertreten. Die Schwester von Zoé, Anouk Vergé-Dépré holte sich zusammen mit Menia Bentele im kleinen Final nach drei hart umkämpften Sätzen die Bronzemedaille.

Bundesrätin brachte Medaillen
Bundesrätin Viola Amherd übergab bei der Siegerehrung die Goldmedaillen.
«Es ist schön hat sich auch eine Bundesrätin die Zeit genommen, um der Siegerehrung beizuwohnen», sagt die Schweizermeisterin Tanja Hüberli.

Freude auf der einen, Frust auf der anderen Seite

Freude auf der einen, Frust auf der anderen Seite | Der Landanzeiger

Der 26-jährige Kölliker Tobias Widmer darf bereits im siebten Gang über seinen ersten eidgenössischen Kranz jubeln. Er macht mit Matthias Herger kurzen Prozess und sichert sich damit das begehrte Eichenlaub. Zuvor hatte er sich in Gang fünf gegen den Berner Florian Weyermann durchgesetzt und einen Gestellten im sechsten Kampf gegen den Eidgenossen Florian Gnägi erreicht. Im achten Gang scheint es, als ob die Spannung beim Kölliker weg wäre. Nach wenigen Sekunden unterliegt er König Kilian Wenger. Dennoch fällt das Fazit positiv aus: «Als ich mir die Schulter kurz vor dem Eidgenössischen ausrenkte, dachte ich, das darf doch nicht wahr sein». Doch dann zeigte die Untersuchung, dass es nicht allzu schlimm ist. Und Widmer startete in Pratteln: «Es ist unglaublich.»

Zum Auftakt des Festes hatte der Kölliker, der in den letzten Jahren und Monaten immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen worden war, den Zürcher Roman Schnurrenberger besiegt. Im zweiten Gang gab es für Widmer einen «guten» Gestellten gegen den Eidgenossen Erich Fankhauser. Nach dem Mittagessen setzte sich Widmer dann gegen den Zürcher Remo Ackermann durch. In Gang vier liess er dem Eidgenossen Martin Herrsche schliesslich keine Chance.

Grosse Fragezeichen
Der erste für Tobias Widmer, dafür kein dritter eidgenössischer Kranz für Patrick Räbmatter aus Uerkheim. «Ich bin sehr enttäuscht», so sein knappes Fazit, «ich habe keine Ahnung, was falsch gelaufen ist.» Im entscheidenden achten Gang muss er sich vom Innerschweizer Eidgenossen Mike Müllestein das Sägemehl vom Rücken wischen lassen. Müllestein feiert, «Räbi» ist konsterniert. Bis zum Sonntagmittag lag der Doppeleidgenosse noch auf Kranzkurs. Zu Beginn des zweiten Tages hatte er den Berner Reto Thöni bezwungen und liess danach auch dem Innerschweizer Urs Doppmann keine Chance. Im siebten Gang musste «Räbi» aber eine Niederlage gegen den Berner Altmeister Thomas Sempach einstecken – und geriet damit unter Zugzwang. Bereits der erste Tag war nicht nach dem Gusto des Uerkners verlaufen. Im Anschwingen gegen den routinierten Berner Eidgenossen Bernhard Kämpf versuchte es «Räbi» früh mit einem Kurz, Kämpf konterte aber mit einem Hüfter. «Ich war gut auf ihn eingestellt, er aber anscheinend noch besser auf mich», so Räbmatter. Mit dem Sieg im zweiten Kampf gegen den Berner John Grossen schien Räbmatter dann im Fest angekommen zu sein. Im dritten Gang setzte es für den Uerkner aber eine überraschende Niederlage gegen den Westschweizer Sven Hofer ab. «Ich habe den Gang gemacht und war nahe am Resultat», erklärte Räbmatter, «dann bin ich ihm aber reingelaufen. » Zum Abschluss des ersten Tages besiegte «Räbi» dann erst zehn Sekunden vor dem Ende des Ganges den St. Galler Michael Bernold.

Olivier Hermann aus Erlinsbach schrammt haarscharf am Kranz vorbei. Obwohl er im achten Gang gegen Dominik Zangger mit einer 10 gewinnt, fehlen ihm am Ende 0,25 Punkte für den Kranz. 74,50 Punkte haben auch schon zur Eichenlaubauszeichnung an einem ESAF gereicht. Zuletzt in Zug brauchte es allerdings auch 74.75 Punkte für den Kranz. Hermann verbuchte vier Siege, drei gestellte, zwei davon gegen die Eidgenossen Beni Notz und Stefan Burkhalter und nur eine Niederlage gegen den Teilverbandskranzer Reto Kaufmann. Für Herrmann war es die dritte Teilnahme an einem ESAF.

Die Beinahe-Sensation
Eine tolle Leistung zeigte auch der 16-jährige Uerkner Sinisha Lüscher, der jüngste Schwinger im Feld. Am Ende seines ersten Eidgenössischen bei den Aktiven fehlen ihm nur 0,5 Punkte für den Kranz. «Es ist ein bisschen schade, dass es so knapp nicht gereicht hat», sagte Lüscher, «aber es ist ja meine erste Saison bei den Aktiven und ich kann es langsam angehen. » In seinem allerersten ESAFKampf stellte Sinisha Lüscher gegen den Berner Teilverbandskranzer Michael Moser. Im zweiten Kampf holt er sich gegen den Kanadier Roger Badat eine glatte 10. Und in Gang drei doppelte er nach und feierte gegen den routinierten Alex Schuler seinen ersten Erfolg gegen einen Eidgenossen. Auch wenn es in Gang vier gegen Mike Müllestein die erste Niederlage absetzte, durfte er mit dem ersten Tag zufrieden sein. Gegen den Luzerner Roman Wandeler holte sich Sinisha Lüscher im fünften Kampf seinen dritten Sieg. Der sechste Gang gegen Eidgenosse Benjamin Gapany dauerte dann nur zwei Sekunden, bevor der Uerkner auf dem Rücken lag. Im siebten Kampf unterlag er dem Urner Lukas Bissig. Zum Abschluss durfte Sinisha Lüscher gegen Ronny Schöpfer noch einmal jubeln. Lüscher kam mit vier Siegen, einem Gestellen und drei Niederlagen auf ein Total von 74.25 Punkten. «Ich hätte es mir insgesamt nicht viel besser vorstellen können», sagte er, «ich bin sehr zufrieden, dass ich mein Ziel erreicht habe und acht Gänge absolvieren durfte. Es war ein eindrückliches Erlebnis.»

Etwas mehr als Lüscher, nämlich 0,75 Punkte, fehlten dem Attelwiler Kaj Hügli letztlich zu Eichenlaub. «Eine leise Enttäuschung ist da, aber ich kann trotzdem mit dem Gezeigten leben und bin stolz auf meinen Auftritt.» Vor allem am Samstag zog Hügli einen sehr guten Tag ein. Der Attelwiler gewann zuerst gegen Jonathan Droxler und stellte im zweiten Gang gegen den Eidgenossen Alex Schuler. Im dritten Kampf bezwang Hügli den US-Amerikaner Grant Widmer, bevor er zum Abschluss des Tages mit Reto Nötzli einen Eidgenossen bodigte. Zum Auftakt der zweiten Pensumhälfte kassierte Kaj Hügli gegen den Berner Michael Moser die erste Niederlage. Und dann gegen den Muotathaler Dario Gwerder gleich die zweite. Im siebten Gang konnte er gegen den Luzerner Samuel Schwyzer immerhin stellen. «Ich hatte ein kleines Tief in den Gängen fünf bis sieben», sagte Hügli. Zum Abschluss des Festes besiegte er noch den Berner Peter Beer.

Gegen drei Eidgenossen
Der erst 17-jährige Tim Roth (Erlinsbach) hatte im achten Gang die Chance, mit einem Sieg gegen den Berner Teilverbandskranzer Stefan Gäumann den Kranz zu gewinnen. Dazu ist es nicht gekommen. Trotz der Enttäuschung zum Schluss darf Roth mit Stolz auf ein hervorragendes Fest zurückblicken. Er klassierte sich auf Rang 12f und verbuchte vier Siege, zwei Gestellte und zwei Niederlagen. Mit Burkhalter Stefan, Gerber Christian und Bieri Marcel musste er gegen drei Eidgenossen antreten, gegen Bieri verlor Roth, gegen die anderen zwei Eidgenossen stellte er.

Mehr erhofft
Für Tiago Vieira (Buchs) endete seine vierte ESAF-Teilnahme enttäuschend. Tiago, der in den letzten Schwingfesten eine stark aufwärts zeigende Form an den Tag legte, startete mit einem Sieg gegen Teilverbandskranzer Stefan Studer. Gegen die Eidgenossen Andi Imhof und Simon Anderegg, aber auch gegen den Teilverbandskranzer Matthias Herger gab es Niederlagen. Vieira klassierte sich am Ende auf Rang 17e.

Lehrgeld bezahlte Jan Roth (Erlinsbach). Der Zwillingsbruder von Tim Roth startete mit einer Niederlage ins Fest. Nach dem ersten Tag hatte er zwei Siege und zwei Niederlagen auf seinem Notenblatt. Im fünften Gang gabs nochmals einen Sieg, bevors gegen den Eidgenossen Andi Imhof und die anderen beiden Gegner, drei Niederlagen in Serie absetze. Jan Roth ist auf Rang 19c klassiert und holte an seinem ersten ESAF 72,25 Punkte.

Den zweiten Tag nur noch als Zuschauer miterleben durfte der ESAFNeuling Pirmin Reinhard (Attelwil). Der 20-Jährige kam auf 35,50 Punkte. Er bezwang zum Auftakt den Westschweizer Antoine Ducry. Im zweiten Gang kam er zu einem Unentschieden gegen den Innerschweizer Marco Heiniger. Am Nachmittag verlor Reinhard dann aber zweimal (gegen Stephan von Büren und Lukas Heinzer). «Im Grossen und Ganzen bin ich zufrieden », sagt Pirmin Reinhard. Das Erlebnis sei grossartig gewesen und mit keinem anderen Schwingfest zu vergleichen: «Mein Ehrgeiz ist geweckt, ich will in drei Jahren in Mollis wieder dabei sein.»

Bilder vom ESAF in Pratteln finden Sie hier in der Bildergalerie.

Top-20-Platz bei der Premiere

Top-20-Platz bei der Premiere | Der Landanzeiger

Wenn es zählt, ist Nino Schurter kaum zu schlagen. Dank einem herausragenden Auftritt an der Weltmeisterschaft im französischen Les Gets krönte sich der 36-Jährige am Sonntag bereits zum 10. Mal zum Mountainbike-Weltmeister. Einen starken Auftritt zeigte auch sein Teamkollege Marcel Guerrini mit Schlussrang fünf. Der Tessiner Filippo Colombo wurde Neunter. Die nächstbesten Schweizer waren Vital Albin auf Rang 15 und Joel Roth auf Platz 18. Der Kölliker wies am Ende einen Rückstand von 4:22 Minuten auf Sieger Schurter auf.

Joel Roth gelang eine Woche nach seinem elften Platz im Cross-Country- Rennen der Europameisterschaften in München auch der Start in die Welttitelkämpfe in Frankreich, seiner Elite- WM-Premiere. In der ersten von insgesamt sieben Runden wurde er in den Nadelöhren der Strecke zwar wie viele andere Fahrer etwas gestoppt, aber er konnte sich um die Position 20 einreihen und sich dort halten. «Ich bin grundsätzlich sehr happy mit meinem Rennen», erklärte der 23-jährige Joel Roth, «der Start war eventuell ein bisschen zu schnell. Und deshalb musste ich gegen Ende so leiden wie noch nie in dieser Saison.» Viel Zeit verlor er dann trotzdem nicht mehr, allerdings fiel der Kölliker schliesslich noch von einer Top-15-Position auf den 18. Rang zurück. «Mit diesem Schlussresultat an meiner ersten Elite-WM bin ich definitiv glücklich», sagte Joel Roth. «Das ist ein tolles Resultat von Joel Roth», wurde der Kölliker auch vom TV-Experten und ehemaligen Spitzenfahrer Thomas Frischknecht gelobt, «er ist eine grosse Hoffnung für die Zukunft.»

Die Pferderennen sind zurück aus der Sommerpause

Die Pferderennen sind zurück aus der Sommerpause | Der Landanzeiger

Nachdem die beiden Frühlingsrenntage bestens geglückt waren, konnte die Rennbahn über die Sommermonate für verschiedene Veranstaltungen wie die Thai-Festivals oder das Open-Air-Kino vermietet werden und war deshalb alles andere als stillgelegt. Am 28. August, um 12.40 Uhr, eröffnet der Nachwuchs den Renntag mit einem Galopprennen für Ponys. Im Anschluss messen sich die Youngster in einem Ponytrabrennen. Der Aargauische Rennverein legt grossen Wert auf die Nachwuchsförderung, denn sie sind die Zukunft des Pferderennsports. Ab 13.30 Uhr sind dann die Grossen mit insgesamt sieben Rennen an der Reihe. Das Hauptereignis des ersten Renntages ist die «74. Meisterschaft der Traber — 9. CNT Grand Prix Turf Club Aarau und ein aktiver Freund der Rennbahn Aarau» und ist mit 35’000 Franken dotiert. Der aktuelle Schweizer Meister, «Enatoff» mit Henri Turettini, siegte am ersten Renntag dieses Jahres in Aarau bereits wieder überlegen und zeigt, dass er die 2500m auf dieser Bahn mag. Mit Spannung wird «Enatoff» zur Titelverteidigung erwartet. Mit je drei weiteren Trab- und Galopprennen wird der Tag abgerundet.

Bereits eine Wochen nach der Meisterschaft der Traber wird am 4. September mit dem «74. Grossen Preis der Schweiz Implenia Schweiz AG und Gönner» die inoffizielle Meisterschaft für die Hindernispferde ausgetragen. Ein mit 35’000 Franken dotiertes Jagdrennen über 4200 Meter für 4-jährige und ältere Pferde. Mit insgesamt vier Trabrennen, zwei Flachrennen und drei Hindernisrennen hat auch dieser Renntag einiges an Spektakel zu bieten.

Gemäss dem Motto «Erlebnis Schachen» bieten die traditionellen Aarauer Pferderennen einen erlebnisreichen Nachmittag auf der schönsten Rennbahn der Schweiz. Im kostenlosen Programmheft erhalten Neueinsteiger wertvolle Tipps zum Wetten. Bereits ein kleiner Einsatz lässt die Herzen der Zuschauerinnen und Zuschauer noch höher schlagen. Wie immer ist man im Aarauer Schachen um das Wohl der jüngsten Besucher bemüht. An jedem Renntag ist der Kindergarten mit professioneller Betreuung geöffnet und auch das beliebte Ponyreiten wird wieder vor Ort sein.

Das Team der Thommen Gastronomie AG wird sich um das kulinarische Wohl der BesucherInnen sorgen und man wird für jeden Geschmack etwas passendes finden. Ein Sonntag an der frischen Luft in einer einmaligen Umgebung – da lohnt sich der Besuch.

Favoriten setzten sich durch

Favoriten setzten sich durch | Der Landanzeiger

Nach Corona ist sozusagen vor Corona: In der Hierarchie der Aargauer 300m-Gewehrschützen hat sich wenig verändert. Dies demonstrierte zum Auftakt Rafael Bereuter. Obwohl der 36-jährige Freiämter inzwischen von der internationalen Bühne abgetreten ist, hat er von seiner Klasse noch nichts eingebüsst. Mit 197 Punkten kniend und 199 liegend führte er die Vorentscheidung früh herbei. Mit überragenden 97 Zählern aus den ersten zehn Stehendschüssen überraschte er gar sich selber. Die 91 Punkte in der letzten Zehnerpasse waren dann mässig. Dennoch bedeutete das Total von 584 Punkten ein Topresultat, mit dem sich der Favorit «sehr zufrieden» zeigte. Silber ging mit 550 Punkten an Titelverteidiger Hans Häseli.

Rolf Denzlers Stärke liegend
Nach zweitbestem Qualifikationsresultat bei den Standardgewehrschützen blieb Favorit Rolf Denzler zum Finalauftakt im Liegendpensum in Tuchfühlung mit der Spitze. Nach dem Wechsel zur Kniendstellung teilte sich die Spreu schnell vom Weizen. Denzler zog mit jedem Schuss mehr davon. Selbst Qualifikationssieger Markus Mathis lag nach 25 von 30 Finalschüssen schon 3,2 Punkten hinten. Diese Reserve verwaltete Routinier Denzler sicher. Der 58-jährige Seetaler schoss mit 10,5 Zählern aus und distanzierte den 21 Jahre jüngeren Freiämter um 5 Punkte. Die Finalüberraschung gelang dem Burger Andreas Baumgartner. Der 70-jährige Oberwynentaler schnappte den höher eingestuften Konkurrenten Bronze weg.

Kampf der Ordonnanzschützen
Nach mässigen Resultaten in der Qualifikation erlebten die Schützen mit der Ordonnanzwaffe im Final bei schwierigen Verhältnissen ein böses Erwachen. Jeder Finalschütze verzeichnete mindestens einen Schuss unter 7,0 Punkten. Qualifikationssieger Walter Schumacher verabschiedete sich auf Rang 5. Auch Titelverteidiger Stephan Morgenthaler haderte liegend. Doch der 59-jährige Oberentfelder steigerte sich kniend und lag nach 25 Schüssen mit 3,3 Punkten Vorsprung in Führung. Obwohl auch er ungewohnt schlecht traf, rettete er sich über die Distanz. Mit einem Fehlschuss von nur 4,9 Punkten bot er zum Abschluss seinem letzten Kontrahenten Hans Schumacher nochmals eine Chance, doch dieser schwächelte mit 6,3 Punkten seinerseits. So triumphierte Morgenthaler mit 277,8:276,4. «So etwas habe ich noch nie erlebt», schüttelte der erfolgreiche Titelverteidiger ungläubig den Kopf. Schumacher suchte die Schuld nicht bei den Bedingungen, sondern sprach von Problemen in der Kniendstellung.

Teilnehmer- und zahlreiche Meetingrekorde

eilnehmer- und zahlreiche Meetingrekorde | Der Landanzeiger

Die 355 Athletinnen und Athleten fanden bei angenehmen Temperaturen fast ideale Bedingungen im Aarauer Schachen vor. Einzig der drehende Wind machte den Startenden etwas zu schaffen. Trotzdem weist ein Blick in die Rangliste viele Saison- und persönliche Bestleistungen aus.

Drama über 400m Hürden
Gleich drei Serien bei den Männern und fünf bei den Frauen waren für die 400m Hürden angesagt. Mit den Topathleten Julien Bonvin (CA Sierre), Dany Brand (LC Zürich), Alain-Hervé Mfomkpa (Lausanne-Sport) und Victor Coroller (LC Zürich) war eine hochkarätige erste Serie bei den Männern angesagt. Kurz nach der ersten Kurve bereits die erste Überraschung: Brand bricht ab. Auf der Gegengerade liefern sich Mfomkpa und Bonvin ein packendes Duell, bei dem sich Bonvin in einem horrenden Tempo immer weiter nach vorne schiebt. In der zweiten Kurve kommt aber die nächste Überraschung: Mfomkpa verschätzt sich bei einer Hürde und stürzt, das gleich passiert Bonvin eine Hürde später und somit profitiert Victor Coroller. Verletzt hat sich aber niemand. Somit steht einem EM-Start von Bonvin und Brand in München nichts im Weg.

Zehn neue Meetingrekorde
Gleich zehn neue Meetingrekorde konnten gefeiert werden. Im 200 und 3000m verbesserten sowohl die Frauen als auch die Männer die bisherigen Meetingrekorde. Die WM- und EM-Startende Silke Lemmens (LC Zürich) verbesserte im 200m den Rekord gleich um eine halbe Sekunde. Bei den Männern erreichte Sandro Graf (LC Zürich) in 21.02s den Uraltrekord von Marc Niederhäuser aus dem Jahre 2005. Die 3000m Rennen zum Abschluss des Meetings bei Flutlicht wurden zu einer packenden Angelegenheit und brachten noch einmal richtig Stimmung in den Schachen. Bei den Frauen feierte Emma Schaertlin (LC Basel) in 10:13.30 min einen neuen Meetingrekord mit einem Start-Ziel-Sieg. Die erste Serie der Männer hatte sich Grosses vorgenommen: Luca Noti (STB Leichtathletik) und Morgan Le Guen (Stade Genève) setzten sich eine Zeit unter acht Minuten zum Ziel. In einer entsprechend schnellen Pace gingen diese auch das Rennen an. Der Genfer konnte das Rennen schlussendlich 800m vor dem Ziel für sich entscheiden, als der Berner Noti das konstant hohe Tempo nicht mehr mitgehen konnte. Am Ende siegte Le Guen in exzellenten 7:55.42 min und blieb zum ersten Mal unter acht Minuten. Noti war am Schluss mit 8:04.13 min leicht über den acht Minuten. Ein Meetingrekord ging auch an den heimischen BTV Aarau Athletics. Lukas Baroke verbesserte am Freitagabend im Hammerwerfen seinen eigenen Rekord um zwei Meter.

eilnehmer- und zahlreiche Meetingrekorde | Der Landanzeiger
Meetingrekord: Lukas Baroke (BTV Aarau) verbesserte im Hammerwerfen seinen eigenen Rekord um zwei Meter.
Teilnehmer- und zahlreiche Meetingrekorde | Der Landanzeiger
Alle 100-m-Sprinter der ersten Serie liefen eine Zeit unter elf Sekunden.

Internationales Interesse am Aarauer Abendmeeting
Auch in den Nachbarländern stiess das Meeting auf Interesse. Die Siegerin im Hochsprung, Bernice Coulson, kam aus Birmingham und übersprang 1.75m. Aber auch zwei chinesische Nationaldress wurden in Aarau gesichtet: Yuang Wu und Yuhao Shi bereiten sich aktuell in der Schweiz auf die zweite Saisonhälfte vor und nutzten das Aarauer Abendmeeting als Formtest. Yuhao Shi konnte mit 10.50s die 100m für sich entscheiden und verwies den Zürcher William Reais auf den zweiten Platz. Zu erwähnen ist, dass beim 100m Männer alle Sprinter der ersten Serie unter elf Sekunden blieben.

Zufriedene Organisatoren
Wettkampfleiter Philip Salathe war im Anschluss sehr zufrieden: «Es war ein super Meeting. Der Zeitplan konnte eingehalten werden, wir hatten eine sehr gute Stimmung und es wurden zehn neue Meetingrekorde erzielt. An dieser Stelle geht ein grosses Dankeschön an meine OK-Mitglieder, die Athletinnen und Athleten sowie die zahlreichen Helfer, ohne die es nicht möglich wäre, einen Wettkampf zu organisieren. Wir freuen uns bereits auf die vierte Ausgabe nächstes Jahr.»

Hier geht es direkt zu den Bildergalerien und den Ranglisten.

Premieren für Kaj Hügli und Patrick Räbmatter

Premieren für Kaj Hügli und Patrick Räbmatter | Der Landanzeiger

Gleich zwei Aargauer Schwinger dürfen auf der Schwägalp erstmals jubeln. Während der Uerkner Eidgenosse Patrick Räbmatter eine seiner nur noch wenigen Kranzlücken schliessen kann, darf der Attelwiler Teilverbandskranzer Kaj Hügli seinen ersten Bergkranz bejubeln. Beide müssen im sechsten Gang gewinnen, wollen sie mit Eichenlaub nach Hause fahren – und beiden gelingt es. Patrick Räbmatter lässt dem St. Galler Lars Geisser keine Chance, Kaj Hügli setzt sich gegen den Thurgauer Thomas Burkhalter durch.

Giger machte kurzen Prozess
Erstaunlich ist das vor allem im Fall von Kaj Hügli, musste er doch im Spitzenduell des fünften Ganges eine krachende Niederlage gegen den späteren Festsieger und momentanen Überschwinger Samuel Giger nach bereits drei Sekunden hinnehmen. Bereits im Anschwingen lag der Attelwiler auf dem Rücken. Eidgenosse Raphael Zwyssig erwies sich als zu stark. Dann aber kam Hügli zu drei Siegen in Folge gegen Fabian Rüegg, Adrian Elmer und Eidgenosse Beni Notz. «Ich weiss nicht, wie ich meine Gefühle beschreiben soll», sagte Kaj Hügli, «es war schon mein Ziel, in dieser Saison einen Bergkranz zu gewinnen. Aber, dass es nun hier auf der Schwägalp gelingt … Es ist einfach unglaublich.»

Patrick Räbmatter startete im Eidgenossen-Duell gegen Fabian Kindlimann wie erwartet mit einem Gestellten. Er fand gegen den sehr defensiv agierenden Zürcher nur einmal fast ein Rezept. «Danach wurde es noch schwieriger», erklärte Räbmatter. Gegen Patrick Kurmann – «einen jungen Wilden» – hatte «Räbi» eine Schrecksekunde zu verdauen, ehe er aber schliesslich sicher gewann. Im dritten Gang zog der 30-Jährige dann seine einzige Niederlage ein. Mario Schneider überraschte ihn im Duell der Schwergewichte nahe am Platzrand. «Ich habe gemeint, der Platzkampfrichter unterbreche den Kampf», sagte Räbmatter.

Am Nachmittag blieb Patrick Räbmatter dann ohne Fehl und Tadel. Die Teilverbandskranzer Thomas Koch, Shane Dändliker, der eine Woche zuvor das Schaffhauser Kantonalschwingfest für sich entschieden hatte, und Lars Geisser konnten «Räbis» 55. Karrierekranz nicht verhindern. Grosse Freude hatte der Uerkner vor allem an seiner Leistung am Nachmittag: «Das war noch einmal ein Schritt nach vorne. Die Formkurve zeigt weiter nach oben.» Und das ist nicht unwesentlich zwei Wochen vor dem Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Pratteln.

Fünfter Schwägalp-Sieg
Der Topfavorit für den Saisonhöhepunkt konnte sich gestern auch auf der Schwägalp den Siegerpreis überreichen lassen. Der Thurgauer Samuel Giger gewann das Bergfest bereits zum fünften Mal. Im Schlussgang besiegte der 24-Jährige den Glarner Eidgenossen Roger Rychen – zum zweiten Mal an diesem Tag. Im dritten Gang gelang ihm ein Plattwurf, im Schlussgang setzte er sich im Bodenkampf durch.

Verabschiedung von «Nöldi»
Der Festakt 2022 war geprägt von der Verabschiedung von Arnold Forrer, der am Tag zuvor seinen sofortigen Rücktritt vom aktiven Schwingsport gegeben hatte. Nöldi Forrer blickt auf eine aussergewöhnliche Laufbahn zurück mit dem Schwingerkönigstitel 2001, 46 Kranzfestsiegen und insgesamt 151 Kranzgewinnen.

Fünf Kränze als Zielvorgabe

Fünf Kränze als Zielvorgabe | Der Landanzeiger

Ein Blick auf die Selektionen der Nordwestschweizer zeigt keine grossen Überraschungen. Die in Brugg verletzungsbedingt abwesenden Tobias Widmer und Lars Voggensperger wurden erwartungsgemäss selektioniert. Als Leader steigen die Eidgenossen Nick Alpiger, Joel Strebel, Patrick Räbmatter und David Schmid ins ESAF-Rennen.

Blickt man auf die Selektionsliste ist auffallend, dass nicht weniger als sieben Schwinger 20 Jahre und jünger sind. Weitere neun Schwinger sind noch nicht älter als 25 Jahre. Das unterstreicht, dass in der Nordwestschweiz in der Jugendarbeit Gutes geleistet wurde in den vergangenen Jahren.

«Wir wollen uns in Pratteln als Team präsentieren und fünf Kränze gewinnen», lautet die Zielvorgabe von Verbandspräsident Michael Saner. Alle selektionierten Schwinger haben in diesem Jahr mindestens einen Kranz gewonnen. Im Fall von Simon Schmutz war der Teilverbandskranz in Brugg gar der erste der Saison. Er hat sich damit im letzten Moment noch qualifiziert.

Folgende Schwinger aus dem «Landanzeiger»-Gebiet haben ein ESAF-Aufgebot erhalten (In alphabetischen Reihenfolge): Hermann Oliver (Wohnort: Erlinsbach/Schwingklub: Aarau). Hügli Kaj (Attelwil/Aarau). Lüscher Sinisha (Uerkheim/Olten-Gösgen). Räbmatter Patrick (Uerkheim/Zofingen). Reinhard Pirmin (Attelwil/Aarau). Roth Jan (Erlinsbach/Aarau). Roth Tim (Erlinsbach/Aarau). Vieira Tiago (Buchs/Aarau). Widmer Tobias (Kölliken/ Aarau).

Weitere Aargauer Schwinger haben ein ESAF-Aufgebot: Alpiger Nick (Seon/Lenzburg). Döbeli Lukas (Sarmenstorf/ Freiamt). Joho Pascal (Sarmenstorf/ Freiamt). Joho Phillip (Sarmenstorf/ Freiamt). Leuthard Reto (Merenschwand/Freiamt). Ruegger Aaron (Rothrist/Zofingen). Schmid David (Wittnau/Fricktal). Schmid Samuel (Wittnau/Fricktal). Schwegler Dominik (Gebenstorf/Baden-Brugg). Strebel Joel (Aristau/Freiamt).

Viel Betrieb an der Uerkner Beach

Viel Betrieb an der Uerkner Beach | Der Landanzeiger

Spannende Auseinandersetzungen gehören zum Turnier im Uerkner «Sandkasten». Aus zwei Gruppen erreichten die zwei besten Teams das Halbfinale. Gespielt wurde auf einen Satzsieg bis 21, nach 13 Minuten Spielzeit war Schluss. Die Begegnungen verliefen fair und mit Respekt vor dem Gegner. Erfreulich, dass auch Mixed Teams teilnahmen. Das Team «uf Wish bstellt» mit drei Damen und drei Buben schlug sich tapfer.

Das Publikum war ausser Rand und Band, als Geheimfavorit «Rogle» im Halbfinale auf das junge Team «Serial Chillers» aus Zofingen traf. Zuschauern munkelten, dass es hart für den Geheimfavoriten werden würde, da sich die vier Herren zuvor am Grill noch reichlich mit Wurstwaren eingedeckt hatten. Nichtsdestotrotz setzte sich «Rogle» am Ende gegen «Serial Chillers» in zwei Sätzen durch.

Das Finale war nichts für schwache Nerven. Nach 30 gespielten Minuten, einer kurzen Trinkpause und dem Seitenwechsel setzte sich «Achtung Ball» gegen «Capi’s» entscheidend durch. Beide mit zwei Spielern angetretenen Teams starteten ausgeglichen. Im weiteren Spielverlauf arbeitete sich «Capi’s» einen respektablen Vorsprung heraus, doch die «Achtung Ball»-Akrobaten drehten auf. Am Ende stand ein unangefochtener Sieg mit komfortablem Vorsprung für Robby Krauss und Manu Luder zu Buche. Das Finale zeichnete sich durch enormen Einsatz auf beiden Seiten aus. Angriffe mit scharf geschlagenen Bällen wurden meistens mit einem Punkt belohnt, doch auch mancher spektakuläre Ball durch einen schnell reagierenden Block abgewehrt.

Die gute Atmosphäre am Uerkheimer Beachvolleyballturnier ist immer auch ein Verdienst des Organisationsteams und des fachkundigen Publikums. Mit Applaus für spektakuläre Aktionen sparte es nicht. Das stellte auch Cheforganisator Marc König zufrieden, der im Team «Hajde Brünus» zwischenzeitlich auch mit dem Sand in Berührung kam.

Noemi Egolf, die Frau, die bei den Männern spielt

Noemi Egolf, die Frau, die bei den Männern spielt | Der Landanzeiger

Noemi Egolf ist die Exotin im Schweizer Faustball Nationalteam. Die 21-Jährige aus Auenstein ist die einzige Spielerin, die nicht in der Nationalliga A der Frauen aufläuft. Sie spielt bei ihrem Stammverein STV Oberentfelden in der 2. Liga – bei den Männern. Hin und wieder hilft sie zudem in der Nationalliga B Equipe der Frauen aus. «Dass ich bei den Männern trainieren und Meisterschaft spielen kann, hilft mir. Ich kann vom höheren Tempo profitieren», sagt Noemi Egolf, die vorzugsweise als Mittelfrau spielt, jedoch auch in der Abwehr eingesetzt werden kann.

Die Chance gepackt
Dass sich Noemi Egolf – obwohl sie nicht in der Nationalliga A spielt und daher auch keinen direkten Vergleich mit ihren Nati-Kolleginnen hat – den Sprung ins World-Games-Kader geschafft hat, spricht für ihre Qualitäten. Und die hat Egolf, die aus einer richtigen Faustball-Familie stammt, an ihrem bislang grössten Turnier eindrücklich unter Beweis gestellt.

Zu Beginn des World-Games-Turniers, bei dem die Faustballerinnen übrigens zum allerersten Mal teilnehmen durften, gehörte Noemi Egolf noch nicht zur Stammformation von Nationaltrainer Anton Lässer. Erst als sich Abwehrspielerin Rahel Hess bei einem unglücklichen Zusammenstoss verletzte, kam die Chance für Noemi Egolf. Und die packte sie resolut. «Ich habe mich auf der einen Seite extrem gefreut, dass ich endlich zum Spielen kam. Ich bin fast «vergitzlet» auf der Bank. Aber auf der anderen Seite war es nicht gut, dass ich eine verletzte Mitspielerin ersetzen musste», beschreibt Noemi Egolf ihre Gefühlslage bei der Einwechslung.

Noemi Egolf machte ihre Sache auf der für sie eher ungewohnten Abwehrposition gut. Ja mehr als das. Sie spielte so stark, dass sie für den weiteren Verlauf des Turniers zur Stammformation gehörte, obwohl ihre verletzte Mitspielerin wieder einsatzbereit war. Sowohl beim überraschenden Halbfinalsieg gegen die favorisierten Brasilianerinnen (3:1) als auch beim starken Finalauftritt der Schweizerinnen gegen die übermächtigen Deutschen (2:4) gehörte Noemi Egolf zu den Leistungsträgerinnen.

Viele Rückmeldungen
Vor allem das Finalspiel war eine ganz besondere Angelegenheit, wurde doch die Partie live auf «Sport 1» übertragen. «Das hat man natürlich im Hinterkopf und will eine möglichst gute Leistung bringen. Schliesslich sollen die Leute Zuhause guten Faustball sehen und sich im Idealfall weiterhin für unseren Sport interessieren», sagt Egolf.

Das ist dem gesamten Schweizer Team und auch Noemi Egolf definitiv gelungen. «Nach dem Final ist mein Handy fast explodiert», erzählt Noemi Egolf lachend. «Ich habe unglaublich viele Nachrichten bekommen – darunter auch viele Anfragen und Gratulationen von Leuten, die ich gar nicht kenne. Das war schon eine coole Erfahrung.»

Noch immer Gänsehaut
Unter den Anfragen waren auch andere Sportlerinnen und Sportler, die an den World Games teilgenommen haben. Darüber hat sich Egolf besonders gefreut, denn nicht zuletzt wegen den anderen Athletinnen und Athleten waren die World Games so speziell. «Die Atmosphäre war krass. Vor allem die Eröffnungsfeier war unglaublich. Als Sportlerin aus einer Randsportart ist man es sich definitiv nicht gewohnt, in ein Stadion mit 40’000 Zuschauern zu laufen.»

Neben der eindrücklichen Eröffnungsfeier bleiben Noemi Egolf vor allem das Halbfinal- und das Finalspiel in Erinnerung. «Diese beiden Matches werde ich wohl nie mehr vergessen. Ich habe beide Partien seither sicher schon drei Mal angeschaut und hatte jedes Mal wieder Gänsehaut.»

Noemi Egolf war die einzige Aargauerin im Frauen Nationalteam. Bei den Männern, die an den World Games ebenfalls etwas überraschend die Silbermedaille gewinnen konnten, waren mit Luca Flückiger und Noemis Bruder Tim Egolf zwei weitere Aargauer mit dabei.

Hier geht es zu www.aargauersport.ch und weiteren Sportgeschichten.

Aargauer Talente schwitzen im Tessin

Aargauer Talente schwitzen im Tessin | Der Landanzeiger

Beim UBS Kids Cup, der grössten Nachwuchswettkampfserie im Schweizer Sport, startet Grosses. Das zeigt Simon Ehammer. 2011 qualifizierte sich der Appenzeller Kantonalsieger für die Schweizer Finalpremiere im Stadion Letzigrund. An gleicher Stätte gewann er 2015 Silber beim nationalen Leuchtturmprojekt von Swiss Athletics und Weltklasse Zürich, ehe er auch international brillierte. Erst im Nachwuchs, dann bei den «Grossen».

Vom Kids Cup aufs WM-Podest
Jüngst flog der 22-jährige U23-Europameister gar zu Weitsprung-Bronze an den Weltmeisterschaften in Eugene/ Oregon (USA). Unter dem Hallendach bereits WM-Zweiter im Siebenkampf, avanciert Simon Ehammer zum ersten ehemaligen Teilnehmer des UBS Kids Cups, der im Freien den Sprung auf ein WM-Podest geschafft hat. Abgerundet wurde die erfolgreiche WM-Bilanz der «UBS Kids Cup Generation» durch Siebenkämpferin Annik Kälin (6.) und Stabhochspringerin Angelica Moser (8.), beide einstige Siegerinnen des Nachwuchsprojekts und Besucherinnen des seit 2012 durchgeführten UBS Kids Cup Camps.

Ohne Fleiss kein Preis
Ohne Fleiss kein Preiss. Damit sich der Höhenflug der Schweizer Leichtathletik fortsetzt, wird auch diese Woche am Nationalen Jugendsportzentrum in Tenero (CST) geschwitzt. Das von Swiss Athletics organisierte UBS Kids Cup Camp bietet den letztjährigen Schweizer Finalisten der drei höchsten Alterskategorien die Möglichkeit, unter Anleitung von Verbandstrainern an der Technik zu feilen, sich am Lago Maggiore über die Sprachgrenzen hinweg mit Gleichgesinnten auszutauschen und von wertvollen Inputs zu profitieren. Vielseitigkeit ist Trumpf. So lernen die 62 Rohdiamanten nicht nur, wie sie höher und weiter springen, sondern auch die Hürden eleganter meistern und die Flugbahn der verschiedenen Wurfgeräte besser treffen. Kugel, Diskus und Speer gehören zwar (noch) nicht zum «Inventar» des UBS Kids Cups, bestehend aus Sprint, Weitsprung und Ballwurf.

Doch wer träumt nicht auch mal von einer späteren Entwicklung wie bei Simon Ehammer? Obwohl Weltklasse im Weitsprung, hört der Zehnkampf-Rekordhalter nicht auf, in sämtlichen Disziplinen an sich zu arbeiten. Florian Steffen (Rothrist/Satus Rothrist), Robin Gloor (Aarau/BTV Aarau Athletics), David Brügger (Brittnau/TV Zofingen LA), Fionn Bolliger (Uerkheim/TV Zofingen LA), Riana Gloor (Aarau/BTV Aarau Athletics), Norina Hug (Unterlunkhofen/ TV Wohlen AG), Angela Freda (Oftringen/BTV Aarau Athletics) und Samira Frei (Oberrohrdorf/LA Mutschellen) nahmen sich ein Vorbild an ihm. Obendrein konnten sie in der Ferienregion Ascona-Locarno viel Sonne, Energie und Motivation für die weitere Saison tanken.