Hans­peter Thür, Hans­peter Hil­fiker und Daniel Sie­gen­thaler an der Medi­en­kon­fe­renz (Bild: Sarah Künzli)

Das geschah ver­gan­gene Woche rund um das Thema neues Fuss­ball­sta­dion

Sta­dion? Sta­dion, Sta­dion! Sta­dion …

15. März 2018 | News

Es begann am ver­gan­genen Dienstag als sich die Mel­dungen über das neue Fuss­ball­sta­dion häuften. Der Land­an­zeiger wagt eine Zusam­men­fas­sung (Stand: Redak­ti­ons­schluss, Montag, 12 Uhr).

Die Stadt Aarau lud mit dem Titel «Aktu­elles rund um das neue Fuss­ball­sta­dion» zur kurz­fris­tigen Medi­en­kon­fe­renz am Diens­tag­nacht­mittag. Anwe­send waren neben Stadt­prä­si­dent Hans­peter Hil­fiker die Stadt­räte Hans­peter Thür (Res­sort Hochbau und Raum­pla­nung) und Daniel Sie­gen­thaler (Res­sort Sport). Sie teilten mit, dass der Stadtrat bereit sei auf die Ände­rung des bis­he­rigen Pro­jekts, also einem Sta­dion mit einer Man­tel­nut­zung mit vier Hoch­häu­sern statt dem Ein­kaufs­zen­trum, ein­zu­treten. Für diesen «Plan B» braucht es einen Gestal­tungs­plan und eine Bau­be­wil­li­gung für die Hoch­häuser, eine ange­passte Bau­be­wil­li­gung fürs Sta­dion und eine Ände­rung im Zonen­plan. «Eine ehr­gei­zige Geschichte» nennt der Stadtrat den Plan B, wenn 2021 mit dem Bau begonnen und das neue Sta­dion 2023 bezogen werden muss.

Kurzes Auf­atmen für den FC Aarau?

«In Anbe­tracht, dass solche Geschäfte bis vor Bun­des­ge­richt gehen können, haben wir uns ent­schieden, ein Worst-Case-Sze­nario zu errechnen. Wenn die Gene­ral­un­ter­neh­merin HRS daran fest­hält und erst mit dem Bau beginnt, wenn die Hoch­häuser bewil­ligt sind, dann reicht es zeit­lich nicht», sagt Stadtrat Hans­peter Thür an der Medi­en­kon­fe­renz. Des­halb hat man noch einmal mit Swiss Foot­ball League gespro­chen. Sie ist bereit dem FC Aarau im April 2021 wei­terhin eine Lizenz zu erteilen, auch wenn in jenem Zeit­punkt noch Rechts­ver­fahren gegen die Bau­be­wil­li­gung der Hoch­häuser aus­ste­hend sind.

Risiken müssen geteilt werden

Der ganze Pro­zess ist derart risi­ko­be­haftet, wie der Stadtrat sagt, dass man sich absi­chern möchte. Eine klare Zuwei­sung der Ver­ant­wort­lich­keiten und Risiken muss laut dem Stadtrat her. Er stimmt dem Plan B zwar zu, aber unter der Vor­aus­set­zung, dass die HRS Real Estate AG die ent­stan­denen Pla­nungs­kosten im Umfang von rund 2 Mil­lionen Franken ent­schä­digt, falls trotz rechts­kräf­tigem Gestal­tungs­plan für die Hoch­häuser keine Bau­be­wil­li­gung erteilt wird. Die Stadt Aarau will sich zudem mit einer Kon­ven­tio­nal­strafe absi­chern, falls die HRS erneut, trotz vor­lie­gender Bau­be­wil­li­gung für die Hoch­häuser, nicht mit dem Sta­di­onbau beginnt.

Alle am selben Strick ziehen

Der Stadtrat ist der Auf­fas­sung, dass der vor­ge­schla­gene Plan B nur eine Chance hat, wenn das Vor­haben von sämt­li­chen Betei­ligten unterstützt wird: von der HRS Real Estate AG, dem FC Aarau sowie meinstadion.ch. «Wenn wei­terhin jeder irgend­etwas kom­mu­ni­ziert, wird das keine erfolg­reiche Geschichte», so Hans­peter Thür.

Alle sollen am selben Strick ziehen und die­selbe Stra­tegie ver­folgen. «Der Stadtrat wird die öffent­liche Auf­lage der Teil­zo­nen­än­de­rung Sta­dion Tor­feld Süd beschliessen, sobald von allen Seiten eine ent­spre­chende Zusage vor­liegt», so der Stadtrat.

Und plötz­lich ein Plan C

Was der Stadtrat zu diesem Zeit­punkt nicht ahnte, ist, dass sich noch am selben Abend HRS und meinstadion.ch zusam­men­setzen würden. Und plötz­lich steht auch ein Plan C im Raum. «In einem kon­struk­tiven Gespräch ist man übereingekommen, die Mög­lich­keit einer Zwi­schen­fi­nan­zie­rung ver­tieft zu prüfen. Diese Zwi­schen­fi­nan­zie­rung soll es ermög­li­chen, den Sta­di­onbau vom Vor­liegen von rechts­kräf­tigen Bau­be­wil­li­gungen von Hoch­häu­sern zu ent­kop­peln. Damit könnte mit dem Bau des Sta­dions begonnen werden, auch wenn für die Hoch­häuser noch keine Bau­be­wil­li­gung vor­liegt», heisst es in der Medi­en­mit­tei­lung vom Diens­tag­abend. Wei­tere Gespräche zur Prüfung einer Zwi­schen­fi­nan­zie­rung sollen folgen, an denen sollen dann auch die Stadt Aarau und die FC Aarau AG teil­nehmen.

Zwi­schen­fi­nan­zie­rung für rund 40 Mil­lionen

Mitt­woch­morgen und die nächste Medi­en­mit­tei­lung folgt: «Stadtrat begrüsst Gespräche». Darin zeigt sich der Stadtrat erfreut darüber, dass sich HRS und meinstadion.ch zusam­men­setzten, um «ihre Dif­fe­renzen zu berei­nigen», zeigt sich jedoch überrascht über einen Plan C. Stadt und HRS hätten das Thema der «Ent­kop­pe­lung» von Sta­dion- und Hoch­haus­bauten im Januar und Februar intensiv dis­ku­tiert, die Mög­lich­keit aber wieder ver­worfen, weil sie nicht finan­zierbar wäre: «Gemäss HRS wäre für die Zwi­schen­fi­nan­zie­rung ein Betrag von rund 40 Mio. Franken erfor­der­lich. Meinstadion.ch und FC Aarau wurden darüber in Kenntnis gesetzt.

Der Aus­schuss ist des­halb überrascht, dass dieser Weg nun erneut ins Spiel gebracht wird und ist gespannt, ob sich für die Zwi­schen­fi­nan­zie­rung neue Quellen erschliessen lassen.»

Stadtrat hält an For­de­rungen fest

Der Stadtrat erwartet wie er bereits an der Medi­en­kon­fe­renz kom­mu­ni­zierte, dass sich HRS, meinstadion.ch und der FC Aarau bis am 20. März 2018 auf ein gemein­sames Vor­gehen einigen. «Der Stadtrat wird danach ent­scheiden, ob seine Vor­aus­set­zungen für die Auf­lage der Teil­zo­nen­än­de­rung Tor­feld Süd erfüllt sind, und ob der für den Plan B auf­ge­stellte straffe Zeit­plan in Gang gesetzt werden kann.»

SAH