Starker Anstieg bei Schweizer Hypothekenzinsen

Von | 15. Febru­ar 2018 | News

Der Hypo­the­ken-Index des unab­hän­gi­gen Online-Ver­gleichs­diensts moneyland.ch weist für Schwei­zer Fest­hy­po­the­ken seit Jah­res­be­ginn einen star­ken Zins­an­stieg aus. Die Zins­sät­ze auf Spar­kon­ten und Vor­sor­ge­kon­ten hin­ge­gen ver­har­ren auf einem histo­ri­schem Tief.

Die schwei­ze­ri­schen Fest­hy­po­the­ken sind seit Anfang 2018 wie­der stark am Stei­gen und erklim­men im Ver­gleich zu den Vor­jah­ren täg­lich neue Höchst­wer­te.

So lagen die fünf­jäh­ri­gen Fest­hy­po­the­ken am 12. Febru­ar 2018 bei 1.28 % im arith­me­ti­schen Mit­tel, die zehn­jäh­ri­gen Fest­hy­po­the­ken bei 1.73 % – so hoch wie schon seit zwei Jah­ren nicht mehr.

5-jäh­ri­ge Fest­hy­po­the­ken im Ver­gleich

In der ersten Febru­ar­wo­che lagen die arith­me­ti­schen Durch­schnitts­wer­te bei 5-jäh­ri­gen Fest­hy­po­the­ken gemäss Hypo­the­ken-Index von moneyland.ch bei 1.27 % pro Jahr. Rei­ne Online-Hypo­the­ken sind deut­lich gün­sti­ger – die­se lagen in die­ser Woche im Durch­schnitt bei 1.04 % pro Jahr.

Am 1. Janu­ar 2018 lag der Durch­schnitt­s­zins­satz aller Ange­bo­te von Schwei­zer Ver­si­che­run­gen und Ban­ken für 5-jäh­ri­ge Fest­hy­po­the­ken noch bei 1.14 %, am 12. Febru­ar 2018 nun bereits bei 1.28 %. «Das ist eine pro­zen­tua­le Zunah­me von rund 12.3 % seit Anfang Jahr», bilan­ziert Felix Oesch­ger, Ana­lyst bei moneyland.ch.

10-jäh­ri­ge Fest­hy­po­the­ken im Ver­gleich

In der ersten Febru­ar­wo­che lagen die arith­me­ti­schen Durch­schnitts­wer­te bei 10-jäh­ri­gen Fest­hy­po­the­ken gemäss Hypo­the­ken-Index von moneyland.ch bei 1.69 % pro Jahr. Berück­sich­tigt man nur Ban­ken, betrug der Durch­schnitt­s­zins­satz in der ersten Febru­ar­wo­che 1.71 %, bei Ver­si­che­run­gen sind es 1.61 % pro Jahr, bei rei­nen Online-Hypo­the­ken 1.53 % pro Jahr.

Am 1. Janu­ar 2018 lag der Durch­schnitt­s­zins­satz aller Ange­bo­te von Schwei­zer Ver­si­che­run­gen und Ban­ken noch bei 1.51 %, am 12. Febru­ar 2018 nun bereits bei 1.73 %. «Das ist eine pro­zen­tua­le Zunah­me von rund 14.6 %», so Oesch­ger.

Spar­zin­sen auf histo­ri­schem Tief­stand

Wäh­rend die Hypo­the­ken wie­der stei­gen, bewe­gen sich die Zin­sen auf der Pas­siv­sei­te noch nicht mit. Im Gegen­teil: Auch Anfang Febru­ar haben meh­re­re Ban­ken ihre Zins­sät­ze auf Spar­kon­ten, Vor­sor­ge­kon­ten und von Kas­sen­ob­li­ga­tio­nen noch ein­mal gesenkt.

Spar­kon­ten für Erwach­se­ne bie­ten nur noch 0.08 %, Frei­zü­gig­keits­kon­ten nur noch 0.11 % und Säu­le-3a-Spar­kon­ten auch bloss noch 0.311 % im arith­me­ti­schen Durch­schnitt. Bei Pri­vat­kon­ten ist eine Null­ver­zin­sung schon seit eini­ger Zeit bit­te­re Rea­li­tät.

Ein Blick auf die ver­gan­ge­ne Zins­ent­wick­lung zeigt aber auch, dass die Fest­hy­po­the­ken deut­lich vola­ti­ler als Spar­zins­sät­ze sind. Wäh­rend Spar­zins­sät­ze nur spo­ra­disch ange­passt wer­den, wer­den Zins­sät­ze für Fest­hy­po­the­ken häu­fig täg­lich aktua­li­siert.

«Wäh­rend bei Fest­hy­po­the­ken seit 2008 zwi­schen­zeit­lich auch wie­der klei­ne­re Auf­wärts­be­we­gun­gen zu beob­ach­ten waren, sind die Spar­zins­sät­ze seit 2008 im Dau­er­sink­flug», erklärt Ben­ja­min Manz, Geschäfts­füh­rer von moneyland.ch.

Zins-Unter­schie­de zwi­schen den Ban­ken mar­kant

Wäh­rend alle Hypo­the­kar­an­bie­ter die all­ge­mei­nen Zins­ent­wick­lun­gen mit­ma­chen, gibt es zwi­schen den ein­zel­nen Ban­ken und Ver­si­che­run­gen trotz­dem gros­se Zins-Unter­schie­de. «Die Hypo­the­kar-Ange­bo­te mit den höch­sten Zins­sät­zen sind teil­wei­se mehr als dop­pelt so teu­er wie die gün­stig­sten Zins­an­ge­bo­te», so Felix Oesch­ger.

Zum Bei­spiel vari­ie­ren die aktu­el­len Richt­zins­an­ge­bo­te bei 5-jäh­ri­gen Hypo­the­ken je nach Ange­bot zwi­schen 0.95 % und 1.86 %, bei zehn­jäh­ri­gen Hypo­the­ken zwi­schen 1.4 % und 2.36 %, bei 3-Mona­te-Libor-Hypo­the­ken zwi­schen 0.59 % und 1.2 %.