Sterben nun auch die Gewerbemessen?

Von | 7. Dezem­ber 2018 | Gedanken

Den grossen Pub­likumsmessen der Schweiz geht langsam aber sich­er die Luft aus. Kür­zlich haben die Züs­pa und die Comp­toir Suisse das Hand­tuch gewor­fen, nach­dem schon früher bekan­nt war, dass auch die MUBA die Segel stre­icht. Es verbleiben die BEA und die Olma. Inter­na­tion­al hat es die grösste Inter­netmesse CEBIT getrof­fen. Da stellt sich natür­lich schon die Frage nach dem Warum und ob es let­ztlich auch die kleinen Messen trifft.

Offen­sichtlich sind die grossen Pub­likumsmessen ein Aus­lauf­mod­ell. Neuheit­en sucht man heute mit samt den Rabat­ten im Inter­net. Das ist die bit­tere Real­ität. Selb­st ein Grossun­ternehmen wie die Swatch will nicht mehr an der Uhren­messe Basel teil­nehmen.

Nun stellt sich die Frage, ob kün­ftig auch die Gewer­beausstel­lun­gen in den Dör­fern ver­schwinden oder ob sich beispiel­sweise eine AMA auf Dauer noch hal­ten kann? Man weiss von einzel­nen Messen, dass sie defiz­itär waren oder bei den Gewerblern auf zu geringes Echo stiessen.

Aus der Region ist bekan­nt, dass die REGAS in Safen­wil Mühe bekun­dete, genü­gend Aussteller zu find­en. Wäre da nicht die Emil Frey grosszügig hin­ter dem Gewerbe ges­tanden, hätte es schon die let­zte REGAS nicht mehr gegeben. Die Aar­burg­er Gewer­beausstel­lung musste in diesem Jahr gar abge­sagt wer­den. Grund: Zu wenig inter­essierte Aussteller. Die Zofin­ger Region­messe macht im näch­sten Jahr Pause – wie es heisst wegen der Umbauar­beit­en in der Halle. Tat­sache ist, dass die regionalen Gewerbe­messen eben­falls Mühe bekun­den, die Gewer­be­treiben­den zu motivieren.

Ein Ausweg ist es, den Tur­nus zu erhöhen. Für die Aussteller aus dem Dorf ist eine Messe doch alle­mal eine kosten­in­ten­sive und zeitraubende Angele­gen­heit. Mess­bar im Verkauf ist das kaum. Das lässt sich nicht ummünzen und doch will man irgend­wie dabei sein.

Es liegt nicht an mir, den Gewer­bev­ere­inen Ratschläge zu erteilen. Ich per­sön­lich würde in den grösseren Gemein­den eine Gewer­beausstel­lung unge­fähr alle vier Jahre durch­führen. So haben die Aussteller mehr Luft und die Besuch­er auch wieder Lust auf einen Besuch. Die Ausstellerzahl sollte ide­al­er­weise 50 und mehr betra­gen. Alles andere ist eben dann schon eine zu kleine und deshalb meist auch unrentable und für die Besuch­er auch unin­ter­es­sante Sache.

Die lokalen Messen haben den Vorteil, dass sich Aussteller und Besuch­er ken­nen und dass man sich hier auch zu einem Schwatz trifft. Deshalb wer­den die lokalen Messen bes­timmt nicht ganz ausster­ben und das ist auch gut so.

Ob die lokalen Gewer­beausstel­lun­gen aber in 20 Jahren noch gle­ich ausse­hen wer­den wie heute, ist aber zu bezweifeln. Da sind wohl neue Ideen beson­ders gefragt. Die Welt verän­dert sich laufend und das ist auch im Gewerbe nicht anders.

Wer weiss, vielle­icht ver­drän­gen dere­inst die Dorfmärk­te die Gewer­beausstel­lun­gen. Jeden­falls flo­ri­eren die grossen Wei­h­nachtsmärk­te wie beispiel­sweise jene in Zofin­gen, Hut­twil, Willisau oder Brem­garten.