Einsprecher blockiert Spital-Neubau

Einsprecher blockiert Spital-Neubau | Der Landanzeiger

Eigentlich ist alles bereit für den Baustart des neuen Hauptgebäudes des Kantonsspitals Aarau. Die Baubewilligung wurde am 29. März erteilt. Doch der Baubeginn des 569-Millionen-Projekts wird von einem Einsprecher blockiert.

«In der Beschwerde wird hauptsächlich behauptet, der Neubau des KSA habe zusammen mit dem geplanten Parkhaus für Mitarbeitende eine bedeutende Verkehrszunahme im angrenzenden Quartier zur Folge», sagt Stadtrat Hanspeter Thür (Grüne) gegenüber der Aargauer Zeitung. In seiner Beschwerdeantwort bestreitet der Stadtrat diesen Zusammenhang und weist darauf hin, dass der Neubau zu keiner Vergrösserung des Spitals führe und deshalb kein zusätzlicher Verkehr generiert werde.

Die Identität des Einsprechers darf aus rechtlichen Gründen nicht preisgegeben werden. Klar ist aber: Der KSA-Einsprecher muss aus dem angrenzenden Quartier stammen, denn sonst kann er keine legitimierte Einsprache machen. Der Aarauer Stadtrat hat dem KSA die Baubewilligungam29.März erteilt und dabei drei Einwendungen abgewiesen. Mit zwei der drei Einsprecher konnten sich die Verantwortlichen einigen. Der Dritte hat den stadträtlichen Entscheid mittels Beschwerde beim Kanton angefochten. «Das Spital hat anschliessend ein weiteres Mal versucht, mit dem Einsprecher zu verhandeln», schreibt die AZ weiter.

Der Aargauer Regierungsrat muss nun entscheiden, ob er der Beschwerde die aufschiebende Wirkung entzieht, damit ein baldiger Baustart möglich wird. Denn bis die eigentliche Beschwerde behandelt ist, dürfte bis zu einem Jahr vergehen. «Es wird darumein weiterer Versuch unternommen, sich mit dem Beschwerdeführer gütlich zu einigen», schreibt die Aargauer Zeitung. «Wie aus seinem Umfeld zu hören ist, gibt es noch diese Woche eine Verhandlung unter Leitung des regierungsrätlichen Rechtsdienstes.» Die Verantwortlichen des KSA, der Stadt und des Kantons hoffe nauf eine baldige und gütliche Einigung.

Die Red Boots Aarau Autos flitzen nun durch die Strassen

Die Red Boots Aarau Autos flitzen nun durch die Strassen | Der Landanzeiger

Vor dem Saisonabschluss-Event des AXA Super Women’s Team mit den Helferinnen und Helfer und dem Staff konnten die Red Boots Aarau zwölf nigelnagelneue CitroenC3 übernehmen. Diese tollen Fahrzeuge wurden jungen Spielerinnen übergeben, die im Gegenzug einen Dreijahresvertrag unterzeichnet hatten.

Durch die tolle Unterstützung der Volare- Group mit Ruedi Rüssel war es möglich, für die Spielerinnen diesen Deal zumachen. Weiter wird dieses Engagement von Hauptsponsor Credit-Suisse und den Autosponsoren Pamo Gerüste AG und Mobiliar grosszügig unterstützt. Neben Citroen Schweiz und der Garage Galliker in Strengelbach konnten sie auch auf die Unterstützung von Heiz Schriften AG, Aarau, zählen.

Der Vorstand FC Aarau Frauen – Red Boots Aarau dankt allen Sponsoren für die tolle Unterstützung und freut sich, wenn die «auffälligen schwarz, roten Red Boots Aarau Citroen C3 durch unsere Strassen flitzen.»

Trotz Rückschlag optimistisch

Trotz Rückschlag optimistisch | Der Landanzeiger

2020 war für das KIFF ein schwieriges Jahr. Wie alle Kulturinstitutionen wurde der Verein stark von der Corona-Pandemie beeinflusst und eingeschränkt. Dies widerspiegelt sich auch im Jahresbericht 2020. Die Zahlen sind in keiner Weise mit vorangehenden Jahren vergleichbar. Trotzdem hat das KIFF dank der Ausfallsentschädigung, der Kurzarbeit und den bestehenden Subventionen das Corona-Jahr gut überstanden und schaut zuversichtlich in die Zukunft.

Total konnten im Jahr 2020 63 Veranstaltungen im KIFF durchgeführt werden – normalerweise sind es mehr als das Dreifache. Natürlich wirkte sich das auch auf die Besucherzahl aus. In den letzten Jahren fanden immer rund 40’000 Gäste den Weg ins KIFF. Im vergangenen Jahr waren es etwas über 10’000 Besucherinnen und Besucher. Dank den weiterlaufenden Subventionen von der Stadt Aarau, dem Kanton Aargau und dem Kuratorium im Wert von 876’000 Franken sowie den Beiträgen aus der Ausfallentschädigung und der Kurzarbeit, konnte sich der Betrieb gut über Wasser halten. Das Neubauprojekt KIFF 2.0 wurde zusätzlich mit Projektierungsgelder von je 367’000 Franken von der Stadt Aarau und dem Kanton Aargau unterstützt. Der sonst hohe Eigenfinanzierungsgrad des KIFF im Bereich von 68Prozent hat aufgrund der Coronapandemie stark gelitten und ist im Jahr 2020 auf 25.7 Prozent gesunken. Insgesamt zählte das KIFF-Team 15 bzw. 16 Mitarbeitende zwischen 20 und 45 Jahren. Die rund 150 Aktivistinnen und Aktivisten– die freiwilligen Helfer im KIFF – hatten im Jahr 2020 nicht allzu viel zu tun. Nach wie vor haben die beiden Aargauer Kulturförderprojekte «Band-Xaargau» und «kulturdünger» ihren Sitz im KIFF. Der «kulturdünger» unterstützt Kulturprojekte von Jugendlichen unter 26 Jahren mit einem Bezug zum Kanton Aargau. Im Jahr 2020 waren es 26 unterschiedliche Vorhaben, die von dieser finanziellen Starthilfe profitieren konnten. Bei der Eingabe im November gab es mit 17 Gesuchen sogar einen Rekord zu verzeichnen.
Im Juni 2020 haben Hansueli Trüb und sein Team den Fabrikpalast, welches seit 20 Jahren in der Futterfabrik beheimatet ist, verlassen. Das Figurentheater wird in die Bühne Aarau mit den Spielorten Tuchlaube und Reithalle integriert. Im Sommer und Herbst 2020 war das KIFF-Team damit beschäftigt, den Raum zu renovieren und für Vermietungen und kulturelle Anlässe vorzubereiten. Geplant war eine Bespielung ab Winter 2020/21, die aber leider nicht stattfinden konnte. Dennoch wurde der Raum weiterhin regelmässig für private Proben im Theater – und Kulturbereich vermietet.

Neubauprojekt KIFF 2.0
Das Vorprojekt des Neubauprojekts KIFF 2.0 konnte im Mai 2021 beendet werden. Aktuell arbeitet das Projektteam am Bauprojekt, das voraussichtlich im Herbst 2021 abgeschlossen wird. Geplant ist nach wie vor, dass das neue KIFF im Winter 2024/25 eröffnet werden kann.

Aussichten
Nach ersten kleinen Konzerten und Veranstaltungen sind im August 2021 vereinzelte Sommerbespielungen auf Aussenplätzen angedacht und das KIFF hofft, diese auch effektiv durchführen zu können. Hierzu gibt es bald mehr Informationen. Die eigentliche KIFF-Saison mit Beginn im September steht in den Startlöchern.Wenn alles gut geht, erwartet uns im Herbst/ Winter 2021 eine Veranstaltungssaison fast wie vor der Pandemie.

«Ein kleiner, aber wichtiger Teil meiner Arbeit»

«Ein kleiner, aber wichtiger Teil meiner Arbeit» | Der Landanzeiger

Nach 20 Jahren als musikalischer Leiter verlässt Ernst Buchinger die Kadettenmusik. Eine Entscheidung, die ihm nicht leicht gefallen ist. Umso mehr geniesst er all die tollen Erinnerungen mit den «Kadetten».

«Ich habe lange mit der Entscheidung gerungen», sagt Ernst Buchinger. «Ich habe den Job als musikalischer Leiter der Kadettenmusik wirklich gerne gemacht. Es war zwar ein kleiner Teil meiner Arbeit, aber ein wichtiger. Doch es ist Zeit für einen Wechsel.» Nach 20 Jahren verlässt Ernst Buchinger die Kadettenmusik. Doch es ist nicht die einzige Veränderung in der Leitung der Kadettenmusik. Rolf Schlebach wurde bereits im Januar pensioniert. Er leitete die Trommlerabteilung. Auch Peter Roschi, der die administrative Leitung innehatte, beschloss die Kadettenmusik zu verlassen. Nun zieht auch Ernst Buchinger nach. «Wir waren ein super Team über die ganzen Jahre», so Ernst Buchinger. «Wir haben die Kadettenmusik zu dem gemacht, was sie heute ist.»

Die eigene Leidenschaft einfliessen lassen
Vor 20 Jahren war es Peter Roschi, der ihm die musikalische Leitung der Kadettenmusik empfahl. «Die Kadettenmusik wurde damals als Marschmusik abgestempelt», erzählt Ernst Buchinger. Er wollte weg von der klassischen Musikgesellschaft-Form. Als grosser Bigband-Fan liess er die eigene Leidenschaft bei der Kadettenmusik einfliessen. Schlagzeug und Perkussion, Bassgitarre, Klavier oder Keyboard – sie sollten genauso Teil der Kadettenmusik sein. Pop, Blues, Funk, Jazz – Ernst Buchinger spielte mit den verschiedenen Stilrichtungen. Das machte den Erfolg aus. Vor allem traf er damit den Nerv der Jugendlichen. So konnte er die jungen Musizierenden mitreissen und begeistern.

Dass er gleichzeitig Schulmusiklehrer an der Bezirksschule Aarau ist, war auch für die Kadettenmusik von Vorteil. «So habe ich 280 Schüler pro Jahr, die ich kenne und für die Kadettenmusik anfragen, kontaktieren und mobilisieren konnte», sagt Ernst Buchinger. So hatte die Kadettenmusik immer zwischen 25 und 30 Musikanten. 2018 wurde die Betriebskommission der Kadettenmusik aufgelöst und in die Musikschule überführt.

«Ein kleiner, aber wichtiger Teil meiner Arbeit» | Der Landanzeiger

Eine Herausforderung, die Spass macht
Mir war es immer wichtig, ein anspruchsvolles Programm zu spielen. Es soll eine Herausforderung sein, aber vor allem auch grossen Spass machen. Jahreskonzert, Maienzug und Bachfischet, das sind die fixen Programmpunkte der Kadettenmusik. Aber auch an den Eidgenössischen in Aarau und an den Jugendfesten in Entfelden oder Gränichen waren sie stets gern gehörte Gäste.

Highlight mit Hanery
Auch lud Ernst Buchinger gerne Gäste zum Musizieren ein. Und das führt auch gleich zu seinem Highlight während diesen 20 Jahren. Es war im Mai 2015. Die Kadettenmusik spielte im Aarauer Kultur- und Kongresshaus ein Konzert mit Mundartsongs. Als Gastsänger konnte Daniel Probst (Snoeff) gewonnen werden und am Klavier sass niemand geringeres als «Alpenrosen»-Komponist Hanery Amman. «Nicht nur Hanery hatte riesigen Spass. Er hat bei den Jugendlichen grossen Eindruck hinterlassen», schwelgt Ernst Buchinger in Erinnerungen.

Er wird weiterhin zu sehen und zu hören sein
Der Abschied von der Kadettenmusik fällt Ernst Buchinger sichtlich schwer. «Es wäre schön gewesen, hätten wir mit einem Maienzug abschliessen können», sagt er. Aber Ernst Buchinger wird trotzdem durch seine Rolle als Schulmusiklehrer und Mitglied der Maienzugkommission noch am Maienzug zu sehen und zu hören sein. Nicht zuletzt weil er auch Komponist und Produzent des Aarauer Stadtsongs ist. Und natürlich geht auch seine Arbeit mit jungen Musiktalenten weiter. Vielleicht sogar mit einem ganz neuen Projekt. Ihm schwebt da nämlich eine kantonale Jugend-Bigband vor.

Grosses Dankeschön
Sein Nachfolger als musikalischer Leiter wird Saxophonist Alex Hilbe, der bereits Vorher seine Rolle bei der Kadettenmusik hatte. Martin Zollet aus Thun und Moritz Frei aus Basel haben die Tambouren übernommen, wobei Martin Zollet auch gleich die Administration von Peter Roschi übernehmen wird.

Ernst Buchinger möchte sich zum Abschluss bedanken. Bedanken bei der Stadt Aarau und allen Behörden für das langjährige Vertrauen. Und er möchte sich bei allen bedanken, die in 20 Jahren Teil der Kadettenmusik waren und für unvergessliche Momente gesorgt haben.

Es geht eben auch «light»

Es geht eben auch «light» | Der Landanzeiger

«Dieser Maienzug wird in die Geschichte eingehen», hiess es im Landanzeiger vor einem Jahr. Nun haben die Aarauer aber bereits den zweiten Maienzug in Folge in einer «light»-Version feiern müssen. Umzug, Morgenfeier im Telliring und Bankett – nichts davon hat 2020 und 2021 stattgefunden. Oder auf jeden Fall nicht im gewohnten, traditionellen Rahmen. Denn die «Maienzügler» haben vom letzten Jahr gelernt und einfach ihr ganz eigenes Fest veranstaltet. Auch das hat irgendwie seinen Charme.

In der Altstadt war bis zum Eintreffen der Fussballfans wunderbare Maienzug-Stimmung. Weisse Kleider, bunte Kränzchen und Brunnen, Musik und Gläser, die beim Anstossen erklingen. Das ist Maienzug. Und auch wenn sich Aarau hoffentlich 2022 wieder auf einen richtigen Maienzug mit allem Drum und Dran freuen kann, sind in den zwei «light»-Jahren bestimmt auch neue Traditionen entstanden.

Eniwa plant Wohnüberbauung

Eniwa plant Wohnüberbauung | Der Landanzeiger

Die Eniwa Kraftwerk AG betreibt südlich des Hungerbergs ein Wasserkraftwerk und ist Eigentümerin des Gebiets westlich des Kraftwerks zwischen der Erlinsbacherstrasse und dem Aareuferweg. Die Eniwa AG beabsichtigt nun, die Entwicklung des Areals in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Aarau voranzutreiben. Entstehen soll eine städtebaulich und architektonisch hochstehende Wohnüberbauung mit bezahlbaren Mietpreisen.

Im Rahmen der letzten Gesamtrevision der Nutzungsplanung der Stadt Aarau wurde das Gebiet neu der Zone  Arbeiten und Wohnen dreigeschossig zugewiesen und mit einer Gestaltungsplanpflicht belegt. Gemeinsam mit der Stadt Aarau plant Eniwa nun die Entwicklung des Areals, welches im Baurecht an einen Bauträger / Investor abgegeben werden soll.

Energetisches Vorzeigeprojekt
Entstehen soll eine städtebaulich und architektonisch hochstehende Wohnüberbauung mit bezahlbaren Mietpreisen. Die Wohnungen werden auch für Menschen mit geringerem Einkommen und Familien mit nur einem Einkommen erschwinglich sein. Angestrebt wird ein ausgewogenes Angebot an attraktiven Klein- bis Grosswohnungen (von 1.5- bis zu 6.5-Zimmer). Ausserdem entstehen gemeinschaftlich nutzbare Innen- und Aussenflächen. Die Anzahl Gebäude / Wohnungen ist dem Investor / Baurechtnehmer überlassen.

Eniwa und die Stadt Aarau legen grossen Wert auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz. Die Überbauung soll sich optimal in die umliegenden Quartiere einfügen und als Vorzeigeobjekt hinsichtlich Nachhaltigkeit und Wohnformen realisiert werden. So soll die Überbauung als 2000-Watt-Areal konzipiert und ein Zusammenschluss zum Eigenverbrauch realisiert werden. Die Überbauung soll der zunehmenden Hitzebelastung mit geeigneten Massnahmen (Beschattung, Begrünung, Biodiversität etc.) entgegenwirken. Ausserdem ist eine quartier- und umweltfreundliche Mobilität sicherzustellen.

Das bestmögliche Projekt zur Erreichung dieser Ziele und ein geeigneter Bauträger zu dessen Umsetzung sollen im Rahmen eines Architekturwettbewerbs gefunden werden. Eniwa beauftragte PLANAR AG für Raumentwicklung mit der Organisation und Durchführung des Projektwettbewerbes. Der Start des Wettbewerbs ist für September 2021 geplant.

Weiteres Vorgehen
Am Dienstag, 29. Juni fand eine Informationsveranstaltung für die Anwohnerinnen und Anwohner statt. Eniwa und die Stadt Aarau nahmen die Anregungen der Nachbarn entgegen und werden diese an die Bauträger und Investoren weitergeben.

Am 9. Juni erfolgte die Ausschreibung des Projekts. Seither läuft die Präqualifikation für interessierte Planer und Investoren. Bis Ende Juli 2021 können die Bewerbungsunterlagen eingereicht werden. Ende August entscheidet das Preisgericht, bestehend aus Vertretern von Eniwa und der Stadt Aarau sowie unabhängigen Architekten, welche Bietergemeinschaften für die Teilnahme am Projektwettbewerb zugelassen werden. Ab September 2021 startet der eigentliche Projektwettbewerb und die Bewerber arbeiten bis 17. Dezember 2021 ihre Projektvorschläge aus. Im Februar / März 2022 gibt das Preisgericht die Gewinner und das Gewinner-Projekt bekannt. Dieses bildet anschliessend die Grundlage für den Baurechtsvertrag und die Erarbeitung des Pflichtgestaltungsplans sowie für die Realisierung des Bauvorhabens.

Die Grenzen überschreiten

Die Grenzen überschreiten | Der Landanzeiger

Mit «Tanzhalle Reitpalast» eröffnet die Bühne Aarau am 16. Oktober nicht nur die Saison 2021/22, sondern auch die nun umgebaute Alte Reithalle.

Schauspiel, Tanz, es wird gesungen, Musik erklingt. Mit «Tanzhalle Reitpalast», einer Revue über 100 Jahre Schweizer Geschichte mit über 80 Mitwirkenden, eröffnet die Bühne Aarau am 16. Oktober nicht nur die Saison 2021/22 der Bühne Aarau, sondern auch die Alte Reithalle. «In dieser Eröffnungsproduktion kommt das zum Ausdruck, wofür die Alte Reithalle in Zukunft stehen soll. Nämlich für ein Haus, dessen Profil die Vielfalt ist», sagt Peter- Jakob Kelting, künstlerischer Leiter der Bühne Aarau. Die Eigenproduktion «Tanzhalle Reitpalast» erzählt wie sich die Gesellschaft in der Schweiz während eines Jahrhunderts verändert hat. Roter Faden bilden die Tanzstile. Von Charleston über Rock’n’Roll bis Hiphop – auch so wird ein ganzes Jahrhundert gezeigt.

Offizielle Schlüsselübergabe
Aber schon am Mittag des 16. Oktobers wird es was zu sehen geben. Dann übergibt die Stadt Aarau offiziell die Schlüssel der Reithalle an seine Nutzer Bühne Aarau und Argovia Philharmonic. Die grösste Kasparpuppe der Welt «Punch Agathe» wird dabei eine wichtige Rolle spielen.

Nach dem Eröffnungsprogramm geht das Programm der Bühne Aarau genau so vielfältig weiter. In ihrem kürzlich erschienen Programmheft der Spielzeit 21/22 präsentiert die Bühne Aarau 160 Veranstaltungen sowohl in der Alten Reithalle als auch in der Tuchlaube.

Etwas Neues kreieren
Theaterklassiker, Neuerscheinungen, Koproduktionen, Figurenthater, Tanz und zeitgenössischer Zirkus, Veranstaltungen für die Kleinsten, Veranstaltungen zum Mitmachen. Viele Inszenierungen, die in der kommenden Saison zur Aufführung kommen, sind keiner einzelnen Sparte zuzuordnen. Musik und Schauspiel, bildende Kunst und Figurentheater, Tanz und Artistik sind darin keine Gegensätze, sondern künstlerische Sprachen, die gemeinsam etwas Neues ergeben. «Gerade diese Grenzüberschreitungen suchen wir», sagt Peter-Jakob Kelting. Wir hoffen auch, dass wir gerade in Sachen Musiktheater öfter mit Reithalle-Mitnutzer Argovia Philharmonic zusammenarbeiten können. Das hat für das Programm 21/22 aus verschiedensten Gründen noch nicht geklappt.  Am 29. Oktober wird Argovia Philharmonic ihr erstes Abo-Konzert in der Alten Reithalle spielen.

Kurz vorher, am 23. Oktober, feiert auch die Bar im Stall ihre Einweihungsparty. Auch sie hat ein neues Gewand erhalten und wird voraussichtlich jeden Monat jeweils an einem Donnerstag ein eigenes, niederschwelliges Programm haben.

Ausprobieren und optimieren
Am 20. September beginnen die Proben für «Tanzhalle Reitpalast». Bis dahin sind vor allem die Techniker am Werk. «Auf der einen Seite haben wir die Patina einer 150 Jahre alten Reithalle, auf der anderen Seite haben wir Hightech», erklärt Peter-Jakob Kelting. «Unsere Techniker brauchen Zeit, um sich an die 3,7-Millionen-Franken-Theatertechnik-Ausstattung zu gewöhnen und sie zu beherrschen.» Geschäftsführerin Barbara Stocker ergänzt:  Das technische Personal musste um fast 200 Prozent aufgestockt werden, damit die Halle überhaupt betrieben werden kann.» Ob diese Aufstockung reichen wird, wird sich erst noch zeigen. Peter- Jakob Kelting sagt zum Schluss: «Wir machen allgemein gerade alles zum ersten Mal. Wir müssen uns noch einleben, Abläufe ausprobieren und optimieren, aber wir freuen uns riesig, dass es im Oktober endlich losgehen kann.»

Weitere Informationen und das komplette Programm gibt es auf
www.buehne-aarau.ch.

«Fötzele» für das Sommerlager

«Fötzele» für das Sommerlager | Der Landanzeiger

Die Pfadi Adler Aarau unterstützten am Samstag den Werkhof in dem sie auf «Fötzeli»-Tour gingen. Damit haben sie nicht nur der Natur einen Gefallen getan, sondern auch gleich ihre Lagerkasse aufgestockt.

Noch ein paar wenige Tage Geduld und dann kann das Sommerlager (SoLa) der Pfadi Adler Aarau losgehen. Für das Lager geht es für über 30 Kinder in den Kanton Schwyz in das Gebiet Hoch-Ybrig. «In diesem Jahr nehmen aber viel mehr Kinder am SoLa teil, als noch in den letzten Jahren», sagt Kerstin Casper, in der Pfadi als Meriana bekannt. «Zudem wollen wir während dem SoLa eine Holzkonstruktion bauen, um für das Bundeslager (BuLa) im nächsten Jahr zu üben. Dafür brauchen wir einen Zustupf in die Lagerkasse.» So wurde kurz vor Beginn des Lagers eine «Fötzele-Finanzaktion» gestartet. «Die Abfallsammlung steht für all das, was die Pfadi vertritt: Die Liebe zur Natur und der Schutz der Umwelt.»

«Fötzele» für das Sommerlager | Der Landanzeiger
Pro 10 Gramm gesammelter Müll gab es aus der Verwandtschaft und Bekanntschaft eine Spende.
«Fötzele» für das Sommerlager | Der Landanzeiger

Je mehr Müll, desto mehr Geld
Doch wie lässt sich mit einer Abfallsammelaktion Geld verdienen? Indem man es wie einen Spendenlauf organisiert. «Die Kinder werden von der Familie, Verwandten und Bekannten gesponsert. Entweder gibt es einen Pauschalbetrag oder es gibt einen Geldbetrag pro 10 Gramm der gesammelt wird», erklärt Kerstin Casper. Unterstützt wurden die Pfadigruppen auch vom Werkhof. «Wir haben uns über die Anfrage der Pfadi sehr gefreut und haben unsere Hilfe gerne angeboten», sagt Markus Vogel, stellvertretender Leiter des Werkhofs. So wurden die Kinder mit Warnwesten ausgerüstet, Greifzangen wurden zur Verfügung gestellt und Handschuhe angezogen. Vier Kinder durften zudem mit dem Werkhof auf Abfalleimer-Tour gehen. Die restlichen Kinder, aufgeteilt in fünf Gruppen, verteilten sich über die ganze Stadt und begannen den liegengebliebenen Abfall zu sammeln. «Jetzt streiten wir uns schon um Müll», sagt eines der Kinder während der Tour lachend. Möglichst viel Abfall aufzulesen, lohnt sich eben. So kamen innerhalb von gut zwei Stunden knapp 20 Kilo Abfall zusammen. Und weil der Werkhof dankbar für die Unterstützung der Pfadi ist, rundeten sie den verdienten Geldbetrag auch gerne auf.

Der Kleintierzoo wird belebt

Der Kleintierzoo wird belebt | Der Landanzeiger

Seit über einem Jahr werden nun die Telli-Blöcke B und C an der Delfterstrasse saniert. Momentan bekommen die Wohnungen im Telli B gerade ihre neuen Balkone. Noch nicht von der Sanierung betroffen ist der ehemalige Kleintierzoo. Er soll dann ab Herbst 2023 an der Reihe sein. «Es wäre schade, wenn dieser wunderschöne Platz nicht zwischengenutzt würde», sagt Nina Johannes von der Itoba Siedlungsidentität. Die Itoba begleitet, im Auftrag der Liegenschaftseigentümerin AXA, soziale und soziokulturelle Prozesse während der Sanierung.

Zusammen mit dem Verein Prozessor und vielen weiteren freiwilligen Handwerker*innen, Gärtner*innen und Bastler*innen wurde nun der Platz beim Kleintierzoo aufgewertet. Sandkasten, Tische und Bänke, eine Feuerstelle, eine grosse Holzschaukel und Hochbeete wurden gebaut und aufgestellt. So soll der ehemalige Kleintierzoo zum Quartiertreffpunkt werden. «Ich wünsche mir für die Bewohner*innen der Telli, insbesondere für jene die momentan auf einer Baustelle wohnen, einen schönen Ort zum Verweilen und einen Ort, um einander kennenzulernen», sagt Nina Johannes. Die Bausteine dafür wurden gelegt.

Mit Weitsicht in die Zukunft

Mit Weitsicht in die Zukunft | Der Landanzeiger

Um ihr Engagement in den Bereichen Ökologie, Klima und Mobilität zu unterstreichen startet die Stadt Aarau die Kampagne «Nachhaltige Stadtentwicklung» unter dem Label Weitsicht. Die Kampagne soll die Aarauerinnen und Aarauer für die Themen Klima, Mobilität und Ökologie sensibilisieren. Die Bevölkerung soll dazu motiviert werden, einen freiwilligen Beitrag zur Erreichung der städtischen Ziele zu leisten. Die Kommunikationskampagne zum Thema «nachhaltige Stadtentwicklung» soll in den nächsten fünf Jahren (seit Mai 2021 bis Ende 2025) verschiedene Zielgruppen sensibilisieren, informieren und zu nachhaltigerem Handeln anregen.

Sensibilisieren und motivieren
«Die Klimaerwärmung aber auch die knapper werdenden Ressourcen zwingen uns unser heutiges Handeln auf das Übermorgen auszurichten und langfristig nachhaltig zu denken», sagt Stadtrat Werner Schib (Ressort Verkehr und Umwelt). «Seitens Stadt haben wir uns bereits sehr für Nachhaltigkeit engagiert. Die Leute müssen aber von sich aus mitmachen. Wir können nur versuchen darauf aufmerksam zu machen, zu sensibilisieren und zu motivieren.»

Velostation-Einweihung und der wertvollste Baum
Genau deshalb fand am Samstag im Kasinopark unter dem Label Weitsicht eine Standaktion zum Thema Biodiversität statt. Mit dieser Aktion machte die Stadt Aarau auf einen Lebensraum mit einheimische Pflanzen, welche Nahrung für Insekten und Vögel bieten, aufmerksam und feierte das im vergangenen Herbst verabschiedete städtische Biodiversitätskonzept. An die Passantinnen und Passanten wurden kleine Blumentöpfe mit einheimischen Pflanzen verteilt. Begleitet wurde die Aktion mit einem grossen Blumentopf, in dem ein grosser Weissdorn und Blumenwiesen-Ziegel (Sellana Blumenwiese) zu sehen sind. Interessierte Besucher*innen konnten sich am Stand über das Engagement der Stadt Aarau zu den Themen Ökologie, Klima und Biodiversität informieren.

Und es sind auch noch weitere Veranstaltungen geplant. Zum Thema Mobilität findet im Herbst das Eröffnungsfest der neuen Velostation am Bahnhof statt. Zeitgleich wird der Veloweg Torfeld Nord eröffnet. Ebenfalls im Herbst wird anlässlich des Klimapreises 2021 der wertvollste Baum auf privatem Grund ausgezeichnet.

Klimaspaziergänge mit dem Naturama
Die Stadt Aarau bietet zudem in Zusammenarbeit mit dem Naturama Klimaspaziergänge an. Auf vier verschiedenen Streifzügen wird die Hitzebelastung an verschiedenen Klima-Tatorten erkundet. Der erste Klima-Spaziergang findet am Donnerstag, 17. Juni von 17.00 bis 19.30 Uhr statt und führt durch die Quartiere Scheibenschachen und Hungerberg. Im Fokus stehen dabei vor allem die Bepflanzungen. Anmeldungen unter www.naturama.ch.

Weitere Infos zum Thema nachhaltige Stadtentwicklung gibt es auf aarau.ch.

Neubau Polizeigebäude für die Kantonspolizei

Neubau Polizeigebäude für die Kantonspolizei | Der Landanzeiger

Der Regierungsrat beantragt dem Grossen Rat einen Baukredit für den Neubau des Polizeigebäudes in der Höhe von 64,9 Millionen Franken. Der Regierungsrat will den künftigen Raumbedarf der Kantonspolizei decken und die umliegenden Stützpunkte sowie die kantonale Staatsanwaltschaft am Standort Telli konzentrieren.

Das aktuelle Raumangebot im bestehenden Polizeikommando am Standort Telli kann den Raumbedarf nicht mehr decken. Aufgrund des Personalaufwuchses und der Organisationsentwicklung entstand bei der Kantonspolizei zusätzlicher Raumbedarf. Zwecks betrieblicher Optimierung sollen zudem die umliegenden Standorte der Kantonspolizei wie die Stützpunkte Buchs und Aarau sowie weitere auf dem Stadtgebiet ausgelagerte Einheiten der Kriminalpolizei am Standort Telli zusammengeführt werden. Nebst der Zusammenführung dezentraler Einheiten aus dem Raum Aarau ist auch der Wechsel der kantonalen Staatsanwaltschaft an den Standort Telli geplant.

Aufgrund dieser Ausgangslage bewilligte der Grosse Rat im Mai 2019 einen Projektierungskredit von 4,4 Millionen Franken. Das Departement Finanzen und Ressourcen (Immobilien Aargau) erarbeitete in enger Zusammenarbeit mit dem Departement Volkswirtschaft und Inneres das Bauprojekt und den Kostenvoranschlag. Die gesetzlich vorgeschriebene öffentliche Anhörung wurde durchgeführt, wobei das Projekt positiv beurteilt wurde. Die Baubewilligung ist ebenfalls vorhanden. Für die Realisierung des Vorhabens ist ein Verpflichtungskredit für einen einmaligen Bruttoaufwand von 64,9 Millionen Franken erforderlich.

Ein Zuhause für argovia philharmonic

Ein Zuhause für argovia philharmonic | Der Landanzeiger

Dank des Zutuns der Freunde des argovia philharmonic und weiteren Donatoren, darunter die Aargauische Kantonalbank, konnte die Finanzierungslücke für den Umbau der Alten Reithalle geschlossen werden.

Am 16. Oktober ist es endlich soweit: die Alte Reithalle kann eröffnet werden. Nach ihrem Umbau soll sie Mehrspartenhaus für Theater, Tanz, Musik und modernen Zirkus sein und sich bis weit über die Kantonsgrenzen einen Namen machen. «Noch befinden wir uns aber auf einer Baustelle«, ruft Architekt Peter Hutter in Erinnerung. Doch eigentlich sieht alles fertig aus: Die Bühnen stehen, das Licht brennt, die Stühle warten auf Besucher.

Finanzierungslücke konnte geschlossen werden
Diese «Baustelle« wurde vergangene Woche für eine ganz besondere Übergabe genutzt. Drei Viertel der Finanzierung für den Umbau der Alten Reithalle (insgesamt belaufen sich die Kosten auf 20,45 Millionen Franken) übernahmen die Stadt Aarau und der Kanton Aargau. Der letzte Viertel in der Höhe von 5 Millionen Franken hat noch gefehlt. Diese Finanzierungslücke konnte vergangene Woche geschlossen werden. Einerseits überreichte die Aargauische Kantonalbank (AKB) der Stadt einen 3-Millionen-Franken-Check, andererseits haben auch die Freunde des argovia philharmonic fleissig gesammelt. «Nach dreieinhalb Jahren haben wir das Ziel erreicht und haben 2 Millionen beieinander», ist Präsident Jürg Schärer stolz. «Rund 300 Freund*innen des argovia philharmonic haben das Geld zusammengetragen. Das man sich für ein öffentliches Projekt so engagiert, ist einfach grossartig», freut er sich. «Das Orchester ist 58 Jahre alt und hat das erste Mal in seinem Leben einen Ort, wo es Zuhause ist.» Am 29. Oktober findet das Eröffnungskonzert des argovia philharmonic statt.

Ein Zuhause für argovia philharmonic | Der Landanzeiger
Hanspeter Hilfiker und Daniel Siegenthaler zusammen mit Stefan Liebich und Daniel Fuhrer der AKB.

Die beiden Checks entgegen nahmen Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker und der zuständige Stadtrat (Ressort Kultur und Sport) Daniel Siegenthaler. Hanspeter Hilfiker sagte bei der Check-Übergabe: «Ganz herzlicher Dank, dass ihr mit dem grosszügigen Sponsoring diese Halle ermöglicht habt. Wenn das Zusammenspiel mit AKB und Privaten nicht geschehen wäre, dann wäre auch die Halle so nicht möglich gewesen.»

Aarau ist bisher glimpflich davongekommen

Aarau ist bisher glimpflich davongekommen | Der Landanzeiger

Die Ladengeschäfte sind geöffnet, die Aussenterrassen auch bei Regen gut besucht. Es kehrt wieder Leben in die Stadt ein. Wie aber geht es der Stadt nach über einem Jahr «Leben mit Corona»? Wie sieht der Stand der Dinge aus? Die Stadt Aarau lud zur Medienkonferenz ins Rathaus ein, bei der Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker eine Zwischenbilanz präsentierte.

Trotz Medienkonferenz ist es still im Rathaus. Die Schalter der Stadt sind zwar offen, aber nur das allernötigste Personal ist im Haus. Der Rest befindet sich im Homeoffice. Bald schon werden die Mitarbeitenden zweimal in der Woche getestet werden, denn die Stadtverwaltung hat sich für repetitive Corona-Tests angemeldet.

In den städtischen Alters- und Pflegeheimen sind bei den Bewohnern 90 Prozent geimpft. Erst 30 Prozent sind es bei den Angestellten, der Trend gehe aber nach oben, sagt Hanspeter Hilfiker. Bei der Stadtpolizei scheint man impfwilliger zu sein. Denn dort hat fast jeder mindestens die erste Impfdosis erhalten. Es gäbe nur Einzelne, die nicht wollen würden.

Hanspeter Hilfiker

Keine langen Leerstände
Vor der Medienkonferenz hat sich Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker noch mit Citymanagerin Romana Waller unterhalten. Aus dem Gespräch berichtet Hanspeter Hilfiker, dass bisher noch keine Konkurse bei den «Gwerblern» eingetreten sind, die direkt auf die Coronakrise zurückzuführen sind. Er stellt jedoch auch klar, dass man die Folgen von Corona erst zu einem späteren Zeitpunkt deutlich zu sehen bekommt. Hanspeter Hilfiker freut sich darüber, dass die Befürchtungen des Stadtrates, es könnte bei Ladenschliessungen lange Leerstände geben, nicht eingetreten sind. So zum Beispiel der frühere Herrenglobus, der bald zum Gesundheitszentrum wird oder das ehemalige Gossip, das ebenfalls bald wiederbelebt wird.

Die Stadt kommt den Gewerbetreibenden weiterhin mit dem Verzicht auf die Nutzungsgebühren für den öffentlichen Raum bis Oktober entgegen.

Bauprojekte vorangetrieben
Die «Lockdown-Zeit» hat die Stadt Aarau genutzt, um ihre eigenen Bauprojekte voranzutreiben. So zum Beispiel die Bauarbeiten an der Igelweid, die Lüftung beim Schützenhaus oder für den Bau eines neuen Foyers bei Saal 4 im KuK. Baufreudig bleiben die Aarauer auch im Privaten. Hanspeter Hilfiker sagt: «In den ersten vier Monaten 2021 hatten wir noch einmal mehr Baugesuche als in den gleichen Monaten 2020».

Littering und Lärm: Neue Hotspots melden
Und wenn man es Zuhause dann doch nicht mehr aushält, so sucht man sich Draussen und in der Natur Abwechslung. Dies führte im vergangenen Jahr zu mehr Lärmemmissionen und mehr Littering. In der Innenstadt werden nun die Kübel häufiger geleert und entlang der Aare wurden grössere Abfalleimer aufgestellt.

Es entstehen neue Hotspots wie aktuell im Spittelgarten. Sowohl Stadtpolizei als auch Werkhof sind auf die Problematik sensibilisiert. Anwohner*innen sollen sich bei der Stadt melden, wenn es Probleme gibt, so Hanspeter Hilfiker.

Hoffen auf zweites Halbjahr
Bis zu den Sommerferien sieht es in Sachen Veranstaltungen weiterhin trist aus. «Wir haben bereits relativ früh alle Veranstaltungen bis zu den Sommerferien abgesagt», sagt Hanspeter Hilfiker. «Deswegen ist es auch konsequent, eine Zusammenkunft von 6500 bis 8500 Leuten nicht zu erlauben. Vor allem, wenn beabsichtigt wird, die Massnahmen nicht unbedingt einzuhalten.» Die Rede ist von der Corona-Kundgebung mit Protestmarsch, die am 8. Mai hätte stattfinden sollen, die Stadt aber keine Bewilligung erteilt hat. Dass trotzdem Leute auftauchen, damit wird gerechnet. Man ist deshalb mit der Kantonspolizei in Kontakt.

Noch nicht abgesagt sind Anlässe wie die 1. August-Feier oder auch der Bachfischet. Hanspeter Hilfiker sagt: «Ich hoffe, dass sobald der Impfanteil grösser wird, auch der eine oder andere Anlass im zweiten Halbjahr stattfinden kann.»

Im KIFF wird trotzdem Kunst und Kultur geschaffen

Im KIFF wird trotzdem Kunst und Kultur geschaffen | Der Landanzeiger

Ein Saxophon, verschiedenste Schläger, Saiteninstrumente, ein paar Schuhe, ein Strohhut, eine Tafel Schokolade und unzählige Knöpfe, Schalter und Regler. Draussen scheint die Sonne, es wäre ein wunderschöner Frühlingstag, doch hier drinnen bekommt man das nicht mit. Hier, wo normalerweise Hunderte Menschen in den Genuss eines Konzertes kommen, Hunderte Menschen eine Party feiern, sind gerade zwei Musiker vertieft in ihre Arbeit. Auf der Bühne im KIFF haben Corinne und Christoph Huber für einige Tage ihren Arbeitsplatz eingerichtet. Denn in Zusammenarbeit mit der Kulturabteilung der Stadt Aarau stellt das KIFF Residenzen zur Verfügung.

Das KIFF ist zwar für die Öffentlichkeit geschlossen, aber das bedeutet nicht, dass es deswegen ganz still bleiben muss, so der Gedanke. Seit dem 15. Februar werden deshalb die Räumlichkeiten und die technische Infrastruktur von verschiedensten Künstlern genutzt. «Die Nachfrage war sehr gross – fast schon überraschend. Die Residenzen haben wir sehr spontan kommuniziert, fast zeitgleich mit Beginn der Residenzen und haben innerhalb weniger Tagen rund 30 Anfragen erhalten», erzählt Claudio Keller, der vom KIFF für die Residenzen zuständig ist. Vergeben werden konnten schliesslich zehn Residenzen.

Im KIFF wird trotzdem Kunst und Kultur geschaffen | Der Landanzeiger
Während ihrem Aufenthalt wurden die Geschwister Huber immer wieder von Filmemacher Shqipron Bobaj begleitet.

Im KIFF wird trotzdem Kunst und Kultur geschaffen | Der Landanzeiger

Eintauchen und aufblühen
«Das Angebot hier zu residieren ist grossartig und hilft uns sehr», sagen Corinne und Christoph Huber. «Hier können wir so richtig in die Arbeit eintauchen, darin versinken. Genau das bringt uns vorwärts. Der Tapetenwechsel tut sehr gut und die Technik und Akustik hier im KIFF sind natürlich hervorragend.» Am liebsten würden sich die beiden gleich einen ganzen Monat einquartieren. Und das geplante Album würden sie am liebsten auch gleich hier aufnehmen.

Corinne Huber arbeitet nämlich gerade an ihrem ersten Soloalbum. Die Songs dafür hat sie während des Lockdowns geschrieben. Nun war die eigentliche Idee, die Songs mit einer Band aufzunehmen. Verschiedene Kollaborationen mit internationalen Künstlern wären eingeplant gewesen, mit Musikern aus London und Paris wären die Stücke erarbeitet worden. In der jetzigen Zeit ein Ding der Unmöglichkeit. Das Projekt wurde deshalb auf einen minimalistischen Rahmen heruntergebrochen und so arbeitet Corinne einzig mit ihrem Bruder Christoph am Album. Während ihrer Zeit im KIFF sind sie gerade mitten drin, die einzelnen Songs zu arrangieren und auszuarbeiten. Sie suchen die richtigen Sounds und spielen so Schritt für Schritt die Songs ein. Sie experimentieren, nehmen auf, hören es sich gleich an, vergleichen, besprechen, diskutieren, machen neu. Bis zu elf Stunden täglich verbringen die beiden im KIFF, tauchen in ihre Arbeit ein, blühen auf und vergessen alles um sie herum.

Ein Auf und Ab
Während sich Corinne und Christoph Huber auf der Bühne eingerichtet haben, sieht es bei den «Ellas» eine Woche später ganz andres aus. Das Schlagzeug steht einsam auf der Bühne, das Mikrophon mitten im Raum, an einer Wand steht ein Tisch mit Brot, Käse und Gemüse. Zentrum des Geschehens ist der Computer gegenüber der Bühne, bei dem gerade Bass- und Gitarrensounds aufgenommen werden. Auch die fünfköpfige Band hatte während der Pandemie genügend Zeit, um neue Songs zu schreiben. Nun arbeiten sie an einer Demoversion. Ob schliesslich ein Album oder eine EP entstehen wird, ist momentan noch nicht klar. Zur Unterstützung haben die «Ellas» zwei Gäste zu sich ins KIFF eingeladen, die die Rolle des Produzenten einnehmen, Feedback und Tipps geben und ihnen mit neuen Inputs und Ideen helfen, die Songs noch besser zu gestalten.

«Für uns als Musiker war die bisherige Coronazeit ein Auf und Ab. Mal sieht es so aus, als dürften wir bald wieder spielen, dann doch wieder nicht. Wir haben uns damit abgefunden und nutzen die Zeit, um an unseren neuen Sachen zu arbeiten. Das macht Spass und ist cool, aber wir sind dann schon mal wieder froh, wenn wir vor Publikum auf der Bühne stehen dürfen», so die «Ellas». Die Indie-Pop-Band hatte ihr bisher letztes Konzert am 11. Dezember im Rahmen der «Stubenkonzerte Aarau» im Kultur- und Kongresshaus. Seither heisst es abwarten. Umso mehr freuen sie sich über die Residenz-Möglichkeit im KIFF.

Im KIFF wird trotzdem Kunst und Kultur geschaffen | Der Landanzeiger
Die «Ellas» nutzen für ihre Aufnahmen nicht nur die Bühne, sondern den kompletten Saal.

Balsam für Künstlerseelen
«Ob wir nun in unserem Bandraum arbeiten oder hier im KIFF macht eben schon einen grossen Unterschied», so Sängerin Jorina Stamm. «Dass wir während der Residenz für unsere Arbeit sogar noch entlöhnt werden, tut natürlich auch sehr gut.» Durch die Zusammenarbeit mit der Kulturabteilung der Stadt Aarau gibt es nämlich 800 Franken pro Person beziehungsweise 2400 Franken fürs Projekt total. «Die Projektförderungsbeiträge der Stadt sind Balsam für die doch etwas verletzten Künstlerseelen», sagt auch Claudio Keller.

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Die «Ellas» arbeiten während ihrer Residenz im KIFF an Demo-Aufnahmen.
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Spannende Projekte
Für Claudio Keller ist klar, die Residenzen im KIFF sind ein grosser Erfolg. «In diesen Tagen sind viele spannende Projekte und Resultate entstanden. Und für uns alle ist es schön zu wissen, dass in diesem Kulturhaus auch wieder Kultur und Kunst geschaffen wird.»

Die bis dato letzte Residenz dauert noch bis zum 16. April und wird von Oscar de Franco genutzt. Noch sieht es nicht so aus, als ob das KIFF danach bald seine Türen wieder für mehr Personen öffnen dürfte. Gibt es also eine Verlängerung der Residenzen? «Eine Verlängerung der Residenzen wird momentan diskutiert», sagt Claudio Keller. Bis zum Redaktionsschluss stand aber noch kein Entschluss fest.

«Pont Neuf» wird 7 Millionen teurer

«Pont Neuf» wird 7 Millionen teurer | Der Landanzeiger

Seit Juli 2019 wird an der neuen Aarebrücke in Aarau gearbeitet. Der Bau der Brücke ist komplex und für alle Projektbeteiligten sehr anspruchsvoll. Neben der zeitlichen Verzögerung entstehen Mehrkosten. Der Regierungsrat beantragt dem Grossen Rat einen Zusatzkredit von 7,03 Millionen Franken. Damit wird die neue Aarebrücke voraussichtlich 40 Millionen Franken teuer.

Seit November 2019 laufen die Hauptarbeiten für die neue Aarebrücke in Aarau, zuvor wurde die Hilfsbrücke installiert. Bereits im Verlauf der ersten Arbeiten hat sich gezeigt, dass der Bau der Brücke komplex und für die Projektbeteiligten sehr anspruchsvoll ist. Die Projektbeteiligten waren konfrontiert mit Abweichungen in der Geologie, mit Mehraufwand beim Abbruch durch im Boden verbliebene Bauteile von früheren Bauwerken sowie mit verunreinigten Baumaterialien (wie Asbest oder verseuchtem Baugrund), die separat abgebrochen und entsorgt werden mussten.

Diese Mehraufwände führten zu Verzögerungen gegenüber dem ursprünglichen Terminprogramm und zu Mehrkosten sowohl in der Umsetzung, als auch in der Projektierung. Dabei haben die Mehrkosten in der Geologie sowie in den Aushub- und Abbrucharbeiten keinen Zusammenhang mit dem gewählten Brückenobjekt «Pont Neuf». Die Mehrkosten wären auch bei anderen Brückenkonzepten in ähnlichem Umfang angefallen.

Mehrkosten betreffen fast ausschliesslich Kanton
In der Botschaft an den Grossen Rat beantragt der Regierungsrat einen Zusatzkredit in der Höhe von 7,03 Millionen Franken. In diesem Zusatzkredit sind 1,08 Millionen Franken Kreditrisiko inkludiert. Gemäss aktueller Endkostenprognose erhöhen sich die Kosten für den Neubau damit auf 40,09 Millionen Franken.

Die Mehrkosten betreffen fast ausschliesslich den Anlageteil Aarebrücke, an welchen die Stadt Aarau keinen Kostenbeitrag zu leisten hat. Unter Berücksichtigung des inzwischen vom Bund gesprochenen Beitrags aus dem Agglomerationsprogramm AareLand von total 3,26 Millionen Franken muss die Stadt Aarau nun einen Beitrag von 9,02 Millionen Franken leisten. Aarau bewilligte 2014 einen Kredit von 9’867’000 Franken.

Ungenauigkeit im Kredit
Für den ursprünglichen Kredit war das generelle Projekt die Grundlage – das entspricht jedoch nicht im vollen Umfang der Genauigkeit eines Bauprojektes. Die damals dafür berücksichtigte Kostengenauigkeit von plusminus fünf Prozent entsprach nicht dem Stand des Projektes. Üblich ist eine Reserve von plus-minus zehn Prozent. Mittlerweile zeigt sich, dass mit den plus-minus zehn Prozent Reserven die Risiken des Baugrunds bei Grossprojekten (wie Tunnels und Brückenfundationen) zu wenig genau abgedeckt werden. Eine Kompensation der Mehrkosten aufgrund von Abweichungen im Baugrund im Rahmen des Projektkredites sind kaum möglich. Die Mehrkosten sind nicht vermeidbar – auch wenn sie früher erkannt worden wären.

Die Praxis der Kostengrundlage wurde in der Zwischenzeit geändert: Bei Kreditanträgen für neue Bauvorhaben wird die Kostengenauigkeit mit zusätzlichen Abklärungen auf der Basis eines Bauprojekts ermittelt. Damit wird eine Kostengenauigkeit von plus-minus zehn Prozent erreicht und die Risiken können besser eingegrenzt werden.

Baugesuch für «Dreiklang» bewilligt

Baugesuch für «Dreiklang» bewilligt | Der Landanzeiger

Die Stadt Aarau hat dem Kantonsspital Aarau kurz vor Ostern ein grosses Geschenk überreicht. Die Stadt bewilligte den Spitalneubau «Dreiklang». Der 569 Mio. Franken teure Neubau ist ein bedeutender Meilenstein für das KSA, die Stadt und die Region.

«Die Begeisterung über die erhaltene Baubewilligung ist riesengross», sagt KSA-Verwaltungsratspräsident Peter Suter. Der «Dreiklang» ist nicht nur ein Bauprojekt des Kantonsspitals Aarau, sondern ein Meilenstein für die Stadt Aarau, die umliegenden Gemeinden und den gesamten Kanton Aargau, schreibt das KAS in ihrer Mitteilung. Die zukunftsfähige Infrastruktur ermögliche es den Mitarbeitenden des Aarauer Spitals, auch weiterhin Spitzenlistungen zu erbringen und Medizin auf höchstem Niveau zu praktizieren.

Die Bevölkerung erhalte ein patientenfreundliches, nachhaltiges und effizientes Spital, auf das sie stolz sein könne, heisst es im Schreiben weiter. «Ein modernes und wettbewerbsfähiges Zentrumspital mit einem 24-Stunden- Betrieb in Aarau ist ein entscheidendes Element in der sicheren Gesundheitsversorgung des Kantons», erklärt Peter Suter weiter. Mit dem bewilligten Baugesuch sei die Basis für die Projektbeteiligten gegeben, um motiviert weiterzufahren.

Das Baugesuch für die Erstellung eines Spitalneubaus «Dreiklang» wurde am 1. Juli 2020 beim Stadtrat Aarau eingereicht. Gegen das Baugesuch, das vom 4. September 2020 bis 5. Oktober 2020 öffentlich aufgelegen hat, sind fristgerecht sechs Einwendungen eingegangen. Im Laufe des Baubewilligungsverfahrens konnten zwischen der Bauherrschaft und drei Einwendern einvernehmliche Lösungen gefunden werden, so dass diese ihre Einwendungen vor dem Entscheid zurückzogen. Drei Einwendungen (davon zwei gleichlautende) behandelte der Stadtrat und wies diese mit dem Bauentscheid vom 29. März 2021 ab. Der Spitalneubau soll bis voraussichtlich im Jahre 2025 bezugsbereit sein.