Die Laienkultur des Kantons unter der Lupe

Die Laienkultur des Kantons unter der Lupe | Der Landanzeiger

Eine Strukturanalyse beschreibt erstmals die Situation der kantonalen Laienkultur, um daraus Erkenntnisse für das neue Kulturkonzept 2023–2028 zu gewinnen.

Das kantonale Kulturkonzept ist ein zentrales strategisches Instrument für die Kulturpolitik. Es beinhaltet Grundsätze und Ziele für die Kulturförderung, Kulturpflege und Kulturvermittlung. Zurzeit befindet sich das Kulturkonzept 2023–2028 in Erarbeitung. Unter anderem soll darin auch der Laienkultur besondere Aufmerksamkeit zukommen.

Strukturanalyse zu den Laienkulturverbänden
Im Herbst 2020 hat die Abteilung Kultur des Departements Bildung, Kultur und Sport (BKS) eine Strukturanalyse im Bereich Laienkulturverbände und Laienkulturvereine im Kanton Aargau in Auftrag gegeben. Die Studie hatte zum Ziel, die Situation der Aargauer Laienkultur zu beschreiben, die in Verbänden und Vereinen organisierten Laienkultursparten zu analysieren, übergreifende Verbindungen aufzuzeigen und einerseits Herausforderungen, andererseits aber auch gute Entwicklungsansätze zu erkennen.
Zu diesem Zweck wurden die sechs wichtigsten Verbände der Laienkultursparten Blasmusik (Aargauischer Musikverband), Chor (Aargauischer Kantonalgesangsverein), Theater (Aargauischer Theaterverband), Trachten (Aargauischer Trachtenverband), Jodeln (Nordwestschweizer Jodlerverband, Teilverband Aargau) und Museen/ Sammlungen (Verband Aargauer Museen und Sammlungen) sowie deren Mitgliedervereine befragt.

Wichtigste Erkenntnisse der Strukturanalyse
Im Kanton Aargau vereinigen die befragten Verbände insgesamt 595Laienkulturvereine mit rund 11’000 Mitgliedern. Die meisten Vereine sehen sich gut bis sehr gut in der Bevölkerung verankert. Ein Grossteil der Vereine beurteilt die finanzielle Situation als zufriedenstellend bis stabil, fürchtet jedoch eine künftige Verschlechterung aufgrund der Corona-Pandemie sowie des anhaltenden Mitgliederrückgangs. Letzterer ergibt sich meistens wegen der Schwierigkeiten hinsichtlich der Nachwuchsförderung. So fällt es vielen Vereinen schwer, jüngere Mitglieder und geeignete Personen für die Leitungsfunktionen zu finden.
In den meisten Vereinen nimmt das operative Geschäft eine zentrale Funktion ein, strategischen Fragen hingegen schenkt man in der Tendenz wenig Beachtung. Viele Verbände und Vereine würden eine intensivere spartenübergreifende Zusammenarbeit sehr begrüssen. Die Strukturanalyse Laienkultur zeigt Problemfelder, Chancen und Empfehlungen zur Weiterentwicklung der bestehen-den Strukturen und Themen auf. Sie liefert damit wichtige Ansatzpunkte für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung in den Verbänden und Vereinen sowie eine gute Grundlage für die Überlegungen und Diskussionen im Zusammenhang mit der für Herbst/Winter 2021/22 geplanten Erarbeitung des Kulturkonzepts des Kantons Aargau 2023–2028.

Die Strukturanalyse Laienkultur kann unter www.ag.ch/kulturkonzept eingesehen werden.

22 Gemeinden bekommen Geld, 5 zahlen ein

22 Gemeinden bekommen Geld, 5 zahlen ein | Der Landanzeiger

2022 erhalten 135 Gemeinden Finanzausgleichsbeiträge in der Höhe von netto rund 96 Millionen Franken. Davon finanziert der Kanton rund 29 Millionen Franken, während der grössere Teil durch jene 65 Gemeinden finanziert wird, die Abgaben von netto rund 67 Millionen Franken leisten. 5 Landanzeiger-Gemeinden zahlen ein, 22 Gemeinden aus unserem Gebiet bekommen Geld.

Der Finanzausgleich setzt sich aus dem Ressourcen- und dem Lastenausgleich zusammen. Gemeinden mit unterdurchschnittlicher Finanzkraft erhalten aus dem Ressourcenausgleich Beiträge, während Gemeinden mit überdurchschnittlicher Finanzkraft Abgaben leisten. Gemeinden, die trotz dieser Ausgleichszahlungen eine minimale Ressourcenstärke (84 Prozent des kantonalen Mittelwerts) nicht erreichen, erhalten zusätzlich Mindestausstattungsbeiträge. Aus dem Lastenausgleich erhalten jene Gemeinden Beiträge, die in den Bereichen Bildung und Soziales sowie aufgrund räumlich-struktureller Gegebenheiten überdurchschnittliche Lasten zu tragen haben. Unterdurchschnittlich belastete Gemeinden leisten Abgaben.

Ausgleichszahlungen 2022
Viele Gemeinden erhalten aus einem Ausgleichsgefäss Beiträge, in ein anderes hingegen müssen sie Abgaben leisten. Weil sich so Ein- und Auszahlungen teilweise gegenseitig aufheben, ist der ausgewiesene Gesamtbetrag kleiner als die Summe der in den einzelnen Gefässen umverteilten Beträge. Das weitaus wichtigste Ausgleichsinstrument ist der Ressourcenausgleich mit einem Volumen von 73 Millionen Franken (wovon 13 Mio. Mindestausstattungsbeiträge sind), gefolgt vom Soziallastenausgleich (24 Mio.), dem räumlich-strukturellen Lastenausgleich (16 Mio.) und dem Bildungslastenausgleich (9 Mio. Franken). Das Gesamtvolumen der ausbezahlten Beiträge liegt um etwa drei Millionen höher als im Vorjahr. In erster Linie erhöht sich das Niveau des Ressourcenausgleichs, was auf die generell ansteigenden Steuererträge zurückzuführen ist. Bei mehr als der Hälfte der Gemeinden verändert sich die Zahlung gegenüber dem Vorjahr um weniger als 20 Franken pro Kopf, bei dreissig Gemeinden übersteigt die Veränderung 50 Franken pro Kopf und bei sieben Gemeinden 100 Franken.

Aufgrund anstehender Zusammenschlüsse sind zwölf Gemeinden nicht mehr auf der Liste, dafür die beiden neuen Gemeinden Zurzach und Böztal. Auf den Umfang der Finanzausgleichszahlungen hat dies keinen Einfluss. Der Steuerkraftausgleich sowie der Bildungs- und Soziallastenausgleich sind fusionsneutral. Bei den beiden anderen Ausgleichsinstrumenten gilt eine Besitzstandsgarantie für acht Jahre.

Korrekturzahlungen
Bis und mit Finanzausgleich 2020 enthielten die für die Berechnung benötigten Steuerdaten einen Fehler, weil die Quellensteuern nicht korrekt auf den 100-Prozent-Wert umgerechnet worden waren. Bei der Berechnung des Finanzausgleichs 2021 wurde eine Berichtigung vorgenommen. Nach entsprechenden Abklärungen wird der Fehler rückwirkend für drei Jahre (2018 bis 2020) korrigiert. Bei drei Viertel der Gemeinden liegen diese Zahlungen bei maximal einigen Tausend Franken. Grössere Beträge können bei Gemeinden anfallen, die einen hohen Quellensteueranteil sowie besonders hohe oder tiefe Steuerfüsse haben.

Übersicht Finanzausgleichszahlungen 2022
www.ag.ch

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Neue Polizeigesetz ab 1. Juli in Kraft

Neue Polizeigesetz ab 1. Juli in Kraft | Der Landanzeiger

Der Regierungsrat hat beschlossen, dass das neue Polizeigesetz am 1. Juli 2021 zeitgleich mit den neuen Verordnungen in Kraft treten wird. Die Höhe der Litteringbusse beträgt weiterhin 300 Franken.

Der Grosse Rat hat im Dezember 2020 die Revision des Gesetzes über die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit (Polizeigesetz, PolG) beschlossen. Nachdem die Referendumsfrist zwischenzeitlich unbenutzt verstrichen ist, setzt der Regierungsrat die neuen Bestimmungen auf den 1. Juli 2021 in Kraft. Schwerpunkte der Änderung des Polizeigesetzes sind: Rechtliche Verankerung des Bedrohungsmanagements sowie neue Massnahmen aus diesem Themenbereich. – Anpassung diverser polizeilicher Massnahmen an die Rechtsprechung des Bundesgerichts. – Verbesserung des Rechtsschutzes gegen polizeiliche Massnahmen. – Angleichung der Bestimmungen des Polizeigesetzes an den interkantonalen Standard. Mit einer gleichzeitig beschlossenen Fremdänderung des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung (EG StPO) wird dem Regierungsrat die Kompetenz eingeräumt, neben Polizeiorganen neu auch weitere Behörden zur Erhebung von Ordnungsbussen zu ermächtigen.

Polizeiverordnung
Die heute in diversen Erlassen geregelten polizeirechtlichen Verordnungsbestimmungen werden in der neu erlassenen Verordnung über die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit (Polizeiverordnung, PolV) zusammengezogen. In dieser neuen Verordnung werden auch die aufgrund der Änderung des Polizeigesetzes erforderlichen neuen Verordnungsbestimmungen erlassen.

Aufgrund des Erlasses der Polizeiverordnung kann der Regierungsrat acht bestehende Verordnungen aufheben. Deren Bestimmungen werden, soweit sie aus heutiger Sicht noch als erforderlich und zeitgemäss beurteilt worden sind, in die Polizeiverordnung übernommen. Wesentliche Anpassungen an den geltenden Bestimmungen wurden in folgenden Bereichen vorgenommen: Modernisierung des Disziplinarwesens der Kantonspolizei und Ausweitung der bislang für die Kantonspolizei geltenden datenschutzrechtlichen Bestimmungen auf die Regionalpolizeien.

Verordnung über das Ordnungsbussenverfahren
Gemäss der totalrevidierten Verordnung über das Ordnungsbussenverfahren (OBVV) dürfen weiterhin hauptsächlich die Polizistinnen und Polizisten der Kantonspolizei und der Regionalpolizeien Ordnungsbussen erheben.

Wie bis anhin dürfen Mitarbeitende von privaten Sicherheitsdiensten ausschliesslich im Auftrag von Gemeinden Ordnungsbussen im ruhenden Verkehr (Kontrolle von Parkverboten) ausstellen.

Neu dürfen auch weitere Behördenvertreterinnen und Behördenvertreter unter bestimmten Voraussetzungen gewisse Ordnungsbussen erheben. Konkret werden Hilfskräfte gemäss § 22 des Dekrets über den Natur- und Landschaftsschutz (NLD) sowie Reservatsaufseherinnen und -aufseher gemäss Art. 11 der Verordnung über die Wasser- und Zugvogelreservate von internationaler und nationaler Bedeutung (WZVV) ermächtigt, gewisse Ordnungsbussen zu erheben.

Zudem werden einige neue Straftatbestände des kantonalen Rechts dem Ordnungsbussenverfahren unterstellt. Dies gilt beispielsweise für Zuwiderhandlungen gegen polizeiliche Wegweisungen und Fernhaltungen. Ein solches Verhalten kann künftig mit einer Ordnungsbusse in der Höhe von 100 Franken geahndet werden.
Schliesslich hat der Regierungsrat aufgrund der Rückmeldungen im Rahmen der Anfang 2021 durchgeführten Anhörung der Gemeinden und Gemeindeverbände beschlossen, dass die Höhe der Ordnungsbusse bei Verstössen gegen das Litteringverbot weiterhin 300 Franken beträgt.

Kanton schafft Angebote für flexible Impfung

Kanton schafft Angebote für flexible Impfung | Der Landanzeiger

Ab Anfang Juli impfen zahlreiche Apotheken im Kanton und es entstehen neue bewegliche Impfangebote. Das ist mit ein Grund, dass das Impfzentrum Laufenburg Ende Juli seinen Betrieb einstellt. Wer dort noch auf der Warteliste steht, wird seine Impftermine bis dann erhalten.

In der letzten Woche hat die kantonale Impfkampagne 40’000 Impfungen durchgeführt, was einen neuen Höchstwert darstellt. Von den Kapazitäten her könnte der Kanton Aargau pro Woche etwa 50ʼ000 Impfungen vornehmen. Die grösseren Liefermengen des Impfstoffs sowie das daraus resultierende höhere Impftempo hat zur Folge, dass die Warteliste für die Covid-19-Impfung im Kanton Aargau schrumpft. Es kommen jedoch weiterhin täglich über 1000 Neuregistrierungen hinzu. Derzeit befinden sich noch etwa 75ʼ000 Personen auf der Warteliste. Sie alle werden noch im Juni ihre Termine erhalten – sofern die vom Bund angekündigten Impfstofflieferungen eintreffen. Zurzeit erhalten Personen Termine, die sich im März registriert haben, an einigen Standorten sogar schon jene, die sich im April registriert haben.

130 Apotheken wollen impfen
Die kantonale Impfkampagne ist auf diese Entwicklung vorbereitet und plant den Rückbau der Kapazitäten, um leerstehende Impfkapazitäten abzuwenden. Als erstes stellt der Impfstandort Laufenburg Ende Juli seinen Betrieb ein. Wer sich bis jetzt dort angemeldet hat, wird bis Ende Juli weiterhin Termine für die erste und die zweite Impfung erhalten. Der Vertrag für die gemieteten Räumlichkeiten läuft auf diesen Zeitpunkt hin aus. Der zweite Standort im Fricktal, jener in Rheinfelden, bleibt weiter in Betrieb. Zudem haben 130 Apotheken im ganzen Kanton ihr Interesse bekundet, ab anfangs Juli Impfungen durchzuführen.

Neue Angebote in Planung
Voraussichtlich ab Juli wird der Kanton neue bewegliche Impfstationen anbieten. Vorgesehen sind etwa Impfungen in Betrieben oder nach den Sommerferien auch in Schulen – sofern bis dann Impfstoffe für Jugendliche unter 16 Jahren zugelassen sind. Auch die Schaffung von «Drive-in» oder «Walk-in»-Angeboten in den bisherigen Impfzentren wird geprüft. Mit diesem Angebot wäre auch eine Impfung ohne Voranmeldung denkbar. Sobald die neuen Angebote im Detail geplant sind, informiert die Impfkampagne aktiv.

Jetzt registrieren
Es ist absehbar, dass wegen des Rückgangs der Nachfrage vor allem die kleineren Impfstandorte früher oder später ihren Betrieb stark reduzieren oder einstellen müssen. In erster Linie hängt dies von der Nachfrage nach Covid- 19-Impfungen ab. Ob der Betrieb anfangs 2022 für die sogenannte «Booster»-Impfung, also eine Nachimpfung für einen längeren Impfschutz, wieder aufgenommen wird, ist derzeit noch nicht klar. Wer noch nicht registriert ist, sollte sich möglichst rasch anmelden.

Viele Impfwillige haben gewartet, weil sie älteren Menschen oder Risikogruppen den Vortritt lassen wollten. Das ist heute nicht mehr nötig. Personen über 65, Mitarbeitende im Gesundheitswesen und auch vorerkrankte Menschen sind seit April 2021 geimpft. Jetzt sollte sich die breite Bevölkerung impfen lassen, um sich selbst, aber auch ihr Umfeld zu schützen.

Impfzertifikat im Sommer
Die Impfkampagne bereitet sich auf die Einführung des Zertifikats vor. Der Bund testet im Juni erste Lösungen zur Einführung, und auch der Kanton Aargau beteiligt sich an diesen Tests. Ziel dieser Tests ist die Klärung von offenen Fragen und der Aufbau der notwendigen Infrastruktur. Ab dem 30. Juni findet schrittweise die Einführung des neuen Zertifikats statt. Es dokumentiert eine Covid-19-Impfung, eine durchgemachte Erkrankung und ein negatives Testresultat.

www.ag.ch/covid-impfanmeldung

Ein sehr herausforderndes Jahr für den öffentlichen Verkehr

Ein sehr herausforderndes Jahr für den öffentlichen Verkehr | Der Landanzeiger

Die Aargau Verkehr AG (AVA) war im vergangenen Jahr stark von der Pandemie und den verordneten Corona-Massnahmen betroffen. Die Fahrgastzahlen sanken durchschnittlich um rund 25 Prozent, was zu einem Verlust von 2,897 Millionen Franken geführt hat. Dieser Verlust kann weitgehend über die eigenen Reserven aufgefangen werden.

Verwaltungsratspräsident Dr. Roland Abt umschrieb die Situation so: «Der Vorteil des öffentlichen Verkehrs, sehr viele Leute auf wenig Raum rasch und bequem transportieren zu können, wurde aufgrund der Ansteckungsgefahren über Nacht zu einem Nachteil». Und zum finanziellen Ergebnis ergänzte er: «Trotz der Beanspruchung eines Teils unserer Reserven bleiben wir weiterhin finanziell solide und werden auch künftig finanziell angespannte Perioden überstehen».

Limmat Bus AG als wichtige Stütze
Der Einbruch der Verkehrserträge löste im Frühling 2020 interne Kostensparmassnahmen in allen Bereichen aus. Damit konnte ein Teil der fehlenden Erträge kompensiert werden. Die im öffentlichen Verkehr übliche, relativ fixe Kostenstruktur engte die kurzfristigen Sparmöglichkeiten ein, aber der Verlust konnte dennoch deutlich reduziert werden. Zusätzlich trat die Tochtergesellschaft Limmat Bus AG als wichtige Stütze in Erscheinung: Als reine Transportbeauftragte konnte diese ein – angesichts der Situation – gutes Betriebsergebnis erzielen und somit den Gesamtverlust in der Konzernrechnung reduzieren. Die durch die Pandemie hervorgerufenen Massnahmen forderten die Mitarbeitenden bei Bus und Bahn in ihrem täglichen Einsatz. Das nationale Schutzkonzept und weitere interne Schutzmassnahmen wurden konsequent umgesetzt, weshalb der Betrieb auch unter diesen Umständen reibungslos und ohne Ausfälle funktionierte. Um dies auch künftig sicherzustellen, konnten notwendige Aus- und Weiterbildungskurse des Fahrpersonals unter Schutzkonzepten fortgeführt werden.

Ein sehr herausforderndes Jahr für den öffentlichen Verkehr | Der Landanzeiger
Verkehrszahlen im Vergleich 2019/2020.

Ausserordentlicher Einsatz der Mitarbeitenden
«Unsere Mitarbeitenden von Aargau Verkehr und Limmat Bus haben ein extrem anspruchsvolles Jahr hinter sich», sagt CEO Dr. Severin Rangosch. «Sie wurden fast täglich mit Unvorhergesehenem konfrontiert. Ich danke allen Mitarbeitenden für ihren ausserordentlichen Einsatz».
Und genau diese Mitarbeitenden verliehen ihrem Arbeitgeber durch Rückmeldung bei einer anonymen Zufriedenheitsumfrage im Frühjahr 2020 den «Swiss Arbeitgeber Award» (9. Rang der Kategorie 250-999 Mitarbeitende). «Das zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind und die sehr gute Kundenzufriedenheit hier ihre Ursache hat», ergänzt Rangosch.

Projektfortschritte trotz Pandemie
Obwohl die Pandemie das Jahr fest im Griff hatte, mussten in diversen Projekten wichtige Meilensteine erreicht werden. «Trotz Lockdown haben wir im April 2020 entschieden, die Baustellen unserer Projekte weiterzuführen. Durch den geringen Verkehr und aufgrund des guten Wetters sind wir sehr gut vorangekommen», sagt Severin Rangosch und verweist zudem auf die aktuellen Projekte: Neubau der Bahnhöfe Aarau Süd und Bremgarten, Neubau der Haltestelle Oberkulm, neues Depot und Werkstatt in Schöftland sowie die Eigentrassierung in Unterkulm. Dazu kommen auch die Inbetriebnahme der Limmattal Bahn und der Ausbau der Doppelspur in Dietikon. Der Verwaltungsrat beschloss im Februar 2021, die diesjährige Generalversammlung am 27. Mai 2021, zum Schutz der Aktionärinnen und Aktionäre in deren Abwesenheit durchzuführen. Wie bereits im Vorjahr konnten diese ihre Rechte über den unabhängigen Stimmrechtsvertreter ausüben. Dieser Entscheid steht im Einklang mit den Covid-19-Verordnungen des Bundesrates.

Verwaltungsrat wieder gewählt
Die statutarischen Geschäfte wurden gemäss den Anträgen des Verwaltungsrates verabschiedet. Die bisherigen Verwaltungsräte Dr. Roland Abt (Präsident), Mathias Meyer (Vizepräsident), Anabel Hengelmann, Dr. Kurt Moll, Thomas Staub, Dr. Benjamin Wittwer und Walter Zimmermann wurden für ein weiteres Amtsjahr gewählt.

www.aargauverkehr.ch
Hier geht es direkt zum AVA-Jahresbericht 2020 www.aargauverkehr.ch

Wie «Artofex» knetend die Welt eroberte

Wie «Artofex» knetend die Welt eroberte | Der Landanzeiger

Museum Aargau beleuchtet mit der neue Publikationsreihe «Aargauer Industriegeschichten» einzigartige Firmen aus dem Kanton Aargau. Der erste Band widmet sich der F. Aeschbach AG: Die Aarauer Firma vertrieb unter dem Namen «Artofex» Teigknetmaschinen, die Bäckern auf der ganzen Welt das schweisstreibende Kneten abnahm.

Seit über 100 Jahren sind Aargauer Unternehmen ein starker Motor der industriellen Entwicklung der Schweiz. Zahlreiche Firmen produzieren bis heute für den Weltmarkt, andere sind längst verschwunden. Museum Aargau rückt mit der neuen Buchreihe «Aargauer Industriegeschichten» einige dieser Aargauer Industrieperlen ins Zentrum. Die erste Schrift «F. Aeschbach AG: Vom Messerschleifer zum Taktgeber im Backgewerbe» ist jetzt im Handel erhältlich. Das Buch von Historiker Manuel Cecilia widmet sich Friedrich Aeschbach (1856 –1936).

Der talentierte Schlosser Friedrich Aeschbach zog 1887 in die aufblühende Industriestadt Aarau und entwickelte in seiner kleinen Werkstatt Geräte wie Brot- und Käseschneidemaschinen oder Fruchtpressen. Der Betrieb expandierte schnell. Friedrich Aeschbach verlegte diesen ins Aarauer Torfeld – und legte damit den Grundstein für einen Welterfolg: 1904 baute er die türkisfarbene Knetmaschine «Artofex». Die Knetmaschine mit den zwei geschmiedeten Armen nahm den Bäckern erstmals das mühselige Kneten des Teiges ab. Das war revolutionär – und sorgte bei manchem Bäcker auch für Gewissensbisse: Weil die Kundschaft mit purer Muskelkraft hergestelltes Brot erwartete, wurden die Knetmaschinen auf Aarau oft bei Nacht und Nebel angeliefert.

Noch nie publiziertes Bildmaterial
Der Erfolg von «Artofex» sorgte für weitere Expansionen im Aarauer Torfeld. 1910 liess Firmengründer Friedrich Aeschbach jenes Gebäude bauen, das heute noch als Aeschbachhalle bekannt ist – das historische Herzstück des Aarauer Aeschbach-Quartiers. Nebst der Teigmaschine baute Aeschbachs Firma weitere Geräte für das Bäckerei- und Konditoreigewerbe sowie für Hotelküchen und die chemische Industrie weltweit. In Mailand, Paris und London gründete er Tochterfirmen. Bis zur Schliessung der F. Aeschbach AG 1988 wurden über 50’000 «Artofex»-Maschinen verkauft.

Die Publikation «F. Aeschbach AG: Vom Messerschleifer zum Taktgeber im Backgewerbe» besticht neben der Aufarbeitung der bewegenden Firmengeschichte durch ihr reichhaltiges, noch nie publiziertes Bildmaterial aus dem Firmenarchiv – und ist damit eine kurzweilige Lektüre mit überraschenden Einblicken in ein einmaliges Kapitel Aar(g)auer Industriegeschichte. «Die F. Aeschbach AG zeigt exemplarisch, dass auch Industriegeschichte von Kontinuität und Wandel geprägt ist», sagt Marco Castellaneta, Direktor von Museum Aargau. «In diesem Sinne ist auch die Geschichte von Friedrich Aeschbach ein Lehrstück für heutige Unternehmerinnen und Unternehmer, die sich beispielsweise mit der Rolle von Digitalität und Robotik auseinandersetzen müssen.»

«Artofex»-Teigmaschinen ist nun ausgestellt
Der Band «F. Aeschbach AG: Vom Messerschleifer zum Taktgeber im Backgewerbe» entstand im Rahmen der Sonderausstellung «Von Menschen und Maschinen» von Museum Aargau. Die Ausstellung von Museum Aargau im SBB Historic-Gebäude in Windisch zeigt die bewegende Aargauer Industriegeschichte. Ausgewählte Objekte, Fotografien und einmalige Zeitdokumente vermitteln ein packendes Bild von der Vielfalt, Innovationskraft und weltweiten Vernetzung der Aargauer Industrie. In der Ausstellung ist auch eine originale «Artofex»-Teigknetmaschine der F. Aeschbach AG zu sehen. Ausgestellt ist zudem eine Miniatur-Version der Teigmaschine, die ebenfalls Teil der Sammlung Museum Aargau ist. Die kleine Version führten Verkaufsvertreter von «Artofex» damals in einem Lederköfferchen als Demonstrationsobjekt mit. Die Sonderausstellung läuft bis 31. Oktober 2021.

Wie «Artofex» knetend die Welt eroberte | Der Landanzeiger
Der erste Band der Aargauer Industriegeschichte widmet sich dem talentierten Schlosser Friedrich Aeschbach und seiner «Artofex».

Das Buch

Manuel Cecilia: F. Aeschbach AG:
Vom Messerschleifer zum Taktgeber im Backgewerbe.
Museum Aargau (Hg.).
72 Seiten, 50 Abbildungen,
UVP: 24 Franken.
ISBN 978 – 3-907 291 – 39 – 9.


Buchverlosung

Der Landanzeiger verlost 3 x 1 Buch F. Aeschbach AG

Wer gewinnen will, sendet ein Mail mit dem Betreff «Aargauer Industriegeschichten», seiner Adresse und Telefonnummer an wettbewerb@landanzeiger.ch

Einsendeschluss: Sonntag, 6. Juni 2021

Teilnahmeberechtigt sind Personen ab 18 Jahren. Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt. Der Gewinn kann weder umgetauscht noch in bar ausbezahlt werden.


Fusion soll Probleme lösen

Fusion soll Probleme lösen | Der Landanzeiger

Die drei Bevölkerungsschutzregionen Suhrental-Uerkental, Wartburg und Region Zofingen werden zur neuen Bevölkerungsschutzregion Aargau West zusammengeschlossen. Das hat der Regierungsrat beschlossen, sehr zum Leidwesen der Zivilschutzorganisation Suhrental-Uerkental, die für die Eigenständigkeit gekämpft hat.

Bereits im Jahre 2014 legte der Regierungsrat mit der Konzeption Zivilschutz Aargau 2013 die Gliederung der regionalen Bevölkerungs- und Zivilschutzregionen im Kanton Aargau fest. Diese sieht einen Zusammenschluss der drei bisherigen Regionen Suhrental-Uerkental, Wartburg und Region Zofingen vor. Die Bevölkerungsschutzregion Suhrental-Uerkental hat während sechs Jahren für ihre Eigenständigkeit gekämpft und am Ende beim Regierungsrat den Antrag um Verbleib als eigenständige Bevölkerungsschutzregion in der jetzigen Form gestellt.

Gebiet und Probleme werden grösser
«Wir sind der Ansicht, dass unsere Organisation gut aufgestellt ist und wir die Aufträge in unseren 15 Verbandsgemeinden auch weiterhin alleine erfüllen können», argumentiert Daniel Zünd (Safenwil), Präsident der Zivilschutzorganisation Suhrental-Uerkental. Zwar wurden die «Suhrentaler» angehört, doch der Regierungsrat hielt am ursprünglichen Konzept und am bereits am 25. September 2019 gefällten Entscheid fest. Zünd nimmt den Entscheid zur Kenntnis, hält aber fest: «Mit dem Zusammenschluss wird das Gebiet deutlich grösser und die Zahl der Zivilschützer deutlich kleiner.»

Fusion soll Probleme lösen | Der Landanzeiger
Die drei Bevölkerungsschutzregionen Suhrental-Uerkental, Wartburg und Region Zofingen werden zur neuen Bevölkerungsschutzregion Aargau West zusammengeschlossen.

Dienstpflicht verkürzt
Der Zivilschutz dürfte es künftig noch schwieriger haben, genügend Leute rekrutieren zu können, denn per 1. Januar 2021 wurde die Dienstpflicht von 20 auf neu 14 Jahre reduziert. «Der Aargauer Zivilschutz verliert durch die verkürzte Dienstpflicht rund ein Drittel der Zivilschützerinnen und Zivilschützer», weiss Daniel Zünd. «Dadurch werden in allen Regionen, unabhängig ihrer Grösse, Bestandesprobleme entstehen.»
«Die Umsetzung der Zivilschutzkonzeption mit der Bevölkerungsschutzregion Aargau West hilft, der veränderten Ausgangslage in verschiedenen Bereichen zu begegnen», sagt Michael Wernli, Leiter Sektion Koordination Zivilschutz, Abteilung Militär und Bevölkerungsschutz des Kantons Aargau. «Mit grösseren Strukturen kann man die Leistungsaufträge auch mit weniger Personal erfüllen.»

Die neue Bevölkerungsschutzregion Aargau West umfasst zukünftig 23 Gemeinden mit rund 87’000 Einwohner* innen und rund 750 Zivilschützern. Die Zusammenführung soll 2023/24 erfolgen.

ZSO Aare Region fusionierte bereits 2013
Den Zusammenschluss hat die ZSO Aare Region bereits hinter sich. 2013 übernahmen die drei Organisationen Aare (Aarau, Biberstein, Küttigen und die beiden Erlinsbach), Suret (Suhr und Buchs) und Entfelden (Ober- und Unterentfelden) eine Vorreiterrolle und schlossen sich zusammen. Marco Stirnemann, Kommandant der ZSO Aare Region, zieht ein positives Fazit. Aber auch ihm und seiner Organisation macht die Dienstpflichtverkürzung zu schaffen. «Der Corona-Einsatz des Zivilschutzes hat uns aufgerüttelt und gezeigt, dass die Bestände nicht noch weiter verkleinert werden dürfen.»

Mit der Einführung der Bevölkerungsschutzregion Aargau West ist die Regionalisierung des Zivilschutzes im Aargau abgeschlossen. Neu gibt es im Kanton dann nur noch 12 regionale Zivilschutzorganisationen, vor der Reform waren es noch 21. Im Aargau gibt es rund 7500 Zivilschützer*innen, rund 750 davon sind der Region Aargau West zugeteilt, in der ZSO Aare Region ist der Ist-Bestand 463, der Soll-Bestand wäre aber bei 580 Zivilschützern.

Frau Hummel: Was bringen die vielen Massentests wirklich?

Aargauer Kantonsärztin Yvonne Hummel im Interview | Der Landanzeiger

Testen, testen, testen – so lautet ein Grundsatz, um die Pandemie möglichst schnell einzudämmen. Der Aargau will Anfang Mai sogenannte repetitive Tests – salopp Massentests genannt – auf möglichst viele Schulen und Betriebe ausweiten. Verantwortlich dafür ist Kantonsärztin Yvonne Hummel. Sie war Gast im ZT-Talk und sprach unter anderem …

… über positive Aspekte der Pandemie.
Yvonne Hummel: «Die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung war sehr gross – und ist immer noch sehr gross. Es gehen viele Hilfsangebote ein», so Hummel (der Kanton hat vor mehr als einem Jahr unter der Internetadresse www.ag.ch/helfen eine Plattform für Freiwillige aufgeschaltet). Auch die Kooperationsbereitschaft sei hoch. Zwar komme es da und dort zu Protesten, aber «grundsätzlich macht die Bevölkerung sehr, sehr gut mit».

… über die repetitiven Tests, die im Kanton Aargau ausgeweitet werden sollen – und die Frage, ob sich der Aufwand dafür wirklich lohnt.
Yvonne Hummel: Ziel sei es, möglichst viele infizierte Personen zu identifizieren und Infektionsketten zu unterbrechen. Bei diesen Tests könnten zudem Infizierte sehr früh erkannt werden: «Das Virus wird so innerhalb von Schulen und Betrieben weniger weit verbreitet, es gibt weniger Infektionsausbrüche.» In den Schulen könne der Präsenzunterricht besser gewährleistet werden, Betriebe erhalten mehr Sicherheit bei der Personalplanung.

… über das Pilotprojekt an der Kanti Zofingen, bei dem es bei sechs repetitiven Testreihen nur eine einzige positive Poolprobe gab.
Yvonne Hummel: Auf den ersten Blick erscheine das als wenig, so Hummel. Aktuell liege die Inzidenz bei 200 Personen pro 100’000 Einwohner. Bei repetitiven Tests sei also zu erwarten, dass 0,2 Prozent der getesteten Personen infiziert seien und identifiziert werden könnten. «Glücklicherweise ist es ja so, dass die allermeisten Leute nicht infiziert sind.» – «Beim Testen ist nicht nur das positive Ergebnis wichtig», so Hummel. Negative Ergebnisse vermittelten den Getesteten Sicherheit und brächten Ruhe in einen Betrieb.

… über den bevorstehenden Start der Massentests – und wann die Kampagne auf Hochtouren laufen soll.
Yvonne Hummel: Man wolle möglichst schnell loslegen. «Es nützt nichts, wenn wir erst im Sommer oder im Herbst parat wären.» Zurzeit fänden noch Vorbereitungs- und Planungsarbeiten statt. «Ziel ist, dass wir Anfang Mai starten können. Und dann möglichst schnell möglichst viele Betriebe an Bord nehmen, sodass wir bis Mitte Juni auf die Zielzahl von 200’000 getesteten Personen pro Woche kommen.»

… über einen Ratschlag an alle, die wieder Fitnesscenter besuchen.
Yvonne Hummel: «Es ist wichtig, dass Fitnesscenter gute Schutzkonzepte und eine gute Lüftung haben. Dann ist es problemlos. Noch viel problemloser ist sportliche Betätigung im Freien.»

… über die Aussichten, dass Restaurants im Mai auch die Innenbereiche wieder öffnen können.
Yvonne Hummel: Das werde auf nationaler Ebene entschieden. «Wenn sich die Fallzahlen im aktuellen Rahmen halten, dann gibt es eine gute Chance für weitere Lockerungsschritte.» Der R-Wert liege aktuell im Kanton Aargau bei 1,07 (Stand letzte Woche). «Das ist aber nicht der einzig wichtige Wert», so Hummel. Wichtig sei auch, wie sich die Kapazitäten im Gesundheitswesen entwickelten, insbesondere auf den Intensivstationen. «Aktuell ist die Situation fragil.»

… über Lieferverzögerungen beim Impfstoff und die Frage, bis wann mit einer Durchimpfung im Aargau zu rechnen ist.
Yvonne Hummel: «Das ist von den Impfstofflieferungen abhängig. Der Aargau ist bereit, den Impfstoff, der kommt, zu verimpfen. Wir hoffen, dass die Lieferversprechen auch eingehalten werden.» Wichtig sei, dass sich möglichst viele AargauerInnen registrieren: «Auf keinen Fall warten. Das ist für alle gut und gibt eine bessere Planbarkeit.»


Zur Person

Yvonne Hummel ist seit Februar 2020 Kantonsärztin im Departement Gesundheit und Soziales von Regierungsrat Jean-Pierre Gallati. Sie hat an der Universität Basel Medizin studiert und verfügt über den Facharzttitel für Innere Medizin und Medizinische Onkologie. Yvonne Hummel hat während 17 Jahren als Ärztin in verschiedenen Spitälern in der Schweiz gearbeitet und führte eine eigene Praxis. 2013 hat sie den Fähigkeitsausweis Vertrauensarzt erlangt. Anschliessend leitete sie unter anderem den Vertrauensärztlichen Dienst der Krankenversicherung Sanitas. Yvonne Hummel ist verheiratet und wohnt in Sins.


«Das Aufsetzen des richtigen Hutes hat sehr geholfen»

Aargau Verkehr AG | Der Landanzeiger

Kompetent, ehrlich, diplomatisch und jederzeit freundlich. So könnte man Erwin Rosenast beschreiben, wie er seine Arbeit als Leiter Kommunikation der Aargau Verkehr AG während fast 15 Jahren wahrgenommen hat. Nun hat sich der 65-Jährige in den beruflichen Ruhestand verabschiedet.

Der Empfang bei Erwin Rosenast zu Hause ist herzlich. Anders als bei bisherigen Terminen trägt der Gränicher jedoch keinen Anzug. Mit seiner Pensionierung vor einer Woche hängt seine Robe nun etwas öfter im Kleiderschrank. «Ich habe immer gerne einen Anzug getragen und mache das auch heute noch, schliesslich habe ich ein grosses und seriöses Unternehmen repräsentiert.» Geblieben sind der freundliche Umgang und die Weisheit, mit der Erwin Rosenast seine Worte wählt. «Eine gute und transparente Kommunikation wird in der schnelllebigen Zeit noch viel wichtiger, darauf haben wir immer grossen Wert gelegt.»

Noch sehr oft spricht er über seinen inzwischen ehemaligen Arbeitgeber in der Wir-Form. «Das sei mir verziehen, ich bin ja erst eine Woche weg», lacht der frisch Pensionierte, der mit seinen zwei Töchtern und seiner Ehefrau in Gränichen lebt. «Ich muss schon sagen, die Aargau Verkehr AG war und ist ein hervorragender Arbeitgeber. Das Unternehmen wurde im 2020 unter den 10 besten Arbeitgebern der Schweiz prämiert in der Kategoerie 500 bis 999 Mitarbeitende. Mich mit diesem Unternehmen zu identifizieren fiel und fällt mir leicht.» Natürlich habe es auch unruhige Zeiten gegeben. Themen wie Verspätungen, Baustellen, Unfälle und Ausbaupläne sind immer gewisse Herausforderungen. «Beim ‹Lokführermangel› im Jahr 2015, als wegen eines Krankheitsfalles zwei Züge ausfielen und drei Züge mit Bahnersatzbussen geführt werden mussten, standen sogar die nationalen Medien auf dem Teppich», erinnert sich «Winu». Das seien für ihn jedoch keine schlechten Erfahrungen gewesen, sondern Ereignisse bei denen er als Kommunikationsverantwortlicher immer auch etwas dazugelernt habe.

Früh zog es ihn auf die Schienen
Rosenast ist vor knapp 15 Jahren bei Aargau Verkehr eingetreten, damals hiess das Unternehmen noch AAR bus+bahn. Nicht nur der Firmenname hat sich in dieser Zeit geändert, auch die Strukturen und die Art der Kommunikation wurden modernisiert. Unter der Regie des Gränichers sogar professionalisiert. «Meine Arbeit wurde seitens des Hauptaktionärs Kanton Aargau, des Verwaltungsrates und der Geschäftsleitung immer respektiert. Auch mit dem Chef der 2018 gegründeten Aargau Verkehr AG, Severin Rangosch, habe die Zusammenarbeit auf Anhieb funktioniert. «Wir kannten uns noch aus der Zeit bei der RAILplus AG», erklärt Rosenast und verrät über seinen beruflichen Werdegang weiter, dass er zu allererst eine Lehre als Bäcker- Konditor-Confiseur absolviert hat. Bald schon zog es den jungen Erwin jedoch auf die Schienen. Nach einigen Jahren als Zugführer verdiente er sich die Sporen bei den SBB als Betriebsdisponent ab. Es folgten Weiterbildungen in Marketing, Betriebswirtschaft, Projektmanagement, Marketing und Kommunikation. «In der Zeit in der Generaldirektion SBB, bei SBB Cargo, RAILplus und auch in den Jahren bei Aargau Verkehr habe ich sehr viel Erfahrung gesammelt und spannende Menschen kennengelernt.»

Bei Referaten und Veranstaltungen sei es auch immer wieder zu Begegnungen mit Persönlichkeiten gekommen, etwa mit Röbi Koller, Marco Rima oder der Vize-Miss-Schweiz Xenia Tchoumitcheva. Kürzlich habe er sich an einem Workshop auch mit Bundesrat-Sprecher André Simonazzi unterhalten können. «Die Medienarbeit in Bundesbern, aber auch bei vielen anderen Unternehmungen sind eine sehr spannende Sache und ich verfolge heute noch Medienkonferenzen mit dem Hut des Kommunikationschefs.» Das habe ihm immer sehr geholfen; also das Aufsetzen solcher Hüte. «Wenn ich etwas erklären wollte, habe ich mich in die Haut der unterschiedlichen Empfänger versetzt. Das hat immer funktioniert.» Und tatsächlich: Man kann die Archive lange durchblättern; ein kommunikatives Fiasko hat es unter Rosenast nie gegeben.

«Mir wird nicht langweilig»
Vertrauen, Offenheit und ein korrekter Umgang mit Fragestellern waren dem «Medienchef» immer wichtig. «Es haben immer alle eine ehrliche, zeitnahe und transparente Antwort bekommen», blickt Rosenast zufrieden zurück. Um das zu ermöglichen, verinnerlichte er nicht nur alle möglichen Vorgänge im Unternehmen, er identifizierte sich auch mit der Firma. Auch vor Weiterbildungen schreckte er nie zurück. «Die letzte habe ich vor vier Monaten absolviert», lacht der Neu-Pensionär, der seine Erfahrung auch im Ruhestand zur Verfügung stellen möchte. «Ich habe ein paar kleinere Mandate, vielleicht kommt ja noch etwas dazu.» Langweilig wird es dem passionierten 3.-Liga-Handballer des STV wahrscheinlich nicht, auch wenn sowohl Handball-Spiele, wie auch das Sporttreiben im Fitness-Center wegen der Pandemie gerade nicht möglich sind. «Ich halte mich mit Spaziergängen fit und finde eigentlich immer wieder Arbeit zu Hause.»

Erwin Rosenast war bei seinem bisherigen Arbeitgeber nicht einfach nur für die Kommunikation zuständig, er verlieh dem Unternehmen ein sympathisches, kompetentes Gesicht. In seine Fussstapfen treten wird nun Michael Briner, von dem Rosenast überzeugt ist, dass er die transparente Kommunikation der Aargau Verkehr AG weiterführen und auch neue Ideen einbringen wird. «Die Kommunikation bietet viele spannende Aufgaben.» Wer Erwin Rosenast zuhört, glaubt ihm das aufs Wort.

Jetzt erst recht: Zusammen für den Aargau!

Jetzt erst recht: Zusammen für den Aargau! | Der Landanzeiger

Die aussergewöhnliche Situation, in der wir seit nunmehr als einem Jahr leben, schweisst Menschen aber auch Gewerbe vielerorts zusammen. Die Emil Frey Autocenter Safenwil setzt gemeinsam mit dem Verband GastroAargau ein Zeichen unter dem Motto «Vom Aargau für den Aargau – von der Region für die Region».

Der Präsident von GastroAargau Bruno Lustenberger und der Geschäftsführer des Autocenters Safenwil André Steiner sind sich einig: «In diesen schwierigen Zeiten muss die Wirtschaft im Kanton Aargau unterstützt werden; Zusammenhalt, Mut und Bewegung ist gefragt!» Die Stossrichtung ist vorgegeben, der Grundstein für eine Zusammenarbeit gelegt und kurz darauf wurde die Idee mit einer Gutschein-Aktion konkretisiert. Die Gastronomie ist eine von der Krise am stärksten betroffene Branche. Ähnlich sieht es im Automobilgewerbe aus, nachdem aufgrund der gesetzlichen Auflagen die Showrooms über mehrere Monate geschlossen wurden. «Beide Branchen leben die gleichen Werte: Erlebnis, Dienstleistung, Zufriedenheit, Nachhaltigkeit und einzigartige Produkte. Speziell in dieser Zeit geht es auch darum, Verantwortung zu übernehmen, Arbeitsplätze und vor allem Ausbildungsplätze zu sichern», sind sich die beiden Macher-Typen einig.

Doppelter Genuss beim Autokauf
Der neue Weg, den das Autocenter zusammen mit dem Verband GastroAargau beschreitet, besteht aus einer Gutschein-Aktion. Personen, die zwischen dem 1. März und 30. April 2021 im Autocenter Safenwil einen Neuwagen oder ein Occasions-Fahrzeug kaufen, kommen in einen kulinarischen Genuss. Bei Kaufabschluss innerhalb der Aktionsfrist erhält der Kunde sechs Gastro-Aargau-Gutscheine im Wert von je 50 Franken geschenkt. Die Gutscheine im Gesamtwert von 300 Franken können bei über 1200 verbandsangeschlossenen Restaurants, Bars, Clubs und Take-Away-Anbietern im ganzen Kanton Aargau eingelöst werden. Der Erlös kommt vollumfänglich dem jeweiligen Gastronomiebetrieb zu Gute. Getreu dem Motto «Vom Aargau für den Aargau – von der Region für die Region» werden Worte zu Taten.

Sind Sie auf der Suche nach einem neuen Auto? Wollen auch Sie etwas Gutes tun und die Gastronomie im Kanton Aargau unterstützen? Die faszinierende Welt im Autocenter Safenwil bietet 20 Weltmarken und zahlreiche Qualitäts- Occasionen an. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall!

Showrooms erstrahlen in neuem Glanz
Seit diesem Frühling erstrahlen die neu umgebauten Showrooms von der schwedischen Traditionsmarke Volvo und den Alleskönner von Ford in neuem Glanz. Auch im mittleren Geschoss des bekannten blauen Glasgebäudes sind die Renovierungen fast abgeschlossen: Diese grosszügige Fläche ist das neue Zuhause der vier FCA-Marken Abarth, Alfa Romeo, Fiat und Jeep. Weitere Highlights erwarten Sie auch innerhalb unserer anderen Markenwelten. Informationen zum Fahrzeugangebot finden Sie auch online unter www.emilfrey.ch/safenwil.

Regelungen der steuerlichen Abzüge im Homeoffice

Regelungen der steuerlichen Abzüge im Homeoffice | Der Landanzeiger

Der Regierungsrat hat die Sonderverordnung 1 zur Begegnung von Störungen der öffentlichen Ordnung und Sicherheit sowie sozialen Notständen infolge des Coronavirus für die Jahre 2020 und 2021 hinsichtlich der abzugsfähigen Berufskosten während der Covid-19-Pandemie angepasst.

Unselbständig Erwerbende können in der Steuererklärung 2020 und 2021 ihre Berufskosten (Fahrkosten zwischen Wohn- und Arbeitsstätte sowie Mehrkosten der auswärtigen Verpflegung) so geltend machen, wie sie ohne Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie angefallen wären. Das heisst, wer im 2020 und 2021 mehrheitlich im Homeoffice gearbeitet hat, kann trotzdem Fahrtkosten abziehen, so als ob die Person täglich ins Büro gefahren wäre. Umgekehrt ist aber ein zusätzlicher Abzug für coronabedingte Homeoffice-Kosten, zum Beispiel für das Arbeitszimmer zu Hause, nicht möglich.

Abzug bis maximal 7000 Franken möglich
Steuerpflichtige, die mit dem Auto anstatt mit öffentlichen Verkehrsmitteln an den Arbeitsplatz gefahren sind, können hierfür die Autokosten zum Abzug bringen (Maximalbetrag 7000 Franken), wenn bei ihnen aufgrund der behördlichen Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie eine Nutzung des ÖV nicht als zumutbar erachtet wird.

Finanzdirektor Markus Dieth: «Mit dieser Lösung trägt der Regierungsrat dem besonderen Umstand während der Covid-19-Pandemie Rechnung. Sie vereinfacht die Steuererklärung sowohl für Arbeitnehmende, Arbeitgebende als auch für die Steuerämter. Sie unterstützt zudem die Anordnung des Bundesamts für Gesundheit (BAG), die Mobilität einzuschränken und Kontakte zu vermeiden.»

Das Kantonale Steueramt hat ein Informationsblatt über die Covid-19-Massnahmen und deren Folgen für die Einkommenssteuer auf seiner Homepage aufgeschaltet. Sie finden dieses auf der Internetseite des Kantons Aargau.

www.ag.ch/steuern

Gewerbe lebt Solidarität vor

Gewerbe lebt Solidarität vor | Der Landanzeiger

Über ein Drittel der angeschriebenen Gewerbetreibenden verzichten zugunsten stark leidender Unternehmen auf ihre Mietzinsreduktion. Dank dem Solidaritätsprinzip kann die AKB rund 90’000 Franken umverteilen.

Das Coronavirus und seine Folgen fordern uns allen einiges ab und geht ans Eingemachte. Umso schöner sind die positiven Geschichten, die es in dieser schwierigen Zeit auch gibt. So löst eine Aktion der Aargauischen Kantonalbank (AKB) eine riesige Solidaritätsaktion unter Gewerbetreibenden aus.

Die AKB hat im Januar 2021 entschieden, ihren Gewerbemieterinnen und -mietern bereits zum zweiten Mal, freiwillig und während drei Monaten, den Mietzins um 50 Prozent zu reduzieren. Im Rahmen der Solidaritätsaktion stand es jeder Mieterin und jedem Mieter frei, das Angebot anzunehmen oder teilweise resp. vollständig zugunsten einer anderen Mietpartei, die aufgrund von Corona unter starken Umsatzeinbussen leidet, abzutreten.

Über ein Drittel der kontaktierten Mieterinnen und Mieter hat auf das Angebot der AKB verzichtet. Die AKB kann den besonders hart getroffenen Betrieben damit die Miete für die Monate Mai, Juni und Juli zu 100% erlassen. Ivo Altstätter, Leiter Infrastruktur und Sicherheit, bestätigt: «Unsere Mieterinnen und Mieter tragen die Aktion mit, die vielen positiven Reaktionen sind eindrucksvoll. Wir freuen uns sehr über die gelebte Solidarität unserer Gewerbemieterinnen und -mieter.»

Unterstützen wir unser Gewerbe weiterhin tatkräftig, es hat es verdient und zurzeit bitter nötig!

Ein zukunftsweisender Lehrgang

Ein zukunftsweisender Lehrgang | Der Landanzeiger

Die Weiterentwicklung der Fahrzeugantriebe schreitet in hohem Tempo voran. Deshalb lanciert das wbz Lenzburg, zusammen mit dem AGVS, Sektion Aargau, einen neuen Lehrgang unter dem Namen «Spezialist für alternative Fahrzeugantriebe».

Diese Weiterbildung startet im September 2021 in Lenzburg, dauert ein Jahr und umfasst 270 Lektionen, aufgeteilt auf einen Schultag (Montag) pro Woche sowie zusätzliche Blocktage und Praktika.

Der Lehrgang spricht Fachleute aus den Garagen an, die sich jetzt für die Zukunft «fit» machen wollen. Das können Automobil-Diagnostiker sein, welche die Entwicklungen in der Antriebstechnik nicht verpassen wollen, es können aber auch Interessierte aus der automobilen oder autonahen Grundbildung sein, welche die neue Ausbildung als Zwischenstufe zum Diagnostiker absolvieren wollen.

Kursinhalte topaktuell
Die Kursinhalte beinhalten Theorie- und Praxisunterricht und werden von kompetenten wbz-Ausbildnern vermittelt. Der Kursstoff beinhaltet aktuelles Know-how zu den neusten Antriebsarten (Grundlagen zu Elektro- und Hybridantrieb sowie zu Wasserstoffantrieb, Brennstoffzelle und Gasantrieb). Zudem werden die Teilnehmer in den Bereichen Thermomanagement (Batteriekühlung und -heizung, Innenraumkühlung und -heizung), Energie (Energieträger, Energiespeicher) sowie Sicherheit und Wartung (gesetzliche Grundlagen, Wartung, Instandstellung, Unfall) geschult. Der Theorie- und Praxisunterricht wird voraussichtlich in der AGVS-ÜK-Werkstätte in Lenzburg stattfinden.

Zertifikate und Prüfungen
Mit der Absolvierung des Lehrgangs erhalten die Teilnehmer auch die Kompetenzausweise HV 1 und HV 2 (HV = Hochvolt) von Electrosuisse und dem AGVS sowie die Kompetenzausweise Gas 1 und Gas 2 von der Trägerschaft Gas und dem AGVS. Nach dem abgeschlossenen Lehrgang erhalten die Absolventen das wbz-Zertifikat und haben zudem die Möglichkeit, in Bern die Kompetenzbereichsprüfung Z4 zu absolvieren.

AGVS beteiligt sich an Kosten
Die Kurskosten betragen Fr. 7500.–. Um die Weiterbildung von Mitarbeitenden seiner Mitglieder zu fördern, unterstützt der AGVS, Sektion Aargau, die Kursteilnehmer mit einem Beitrag von Fr. 1500.–. Die Bedingungen dafür sind, dass der Kandidat bei einem Mitglied des AGVS, Sektion Aargau, beschäftigt ist und die Schlussprüfung besteht.

Erster Schritt in die Zukunft
Mit dem wbz-Zertifikat «Spezialist für alternative Fahrzeugantriebe» werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bestens für die Zukunft gerüstet sein. Falls sie später auch die Automobil-Diagnostiker-Ausbildung absolvieren, sind sie für den Kompetenzbereich Z4 bereits bestens vorbereitet.

Mit der Ausarbeitung und Lancierung dieser zeitgemässen Ausbildung geht der AGVS, Sektion Aargau, zusammen mit dem wbz in Lenzburg einmal mehr einen Schritt in die Zukunft und bietet seinen Mitgliedern eine attraktive Weiterbildungsmöglichkeit an. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Die Anzahl der mit «alternativen Antrieben» ausgelieferten Fahrzeuge hat auch im letzten Jahr erneut stark zugenommen. Deshalb sind in den Werkstätten Fachleute gefragt, welche über dieses Know-how verfügen.

Informationsabende
Auf der Website https://wbzlenzburg.ch/ finden Interessierte Details zu den Informationsveranstaltungen (10.3. und 17.8.21) zu dieser Ausbildung.

«Das 125-Millionen-Hilfspaket ist im Aargau Ende Februar aufgebraucht»

«Das 125-Millionen-Hilfspaket ist im Aargau Ende Februar aufgebraucht» | Der Landanzeiger

Der Präsident des Aargauischen Gewerbeverbandes Benjamin Giezendanner (39, SVP) fordert vehement, die Corona-Massnahmen zu lockern. «Wenn wir nicht öffnen, kostet das Geld, Lehrstellen und viele Arbeitsplätze», sagt er im ZT-Talk. Hier ein Auszug davon.

Benjamin Giezendanner über Rückmeldungen aus notleidenden Gewerbebetrieben: Er erhalte Feedback aus Betrieben, «die stark leiden, sehr stark leiden, keine Liquidität mehr haben oder einfach sonst nicht mehr weiterwissen». – «Nehmen wir Kleiderläden. Die sind kurzfristig geschlossen worden im Dezember. Die beginnen normalerweise nach dem 24. Dezember oder auch schon vorher mit dem Pre-Sale.» Damit komme Liquidität in die Kasse. «Aber das ging im Aargau nicht. Im Aargau wurden die Läden geschlossen, sie sitzen leider noch heute auf ihren Kleidern und haben keine Online-Kanäle.» Die schwierige Situation vieler Betriebe habe ihn teilweise stark mitgenommen, sagt der SVP-Nationalrat.

Benjamin Giezendanner über die Forderung des Gewerbeverbandes, die Massnahmen zu lockern: «Die Hauptforderung ist immer noch dieselbe wie vor zwei Monaten: Wir müssen so schnell wie möglich wieder öffnen. All diese Entschädigungen oder eben nur Teilentschädigungen werden das Gewerbe ins Unglück stürzen.» – «Wenn wir nicht öffnen, kostet das Geld, es kostet Lehrstellen, es kostet Arbeitsplätze. Also lieber heute als morgen öffnen, selbstverständlich unter der Bedingung von Schutzkonzepten. Aber wir müssen wieder öffnen, wir müssen die Wirtschaft spielen lassen. Ansonsten gibt es ganz tiefe Spuren, vor allem in der Aargauer Wirtschaft.»

Benjamin Giezendanner über die Risiken einer überstürzten Öffnung, die die Fallzahlen schlagartig wieder ansteigen lassen könnte – was schliesslich zu einem dritten Lockdown führen würde: «Nein, das soll es nicht sein. Es muss ein Abwägen sein, deshalb habe ich die Schutzkonzepte erwähnt.» Es brauche vielleicht auch Auflagen, in Restaurants beispielsweise genug Platz und funktionierende Lüftungen. «Aber wir müssen den Weg vorwärtsgehen, sonst sind wir an Ostern noch im Lockdown, vielleicht sogar noch vor den Sommerferien. Wir müssen lernen, damit zu leben.»

Benjamin Giezendanner über das 125- Millionen-Franken-Hilfspaket, das die Aargauer Regierung im Dezember beschlossen hat – und die Frage, wie lange es reicht: «Diese 125 Millionen werden aus meiner Sicht Ende Februar aufgebraucht sein, und dann muss man das nächste Paket bringen. Das frisst unglaublich viel Geld, aber nicht nur auf kantonaler Ebene. Auf Bundesebene sprechen wir von über 50 Milliarden Franken und mehr. Das sind gewaltige Summen, die wir jeden Monat verbrennen. Da ist die Frage: Wie lange können wir das noch?»

Benjamin Giezendanner über verzweifelte Kleinunternehmen, die sich an ihn wenden und um Hilfe bitten: «Ja, die gab es, vor allem nach dem 18. Dezember», so Giezendanner. «Das war sehr intensiv, da sind sehr viele gekommen, so dass ich vielleicht ein bisschen zu wenig Zeit für die Familie und das Geschäft hatte.» Inzwischen sei es etwas ruhiger geworden. «Aber jetzt kommen die komplexeren Fragen.» Er könne sich aber nicht um jeden Fall kümmern und Finanzplanungen anbieten.

Benjamin Giezendanner über die langfristigen Schäden für die Wirtschaft: «Für die zweite Jahreshälfte bin ich optimistisch, wenn es jetzt nicht noch schlimmer wird.» Allerdings: «Tausende von Menschen sind ruiniert, weil wir, die Politik, vor allem die Regierungen, alles geschlossen haben.» Diese Menschen hätten kein Geld mehr, «und sie fallen teilweise in das Sozialsystem». – «Das ist sehr tragisch und macht mir Sorgen. Das waren Menschen, die jeden Tag hart gearbeitet haben für ihr Geld. Und die stehen jetzt vor dem Nichts, das tut einem weh.»

Hier geht es zum ZT-Talk in voller Länge www.zofingertagblatt.ch/zttalk

Wiedereinstieg in die Pflege

Wiedereinstieg in die Pflege | Der Landanzeiger

Über 45 Prozent der diplomierten Pflegefachkräfte steigen aus dem Beruf aus. Die Corona-Pandemie zeigt aktuell, dass die Gesellschaft auf genügend und gut ausgebildetes Pflegepersonal angewiesen ist. Der Kanton Aargau will mit dem Aktionsprogramm «Wiedereinstieg in die Pflege» Pflegefachkräfte für eine Rückkehr in die Pflege gewinnen.

Obwohl es dem Kanton Aargau in den letzten Jahren gelungen ist, die Ausbildungsabschlüsse in den Gesundheitsberufen beträchtlich zu steigern, besteht weiterhin eine Lücke zwischen dem jährlichen Bedarf und den erreichten Ausbildungsabschlüssen. Infolge der demografischen Bevölkerungsentwicklung, bevorstehender Pensionierungen, der kurzen Berufsverweildauer in den Pflege- und Betreuungsberufen, der andauernden Corona-Pandemie und so weiter wird sich der Bedarf an Gesundheitsfachkräften in den kommenden Jahren weiter erhöhen.

Wiedereinsteiger motivieren
Um die Gesundheitsversorgung langfristig sicherzustellen, ist der Kanton auf genügend und qualifiziertes Fachpersonal angewiesen. Daher startet das Departement Gesundheit und Soziales zusammen mit der Organisation der Arbeitswelt Gesundheit und Soziales Aargau AG (OdA GS Aargau AG) ein Aktionsprogramm, um qualifizierte Pflegefachpersonen für den Wiedereinstieg in die Pflegetätigkeit zu motivieren. Des Weiteren zielt das Programm darauf ab, das Potenzial an diplomierten Pflegefachkräften zu mobilisieren und diese für eine erfolgreiche Rückkehr in das Berufsleben vorzubereiten.

Start Wiedereinsteigerkurse
Ab 25. Mai 2021 bietet die OdA GS Aargau dazu spezifische Wiedereinstiegskurse für diplomierte Pflegefachkräfte HF (AKP, KWS, PsyKP, DNII, Pflege HF) an. Dabei werden die Kursteilnehmenden finanziell vom Bund und Kanton unterstützt. Kursteilnehmende erhalten einen einmaligen Unterstützungsbeitrag von maximal 4000 Franken, wenn nachfolgende Bedingungen erfüllt sind: Nachweis eines schweizerischen Tertiärabschlusses oder eines vom Bund als gleichwertig anerkannten ausländischen Diploms in der Pflege; Wohnsitz im Kanton Aargau; seit mindestens drei Jahren nicht mehr in der Pflege tätig; ohne Anstellung in einer Gesundheitsinstitution zum Zeitpunkt der Anmeldung; Absicht, eine Anstellung in einer aargauischen Gesundheitsinstitution zu erlangen.

Informationen zum Wiedereinstieg Pflege HF sind seit 29. Januar auf der Webseite der OdA GS Aargau nachzulesen unter www.oda-gsag.ch

Flusspegel der Aare weiterhin hoch

Flusspegel der Aare weiterhin hoch | Der Landanzeiger

Der Kantonale Führungsstab (KFS) hat am Montagnachmittag an einer Teilstabsitzung die Lage im Kanton Aargau analysiert.

Der Rhein und die Aare werden noch einige Zeit viel Wasser führen und gemäss Prognosen vorerst in der Gefahrenstufe 2 (mässige Gefahr) verbleiben. Für die restlichen Aargauer Flüsse gilt die Gefahrenstufe 1 (keine oder geringe Gefahr). An Uferzonen der nach wie vor viel Wasser führenden Gewässer wie Aare oder Rhein ist jedoch weiterhin Vorsicht geboten.

Auch mit den Niederschlägen (bis zu 20 Millimeter täglich) und der Schneeschmelze vom Dienstag und Mittwoch soll die Gefahrenstufe 2 (mässige Gefahr) nicht überschritten werden. Zudem bleibt das Wetter ab heute Donnerstag voraussichtlich trocken. Der Kanton Aargau wird die Lage in seinen normalen Strukturen weiterhin laufend beobachten. Der Teilstab Hochwasser des Kantonalen Führungsstabs (KFS) beendet damit seinen Einsatz, stellt aber angesichts der zu erwartenden Schneeschmelze weiterhin eine erhöhte Bereitschaft sicher.