Der grosse Sieger war der Mountainbike-Sport

Der grosse Sieger war der Mountainbike-Sport | Der Landanzeiger

Die Schweizer Mountainbike-Meisterschaften fanden aufgrund von Corona erstmals ohne Publikum statt. An den Rennen in Gränichen wurde trotzdem sehr guter Sport gezeigt. Der Titel bei der U23 ging erstmals an Joel Roth (21) aus Kölliken. Bei der Elite verteidigten Nino Schurter und Jolanda Neff ihre Titel. Die Geschwister Stirnemann hatten beim Heimrennen einen schweren Stand.

Die Mountainbike-Familie kommt gerne nach Gränichen. Normalerweise ist hier «die Hölle los», mehrere Tausend Zuschauer säumen den abwechslungsreichen Parcours und die rund vier Kilometer lange Runde verläuft immer wieder anders als im Vorjahr.

In diesem Jahr ist alles ein bisschen anders. Corona hat den Rennkalender arg durcheinander geschüttelt und viele Rennen mussten abgesagt werden. Dank einem Sondereffort des RC Gränichen, Swiss Cycling und den Organisatoren des Swiss Bike Cup konnte überhaupt eine Schweizer Meisterschaft durchgeführt werden. Zu den vielen zu erfüllenden Auflagen gehörte auch der Ausschluss des Publikums. «Natürlich wären die Rennen schöner mit Publikum», sagt das Schweizer Bike-Aushängeschild Nino Schurter, «aber für uns ist es schon schön, dass wir überhaupt wieder Rennen fahren können.»

Titel verteidigt
Schurter feierte in der Kiesgrube von Gränichen seinen neunten Elite-Meistertitel. Der Weltmeister und Olympiasiger setzte sich diesmal fünf Sekunden vor Mathias Flückiger und zehn Sekunden vor Lars Forster durch. Auf Rang sechs beendete der einheimische Matthias Stirnemann die Meisterschaften. Trotz gröberem Trainingssturz unter der Woche fuhr er anfänglich frech an der Spitze mit, musste später aber Tempo rausnehmen und sein «eigenes Rennen» fahren. Gegen Schluss konnte er noch einige Ränge gutmachen. «Eine solide Leistung», sagt Matthias Stirnemann am Ende. «Für eine mögliche WM-Selektion kann dieser sechste Platz Gold wert sein.»

Zum sechsten Mal gewann Jolanda Neff Gold bei den Frauen. Und das obwohl sie erst ihr zweites Mountainbike-Rennen nach der langen Verletzungspause wegen eines Milzrisses bestritt. Schon in der ersten Runde setzte sie sich von der Konkurrenz ab und fuhr ein einsames Rennen. Am Ende betrug ihre Reserve auf die zweitplatzierte Sina Frei zweieinhalb Minuten. Platz 3 belegte Linda Indergand. Die einheimische Kathrin Stirnemann kämpfte wie schon zum Saisonauftakt mit Atemproblemen. Der Vorjahreszweiten verengt sich bei grosser Anstrengung plötzlich ihr Kehlkopf und sie kann nur noch oberflächlich atmen. Die Sauerstoffaufnahme ist dadurch kaum mehr normal möglich. Fährt sie weiter, wird ihr schwindlig und übel, so wie am Sonntag. Aufgeben wollte sie ihr Heimrennen aber auf keinen Fall. Nun bestreitet sie in den kommenden Wochen wieder Strassenrennen und hofft, das Problem in den Griff zu bekommen. Schliesslich möchte sie an der Strassen-WM in Aigle/Martigny im September um eine Medaille mitfahren.

Seine erste Goldmedaille bei den U23 holte der Kölliker Joel Roth (21) mit einem beherzten Rennen und einem Start-Ziel-Sieg.

Über Nacht sind 20 Kaninchen verschwunden

Über Nacht sind 20 Kaninchen verschwunden | Der Landanzeiger

In einem Stall in Gränichen sind in der Nacht vom 17. auf den 18. Juni alle Kaninchen entwendet worden. Die Polizei wurde zur Ermittlung eingeschaltet. Der Züchter ist ratlos und hofft auf Informationen der Landanzeiger- Leserschaft.

Seit 32 Jahren züchtet Hans Bähler* Kaninchen. «So etwas habe ich noch nie erlebt und ich kann mir schlicht und einfach nicht erklären, was hier passiert ist!», sagt er. Fakt ist: In der Nacht vom Mittwoch auf den Donnerstag, 17./18. Juni sind alle 20 Kaninchen verschwunden. Alle Boxen sind leer. Hier waren alle Muttertiere und zwei Würfe mit der Mutter als Familiengruppe in Boxen untergebracht. Die jungen Kaninchen waren erst 10 Wochen alt. Eine umgehende Suche von Hans Bähler und später auch von der Polizei in der näheren Umgebung lässt darauf schliessen, dass die Kaninchen nicht freigelassen worden sind, sondern abtransportiert wurden. Für eine solche Aktion waren gemäss Bähler mindestens drei Personen nötig. Die Polizei fand jedoch keine Einbruch- Spuren. Direkt vor einer Boxe lag ein totes Muttertier. Bähler vermutet, dass es wegen der Aufregung an einem Herzschlag starb. Vor dem Stall im Freien fand er ein weiteres totes Tier. Vermutlich konnte es bei der illegalen Aktion fliehen und wurde später Opfer eines Wildtieres, zum Beispiel eines Fuchses. 

Tierbefreiungs-Aktion oder Diebstahl? 
Wer aber aus welchem Grund seine Tiere gestohlen hat, diese Frage beschäftigt Hans Bähler. Es könnte sich um eine Befreiungs-Aktion von Tierschützern handeln, oder dass jemand die Kaninchen aus Hunger entwendete. «Wenn jemand ein oder zwei Tiere stiehlt, könnte ich das noch einigermassen nachvollziehen», sagt Bähler. Jedoch waren elf Kaninchen erst zehn Wochen alt und brachten ‹erst› 500 Gramm auf die Waage. Ausgewachsene Kaninchen bringen es auf drei Kilogramm. Auch die Tierbefreiungs-Theorie geht für Bähler nicht auf: «Bei einer Befreiungs-Aktion sind die Tiere einem riesigen Stress ausgesetzt, was ja auch nicht im Sinne des Tierschutzes sein kann.» Eine dritte Möglichkeit wäre ein Diebstahl durch einen Kaninchen-Halter. Aber auch dies tönt für Bähler wenig schlüssig. Was ist hier passiert? Wo sind die 20 Kaninchen geblieben?

* Name geändert, der richtige Name ist der Redaktion bekannt

Wird der Gränicher Mut belohnt?

Wird der Gränicher Mut belohnt? | Der Landanzeiger

Turnusgemäss findet im November dieses Jahres die Gränicher Gwärbi statt. Geht es nach den Verantwortlichen, so soll das auch in diesem Jahr so sein. Vorausgesetzt, die Situation lässt es überhaupt zu.

Die Vorbereitungen für die Gränicher Gwärbi 20 sind in vollem Gang. Obwohl niemand sagen könne, wie die Lage im Herbst aussehen werde, habe bereits eine stattliche Zahl an Unternehmen für die Gwärbi zugesagt, verkündet OK-Präsident Manuel Eichenberger am Infoabend in der Gränicher Mehrzweckhalle. «Die kürzlich in Kraft getretenen Lockerungen rund um die Corona-Masnahmen lassen uns positiv in den Herbst blicken und hoffen, dass die Gwärbi 20 wie geplant stattfinden kann.» 

Den Verantwortlichen ist durchaus bewusst, dass es mutig ist, in diesem Jahr noch eine Grossveranstaltung zu planen: «Das OK ist zur Überzeugung gelangt, dass wir innerhalb der durch Vorschriften, Weisungen und Empfehlungen begrenzten Möglichkeiten den Handlungsspielraum voll nutzen, und das Ausstellungsmotto ‹Gräniche läbt› an der Ausstellung zeigen wollen», sagt Manuel Eichenberger. «Absagen und ins nächste Jahr verschieben, das machen schon alle anderen Veranstaltungen. » Manuel Eichenberger gibt am Infoabend, an dem über 100 Vertreter von Unternehmen teilnahmen zu, dass auch im neunköpfigen Gwärbi-OK die Meinungen über eine Durchführung auseinander gegangen seien. «Wir sind aber zum Schluss gekommen, dass wir dem Gewerbe und der Bevölkerung etwas bieten wollen und schreiten deshalb mit unseren Vorbereitungen weiter voran.» 

Hilferuf des Gewerbes 
Dies auch, weil die Verantwortlichen des Gewerbevereins und des OKs von Gewerbetreibenden aufgefordert wurden, etwas zu unternehmen und den Betrieben eine Plattform zu bieten. 

Aufgrund der guten Infrastruktur im Dorf, gibt es aus Sicht der Verantwortlichen mehrere Möglichkeiten für die Gwärbi 20. So sei eine Ausstellung nur in der Mehrzweckhalle, oder nur in der Dreifachturnhalle, oder an beiden Orten durchaus denkbar. Auch das legendäre Chalet wurde wieder in die Planung einbezogen. Erstmals werden auch Kleinststände angeboten, dies, damit auch Unternehmen mit zurzeit kleinerem Budget teilnehmen können. Mit Marktständen soll zudem eine Art Dorfplatz in der Ausstellung geschaffen werden, an dem sich wohltätige Organisationen oder gemeinnützige Vereine präsentieren können. 

Entscheid über Durchführung an der GV 
Die Verantwortlichen mussten sich am Infoabend Lob und Tadel für ihre Ideen anhören. Während die einen das Glas halb leer sehen, sprechen die Verantwortlichen von einem halbvollen Glas. «Gränichen lebt dank den Angeboten des lokalen Gewerbes, Gränichen lebt, weil wir das Positive in den Fokus rücken, Gränichen lebt, wenn wir zusammen etwas unternehmen und uns der Bevölkerung präsentieren», macht OK-Präsident Eichenberger deutlich. Er könne keinem Unternehmer die Entscheidung abnehmen, ob er an der Gwärbi mitmachen wolle oder nicht, sagt Eichenberger weiter. Der Anmeldeschluss sei am 20. Juli eingeplant. 

Über eine definitive Durchführung der Gwärbi 2020 in Gränichen werde an der Generalversammlung des Gewerbevereins Ende August oder Anfang September entschieden, stellte Vereinspräsident Hans Schibli in Aussicht. Vielleicht entscheide auch der Bundesrat, ob die Gwärbi durchgeführt werden könne oder nicht, blickt Manuel Eichenberger voraus. «Aber jetzt schon aufgeben ist nicht unsere Art.»

Standort Gränichen profitiert von Bäckerei-Schliessung in Zollikofen

Standort Gränichen profitiert von Bäckerei-Schliessung in Zollikofen | Der Landanzeiger

Die Migros-Tochter Jowa investiert weiter in den Standort Gränichen. In den kommenden Wochen finden interne Umbauarbeiten der Konditorei-Abteilung statt. Die Migros-Genossenschaften Aare und Luzern werden zukünftig aus einer Hand bedient.

Vor wenigen Tagen erhielt die Jowa die Baubewilligung für die Umgestaltung der Konditorei in Gränichen. «Eine Optimierung der bestehenden Infrastruktur» heisst es aus dem Hautquartier in Volketswil. Mit dem geplanten in-house-Umbau werde die Raumaufteilung in der Konditorei (im alten Teil) optimiert und die Produktionsfläche vergrössert. «Dadurch können wir Produktions- und Warenflüsse optimieren und mehr Arbeitsraum schaffen», sagt Corinne Harder, Leiterin Kommunikation der Jowa Schweiz. In der Konditorei arbeiten rund 50 Personen, in der ganzen Jowa Gränichen total rund 700.

60 Mio. Franken in Gränichen investiert
Alleine in den letzten zehn Jahren hat die Jowa aber über 300 Millionen Franken in den Werkplatz Schweiz investiert, davon rund 60 Millionen in die neue Brotgeneration (Steinofenlinie) und den Neubau eines zweiten Werkes am Standort Gränichen. Dieser wurde 2017 eröffnet. Im Frühling dieses Jahres wurde zudem die Investition in eine neue Produktionslinie für tiefgekühlte Silser- und Kleinbrote in der Höhe von über 28 Millionen Franken entschieden.

Vor einigen Tagen gab die Jowa bekannt, dass sie Mitte 2021 die Bäckerei im bernischen Zollikofen schliesst. Das hat auch Auswirkungen auf den Standort Gränichen. «Aber positive», wie Jowa- Sprecherin Corinne Harder sagt. «Aus dem Standort Gränichen werden zukünftig die Migros Genossenschaften Luzern und Aare aus einer Hand bedient. » Indirekt bedeute dies eine weitere Stärkung des Standorts Gränichen, der 1971 eröffnet wurde. In Gränichen werden zurzeit Brot- und Backwaren für die Genossenschaften Migros Aare und Luzern produziert. Dies beinhaltet Brote, die später in den Filialen fertig gebacken werden, Feinbackwaren, Konditoreiprodukte und Convenience-Produkte wie Pizza und Schinkengipfeli.

3500 Mitarbeiter
Die Jowa AG wurde 1931 gegründet und betreibt heute elf regionale Bäckereien, eine Hartweizenmühle, eine Teigwarenfabrik, einen Standort für glutenfreie Produkte sowie rund 100 Hausbäckereien in allen Regionen der Schweiz. Mit über 3000 verschiedenen Produkten und einer jährlichen Produktionsmenge von über 159‘000 Tonnen gehört das Unternehmen zu den bedeutendsten Nahrungsmittelproduzenten der Schweiz. Die Jowa beschäftigt rund 3500 Mitarbeitende, davon rund 150 Lernende.

Schweizer Meister 2020 werden in Gränichen gekürt – aber voraussichtlich ohne Zuschauer

Nino Schurter (Mitte) vor Lukas Flückiger (links) und Florian Vogel | Der Landanzeiger

Diese Meldung überrascht positiv und konnte in dieser Form nicht erwartet werden: Der Racing-Club Gränichen plant vom 24. bis 26. Juli dieses Jahres die Durchführung der Mountainbike-Schweizer-Meisterschaften im Gebiet der Kiesgrube Moortel. Die Rennen finden (Stand Dienstagmittag, 2. Juni) unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die Schutzkonzepte des Bundesamts für Gesundheit sowie von Swiss Cycling werden eingehalten.

Geplant ist, dass am Freitag die Rennen der Hobby-Kategorien stattfinden, am Samstag die Rennen des Nachwuchses und am Sonntag soll die Elite ihre Meister in der Gränicher Kiesgrube küren. Die Organisatoren sehen vor dass, die jeweiligen Kategorien eine halbe Stunde auf der Rennstrecke trainieren können, im Anschluss das Rennen absolvieren, die Siegerehrung durchführen und danach das Gelände wieder verlassen.

Wichtig für Weltcup-, EM- und WM-Qualifikation
Die Schweizer Meisterschaften in Gränichen sollen durchgeführt werden, damit die Fahrer die Möglichkeiten haben, sich für den Weltcup (geplanter Start der Serie im August), die EM oder die WM zu qualifizieren.

Die Rennen in Gränichen werden mit dem absoluten Minimum an Infrastruktur und Helfern durchgeführt. Es soll nicht einmal eine Festwirtschaft, geschweige denn eine Festhütte geben.

Nebst der Schweizer Meisterschaft versuchen die Verantwortlichen noch weitere Rennen des Proffix Swiss Bike Cups durchzuführen. So dass doch noch eine kleine Rennserie stattfinden kann. Momentan hat Leukerbad für die Organisation der Rennen vom 18./19. Juli bereits zugesagt. Mit Savognin sei man in Verhandlung für die Rennen vom 8./9. August, heisst es aus Bikerkreisen. Die Vorbereitungen der Rennen in Basel vom 5./6. September und in Lugano vom 27. September sind laut der Webseite der Organisatoren in vollem Gang. 

Beim Abbiegen mit Zug kollidiert

Eine Frau übersah beim Abbiegen die WSB, die den Zusammenstoss nicht verhindern konnte | Der Landanzeiger

Beim Abbiegen übersah eine Automobilistin den herannahenden Zug der WSB. Dieser prallte folglich in die Seite des Autos. Verletzt wurde niemand. Es entstand grosser Sachschaden.

Der Unfall ereignete sich am Mittwoch, 13. Mai, kurz vor 17 Uhr beim Bahnübergang Nordstrasse in Gränichen. Eine 61-jährige Fahrerin eines Toyotas Corolla fuhr auf der Suhrerstrasse in allgemein Richtung Gränichen und wollte links in die Nordstrasse abbiegen. Dazu musste sie das parallel verlaufende Gleis der WSB überqueren.

Aus unbekanntem Grund übersah sie das Blinklicht, das vor dem herannahenden Zug warnte. Als sich der Toyota auf dem Bahnübergang befand, prallte der in Richtung Gränichen fahrende Zug in die Seite des Autos.

Am Auto, aber auch am Triebwagen, entstand erheblicher Sachschaden. Der Zug konnte trotz Beschädigungen weiterfahren, weshalb die Bahnstrecke nur kurz unterbrochen war.

Eine Ära geht im Stillen zu Ende

Am 26. Mai 2020 wird der Wechsel vollzogen: Vor einem Jahr kündigten Alfred Schmid (links) und Roger Geissberger (rechts) ihren Rücktritt an und präsentierten mit Philipp Bonorand einen Präsidentschaftskandidaten | Der Landanzeiger

Schon mehrmals fügte der Gränicher Alfred Schmid seiner Amtszeit als FC Aarau-Präsident ein weiteres Jahr hinzu, denn es fehlte der geeignete Nachfolger. Am 26. Mai endet nun die «Ära Schmid» aber definitiv. Das Virus fordert dabei einen stillen Abgang – aber das passt so.

Alfred Schmid (64) ist kein Mann der grossen Töne. Während sich seine Amtskollegen in Zürich und im Wallis am liebsten unter einer dicken «Blick»- Schlagzeile sehen, wählt Alfred Schmid immer den ruhigen Weg und handelte im Hintergrund um so konsequenter. Seriös und besonnen, aber nicht weniger engagiert, führte der Präsident seinen FC Aarau durch die unruhigen Fussball-Gewässer – die Gefahr zu kentern, war praktisch ausgeschlossen.

Wahlen erst am 21. September
Im sportlichen Bereich stellte der Präsident in seinen 13 Amtsjahren nicht weniger als 15 verschiedene Cheftrainer ein. Turbulent waren die Zeiten aber vor allem auch wegen den Wirren um den Bau eines neuen Stadions. Das eigentliche Ziel, sich aus dem Amt zu verabschieden, sobald sein Club dieses bauen kann, erreichte er nicht.

So kommt es nun nach und nach zu den angestrebten Wechseln. Bereits Anfang Jahr ersetzte Roland Baumgartner Robert Kamer als Geschäftsführer der FC Aarau AG. Kamer galt als rechte Hand Schmids und leitete die Geschicke souverän aus dem Hintergrund. Weil die Generalversammlung vom 26. Mai in den Herbst verschoben wurde, wird nun auch der Abgang von Alfred Schmid im Stillen vonstatten gehen, denn die Rücktritte von ihm und Co-Vizepräsident Roger Geissberger per 26. Mai sind fix, wie der Club mitgeteilt hat.

Auch Geissberger prägte den Club wie selten ein anderer. Der in Seengen wohnhafte Unternehmer steckte mehr Energie in den Club, als manch einer mitbekommen hat. Der zweite Co-Vizepräsident Philipp Bonorand − er wurde vor einem Jahr in den Verwaltungsrat gewählt – wird nun der Generalversammlung der FC Aarau AG am 21. September als Präsidentschaftskandidat vorgeschlagen. Bonorands Wahl gilt als Formsache und bis dahin führt der 39-jährige den Club als «designierter Präsident».

Ein Wechsel im Stillen
Das passt nicht nur zum Wirken des Gränichers Alfred Schmid, dem Engagement des Seengeners Roger Geissberger, sondern auch zum Wirken des Aarauers Philipp Bonorand und dessen Geschäftsführer Roland Baumgartner. Und damit zum FC Aarau. Ein weiterer Name wird an der Generalversammlung im September als Kandidat für einen Sitz im Verwaltungsrat präsentiert: es handelt sich um Nico Barazetti, CEO der Lagerhäuser Aarau. Die weiteren Verwaltungsräte Karl Oldani, Kurt Sandmeier, Ruedi Vogt und Peter Zubler stellen sich zur Wiederwahl.

Kleines Defizit 2019
Gleichzeitig mit der Verschiebung der Generalversammlung teilte der FCA den Rechnungsabschluss 2019 mit. Fünf Jahre lang schloss der Challenge- League-Vertreter seine Jahresrechnung mit einem kleinen Gewinn ab. Im letzten Jahr resultierte bei einem Umsatz von gut 6,5 Millionen Franken ein Minus von 61’983 Franken, das durch den Vortrag aus dem Vorjahr dennoch zu einem Bilanzgewinn von 106’000 Franken führt. Dieser wird auf die neue Rechnung vorgetragen. Weil das Rechnungsjahr nicht mit der Dauer eine Fussballsaison korrespondiert, stammen die positiven Einnahmen aus der Barrage gegen Xamax noch aus der letzten Saison, während sich der Saison- Unterbruch der laufenden Saison erst in der nächsten Rechnung niederschlagen wird.

Badi Suhr/Buchs/Gränichen geht mutig voraus

Eintauchen und geniessen: Auf diesen Moment müssen die Badigäste noch warten, nicht nur in der Badi Kölliken | Der Landanzeiger

Schwimmbäder dürfen ab 11. Mai ihre Tore öffnen: Jedenfalls für Schulen und Vereine, die das Schwimmen als Spitzen- und Leistungssport betreiben. Das hat der Bundesrat entschieden. Die Badi Suhr/Buchs/Gränichen geht voran.

Eigentlich hätten am 2. Mai mehrere Schwimmbäder der Region ihre Tore geöffnet, wäre da nicht dieses unsägliche Virus, das die Welt zurzeit in Schach hält und vieles verunmöglicht. Der Bundesrat hat am 29. April entschieden, dass gewisse Sportarten wieder trainieren dürfen. Dazu gehört auch der Schwimmsport.

Das Schwimmbad Suhr/Buchs/Gränichen wird deshalb am 11. Mai die Tore öffnen, wenn auch vorerst nur für Vereine (Spitzen-, Leistungs- und Breitensport) und Schulen. Selbstverständlich unter der Einhaltung des bereits erarbeiteten Schutzkonzeptes, wie die Badi auf ihrer Webseite schreibt. «Auch wenn die Besuchergruppe mit Sportlern und Schulen relativ klein ist, finden wir es dennoch wichtig an diesem Termin festzuhalten », heisst es weiter. «Dies ist ein erster Schritt auf dem Weg zur Normalität.»

Viele warten noch ab
Während die Badi Suhr/Buchs/Gränichen mutig voran geht, warten andere Schwimmbäder mit der (Teil)-Öffnung noch zu. Das Schwimmbad Rütimatten in Schöftland öffnet voraussichtlich am Pfingstsamstag, 30. Mai. Der Start der Freibad-Saison ist im Schachen Aarau unter Vorbehalt des Bundesrats-Entscheides, für den 8. Juni geplant.

Gespannt warten der Schwimmclub Aarefisch, die SLRG Sektion Aarau-Lenzburg- Zofingen, die Sporttaucher Aarau und der Tauchclub Aarau auf das Datum der Wiedereröffnung des Hallenbads in der Telli, dem Trainingsbad dieser ambitionierten und erfolgreichen Vereine. Die Öffnung ihrer Bäder planen auch Kölliken, Walde und Zofingen auf den 8. Juni. In Walde wird bereits zum Eröffnungsapéro auf 18.00 Uhr eingeladen.

Hoffnung auf weitere Lockerungswelle Die Badi Entfelden hofft laut «Aargauer Zeitung» auf die dritte Lockerungswelle und dass ab dem 8. Juli die Bäder wieder für alle geöffnet sein mögen. Die Verantwortlichen der Schwimmbäder Küttigen, Bottenwil und des Biobads Biberstein haben die Öffnung noch nicht terminiert. Sie sind aber bereit, sollte der Bundesrat grünes Licht geben.

Die Badi Suhr/Buchs/Gränichen plant hingegen schon die nächsten Schritte: «Sollten die getroffenen Massnahmen erfolgreich sein, kann im weiteren Verlauf Freizeitsportlern der Zutritt gewährt werden», heisst es auf der Webseite. Im letzten Schritt sollen dann nebst dem Schwimmbad, auch Rutschbahn, Spielplatz und Grillstelle für alle Badegäste geöffnet werden.

Wo das Pferd dem Traktor überlegen ist

Train-Rekruten und ihre Tiere beim Holzrücken: Angefeuert und geführt von den Rekruten ziehen ein Muli und eine Pferdestute gemeinsam einen schweren Stamm aus dem Rütihof-Wald | Der Landanzeiger

Train-Rekruten waren einige Tage im Wald auf dem Rütihof im Einsatz. Dort setzten sie das in den letzten Monaten gelernte um und halfen beim Rückbau des Waldseilparks. Dieser wird zurzeit erneuert und im Jahr 2021 wieder eröffnet.

Im Wald auf dem Rütihof konnte man in der vergangenen Woche eine Gruppe von Train-Rekruten mit ihren Pferden bei der Arbeit beobachten. Am vergangenen Dienstag machte sich Oberst i Gst Antonio Spadafora ein Bild vom Ausbildungsstand der Rekruten, die bereits in der 15. Woche ihrer RS sind.

«Obwohl die Mannschaft wegen des Coronavirus starke Einschränkungen erlebt, wird immer noch motiviert und kompetent gearbeitet», zeigt sich der Kommandant des Kompetenzzentrums Veterinärdienst und Armeetiere zufrieden. «Ich bin stolz auf meine Truppe.»

Suche nach Übungsanlagen
Das Coronavirus stellt auch die Armee vor unerwartete Herausforderungen. Abstand halten und Sauberkeit gehören auch in der Armee zu den obersten Geboten in dieser Zeit. Normalerweise träfe man die Train-Rekruten zurzeit in den Alpen und im Gebirge an. Da dort aber Übungsanlagen momentan schwierig zu finden sind, mussten die Verantwortlichen Alternativen suchen.

Etwas angeschrägt graben sich die Stämme nicht in den Boden, wenn sie gezogen werden | Der Landanzeiger
Etwas angeschrägt graben sich die Stämme nicht in den Boden, wenn sie gezogen werden

Andreas Fetscher, Betreiber des Restaurants Rütihof und des Waldseilparks, konnte eine Alternative bieten. «Unser Seilpark ist in die Jahre gekommen und einige Bäume waren vom Borkenkäfer befallen», sagt Andreas Fetscher. «Sie mussten gefällt und der Seilpark zurückgebaut werden» Die Übungsmöglichkeiten im Wald, die Möglichkeit die Rekruten in Zweierzimmer unterzubringen, die gute Infrastruktur in der Küche und genügend Platz für die Pferde waren für die Armee Grund genug, um die Rekruten auf den Rütihof zu beordern, wo sie jetzt die gefällten Bäume aus dem Wald befördern.

Das Holzrücken (Verbringen von gefällten und entasteten Baumstämmen zum nächsten Waldweg) mit Pferden hat lange Tradition. Nach weitgehender Verdrängung seit den 1960er Jahren durch den Einsatz spezieller Forstschlepper zum Holzrücken wird der Einsatz von Rückepferden derzeit im Zuge einer naturnahen Forstwirtschaft wieder zunehmend propagiert.

Gerade in beengten Gebieten und dichten Wäldern eignet sich das Holzrücken mit Pferden besonders gut. Es müssen keine Schneisen gehauen werden und der Boden wird nicht wie bei schwere Fahrzeugen verdichtet.

Beim Holzrücken werden vorwiegend Pferde der Kaltblutrassen ab rund 700 Kilogramm eingesetzt. Die Arbeit erfordert solide Pferde, die gut geschult sind. Sie müssen präzise auf Stimmkommandos reagieren können. Die Tiere tragen in der Regel ein sogenanntes Kummet – einen steifen gepolsterten Ring, der dem Pferd über den Hals gelegt wird. So können die stark wechselnden und oft ruckartigen Zugwiderstände beim Holzrücken ausgeglichen werden.

Die Train-Pferde brauchen keinen Diesel-Treibstoff: Etwas frisches Heu und einen kräftigen Schluck Wasser und dann gehts weiter mit der Arbeit im Wald | Der Landanzeiger
Die Train-Pferde brauchen keinen Diesel-Treibstoff: Etwas frisches Heu und einen kräftigen Schluck Wasser und dann gehts weiter mit der Arbeit im Wald

Dem Pferd werden in der Regel keine Scheuklappen angezogen, damit es sich im unwegsamen Gelände inmitten von verschiedenen Hindernissen ohne Probleme orientieren kann. Doppelte Freude auf dem Rütihof Angefeuert von den Rekruten legen sich die Mulis und die Pferde mächtig ins Gurtzeug und ziehen selbst die schwersten Stämme aus dem Rütihof-Wald.

Anerkennend sagte Oberst i Gst Spadafora beim Anblick des grossen Holzhaufens: «Beeindruckend, was die Rekruten mit ihren Tieren hier geleistet haben.» Gleich doppelt freut sich Andreas Fetscher, der zum einen Chef der Wirtshaus Rütihof AG ist und auf der anderen Seite im Militär selbst bei den Train eingeteilt ist. Seinen Dienst absolviert der Pferdeliebhaber als Major Chef Einsatz im Armee-Tier-Batallion 13.

Samariterbund sorgt mit Bettelbrief für rote Köpfe

Der Bettelbrief des Schweizerischen Samariterbundes | Der Landanzeiger

Der Schweizerische Samariterbund und das Schweizerische Rote Kreuz haben Anfang April gemeinsam eine nationale Sammelaktion gestartet, die bei einigen Samaritervereinen für Missstimmung und rote Köpfe sorgt. Der Gränicher Samariterverein entschuldigt sich öffentlich und distanziert sich von der nationalen Aktion.

«Samariterinnen und Samariter helfen während der Corona- Krise! Unterstützen Sie Samariterinnen und Samariter bei ihrem Engagement für die Pandemie-Bewältigung. Mit Ihrer Spende ermöglichen Sie, dass Samariterinnen und Samariter in dieser äusserst herausfordernden Krise helfen können.» So beginnt der Text des Bettelbriefs des Schweizerischen Samariterbundes mit Hauptsitz in Olten, der Anfang April in viele Schweizer Haushaltungen flatterte.

Der Corona-Brief des Schweizerischen Samariterbundes stösst den Gränicher Samaritern sauer auf | Der Landanzeiger
Der Bettelbrief des Schweizerischen Samariterbundes stösst den Gränicher Samaritern sauer auf

Während die einen den Brief wegwarfen, zahlten andere ein im Gedanken, etwas Gutes für die Samaritervereine getan zu haben. Wieder andere ärgerten sich über die verschickte Post aus dem Hauptsitz in Olten. So wie die Mitglieder des Samaritervereins Gränichen. «Die zurzeit laufende Sammelaktion ist für uns nicht vertret- und tolerierbar», schreiben die Gränicher Samariter in ihrer Stellungnahme, die auf der Webseite der Gemeinde aufgeschaltet ist. «Zum einen ist das Vorgehen unserer Dachorganisation mit dieser Kampagne völlig überraschend für uns gekommen. Die Sammlung wurde weder mit den Verbänden noch mit der Basis abgesprochen», heisst es weiter.

«Bettelbrief ist verwerflich»
An der Basis werde im Moment die Arbeit geleistet: Mahlzeitendienst mit und für die Spitex, Einkäufe für den Lebensunterhalt für Mitmenschen die der Risikogruppe angehören, Spitalfahrten, Telefongespräche, etc. «Den Menschen in Angst mitten in der Corona-Zeit einen »Bettelbrief« zu schicken ist für Samariter verwerflich», schreiben die Gränicher Samariter in der Stellungnahme weiter.

Kein Geld für die Vereine
Die Vereine ärgern sich zudem, weil sie, wie sie selber schreiben, «kein Geld aus dieser Sammlung erhalten». Für die Spender sei nicht ersichtlich, ob sie nun den einzelnen Samariterverein oder den nationalen Samariterbund unterstützen. «Der gesamte Sammelerfolg dieser April-Sammlung geht zu 100 Prozent an den Schweizerischen Samariterbund », ärgern sich die Gränicher.

Im Spätsommer findet jeweils die «normale » offizielle Samaritersammlung statt, von der auch die einzelnen Vereine profitieren, was für diese sehr wichtig sei. «Ob dann nochmals gespendet wird, ist fraglich», befürchten die Gränicher Samariter abschliessend. Deshalb entschuldigen sie sich bei der Gränicher Bevölkerung für den Bettelbrief und distanzieren sich vom «verwerflichen Spendenaufruf».

Zusätzliche Steuereingänge sorgen für besseres Ergebnis

Zusätzliche Steuereingänge 2019 in Gränichen | Der Landanzeiger

Die Erfolgsrechnung schliesst mit einem Ertragsüberschuss von Fr. 626’326.83 ab. Budgetiert war ein Aufwandüberschuss von Fr. 509’300.–. Der unerwartet gute Steuerabschluss mit Mehreinnahmen von Fr. 1’085’505.– führt zu diesem positiven Resultat.

Bei den Einkommens- und Vermögenssteuern resultiert bei einem Steuersoll von Fr. 17’700’240.50 gegenüber dem Budget von Fr. 17’345’000.– ein Mehrertrag von Fr. 355’240.50 oder 2%.

Die Quellensteuern mit Fr. 523’890.50 gegenüber dem Budget von Fr. 350’000.– sowie die Gewinn- und Kapitalsteuern der juristischen Personen mit Fr. 926’960.10 bei einer Budgetprognose von Fr. 700’000.– liegen deutlich über den Erwartungen.

Bei den Sondersteuern konnte bei den Nachsteuern und Bussen ein Mehrertrag von Fr. 185’252.60 und bei den Grundstückgewinnsteuern ein Mehrertrag von Fr. 196’580.50 eingenommen werden. Einzig unter den Erwartungen lagen die Erbschafts- und Schenkungssteuern mit Mindereinnahmen von Fr. 54’823.10.

Im Oktober 2019 war der gute Abschluss der Gemeinderechnung noch nicht vorhersehbar. Die ausserordentlichen Steuereinnahmen sind erst ab diesem Datum eingegangen. Ein grosser Buchgewinn von Fr. 450’000.– für den Verkauf der Baulandparzelle in der Rütenen musste um ein Jahr verschoben werden. Dies führte zu einem Ausgabenstopp. Es wurde per Anfang Oktober angeordnet, dass nur noch die notwendigsten Ausgaben getätigt und Budgetausschöpfungen vermieden werden sollen. Durch diese Massnahme konnten einige Einsparungen gemacht werden.

Negative Auswirkungen auf das Rechnungsergebnis finden sich unter anderem in den Mehrkosten für das Kinder- und Betreuungsgesetz, die Restkostenfinanzierung Mittel und Gegenstände MiGel, Kindes- und Erwachsenenschutzdienst Aarau und bei den Schulliegenschaften.

Die Investitionsrechnung schliesst mit Nettoinvestitionen von Fr. 6’563’385.28 ab. Die hohen Kosten fielen nebst dem Unterhalt an Gemeindestrassen vor allem beim Neubau Werkhof Moortal und der Sanierung des Dorfschulhauses an. Per Saldo resultiert aus der Erfolgsund Investitionsrechnung ein Finanzierungsfehlbetrag von Fr. 3’821’617.44. Die Nettoschuld beträgt Fr. 5’592’836.14 (Vorjahr Fr. 1’870’242.94) oder pro Einwohner Fr. 721.10.

Die Spezialfinanzierungen schliessen alle positiv ab. Die Abwasserbeseitigung schliesst mit einem Ertragsüberschuss von Fr. 43’254.97 ab. Das Nettovermögen beträgt Fr. 5’425’856.23.

Ortsbürgergemeinde
Das Kieswerk kann erneut mit einem guten Ergebnis von Fr. 462’077.– abschliessen. Beim Forstbetrieb Gränichen – Unterkulm haben grössere Bestandesänderungen des Holzlagers (Fr. 86’530.–) massgeblich zu dem Aufwandüberschuss von Fr. 67’071.26 beigetragen. Der Waldfonds beträgt per 31. Dezember 2019 Fr. 1’690’469.27.

Ab 2021 ist der neue Seilpark in Betrieb

Waldseilgarten Rütihof | Der Landanzeiger

Der beliebte Waldseilgarten auf dem Rütihof ob Gränichen bleibt in diesem Jahr geschlossen. Der Borkenkäfer ist mitschuldig, nicht der Coronavirus. Zurzeit wird die 14 Jahre alte Anlage abgebaut und eine neue geplant. Diese soll im Frühling 2021 eröffnet werden. 

Die Trockenheit in den zwei letzten Jahren haben dem Wald stark zugesetzt. Viele Bäume wurden vom Borkenkäfer befallen. Auch im Waldseilgarten auf dem Rütihof. «Wir standen vor dem Entscheid, entweder den Betrieb einzustellen oder eine neue Anlage aufzubauen», sagt Andreas Fetscher, von der Wirtshaus Rütihof AG. «Denn 45 Prozent der Anlage hätte erneuert werden müssen.» Nun haben sich die Verantwortlichen für einen Neubau entschieden. 

Ingenieure vermessen den Wald
Seit einigen Wochen wird die vor 15 Jahren ins Leben gerufene Seilparkanlage rückgebaut. «Wir wechseln das gesamte Material aus», sagt Andreas Fetscher, der zurzeit täglich im Wald anzutreffen ist. 

Vor einigen Tagen haben Ingenieure,  Anlagenbauer und Baumgutachter der Firma Cambium GmbH aus Leutkirch im Allgäu 180 Bäume im Wald auf dem Rütihof vermessen und begutachtet. «Die Cambium GmbH baut seit mehr als zehn Jahren Kletteranlagen auf der ganzen Welt», sagt Andreas Fetscher. «Sie werden nun ein Projekt ausarbeiten und uns in den nächsten Wochen  erste Vorschläge präsentieren.» Passt das Projekt, gehts ins Bewilligungsverfahren. Gibt es auch von der Gemeinde und dem Kanton grünes Licht, beginnt der Aufbau der Anlage. 

Zur Eröffnung des Waldseilgartens auf dem Rütihof im Jahr 2006 bestand die Anlage aus fünf Parcours. Im Jahr 2012 kamen noch weitere zwei Parcours dazu. «Wir waren überrascht, auf welch positives Echo der Waldseilgarten stiess», sagt Andreas Fetscher. «In den vergangenen Jahren hatten wir einen Besucherdurchschnitt von 24’000 Personen pro Jahr.» Um diesen Gästen weiterhin gerecht zu werden, entschieden sich die Verantwortlichen für ein Weiterführen des Waldseilgartens und den Neubau der Anlage. 

400’000 Franken für neue Anlage
Um die neue Anlage zu realisieren, greifen die Verantwortlichen tief in die Tasche. «Wir budgetieren rund 400’000 Franken für die neue Anlage», verrät Andreas Fetscher. 

Der Waldseilgarten auf dem Rütihof ist der Einzige dieser Art im Aargau. Wurde er anfänglich vor allem von Kletterfreunden besucht, so kamen immer mehr auch Vereine, Gruppen oder Schulen dazu, die für einige Stunden etwas Spezielles erleben wollten. Nach einer ausführlichen Instruktion können auch Anfänger unterschiedliche Parcours mit mehreren Schwierigkeitsgraden absolvieren. «Das wird auch im neuen Waldseilgarten ab 2021 wieder so sein», verspricht Andreas Fetscher. 

«Schiff über Bord» wohl im 2021

Bühnenbau für das Theaterstück «Schiff über Bord» | Der Landanzeiger

Die Theatergruppe Improvisorisch Gränichen hat ihre Theatersaison wie viele andere Vereine abbrechen müssen. Präsidentin Theres Hediger und Regisseurin Barbara Marti erklären, wie es derzeit vielen Vereinen geht und was die ungewohnte Lage für die Zukunft bedeutet.

Der Vorstand und die Mitglieder der Theatergruppe Improvisorisch entscheiden mit einer Dreiviertelsmehrheit, die Saison abzubrechen und das Stück «Schiff über Bord» nicht zu spielen. «Einen Tag später hätten uns die neuen Massnahmen des Bundes-rates den Entscheid ohnehin abgenommen», sagt Präsidentin Theres Hediger. Weil das Programmheft noch nicht im Druck war und die Kostüme noch nicht bestellt waren, treibt die Absage den Verein wohl nicht in den Ruin.

Absagen statt verschieben
Für die Gränicher kam eine Verschiebung nicht in Frage. «Unser Team fürs aktuelle Stück besteht aus 12 Personen», sagt Regisseurin Barbara Marti. «Die Wahrscheinlichkeit, dass wir in diesem Jahr zwei Wochenenden hintereinander finden, an denen alle Schauspieler dabei sein können und die Aula zur Verfügung steht, ist praktisch Null.»

Seit 15. Oktober hat die Gruppe 21 intensive Theaterproben durchgeführt. Das Bühnenbild war grösstenteils fertig, es fehlt nur noch die letzte Schicht Farbe. Das Bau-Team war mit riesigem Einsatz am Werk und der Bühnenbau so weit fortgeschritten wie noch nie. Und das Programmheft wäre druckfertig gewesen. Und dann die Absage. «Das Verständnis war bei allen da, aber die Enttäuschung über die Absage ist natürlich trotzdem gross», sagt Präsidentin Theres Hediger. «Nach dem grossen Einsatz, den alle geleistet hatten, hätten wir es verdient, die Aufführungen über die Bühne gehen zu lassen.»

Präsidentin Therese Hunziker | Der Landanzeiger
Präsidentin Therese Hunziker
Regisseurin Barbara Marti | Der Landanzeiger
Regisseurin Barbara Marti

Wie weiter?
Das Vereinsjahr schliesst mit einem Minus. Trotzdem haben die Verantwortlichen entschieden, auf die Inserate-Rechnungen an die treuen Sponsoren zu verzichten, in der Hoffnung, dass sie den Verein auch in Zukunft weiter unterstützen. «Wir prüfen, ob wir ‹Schiff über Bord!› im April 2021 auf die Bühne bringen können», sagt Regisseurin Barbara Marti. «Es ist ein so tolles und lustiges Stück. Es wäre sehr schade, wenn wir dieses unserem Publikum nicht zeigen können.» Dazu muss aber das aktuelle Ensemble mehrheitlich weitermachen.