Huplant: «Gerade noch rechtzeitig!»

Geschäftsführer Adrian Huber zeigt das Kundenzählsystem bei Huplant | Der Landanzeiger

Darauf haben Gartenfreunde lange warten müssen: Am Montagmorgen durfte auch das Gartencenter Huplant wieder öffnen. Sehr zu Freude von Kunden und Mitarbeitenden. Die Regale sind voll, die Blütenpracht umwerfend. Vor allem Setzlinge sind derzeit gefragt, aber auch Geranien.

Montagmorgen, 7.45 Uhr. Eine Viertelstunde vor der Eröffnung warten rund zwei Dutzend Kundinnen und Kunden vor dem grossen Haupteingang von Huplant. Geschäftsführer Adrian Huber misst eigenhändig die vom Bund geforderten zwei Meter und klebt Markierungen an den Boden. So stimmt die Distanz der wartenden Kunden.

Als um acht Uhr die Türen aufgehen, ist dies für Adrian Huber und das 40-köpfige Huplant-Team ein schöner Moment. «Die Eröffnung kommt gerade noch rechtzeitig!», sagt der Geschäftsführer erleichtert. Wahrscheinlich sei der fürs Geschäft so wichtige Monat April nicht mehr aufzuholen. Geholfen habe laut Huber der Online-Shop, den man quasi aus dem Nichts aufgebaut hat und der so gut angelaufen ist, dass man ihn weiterlaufen lassen wird.

Kurz vor der Wiedereröffnung von Huplant am Montagmorgen | Der Landanzeiger
Kurz vor der Wiedereröffnung am Montagmorgen

Höchstens 400 Kunden
Eine Stunde nach der Wiedereröffnung strömten schon weit über 100 Kunden ins Gartencenter. Adrian Huber kann die Zahlen auf einer App auf dem Smartphone ablesen. Ein System am Eingang und Ausgang zählt die Kunden, die hinein- und wieder hinausgehen. «Wir lassen höchstens 400 Kunden gleichzeitig in unser Gartencenter, obwohl es von der Fläche her 700 sein dürften», erklärt er.

Auch Huplant muss die Bestimmungen des Bundes penibel umsetzen: Auf die 2-Meter- Distanz weisen unzählige Plakate hin. Die Kassen erhielten Plexiglasabtrennungen zwischen Kassiererin und Kundin. Am Eingang sorgen rote und grüne Ampeln für einen Eintritt im «Tröpfchensystem».

Die Regale bei Huplant sind mehr als voll. Zusätzlich dienen auch die Produktionshallen als Verkaufsflächen. Getreu dem Huplant-Motto «Kaufen, wo es wächst», kann man in den riesigen Bio-Produktionshallen die Blumentöpfe tatsächlich von dort gleich mitnehmen, wo sie gewachsen sind.

Huplant-Mitarbeiterin weist Kunden die Richtung zum Einpflanzen | Der Landanzeiger
Huplant-Mitarbeiterin weist Kunden die Richtung zum Einpflanzen

Risiko, Hoffnung und Glück sind Teil der Buchhaltung

Adrian Huber weist mit einem Anhänger auf seiner Wiese und Inseraten in den lokalen Medien auf das Online-Angebot hin | Der Landanzeiger

Die Huplant in Hirschthal ist ein typischer Familienbetrieb. Die Inhaber Adrian und Yvonne Huber mussten sich in den letzten Monaten jedoch gleich mehreren ungeplanten Herausforderungen stellen. Wie sie diese meistern, wie Ideen umgesetzt wurden und wie sogar neue Jobs geschaffen werden, zeigt ein Besuch an einem Samstagmorgen.

Eigentlich wäre alles ganz gut gelaufen. Ende 2019 konnte die Huplant über das erste Jahr Bilanz ziehen, in dem man auf die Belieferung von Grossverteilern verzichtet hat. Die Bestellungen für den eigenen Laden und das kommende Jahr waren ausgelöst, das Konzept mit dem ganzheitlichen Einkaufserlebnis, dem Café Florina und dem Prinzip «Kaufen wo es wächst», fand grossen Anklang. Der Konjunktiv verrät es. Der Virus stellte am 16. März alles auf den Kopf.

Nicht aber Familie Huber
Vorerst gab es noch genug Arbeit. Trotz Schliessung mussten ja die Pflanzen in der eigenen Bio-Produktion und im Verkauf weiterhin gepflegt werden. «Der Abverkauf bis zu diesem Zeitpunkt war aussergewöhnlich gut und wir mussten nur etwa 3000 Pflanzen kompostieren», sagt Geschäftsinhaber Adrian Huber. Das habe man machen müssen, weil die Blumen verwelkt sind. Bilder, wie man sie in der Tagesschau sah, wo Blumen mit dem Bagger vernichtet wurden, gab es in Hirschthal zum Glück nicht. Wegen eines Krankheitsfalls in der Familie zog sich Yvonne Huber aus dem Geschäft zurück und stellt die intensive Krankenbetreuung sicher, Adrian Huber nimmt als alleiniger Geschäftsführer die Zügel in die Hand. «Im Frühling werden gegen 60 Prozent des Umsatzes generiert, wir mussten schnell handeln.»

«Wir mussten umdenken»
Adrian Huber hatte einen Plan: «Bisher war nie die Rede von einem Online-Shop, denn das Erlebnis, die Pflanzen zu sehen und zu riechen, gehört zu unserem Konzept. Doch jetzt konnten wir nicht anders, wir mussten umdenken», erinnert sich Huber. Innerhalb weniger Tage stand der Shop und seit Ende März kann man sich durch das Huplant-Angebot klicken und auf Rechnung bestellen. Was dann passierte, sprengte alle Erwartungen. Die Klickzahlen schossen in die Höhe: «Bis zu 270 Kunden konnten wir an einem Tag bedienen.» «Wir liefern auf Wunsch auch aus, aber die meisten holen die Ware ab. Den Zeitpunkt der Abholung können die Kunden selber im Online-Shop festlegen. Ab Bestelleingang brauchen wir ein bis zwei Tage zur Bereitstellung. Wenn die Kunden die Ware abholen, warten sie in der Regel höchstens eine Viertelstunde bei der Abholstelle.» Die Reaktionen seien positiv bis herzlich gewesen, «viele waren einfach nur dankbar um ein bisschen Normalität.»

Onlineshop bleibt weiter bestehen
Alles umzustellen klingt leichter als es ist und forderte vor allem das Personal. Die Abholung brachte Umschulungen mit sich, Umbauten waren nötig, Einkaufswagen wurden umfunktioniert. Plötzlich musste man daran denken, genug Papier für die Rechnungen bereit zu halten. Gebinde mussten besorgt werden, die man den Abholern abgeben konnte. «Ein Anruf hier, ein spontaner Einsatz da, wir lernen alle heute noch dazu», zieht Huber Zwischenbilanz.

Nun darf das Gartencenter ab dem 27. April wieder öffnen, der Online-Shop mit Abholung soll dabei weitergeführt werden. Um beides aneinander vorbei zu bringen, werden deshalb Teile der Produktionsfläche für den Verkauf genutzt, die Ausfahrt aus dem Gelände wird umgeleitet. Der positivste Effekt: Bei der Huplant Pflanzenkulturen AG bleiben alle Jobs erhalten, Kurzarbeit wird es vermutlich nicht geben. Im Gegenteil, Huber schafft sogar neue Stellen: «Wir suchen nun zusätzliches Personal, das je nach Bestellvolumen im Stundenlohn flexibel eingesetzt werden kann und die Online-Bestellungen im Gartencenter zusammenstellt». Damit werden Abholung und Einkaufserlebnis miteinander verbunden. «Sie flaniert gemütlich durch den Laden, Er holt die zuvor schon bestellte Ware ab. Oder umgekehrt.» Und danach können beide noch ein feines Stück Kuchen im Cafe Florina geniessen.

Bei all der vorausschauenden Planung, die in Hirschthal betrieben wird, sind die Komponenten «Hoffnung» und «Glück» in diesen Zeiten Teil der Buchhaltung. Ebenso das Wort «Risiko». Man traut sich wegen der Grausamkeit des Virus gar nicht danach zu fragen – aber könnte die ganze Sache gar ein positives Ende nehmen? «Schauen Sie, schön wäre es, wenn wir in zwei Jahren sagen könnten, der Virus ist das Beste, was uns passieren konnte.» Das gelte in vielen Bereichen des Lebens, ist Huber überzeugt: «Wir erledigen Dinge, die wir lange vor uns her geschoben haben und die Lage zwingt uns zu handeln. Das kann durchaus auch eine Chance sein.» Vorerst gelte es aber, Schritt für Schritt in eine ungewisse Zukunft zu gehen, an die Gesundheit der Mitmenschen zu denken, aber auch an den Erhalt der Arbeitsplätze.

«Das machen ganz viele Betriebe in der Region, deren Einsatz bereits während, spätestens jedoch nach der Krise durch regionales Einkaufen honoriert werden kann», appelliert Huber zum Schluss – auch das wäre ein positiver Effekt.

Ihr Traum: Eine Lehrstelle bei Pfiffner

Lehrlingsteam von Pfiffner mit einem Elektro-BMW | Der Landanzeiger

Der Berufsausbildungs-Infotag bei Pfiffner hat Tradition. Der Betrieb aus Hirschthal wirbt dabei um die Schüler der Region. Das Spezielle dabei ist, dass die Lehrlinge den jungen Interessenten die fünf Lehrberufe erklären, die Pfiffner anbietet. Der Infotag vom vergangenen Samstag war so gut besucht wie noch nie.

Mike Baumann aus Uerkheim steht vor der Frage, welchen Lehrberuf er nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit wählen soll. Deshalb besuchte der 14-Jährige am Samstag in Begleitung seiner Eltern den Infotag bei Pfiffner Messwandler AG in Hirschthal. Wie so viele nutzte er die Möglichkeit, von den Pfiffner-Lehrlingen aus erster Hand Infos und Einblick zu erhalten über die fünf Lehrberufe, die der weltweit tätige Hersteller von hochpräzisen Messetransformatoren anbietet.

Maximal sechs Lehrstellen pro Jahr vergibt Pfiffner, wie Peter Kaufmann erklärt. Auch wegen der Geburtenschwachen Jahrgängen sei es gemäss dem Leiter Personal für den Betrieb zunehmend schwierig, an gute Lehrlinge heranzukommen. Zudem ziehen viele nach dem Schulabschluss den Besuch der Kanti einer Berufslehre vor, wie Kaufmann ergänzt.

John Furlan, Berufsbildner unter anderem für die Produktionsmechaniker, freute sich über das grosse Interesse. «Wir führen den Infotag jetzt zum sechsten Mal durch, aber ich glaube, so viele Interessenten hatten wir noch nie», schätzt John Furlan.

Polymechaniker Lehrlinge bei Pfiffner | Der Landanzeiger
Von links: Polymech-Lehrling im 1. Lehrjahr Janis Neeser, Lisa und Sven Lüscher aus Moosleerau und Vivienne Egli, Automatiker-Lehrling im 1. Lehrjahr

Die Lernenden zeigten am Arbeitsplatz ihre tägliche Arbeit in den Berufen AutomatikerIn, Kaufmann/Kauffrau, PolymechanikerIn, ProduktionsmechanikerIn und KonstrukteurIn. «Weil wir weltweit tätig sind, mit Pfiffner-Werken in Brasilien und der Türkei, ist eine Lehrstelle bei uns zusätzlich attraktiv», erklärt Annemarie Müller, die Marketing-Verantwortliche bei Pfiffner.

Was macht ein Automatiker? | Der Landanzeiger
Was macht ein Automatiker? Mike Baumann (14) aus Uerkheim informiert sich bei Pfiffner-Lehrling Jonas Baumgartner (17, im 2. Lehrjahr)

Försterzusammenkunft in der Biberburg – das passt.

Die Förtsterschule Jahrgang 1959 | Der Landanzeiger

Wer an den Wald denkt, dem kommt oft auch die Biberburg und das phantastische Waldfest im Jahre 2005 in den Sinn. Seit 60 Jahren treffen sich die Förster aus dem Ausbildungsjahr 1959 jeweils jährlich mit den Gattinnen. Diesmal war die Biberburg als Jubiläumslokal besonders passend.

Lange werden die Förster des Ausbildungsjahres 1959 nicht mehr tagen können, denn die meisten von ihnen sind betagt oder dann schon gestorben. Allein schon aus diesem Grunde war die Tagung in der Biberburg ein Highlight.

Die Teilnehmer genossen es sichtlich, den interessanten Worten von Förster und Biberburg-Erbauer Urs Gsell zuzuhören. Dieser trat in seinem eindrücklichen Referat zuerst auf das grandiose Waldfest (400 Jahre Wald Hirschthal) ein. Dieses dauerte ganze 18 Tage und war mit 50’000 Besuchern das grösste Waldfest aller Zeiten schweizweit. Dem Initianten Urs Gsell ging es dabei nicht in erster Linie ums Festen, sondern darum, der Gesellschaft den Nutzen des Waldes näher zu bringen, was eindrücklich gelang.

Nach diesem grandiosen Waldfest nutzte man den Spirit, um die Biberburg zu bauen. Die Biberburg ist ein besonders beeindruckendes Bauwerk. Auf die Details dieses Baus trat Urs Gsell ausführlich ein. Es gelang hier, einen Bau zu errichten, welcher auf den vier Grundelementen Feuer, Wasser, Erde, Luft basiert und sogar den Minergiestandard erfüllt.

Förster Ueli Gsell | Der Landanzeiger
Förster Urs Gsell wusste viel Interessantes über die Biberburg zu erzählen

Altförster und Frauen fühlten sich heimisch

Die Besucher fühlten sich in der Biberburg sichtlich heimisch und sie werden wohl noch lange von diesem Bau erzählen. Wie zu vernehmen war, war dieser Besuch für alle sehr bedeutend. Die Gruppe wird immer kleiner und dennoch hängen alle an dieser Zusammenkunft.

Der älteste Teilnehmer hatte übrigens Jahrgang 1924. Da soll noch jemand sagen, dass die Förster nicht alt werden. Vor allem die alten Förster waren noch mehr im Wald als im Büro, weshalb sie von der gesunden Waldluft profitierten.

Die Biberburg feiert heuer ein kleines Jubiläum, wird sie doch in diesem September 10jährig. Sie hat sich auch für Anlässe bewährt und ist aus der Region kaum mehr wegzudenken.