Aufstieg in den Gault-Millau-Kreis

«Bären» in Kölliken | Der Landanzeiger

Das Gasthaus Bären in Kölliken gehört neu zu den besten Adressen im Land. Die Verantwortlichen von Gault-Millau werteten ihren Besuch mit 13 von 19 möglichen Punkten. Der «Bären» ist der einzige Aargauer Aufsteiger in diesem Jahr.

Seit der denkmalgeschützte, neu renovierte Kölliker «Bären» von der fussballverrückten Familie Schmid übernommen wurde, wird hier in einer höheren Liga gespielt, schreiben die Verantwortlichen von Gault-Millau in der neusten Ausgabe ihres Gourmet-führer über den «Bären». Dafür verantwortlich ist in der Küche Chef Sven Jeschar, der mit gutem Gespür fürs -Publikum währschaft mit regionalen Produkten und leicht internationalen Akzenten kocht.

«FC Aarau Menü» unterstützt den Nachwuchs
Sehr angetan waren die «Tester» vom wunderbaren Eierschwämmlitatar mit frischen Kräutern (Dill, Thymian, Basilikum), Sauerrahm und einem überraschenden Brotknödelcarpaccio. Danach gabs eine getrüffelte Steinpilz-Cremesuppe mit Riesencrevette, sämig und intensiv im Geschmack. Gefolgt von sauber gemachten, vorzüglichen Spaghettini mit Olivenöl, Parmesan, Steinpilzen und viel Knoblauchschaum. Dazu gab es ein gekonnt gebratenes, grosses Lamm-Entrecote in Pilzkruste an Eierschwämmlisauce. Die hübsche Käse-Auswahl lies-sen die «Tester» sausen und erfreuten sich an einer tollen weissen Kaffee-glace mit Eierlikör. Gelobt wird auch die sehr schöne Weinkarte mit vielen regionalen Crus. Erfreut zeigten sich die Leute von Gault-Millau auch vom «FC Aarau Menü». Wer dieses bestellt, zahlt einen Fünfliber an die Jugendabteilung des Clubs. Die Herzen des früheren FCA-Präsidenten Alfred Schmid und seiner Familie schlagen halt weiterhin für den FC Aarau.

Bären Kölliken ist einziger Aufsteiger
Das Gasthaus Bären in Kölliken ist der einzige Aargauer Gastrobetrieb der in diesem Jahr im Kreis von Gault-Millau aufgestiegen ist. Der Gourmetführer Gault-Millau kürt in seiner neusten Ausgabe 830 Restaurants der Schweiz. Zu den besten Aargauer Restaurants im Landanzeiger-Gebiet gehören der Schlossgarten in Schöftland (15 Punkte); das Gasthaus Bären in Kölliken (13 Punkte, neu); das Restaurant zur Mühle in Oberentfelden (13 Punkte); das Restaurant Bärenstübli, Hotel Bären in Suhr (13 Punkte); das Restaurant Mürset in Aarau (13 Punkte) und das Restaurant Kettenbrücke in Aarau (12 Punkte).

Sieben von 830 getesteten Restaurants in der Schweiz, erhielten die Maximalnote von 19 Punkten. 

Naturschutz, Landwirtschaft oder beides?

Was geschieht mit der ehemaligen SMDK? | Der Landanzeiger

Das Mitwirkungsverfahren über die Zukunft der Sondermülldeponie Kölliken (SMDK) ist abgeschlossen. Einwohnern und lokalen Organisationen reichten sechs Ideen ein, zwei kantonale Organisationen je eine. Nun liegt der Ball wieder bei der Eigentümerin, dem Konsortiums bestehend aus den Kantonen Aargau und Zürich, der Stadt Zürich und der Basler Chemie.

Die Mitwirkungsbeiträge werden nun in Absprache mit dem Kanton der Grundeigentümerin zur Stellungnahme zugestellt. «Sie enthalten von zustimmenden Voten über grundsätzlich anderen Planungsvorstellungen bis hin zu Detailvorschlägen über Regelungen zu Kunstdünger, Fungiziden und Pestiziden ein breites Spektrum von Ideen», schreibt die Gemeinde in ihrer Mitteilung. Die Mitwirkenden haben Anspruch auf eine Beantwortung ihrer Eingaben. Diese erfolgt in der Regel im Planungsbericht.

Der Planungsberichtsentwurf war bereits Gegenstand der öffentlichen Mitwirkung. Aus der Würdigung der Mitwirkungsbeiträge können sich noch Änderungen am Planungsbericht ergeben. Basierend auf diesen Grundlagen wird das Departement Bau, Verkehr und Umwelt seine Vorprüfung im Sinne von § 23 des Baugesetzes abschliessen. Danach kann die öffentliche Auflage erfolgen. Während dieser Zeit können Einwendungen an den Gemeinderat gerichtet werden, über welche im Sinne von § 24 des BauG zu entscheiden ist (Rechtsverfahren).

Langer Weg bis zur Umsetzung
Anschliessend wird auch die Gemeindeversammlung darüber zu entscheiden haben, bevor dann das kantonale Genehmigungsverfahren in die Wege geleitet werden kann. «Zusammengefasst kann festgestellt werden, dass mit der Mitwirkung etwa ein Drittel des Verfahrens erfolgt ist und noch zwei Drittel zu absolvieren sind», heisst es im Schreiben weiter.

Zur Erinnerung: Im laufenden Planungsverfahren wird das Areal des Konsortiums SMDK erstmals einer Nutzungszone zugewiesen. Dazu werden im Kulturlandplan der Gemeinde die für das Areal vorgesehenen Nutzungszonen, Schutzzonen sowie Einzelobjekte festgelegt (z. B. Landwirtschaftszone, Naturschutzzone, Magerwiese, Amphibienlaichgebiet etc.).

Die Eckwerte für die Planungsarbeiten hat der Kanton in seinem Grundlagenbericht vom 23. November 2016 fixiert. Der Gemeinderat wird nun beraten, wieweit die Mitwirkungsbeiträge diese Eckwerte einhalten und auch sehen, wie die Grundeigentümerin zu den Beiträgen Stellung nimmt. Daraus wird eine allenfalls bereinigte Planungsgrundlage entstehen, welche die kantonale Verwaltung abschliessend vorprüfen und zur öffentlichen Auflage freigeben wird.

Öffentliche Auflage im Sommer 2021 geplant
Der nächste Schritt mit Beteiligung der Öffentlichkeit wird somit die 30-tägige öffentliche Auflage sein, welche den Start zum eigentlichen Rechtsverfahren darstellt. Die Information darüber erfolgt durch Publikationen im «Landanzeiger» sowie im Amtsblatt. Der Gemeinderat hofft, dass die Vorprüfung durch den Kanton bis im Frühjahr 2021 vorliegt und die öffentliche Auflage spätestens zwischen Frühlings- und Sommerferien 2021 erfolgen kann. 

Wenn selbst Nachbarwehren zum Dank auffahren

Grosse Wertschätzung für den scheidenden Kommandanten: Über 25 Einsatzfahrzeuge und ihre Besatzungen aus allen benachbarten Feuerwehren kamen zur Verabschiedung von Köllikens langjährigem Kommandanten Thomas «Tom» Huber | Der Landanzeiger

Trotz Corona organisierte die Feuerwehr Kölliken ihre alljährliche Hauptübung. Die zweite Verabschiedung von Kommandant Thomas Huber und die Einweihung des neuen Tanklöschfahrzeugs wurden gigantisch gefeiert.

Eigentlich hätte die Feuerwehr Kölliken anlässlich der Hauptübung 2020 zeigen wollen, was sie als gutausgebildete Feuerwehr alles so kann. Covid-19 hat dieses Vorhaben der Feuerwehr Kölliken aber zunichte gemacht. Aber nur einen Teil davon. Mit Besucherlisten, Gästesektoren und Maskenpflicht konnten die Vorgaben des BAGs erfüllt werden. Das war wichtig, denn ausfallen lassen, kam für die Feuerwehr nicht in Frage. Zwei zu wichtige Schwerpunkte standen auf dem Programm.

Was dann aber geschah, sucht seinesgleichen. Der neu zum Vizekommandanten beförderte Oberleutnant Roland Müller amtete als kompetenter Einsatzleiter und unterhaltsamer Moderator zugleich. Kurz nach seinem Befehl «Die Hauptübung ist eröffnet», fuhren angeführt vom neuen Kölliker Tanklöschfahrzeug rund 25 Feuerwehr-Einsatzfahrzeuge aus allen umliegenden Organisationen mit Blaulicht und Sirenen auf den Dorfplatz.

Der abtretenden Kommandet Thomas Huber traute auf der Plattform des Hubretters, der extra vom AKW Gösgen nach Kölliken kam, seinen Augen nicht. Als die Sirenen verstummten bedankte sich Roland Müller bei den anwesenden Feuerwehren und richtete das Wort an an Thomas Huber: «Dass hier alle aufgefahren sind, ist eine besondere Wertschätzung an dich und deine geleistete Arbeit in den vergangenen Jahren. Wir danken dir alle dafür.» Ein lange anhaltender Applaus von den Mannschaften und den Gästen bekräftigte die Worte von Müller.

Tief berührt verfolgen der neue Kommandant Fabian Bircher (links) und der abgretende Thomas Huber das Geschehen aus dem Hubretter.

Nachfolger sind bestimmt
Thomas Huber kann am 31. Dezember auf insgesamt 27 Jahre und 5 Monate Feuerwehrdienst zurückblicken. Köllikens Gemeindeammann Mario Schegner sagte: «Gemäss seinem Dienstbüechlein leistete Thomas in dieser langen Zeit rund 250 Einsätze, 700 Übungen und zusätzliche Kurse und WBKs.» Schegner bedankte sich beim scheidenden Kommandanten im Namen der Gemeinde für seinen unermüdlichen Einsatz auch in schwierigen Zeiten, die glücklicherweise Geschichte sind. Auch wenn er sich noch so Mühe gab, der abtretenden Kommandat konnte seine Emotionen nicht verstecken und wischte mehrfach die eine oder andere Träne ab. Er können seinen Ruhestand beruhigt angehen, sagte Huber, denn mit Fabian Bircher, als neuen Kommandanten, und Roland Müller, als neuen Vize, würden zwei äusserst fähige Männer die zukünftige Führung der Feuerwehr Kölliken übernehmen.

Dankbarkeit von allen Seiten
Dankbar zeigte sich auch die Firma Tony Brändle AG aus Wängi, vertreten durch Claudia Brändle und Chömi Hunziker. Die Spezialisten der Firma konnten in diesem Jahr zwei baugleiche Tanklöschfahrzeuge an Safenwil und Kölliken liefern. Der Gemeinderat Roland Frey rühmte in diesem Zusammenhang die gute Zusammenarbeit der zwei Feuerwehren, der Firma Brändle und der Beschaffungskommission. Feierlich erfolgte die Schlüsselübergabe.

Der abtretenden Kommandant Thomas Huber (links) geht als «Major Tom» in die Geschichte der Feuerwehr Kölliken ein.

Flavia Landolfi und Jesse haben gewonnen

Das Siegerbild von Flavia Landolfi zusammen mit Jesse | Der Landanzeiger

Die Kölliker Profitänzerin Flavia Landolfi und der Berner Sänger Jesse sind die Sieger der diesjährigen Staffel von «Darf ich bitten?». Mit ihrer Performance holte er sich nicht nur die meisten Stimmen der Zuschauer, sondern rührte die Jury sogar zu Tränen.

Mit ihren insgesamt drei Tänzen holte sich das Tanzpaar im Finale nicht nur die meisten Punkte der Zuschauer, sondern auch die von der Jury. Mit insgesamt 258 Punkten standen sie am Ende des Abends mit einem riesigen Abstand zu ihren Konkurrenten als Sieger fest. «Wir schweben immer noch auf Wolke sieben», sagt Flavia Landolfi auch Tage nach dem grossen Finale. «Es war für uns unglaublich schön, an dieser Show teilzunehmen und sie am Ende gar zu gewinnen.» Es sei eine riesige Anerkennung für ihre Leistung und eine Entschädigung für die vielen schweisstreibenden Trainingsstunden.

Emotionales Finale
Den Höhepunkt hatte das Tanzpaar für die Finalkür aufgespart. Den letzten Tanz performte Jesse zu seinem eigenen Lied «Schnufe». Sein Auftritt rührte sogar die Jury zu Tränen. «Es war sehr emotional», sagt Flavia Landolfi, «Jesse sang in diesem Song über seine im letzten Jahr gescheiterte Ehe.» Juror Fabio Quattrocchi konnte seine Tränen nicht zurückhalten. «Durch diesen Tanz konnte ich all meine Emotionen auf dem Parkett ablegen», sagt Jesse. «Das hat sich unglaublich gut angefühlt.» Auch «10vor10»-Moderatorin Bigna Silberschmidt überzeugte beim Publikum mit ihren Tänzen. Dank vieler Stimmen holte sie sich den zweiten Platz in der Sendung. Der Basler Akrobat Jason Brügger landete auf dem dritten Platz, und Ex-Miss Schweiz Karina Berger schaffte es mit dem vierten Rang knapp nicht auf das Podest.

Corona bedingt konnte das Siegerpaar den Erfolg nicht sehr ausgiebig feiern. «Kurz anstossen mit der Familie, lag gerade noch drin», erzählt Flavia Landolfi, «danach mussten wir zu zweit feiern.»

Jesse wird weiter tanzen
«Einerseits bin ich traurig, dass es vorbei ist. Ich werde das Tanzen sehr vermissen und habe in meinem Tanzcoach Flavia Landolfi eine gute Freundin gefunden», sagt Jesse abschliessend. Obwohl die Show vorbei sei, wolle er das Tanzen nicht ganz aufgeben. «Nun arbeite ich aber zuerst an seinem Mundart-Album weiter», sagt Jesse, «und pflege meine Blasen an den Füssen.» Anders Flavia Landolfi, sie sass am Montag bereits wieder am Arbeitsplatz und schmiedet neue Tanzpläne. «Nun steht das Turniertanzen wieder im Vordergrund, auch wenn wir aufgrund von Corona noch nicht wissen, wie es weiter geht.» Eines steht fest: Im Jahr 2021 verzichtet SRF auf eine weitere Staffel von «Darf ich bitten?»

Weitere Bilder von Flavia Landolfi und Jesse

Ein Stück Geschichte zum Schmunzeln

Gogo Frei | Der Landanzeiger

In 50 Jahren über eintausend Auftritte, an die fünfhundert geschriebene Songs und eine Eigenproduktion von weit über 50 Tonträgern – Gogo Frei ist zweifelsfrei ein musikalischer Macher. Trotzdem schaffte es Gogo Frei nicht über den Status eines Provinzmusikers hinaus, was ihn jedoch nie störte. «Wir spielten alle Waldhütten im Umkreis von 20 Kilometer tot», schreibt er selbst in seinem Buch. «Erfolglos erfolgreich» betitelte ihn einst Journalist Peter Weingartner. «Diese Aussage stimmt absolut», sagt Gogo Frei lachend. «Und ich bin glücklich damit». Gogo Frei erzählt: «Eine Frage hörte ich mein Leben lang immer wieder: Kannst du von der Musik leben? Natürlich konnte ich nicht. Das war mir aber egal. Musik war für mich einfach immer die wichtigste Tätigkeit. Ich verschwendete keinen Gedanken daran, ob ich davon leben konnte oder nicht. Ich tat einfach, was ich am liebsten mochte: Musik.»

Selbst ist der Gogo
Gogo Frei ist gerne sein eigener Chef. Er lässt sich nicht verbiegen, Abhängigkeit treibt ihn in die Flucht. Er ist einer, der seine Musik auf seine eigene Art und Weise komponiert, produziert und vertreibt. Warum sollte es dann bei seinem eigenen Buch anders sein? Auch hier hat er, mit Hilfe seiner Frau Melanie, sein Ding durchgezogen. Er vertreibt sein Buch selbst, hat es selbst gestaltet und in Kapitel eingegliedert und natürlich alles selbst recherchiert und nicht zuletzt aufgeschrieben – in Kleinbuchstaben. «Ich habe schon in der Schule die Gross- und Kleinschreibung in der Grammatik nie begriffen, das war für mich immer reine Schikane», begründet er. Das erste Manuskript zum Buch entstand Anfang der 80er Jahre als er mit der Schreibmaschine ca. 20 Seiten zu seinen musikalischen Anfängen tippte, bereits damals mit dem Titel «Die Karriere eines Provinzmusikers». «Ich dachte damals nie daran, dass daraus jemals ein Buch entstehen würde», so der heute 65-Jährige.

Ein Stück Geschichte
«Die Karriere eines Provinzmusikers – eine biographische Dokumentation 1970 – 2020» erzählt auf 308 Seiten die musikalische Geschichte von Gogo. Angefangen mit der Schülerband «Hot Water Pipes» beziehungsweise später «Asp» weiter bis zu seiner Zeit mit Kniri Knaus (Pfuri, Gorps und Kniri) und nocheinmal weiter über die «Schwalbenkönige» ins Heute. Und eins soll an dieser Stelle schon verraten werden: Gogo Frei hat so einiges erlebt. Gespickt ist Gogos Werdegang mit lustigen Anekdoten und grandiosen Fotos, Albumcovers und Zeitungsartikeln. Doch es geht nicht nur um Gogo und seine Musik. Gogo Frei ist vor allem auch Kenner der regionalen Musikgeschichte seiner Generation und nimmt die Leser mit auf eine Reise zu ehemaligen lokalen Künstlern wie Mental Disorder, Herodes, The Dragons und vielen mehr. Aber auch ein Abstecher zu den «Linken» und natürlich ins Brügglifeld darf nicht fehlen. Gogo Freis Buch ist ein Stück Geschichte, es bringt einem den Menschen «Gogo» näher, es ist spannend und bringt gleichzeitig zum Schmunzeln.

Musikalische Buchpräsentation im Böröm
Die Präsentation des Buches findet am 22. und 23. Oktober im Böröm in Oberentfelden statt. Begleitet wird die Buchpräsentation natürlich von Musik. Das Trio Open Book wurde speziell für die Buchlesungen zusammengestellt. Mit dabei sind neben Gogo die beiden Altstars Franz Kneubühler und Rainer Suter. Türöffnung ist jeweils um 20 Uhr, ab 20.30 Uhr geht es los. Der Eintritt ist frei, es stehen nur noch wenige Plätze zur Verfügung, Reservationen unter: info@partysounds.ch/ 062 723 56 39.

Weitere Informationen zu Gogo und zu seinem Buch gibt es auf den Webseiten www.gogobuch.ch und auf www.partysounds.ch

Unterschriften gegen Littering

IG saubere Umwelt | Der Landanzeiger

An Autobahn-Böschungen bleibt immer wieder Abfall liegen, der aus Autos geworfen wird. Deshalb führen die Nationalstrassen Nordwestschweiz (NSNW AG) und die IG saubere Umwelt (IGSU) auch dieses Jahr gemeinsame Anti-Littering-Aktionen durch. Am vergangenen Freitag und Samstag sensibilisiert die IGSU-Botschafter an der Raststätte Kölliken Süd für die Littering-Problematik. Einige der Angesprochenen reagierten spontan mit einer Unterschrift oder einem Spruch auf der grossen Tafel. Alle angesprochenen sind auch der Meinung, dass man etwas tun muss gegen die Müllberge, auch der Autobahn entlang. Zu hoffen bleibt, dass sie ihre guten Vorsätze, die sie nach dem Gespräch gefasst hatten, nicht schon Ende Beschleunigungsspur wieder vergessen haben. 

Ein mächtig schönes Strohdachhaus

Ein mächtig schönes Strohdachhaus | Der Landanzeiger

Das Kölliker «Salzmehus» erstrahlt in neuem Glanz. Es ist bemerkenswert was Andreas Bergamini und seine Mitarbeiter in den vergangenen sechseinhalb Wochen geleistet haben. Aus 36 Tonnen ungarischem Schilf und 7 Kubikmetern englischem Stroh entstand ein wunderschönes Dach. Die letzten Arbeiten am First waren noch einmal sehr intensiv. Auf dem Bild sieht man, wie kunstvoll und aufwändig das Ganze gearbeitet ist. Bergamini sagte dazu: «Ja, wir haben alleine für den Dachfirst rund 360 Strohzöpfe geflochten, jeder 140 Zentimeter lang.» Die Strohzöpfe wurden anschliessend über eine Wasserdichte EPDM Folie, die über den ganzen First läuft, gelegt und mit Draht gesichert. Auch die bösen Geister haben dank Ruedi Lüthi und Andreas Bergamini keine Chance mehr. Die von Lüthi gedrechselten Babeli sind in Stroh eingepackt worden und zieren nun den Dachgiebel. Als zusätzliche Arbeit musste noch ein Teil der Sprinkleranlage erneuert werden. Nun sieht das mächtige Dach nicht nur schön aus, es ist wieder zu 100 Prozent dicht.

Das gute Wetter in den vergangenen Wochen hatte die Arbeiten schneller vorwärts gehen lassen als angenommen. Der Abgabetermin konnte problemlos eingehalten werden. Andreas Bergamini und seine Leute waren sogar etwas früher fertig als geplant. Vergangene Woche nun nahm der Bauverwalter Devis Ledermann das Dach ab. Wie Bergamini sagte, war er sehr zufrieden mit der Arbeit.

Ein mächtig schönes Strohdachhaus | Der Landanzeiger
Die eingepackten Babeli auf den Giebelspitzen halten böse Geister fern
Ein mächtig schönes Strohdachhaus | Der Landanzeiger
360 Strohzöpfe und die EPDM-Folie sorgen dafür, dass das Dach dicht ist

Ein besonderes Erlebnis für die Dachdecker
Die Schlussabrechnung ist noch nicht gemacht, aber es sieht so aus als ob das Dach, das Material, das verbaut wurde und die Arbeiten sogar etwas günstiger ausfallen werden als die offerierten 311’000 Franken. Nicht vergessen werden Bergamini und seine Mannschaft die grosse Akzeptanz von den Gemeinderäten, den verantwortlichen der Denkmalpflege und der Bevölkerung in Kölliken. «So etwas habe ich noch nie erlebt. Wir durften beinahe jeden Tag Komplimente entgegennehmen, viele Fragen von Interessierten beantworten, es gab Kaffee und Kuchen und wenn es besonders heiss war, wurden wir mit kühlen Getränken verwöhnt», so Bergamini.

Einen besonderen Dank richtete Bergamini zum Schluss an die Aargauische Denkmalpflege und die Gemeinde für das entgegengebrachte Vertrauen und den schönen Auftrag. Zudem bekam auch seine Partnerin Trudy Hort ein Kränzchen gewunden. «Sie sorgte die ganze Zeit dafür, dass wir nicht wegen Hunger oder Durst vom Dach vielen, dass alles immer bereit war und sie auch immer auf dem Dach half, wenn Not am Mann war.»

Wenn das Strohhaus mit Schilf gedeckt wird

Salzmehuus Kölliken | Der Landanzeiger

Seit dem 20. Juli ist der ganze Bereich um das Kölliker Strohdachhaus für Besucher gesperrt. Das riesige Dach wird neu gedeckt. Die Arbeiter auf dem Dach sind Ungaren und Schweizer, gesprochen wird aber Holländisch. «Dies hat einen einfachen Grund», sagt Andreas Bergamini. «Für ein so grosses Dach wie es das vom ‹Salzmehuus› benötigen meine Leute und ich zusätzliche Hilfe.» Die ausgewiesenen Fachmänner aus Ungarn sind in Holland bei einem Kollegen von Bergamini angestellt und konnten von ihm für diesen speziellen Auftrag ausgeliehen werden. Zudem kommt auch das verwendete Schilf aus Ungarn. Dort wird es seit vielen Jahren explizit für das Decken von Stroh- und Schilfdachhäusern angebaut.

Ein schweisstreibender Job
Unglaubliche 900 Quadratmeter Fläche hat das Dach des Kölliker Dorfmuseums. Damit ist es das zweitgrösste der Schweiz, nur gerade übertroffen vom Strohdachhaus an der Schönenwerderstrasse ebenfalls in Kölliken. Im Abstand von 30 Zentimetern wir ein Bund Schilf nach dem andern auf der Verlattung des Daches positioniert, grob von Hand ausgerichtet und danach mit dem Klopfbrett genau an die Neigung und die Form des Daches angepasst. Auf die Frage ob man denn nun das Strohhuus in Schilfhuus ändern muss, sagte Bergamini lachend: «Nein, das muss man nicht. Der Giebel wird mit »gezöpfeltem« Stroh gefertigt und auch die sichtbaren Bereiche der Dachuntersicht werden nach den Vorgaben der Denkmalpflege mit Stroh gemacht.» Warum eigentlich Schilf und nicht Stroh? Auch dafür gibt es von Bergamini eine einleuchtende Erklärung. Strohhalme sind maximal 140 Zentimeter lang. Die Schilfbündel sind aber 180 bis 220 Zentimeter lang. Man kann sich also gut vorstellen, dass Regenwasser auf diese Länge besser abgeführt wird.

Die Männer auf dem Dach sind wahrlich nicht zu beneiden. Das 15 Meter hohe Dach mit einer Neigung von 45 Grad verlangt vollen Körpereinsatz und gibt richtig dicke Waden. Bei über 30 Grad Hitze, wie in den letzten Tagen vor dem 1. August, sicher ein Job der nicht für jedermann geeignet ist.

Duttweilers Haus als Einstieg
Andreas Bergamini hat sein Geschäft in Lausen BL. Der gelernte Dachdecker ging kurz nach seiner Abschlussprüfung für zwei Jahre nach Holland. Dort erlernte er das Handwerk, das er heute bald einmal als letzter Schweizer noch kann. Nach der Rückkehr aus Holland hängte der junge Dachdecker gleich noch die Meisterprüfung an. Dann ging es Schlag auf Schlag. «Ich arbeitete in der Nähe von Rüschlikon und ging mit meinen Kollegen immer in den Dutti Park zu Mittagessen.» Schnell einmal fiel Bergamini der schlechte Dachzustand des Duttweiler Hauses auf. Einen Mitarbeiter des Parkes auf diese Tatsache angesprochen meinte dieser, dass man sich darüber schon im Klaren sei, dass man aber auch nach zwei Jahren intensiver Suche keinen Betrieb gefunden habe, der dieses Dach fachmännisch instand stellen könne. «Beinahe schon dreist sagte ich damals: Eure Suche ist zu Ende ich mache das.» Damals war der junge Mann -gerade einmal 23 Jahre alt. Seither hat Bergamini schon vielen Häusern ein neues, dichtes Dach beschert.

Als Kulturgut erhalten
Zum Schluss sagte der 62-Jährige: «Es gibt in der Schweiz nur noch rund zehn mit Schilf oder Stroh gedeckte Häuser. Ich würde mir wünschen, dass sie alle als Kulturgut erhalten bleiben.»

In der dritten Woche August rechnen Andreas Bergamini und sein Team, dass die Arbeiten am Salzmehuus in Kölliken erledigt sind. 

Wie weiter mit dem Holzunterstand des NVVK?

Der neue Unterstand des Natur- und Vogelschutzvereines Kölliken | Der Landanzeiger

Der Natur- und Vogelschutzverein Kölliken (NVVK) muss seinen Holzunterstand bis Ende August dieses Jahres rückbauen. So will es der Kanton Aargau. Mit einer Petition (Wir berichteten am 16. April darüber) versuchen Mitglieder und Freunde des Natur- und Vogelschutzvereins Kölliken, den Abriss zu verhindern.

214 Personen haben die Petition unterschrieben. Diese wurde nun zusammen mit einer Antwort des Kölliker Gemeinderates an den Kanton weitergeleitet. Der Unterstand, der seit 1969 eingangs Wald an der Oberhubelstrasse in Kölliken steht, ist nicht zum ersten Mal in den Schlagzeilen. Bereits vor einigen Jahren musste der NVVK den betonierten Boden rückbauen, weil er nicht den Vorschriften entsprach.

Zum Verhängnis wurde dem NVVK diesmal, dass er den veralterten Unterstand erneuerte und unerlaubterweise auch vergrösserte. Das passte dem Tierschützer und Nachbarn Peter Suter gar nicht. Er intervenierte mehrfach bei Gemeinde und Kanton. Letzterer wies das nachträglich eingereichte Baugesuch ab und verlangt die Entfernung des bestehenden Unterstandes. Anfänglich bis Ende Mai, aufgrund der Corona-Krise nun bis Ende August.

Aus der Petitions-Antwort des Gemeinderates Kölliken an den Kanton geht hervor, dass das Engagement des Natur- und Vogelschutzvereins Kölliken gewürdigt und für das Anliegen der Petition grosses Verständnis gezeigt wird. Der Gemeinderat habe mit Vertretern des NVVK, des Kantons, des Forstes sowie der Gemeinde eine Ersatzlösung gesucht und gefunden, heisst es in der Antwort. Der neue Standort für die Holzaufbereitung ist hinter dem Waldhaus «Salamander» vorgesehen, bestätigen die Verantwortlichen des NVVK. Glücklich ist damit aber niemand. Und wer weiss, vielleicht lenkt der Kanton ja doch noch ein. Das hoffen jedenfalls alle rund um den NVVK und noch steht der Unterstand.

«Wir sind froh, dass es bald weiter geht»

Coach Flavia Landolfi und Sänger Jesse wollen den Sieg | Der Landanzeiger

Aufgrund des Coronavirus mussten zwei Sendungen der diesjährigen Staffel der Tanzshow «Darf ich bitten? » verschoben werden. Nun ist klar, wie und wann es weiter geht. Beim Halbfinale am Samstag, 10. Oktober mit dabei sind der Sänger Jesse Ritch mit Coach und Tanzlehrerin Flavia Landolfi aus Kölliken.

Ebenfalls antreten werden die weiteren Promis Karina Berger, Bigna Silberschmidt, Florian Ast und Jason Brügger. Das Finale folgt am 17. Oktober. Sara Leutenegger und Charles Nguela haben sich in den Qualifikationsshows im März zwar für das Halbfinale qualifiziert, können aus persönlichen und beruflichen Gründen beim Halbfinale nicht teilnehmen.

Dafür konnte Florian Ast nachnominiert werden – er hat von den Ausgeschiedenen der Qualifikations am meisten Punkte erhalten. «Wir sind sehr froh und glücklich, dass es bald weiter geht», sagt Flavia Landolfi. «Wir haben schon viel Herzblut, Schweiss und Zeit in dieses Projekt investiert ». Das Duo hat sich mit der zweitbesten Punktezahl für das Halbfinale qualifiziert.

Nur 15 Trainingstage
Die Showteilnehmer wissen seit vergangenem Donnerstag, dass es weiter geht. Um für alle die gleichen Voraussetzungen zu schaffen, hat das SRF Regeln erlassen. «Wir dürfen das Training erst ab 1. Juli wieder aufnehmen», sagt Flavia Landolfi, «und maximal 15 Tage trainieren.»

Seit der letzten Sendung im März hat sie ihren Tanzpartner Jesse nicht mehr gesehen. Sie hatten nur per Mail Kontakt. Flavia Landolfi selbst musste aber nicht aufs Tanzen verzichten. Mit ihrem (Tanz)-Partner konnte sie im privaten Tanzstudio weiterhin ihrer grossen Leidenschaft nachgehen.

Im Halbfinale treten somit fünf statt der geplanten sechs Tanzpaare an. Sandra Studer moderiert den Live-Event. Die Zuschauerinnen und Zuschauer sowie die Jury um die drei Tanzprofis Markus Buehlmann, Daria Reimann und Fabio Quattrocchi entscheiden, wer auf dem Parkett die beste Figur macht.

Nach der Halbfinalsendung haben vier Paare die Chance, sich in der Finalsendung vom 17. Oktober den Sieg zu sichern. Die Sendungen werden jeweils am Samstags, 10. und 17. Oktober, 20.10 Uhr, auf SRF 1 ausgestrahlt.

Mehr Infos zur Tanzshow «Darf ich bitten?» gibt es auf der Webseite von SRF.

Bewässern der Matten lässt Grundwasserspiegel ansteigen

Der Kölliker Landwirt Daniel Lüscher zeigt die Pumpe, die das Wasser aus der Uerke in den Bewässerungskanal leitet | Der Landanzeiger

Im Gebiet Risi in Kölliken haben Bauer Daniel Lüscher und Brunnenmeister Andy Häfeli ein erfolgreiches Wasser- Experiment durchgeführt. Daniel Lüscher begann seine Matte mit Wasser aus der Uerke zu bewässern. Dadurch ist der Grundwasserspiegel von Anfang März bis vergangene Woche um über drei Meter angestiegen.

Die Trockenheit der vergangenen Wochen lässt bei vielen Wasserversorgungen im Kanton schon früh im Jahr die Alarmglocken läuten. Die Waldbrandgefahr und die steinharten Böden auf den Feldern der Landwirte zeugen von den fehlenden Regenfällen.

«Manche Fussgänger schauen uns richtig böse an, selbst wenn wir noch so vorsichtig fahren, um die Staubentwicklung zu minimieren», sagt Daniel Lüscher, der den Risihof in Kölliken bewirtschaftet. Wenn man den Muotathaler Wetterschmöcker glauben will, wird sich die Situation sogar bis tief in den Sommer hinein nicht wirklich verbessern.

Glücklicherweise hat es in den letzten Tagen etwas geregnet. Dass dies nur ein Tropfen auf den heissen Stein war, zeigen Probebohrungen in der Region. Der Regen der letzten Tage sei nur rund 7 bis 10 Zentimeter in den Boden eingedrungen, der Rest ist weiterhin bickelhart, erklärt ein Landwirt.

Vor Enteignung gerettet
1936 kaufte Max Lüscher, der Grossvater von Daniel Lüscher, den Risihof. Dazu gehörten schon damals zwei Wässermatten. Diese gab und gibt es seit Urzeiten der ganzen Uerke entlang. Als der Kanton und die Gemeinden 1980/81 die Korrektur der Uerke in Angriff nahmen, wurden die Wässermatten trockengelegt, deren Besitzer enteignet.

Max Lüscher wehrte sich vor Gericht gegen die Enteignung zumindest für eine der zwei Matten erfolgreich. So gibt es auf dem Risihof heute noch eine 4,5 Hektaren grosse Wiese, auf der es nicht stiebt. Die Wässermatte im Bereich der Badi Kölliken präsentiert sich üppig bewachsen, tief grün und saftig. Wer sich aufs Feld begibt, spürt schnell, dass dieses «gut getränkt» ist und man ohne Gummistiefel schnell nasse Füsse bekommt.

Der Kanal bewässert das Feld: Das Wasser versickert und hebt damit den Grundwasserspiegel an | Der Landanzeiger
Der Kanal bewässert das Feld: Das Wasser versickert und hebt damit den Grundwasserspiegel an

Trinkwasserversorgung in Nöten
Im Hitzesommer 2003 sank der Grundwasserspiegel so tief, dass die Trinkwasserversorgung von Kölliken Probleme bekundete. «Damals trat der Brunnenmeister an uns heran und bat uns, unsere Matte zu bewässern, damit man das stetige Sinken des Grundwasserspiegels stoppen kann», erinnert sich Lüscher. Die Uerke lieferte schon immer reichlich und gutes Wasser. Doch das bachabfliessende Wasser versickert nicht und hebt auch den Grundwasserspiegel nicht an. Anders ist das, wenn die Matte bewässert wird.

Seit dem Jahr 2003 häuften sich die trockenen Phasen. In immer kürzer werdenden Abständen wurde die Wasserknappheit zum Problem. Am 6. März, unerwartet früh in diesem Jahr, telefonierte Daniel Lüscher mit dem Kölliker Brunnenmeister Andy Häfeli. Die beiden Männer entschlossen sich zu einem Versuch: Lüscher begann, seine Matte mit Wasser aus der Uerke zu bewässern. Das Resultat war verblüffend. «Dank unserer Bewässerung ist der Grundwasserspiegel vom 6. März bis vergangene Woche um sagenhafte dreieinhalb Meter angestiegen», sagt Daniel Lüscher. «Im selben Zeitraum ist der Grundwasserstrom der Suhre um 1,8 Meter gesunken.

Bund und Kantone haben das Problem erkannt und es laufen Bestrebungen, die Bachläufe zu renaturieren und die ehemaligen Wässermatten zu reaktivieren. Diese können zwar keine Wunder bewirken. Sie sind aber ein wichtiges Puzzleteil zur Behebung der Wasserknappheit in der Zukunft.

Schutzmasken für Coiffeusen und Gärtner

Die Verantwortlichen in der Kölliker Turnhalle, von links: Markus Berger, Kommandant ZSO Suhrental-Uerkental, Yvo Laib, Chef RFO Suhrental-Uerkental, Pascal Romang, Kommandant-Stv. ZSO Suhrental-Uerkental und Dieter Wicki, Abteilungsleiter Bevölkerungsschutz Kt. AG | Der Landanzeiger

Schnell und unbürokratisch stellte der Kanton Aargau 280’000 Schutzmasken kostenlos zur Verfügung für Mitarbeitende von Firmen, die am Montag wieder öffnen durften. Die Turnhalle Kölliken war von Freitag bis Montag eine von vier Abgabestellen im Kanton. An vier Tagen wurden hier 85’600 Masken kostenlos verteilt.

Da haben Kanton und Zivilschutz schnell geschaltet: Damit Geschäfte wie Coiffeursalons oder Gärtnereien am Montag wieder eröffnen konnten, verteilte der Zivilschutz von Freitag bis Montag an vier Orten im Kanton insgesamt 280’000 Schutzmasken.

Die Turnhalle Kölliken war eine dieser vier Orte. Der Auftrag dazu kam erst am Vortag. Die Zivilschutzorganisation (ZSO) Suhrental-Uerkental mit Kommandant Markus Berger und seinem Vize Pascal Romang, sowie Yvo Laib, Chef des Regionalen Führungsorgans (RFO) Suhrental- Uerkental bot innerhalb von wenigen Stunden das Personal auf, stellte die Infrastruktur in der Turnhalle und organisierte einen Parkdienst.

In der Turnhalle Kölliken waren 17 Mitarbeiter vom Zivilschutz mit der Durchführung der Schutzmasken-Abgabe beschäftigt | Der Landanzeiger
In der Turnhalle Kölliken waren 17 Mitarbeiter vom Zivilschutz mit der Durchführung der Schutzmasken-Abgabe beschäftigt

Die Abgabe von 85’600 Schutzmasken an 596 Betriebe in der Turnhalle Kölliken dauerte vom Freitagmorgen bis Montagabend, inklusive Samstag und Sonntag.

«Der Zivilschutz kann das!», stellte Dieter Wicki fest. Aargaus oberster Zivilschützer war beim Start der Aktion am Freitagmorgen in Kölliken. Für die Gratis-Schutzmasken anspruchsberechtigt waren die vom Bundesratsentscheid betroffenen Branchen wie beispielsweise Coiffeurgeschäfte, Baumärkte und Gärtnereien. «Diese Betriebe erhalten als Anschubhilfe für ihren Neustart von uns zwölf Schutzmasken pro Mitarbeiter für die erste Zeit», erklärte Yvo Laib.

Bevor die Schutzmasken kostenlos abgegeben werden, je 12 pro Mitarbeitende, prüft ein Zivilschützer, ob die Firma bezugsberechtigt ist | Der Landanzeiger
Bevor die Schutzmasken kostenlos abgegeben werden, je 12 pro Mitarbeitende, prüft ein Zivilschützer, ob die Firma bezugsberechtigt ist

BirdLife Kölliken gegründet

Der Vereinsvorstand von BirdLife Kölliken, von Links: Daniel Leutwyler (Präsident), Sandra Leutwyler (Kassier), Dominique Stalder (Vizepräsidentin) und Patrick Möhl (Aktuar) | Der Landanzeiger

Der neue Verein BirdLife Kölliken engagiert sich als Teil der schweizweit agierenden BirdLife Verbände für den Natur- und Vogelschutz in der Region. Der Vorstand hat bereits ein vielseitiges Programm auf die Beine gestellt und freut sich, mit vielen Naturbegeisterten aktiv zu werden.

Eigentlich wollte der neu gegründete Verein mit einer Exkursion starten. Diese fiel jedoch dem Coronavirus zum Opfer. «Nun feiern wir unseren Auftakt mit einem Zeichnungswettbewerb zum Thema ‹mein Lieblingsvogel› und holen die Natur in unsere Wohnstuben», schreibt der Vorstand von BirdLife Kölliken in einer Mitteilung.

Jung und Alt sind einladen, ihren Lieblingsvogel auf Papier (Format A5) zu bringen, mit Adresse und Geburtsdatum auf der Rückseite versehen. Alle Einsendungen werden auf der Homepage www.birdlife-koelliken.ch zu bestaunen sein. Zusätzlich findet am 19. September eine kleine Preisverleihung am Stand am Strohhausmarkt Kölliken statt. Die Gewinner werden vorgängig informiert.

Exkursion am 24. Mai führt zum «Neuntöter», dem Vogel des Jahres 2020 | Der Landanzeiger
Exkursion am 24. Mai führt zum «Neuntöter», dem Vogel des Jahres 2020

Die Zeichnungen sollten bis spätestens 30. Juni an folgende Adresse gesendet werden: Sandra Leutwyler, Hauptstrasse 153, 5742 Kölliken oder info@birdlifekoelliken. ch.

Für die jüngsten Teilnehmer befindet sich auf der Webseite www. birdlife-koelliken.ch die Vorlage zum ausdrucken und ausmalen. Die Webseite informiert über das Jahresprogramm mit Exkursionen und Arbeitseinsätzen. Die nächste Exkursion zum Thema «Vogel des Jahres – wer ist der Neuntöter? Ein Krimi in der Natur» findet voraussichtlich am 24. Mai um 8.00 Uhr bei der Badi Kölliken statt.

Die neue Sektion BirdLife Kölliken ist Teil des Kantonalverbandes BirdLife Aargau, welcher als Dachverband von 120 Naturschutzvereinen und rund 15’000 Mitgliedern fungiert. Dieser wiederum gehört zum Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz mit rund 67’000 Mitgliedern in 440 lokalen Sektionen.

BirdLife führt Schutzprojekte für Arten und Lebensräume durch und ist aktiv in der Umweltbildung. Mit einem Engagement bei BirdLife Kölliken kann man sich also gleichzeitig für den kantons- und schweizweiten Naturschutz einsetzen.

Holzterrassen-Reinigung

Dem Holzboden die Schönheit zurückgeben | Der Landanzeiger

Das nasskalte Wetter der vergangenen Monate hat den meisten Holzterrassen zugesetzt. Bewitterung und Benutzung haben das Holz ausgelaugt und «ergrauen» lassen. Mit einer professionellen Reinigung und Pflege-Behandlung erhält der Holzboden wieder seine ursprüngliche Farbe und den schönen Glanz zurück.

Frey Bodenbeläge in Kölliken ist spezialisiert auf die Pflege von Holzterrassen: Nach einer gründlichen Entfernung vom Schmutz, wird der Boden sorgfältig entgraut und danach mit einem schützenden Öl behandelt. Das verwendete, umweltneutrale Spezialöl ist besonders wichtig; es gibt einerseits dem Holz seine wunderbare Farbe und Elastizität zurück. Anderseits schützt es vor dem Ausbleichen und hemmt den Wuchs von Pilz, Algen, Moos und Flechten.

Verwitterter, ausgegrauter Holzboden auf Terasse und Balkon | Der Landanzeiger
Ein verwitterter, ausgegrauter Holzboden braucht jetzt Pflege

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Kontakt

H. Frey AG
Hauptstrasse 60
5742 Kölliken
Telefon 062 723 65 33
Fax 062 723 66 15
info@frey-bodenbelaege.ch
www.frey-bodenbelaege.ch

Ein Tierschützer bekämpft die Naturschützer

Der neue Unterstand des Natur- und Vogelschutzvereines Kölliken | Der Landanzeiger

Der Natur- und Vogelschutzverein Kölliken muss seinen Holzunterstand rückbauen. Verantwortlich dafür ist ein Tierschützer, der gegen die Restaurierung des Unterstandes Einsprache erhoben hat. Nun soll eine Petition den Abriss noch verhindern.

Die Geschichte beginnt im Jahr 1969. Der Natur- und Vogelschutzverein Kölliken (NVVK) baut eingangs Wald an der Oberhubelstrasse in Kölliken einen Unterstand. Dort verarbeitet er in Fronarbeit an vier bis fünf Arbeitstagen pro Jahr rund 20 Steer Holz. Dieses stellt der NVVK den Benutzern der vier Kölliker Rastplätze (Salamander, Froschebrönneli, Chuzebrönneli und Häxebrönneli) zum Grillieren zur Verfügung.

Weil der Unterstand in die Jahre kam und einzelne Stützen verfaulten, wurde der Bau 2013 erneuert und die Stützen auf ein Betonfundament gestellt. Das passte dem Tierschützer Peter Suter, auch als «Hasen-Suter» bekannt, nicht. Er machte Einsprache, was dazu führte, dass der NVVK das Betonfundament rückbauen musste.

Alter Unterstand Natur- und Vogelschutzverein Kölliken | Der Landanzeiger
So sah der alte Unterstand aus, an dem Zahn der Zeit und Witterung nagten, bis er in Einzelteile zerfiel

Die Begründung: Der Unterstand steht im Schutzwald und dort darf nicht betoniert werden. Der Kanton bewilligte dem NVVK aber, dass die verfaulten Holzteile des Unterstands ersetzt werden dürfen. Weil das Dach aber nur mit einer Blache gedeckt war, nagte auch an ihm der Zahn der Zeit. Das führte dazu, dass im Frühling des letzten Jahres das Dach einstürzte. Im Wissen, dass die kaputten Teil ersetzt werden dürfen, ersetzte der Natur- und Vogelschutzverein Kölliken das Dach und deckte es mit Blech zu.

Auf Intervention von Peter Suter bei der Gemeinde und dem Kanton, reichte der NVVK für den Unterstand und den Holzaufbereitungsplatz ein Baugesuch ein. Dieses lag vom 24. Mai bis 24. Juni 2019 öffentlich auf. Gegen dieses Baugesuch legte der Tierschützer Peter Suter erneut Einsprache ein. Da das Bauvorhaben im Waldareal liegt, musste der Kanton mitwirken. Dieser hat das Baugesuch abgewiesen und die Entfernung des bestehenden Unterstandes verlangt. Der Entscheid wurde dem NVVK Ende Februar dieses Jahres eröffnet. Der Rückbau soll bis Ende Mai 2020 erfolgen. Die Corona-Krise verunmöglichte das bisher.

Der Natur- und Vogelschutzverein Kölliken startet in den kommenden Tagen eine Petition gegen den Abriss des Unterstandes. Motiviert dazu haben ihn Rastplatz- und Waldbenützer aus Kölliken und den umliegenden Gemeinden. Der NVVK vertritt die Meinung, dass der Unterstand bereits mehrere Jahre existierte, als der besagte Teil des Kölliker Waldes zum Schutzwald erklärt wurde. Fortsetzung folgt.

Auch die Pferde sollen gesund bleiben

Dressurreiten: Auch die Pferde sollen gesund bleiben | Der Landanzeiger

Die Corona-Krise schränkt vierbeinige Athleten ebenso ein wie zweibeinige und fordert zum Beispiel vom Kölliker Dressurreiter Lars Bürgler mit Westfalenwallach Remember Passion spezielle Massnahmen, viel Feingefühl und Kompromisse.

«Wenn wir uns nicht bewegen, schwindet unsere Muskelmasse, bei Pferden ist das nicht anders», sagt Lars Bürgler, «mein Wallach Remember Passion ist ein Athlet, für den das Training wichtig ist.» Der Kölliker Kaderreiter und «Remmy» bilden seit vielen Jahren ein eingespieltes Team, gewannen an der Schweizer Meisterschaft im Nachwuchsbereich Edelmetall und steckten bis vor Kurzem in der Vorbereitung auf Lars Bürglers letzte Saison bei den Jungen Reitern U21.

Für einige Turniere waren die beiden bereits eingeschrieben, andere waren in Planung – ehe sich das Corona-Virus ausbreitete und internationale Anlässe abgesagt wurden. Dann kamen hierzulande die ersten Verschiebungen von Kursen, Veranstaltungen und Prüfungen sowie die Weisung, Pferdetransporte auf das Mindeste zu beschränken und Vereinsanlagen zu schliessen. Darunter fällt auch die Reithalle in Holziken, die Lars Bürgler sonst viermal pro Woche als Trainingsanlage dient. Für Externe, die sich normalerweise einmieten dürfen, ist die Holziker Reithalle gesperrt. «Stammkunden » wie Reitkarten-Inhaber Lars Bürgler dürfen in sehr reduziertem Mass und die strikten Hygiene- und Abstandsbestimmungen einhaltend mit ihren Pferden hinein. «Wir alle versuchen, die Trainings in der Reithalle auf ein Minimum zu reduzieren», sagt Lars Bürgler, «es ist schön zu beobachten, dass alle ihre Nutzung so gut wie möglich einschränken, man trifft eigentlich niemanden in der Halle an.»

Zweimal pro Woche dreht der 20-Jährige in Holziken seine Runden mit Remember Passion, ansonsten weicht er mit ihm ins Gelände, sprich in den Wald, aus. «Mit 14 Jahren ist ‹Remmy› ja nicht mehr der Jüngste, bei ihm geht der Muskelabbau noch schneller vonstatten, wenn er nicht bewegt wird», erklärt er. Lars Bürgler versucht, sein reduziertes Training mit Remember Passion mit vermehrten Stallbesuchen zu kompensieren, und Remmy ist oft auf der Weide, damit er sich bewegen kann.

«Pferde spüren wie wir, wenn etwas anders ist, und die Beziehung zu ihnen muss gut gepflegt werden.» Wie es wettkampfmässig weitergeht, steht in den Sternen. Die Schweizer Meisterschaften wären im September 2020 in Roggwil geplant. Dass bis zum Sommer die meisten Turniere abgesagt sind, macht die Vorbereitung schwierig. «Remmy braucht eher viele Turniere, um in den ‹Turnierrhythmus› zu kommen. Und wenn das Virus nicht eingedämmt ist, macht es wohl keinen Sinn, sich an Wettkämpfen zu treffen», sagt Lars Bürgler.

Noch im Kalender ist die Europameisterschaft der Jungen Reiter in England im Juli, «aber ehrlich gesagt, haben wir momentan andere Probleme, als darüber nachzudenken, in andere Länder zu reisen».

Den Alltag in den Griff kriegen und virenfrei bleiben
Lars Bürgler hätte sich seine letzte Saison bei den Jungen Reitern U21 anders vorgestellt, mit weniger Ungewissheit und besser fokussierbaren Zielen. «Aber es ist nun mal, wie es ist. Das Wichtigste ist, dass wir dieses Virus nicht kriegen und den Alltag wieder in Griff bekommen.»

Der Zeichner Fachrichtung Ingenieur in Ausbildung spricht diese Worte am Telefon im Homeoffice. Eigentlich wäre er im Büro mit dem Lehrmeister in den letzten Vorbereitungen auf die praktischen Abschlussprüfungen. Diese Woche soll er Bescheid erhalten, in welcher Form er wie viele andere in derselben Situation seine LAP machen kann. Angestellt in einem Kleinbetrieb bekomme er mit, wie belastend und stressig die Situation für Unternehmen sei. Umso mehr geniesst er jeden Tag die Momente mit Remember Passion. «Mehr denn je wird einem in Zeiten wie diesen bewusst, wie gross die Verantwortung ist, die man für ein Tier trägt.» Tiere könnten ja nicht selber entscheiden, man müsse vieles herausspüren. «Ich will die Vorgaben und Massnahmen mittragen, damit wir gesund bleiben, aber ich will auch, dass es Remmy trotz Einschränkungen gut geht.»