«Muhen soll eine echte Auswahl haben»

«Muhen soll eine echte Auswahl haben» | Der Landanzeiger

In Muhen treten alle fünf bisherigen Gemeinderäte zu den Gemeinderatswahlen wieder an. Nun wird es am 26. September dennoch einen Wahlkampf geben: Die FDP schickt gleich zwei Kandidaten ins Rennen. Im Interview nennen Nils Hunziker und Simon Pfister ihre Gründe, Absichten und Ziele Ihrer Kandidatur.

Landanzeiger: Was hat die FDP Muhen veranlasst, gegen den bisherigen Gemeinderat anzutreten und dann auch noch mit zwei Kandidaten?
Simon Pfister: Ich glaube, es ist eher als ein Angebot zu verstehen, mit welchem man den Wählerinnen und Wählern eine weitere Option anbieten möchte. Immerhin verfügt die FDP in Muhen über einen Wähleranteil von rund 17%. Wir als FDP möchten im Gemeinderat angemessen vertreten sein und Einfluss auf die Kommunalpolitik nehmen. Dabei sind wir überzeugt, dass wir als starkes Team den Gemeinderat gewinnbringend unterstützen können.
Nils Hunziker: Unsere Basis ist überzeugt, dass wir aufgrund unseres Wähleranteils im Gemeinderat angemessen vertreten sein sollten. Wir haben von der Mitgliederversammlung den klaren Auftrag erhalten, mit mindestens zwei Kandidatinnen oder Kandidaten anzutreten. Wir sind motiviert Veränderungen zu schaffen für die Mühelerinnen und Müheler. Gemeinsam weiterkommen, lösungsorientiert zu handeln, nicht nur Symptome zu bekämpfen, bodenständig, liberal und klar.

Landanzeiger: Im fünfköpfigen Gemeinderat besetzt die SVP aktuell drei Sitze. Zielen Sie mit Ihrer Doppelkandidatur auf die SVP, oder haben Sie genau das Gegenteil vor und streben zusammen mit der SVP eine rechtsbürgerliche Mehrheit an, indem Sie den parteilosen Raphael Levy und Hanspeter Brunner von den Grünen angreifen?
Nils Hunziker: Wir greifen niemanden an. Die Mühelerinnen und Müheler sollen eine echte Auswahl erhalten, wen Sie die nächsten vier Jahre lang im Gemeinderat sehen möchten, uns würde es freuen, zusammen gewählt zu werden. Wir sind ein starkes Team.
Simon Pfister: Das sehe ich auch so. Hier geht es nicht um einen Angriff oder um eine Urteilung von Leistungen der bestehenden Gemeinderäte. Zusammen mit den Mitgliedern der Partei erachten wir es aber als legitim, die FDP ins Rennen zu schicken, um so den Wählerinnen und Wählern eine Alternative anbieten zu können. Schlussendlich ist es die Bevölkerung von Muhen, welche am Wahltag den Polit-Rahmen vorgibt. Wir wollen diese Chance nutzen und zu Gunsten von Mühelerinnen und Mühelern die Zukunft der Gemeinde aktiv mitgestalten.

Landanzeiger: Was wäre, wenn die aus Ihrer Sicht «falschen» Bisherigen abgewählt würden?
Simon Pfister: Wir sind der Überzeugung, dass der Freisinn und Liberalismus in den Gemeinderat gehört und streben dabei ein «Miteinander» an, egal welche weiteren Parteien im Gemeinderat vertreten sind.
Nils Hunziker: Das spielt auch für mich keine Rolle. Ich bin überzeugt, dass die FDP in den Gemeinderat Muhen gehört mit zwei Sitzen.

Landanzeiger: Was möchten Sie persönlich im Gemeinderat bewegen, was ist Ihr wichtigstes Anliegen?
Nils Hunziker: Im Gemeinderat geht es meiner Auffassung nach um die Arbeit für das Wohl der Mühelerinnen und Müheler. Einige Anliegen liegen mir dabei natürlich näher als andere. Beispielsweise mittelfristig einen tieferen Steuerfuss. Auch eine respektvolle und auf Vertrauen basierende Zusammenarbeit mit der Verwaltung ist mir ein Anliegen. Weiter würde ich mich im Gemeinderat dafür einsetzen, dass die Bauverwaltung und das Gewerbe die notwendige, fehlende Unterstützung erhalten. Als möglicher Gemeinderat möchte ich den Mühelerinnen und Müheler nahestehen und aus erster Hand hören und spüren, «wo’s chlemmt». Wir sind «Ein Dorf». Wir werden den Mühelerinnen und Müheler Möglichkeiten bieten, uns besser kennen zu lernen.
Simon Pfister: Mein Hauptanliegen ist es, den Gemeinsinn und die Freisinnig-Liberalen Werte zu vertreten. Fairness und Respekt wahren, die Anliegen der Bevölkerung zeitnahe aufnehmen und geeignete Lösungen finden. Mit meinem persönlichen Engagement will ich der Gemeinde etwas zurückgeben und dazu beitragen, dass Muhen auch in den nächsten Jahren auf einer gesunden Basis steht.


Steckbrief Nils Hunziker
Name: Nils Hunziker
Jahrgang: 1978
Beruf: Zweigstellenleiter Bohr- und Betontrenntechnik, Rückbau
Familie: Verheiratet mit Sandra Hunziker Lämmli, Kinder: Kim Lea, Kelly Lisa, Kaja Leona

In Muhen wohnhaft seit: 2004
Freizeit/Vereine: Tennisclub Muhen, Meine Familie, Einachser Ausfahrten/ Treffen
Motto: Mit Leidenschaft und Herzblut ist nichts unmöglich, sei einfach, sei direkt, sei bescheiden

Steckbrief Simon Pfister
Name: Simon Pfister
Jahrgang: 1978
Beruf: Produktemanager
Familie: Verheiratet mit Cornelia Pfister, Kinder: Vivien und Tia

In Muhen wohnhaft seit: 2011
Freizeit/Vereine: Familie, Freunde, Jodlerchörli Suhrental, Turnverein Muhen, Kino, Gesellschaft, Natur, Kochen, Offiziersgesellschaft


Muhen atmet auf: «Hochwasserschutz hat einmal mehr funktioniert»

Muhen atmet auf | Der Landanzeiger

Trotz vielfach bewährtem Hochwasserschutz musste in Muhen vergangene Woche die Feuerwehr vereinzelt Keller auspumpen. Drohnenbilder zeigen eindrückliche Bilder. Bange Anwohner fragen: Muss man beim Hochwasserschutz nachbessern? «Nein, der Hochwasserschutz hat einmal mehr planmässig funktioniert», sagen der Feuerwehrkommandant und der Gemeindeammann.

Die Bilder von letzter Woche sind eindrücklich: westlich des Hochwasserdamms, auf dem die WSB zwischen Hirschthal und Obermuhen fährt, fliesst ein breiter brauner Strom. Das ist so geplant. Das ist der Hochwasserschutz von Muhen. Eingeweiht im Dezember 2004 hat er sich seitdem oft bewährt. In Muhen ist man froh und auch stolz auf diesen Schutz. Eine «Entlastungsrinne » leitet einen Teil des Suhre-Hochwassers ab einem gewissen Pegel noch auf Hirschthaler Boden über Kulturland ab und nach dem Gefahrenbereich weiter unten beim Schulhaus wieder in die Suhre ein.

Auch auf der Ostseite des Damms, also entlang des eigentlichen Suhrelaufs, hat die Suhre ihr Bett verlassen und südlich der Kesslerstrasse/Bändeli eine ganze Fläche überschwemmt (Bild Mitte). Ander Kesslerstrasse 1, wo die Suhre unter der ehemaligen Fabrik durchfliesst, staute sich viel Schwemmholz, blockierte den Lauf der Suhre zusätzlich und verschärfte die Situation. Im Erdgeschoss ist das Fotostudio von Hannes Kirchhof. Er liess eine Drohne steigen und verbreitete eindrückliche Bilder auf sozialen Medien. Zwar hat er schon manches Hochwasser erlebt, diesmal aber kam sehr viel Wasser. Schätzungsweise soviel wie 2005, ein halbes Jahr nach der Eröffnung des Hochwasserschutzes.

Bangen bei den Anwohnern
Hannes Kirchhof und seine Nachbarn erlebten bange Stunden. Die Feuerwehr musste an der Kesslerstrasse/Bändeli einige Keller auspumpen. Unter diesem Eindruck stellte sich bei den Anwohnern die Frage: Muss man in Muhen in Sachen Hochwasserschutz nun über die Bücher? Muss man sogar nachbessern? «Aus Sicht der Feuerwehr hat der Hochwasserschutz auch diesmal funktioniert. Das Wasser der ausgepumpten Keller an der Kesslerstrasse war eindeutig kein Suhrewasser, sondern Grundwasser, von dem wir nicht genau wissen, aus welchem Grundes in die Keller floss», erklärt Dominik Graber, Kommandant der Feuerwehr Entfelden-Muhen.

Auch für Muhens Gemeindeammann Andreas Urech hat der Hochwasserschutz diesmal wieder einwandfrei funktioniert. Die Drohnenbilder von Hannes Kirchhof stimmen nach seinen Aussagen sogar ziemlich exakt mit den im Projekt skizzierten überschwemmbaren Zonen überein. «Wir müssen nicht nachbessern», so das zufriedene Fazit von Andreas Urech.

«Das Leiden hat sich gelohnt»

Das Leiden hat sich gelohnt | Der Landanzeiger

Sie rennen mit dem Neopren-Anzug und der Badekappe durch den Engadiner Lärchenwald und schwimmen mit Turnschuhen an den Füssen durch die sehr kalten Oberengadiner Seen. Die Rede ist von den Teilnehmern des «ÖTILLÖ Swimrun Engadin». Mit dabei auch Lars und Peter Oeschger aus Muhen, die in der Kategorie Sprint Team Herren gewannen.

«Das Rennen ist so kurios, dass es schon wieder gut ist», sagt Peter Oeschger (50) aus Muhen, der erstmals zusammen mit seinem Sohn Lars (13) in der Kategorie Sprint am Start stand. Das Duo, undalleanderen150 Gestarteten, musste 2,2 km schwimmen – aufgeteilt in vier Teilstücke – und 12,9 km rennen – aufgeteilt in fünf Teilstücke. Total 15,1 km und 384Höhenmeter und das auf 1800 Metern über Meer. Die Wassertemperatur im Silvaplaner- und Champfèrer-Seebetrug frische 14 Grad. «Das Einschwimmen bei dieser Kälte war brutal hart», gibt Lars Oeschger zu, der zum ersten Mal an einem Wettkampf in einem See teilnahm. Und auch zum ersten Mal mit Schuhen an den Füssen soweit schwamm.

Am Stammtisch entstanden

Für einmal sind es nicht die Engländer, die eine spezielle Sportart (Bob, Skeleton, Polo und weitere) ins Engadin bringen, sondern die Schweden. Die Rede ist vom «ÖTILLÖ Swimrun» (ÖTILLÖ bedeutet von Insel zu Insel) dem wohl härtesten Ausdauerrennen der Neuzeit. Entstanden 2002 aus einer Stammtischwette, gibt es dieses in Zweierteams oder alleine zu absolvierende Rennen heute in verschiedenen Ländern und als offizielle Weltmeisterschaft in Schweden. Die Originalstrecke geht über 75 km, 10 km davon im Wasser, der Rest wird gelaufen. Die Regeln sind einfach: Sämtliche Ausrüstung muss eigenständig von Start bis ins Ziel gebracht werden. Dies bedeutet, das Schwimmen in Laufschuhen sowie das Laufen in Neoprenanzügen, wobei kleine Schwimmhilfen erlaubt sind. Dazu kommt, dass der Abstand des Zweierteams nie mehr als 10 Meter voneinander betragen darf.

Mit Schwimmanzug auf dem Wanderweg
Peter und Lars Oeschger legten einen fulminanten Start hin und stiegen bereits nach der ersten Schwimmstrecke als erstes Sprint-Team aus dem Wasser. «Auf den Laufstrecken muss man sich wieder aufwärmen, sonst kommt man im kalten Wasser nicht mehr vorwärts »,weiss Peter Oeschger. «Wir wurden mit unseren Schwimmanzügen und Badekappen von den Wanderern und Touristen teilweise sehr komisch angeschaut», sagt Lars Oeschger. Die Rennstrecke führte nicht nur flach den Seen entlang, sondern auch über Skipisten und durch steile Waldabschnitte. Für Vater Oeschger war es bereits die dritte Teilnahme. Jedes Mal verlief die Strecke etwas anders. «Dies mal war es am härtesten», blickt er zurück. Trotzdem liefen er und sein Sohn Lars nach 1.56 Std. als überlegende Sieger der Kategorie Sprint Team Herren ins Ziel. Dort durften sie die Gratulationen von Michael Lemmel, einem der Gründer des «ÖTILLÖ», in Empfang nehmen. Nebst einer Medaille aus Holz, gab es auch ein Siegercouvert. Darin ein Gutschein für einen Gratisstart imnächsten Jahr. «Den lösen wir ein», blickt Lars Oeschger bereits voraus, «denn das Leiden hat sich gelohnt, es war ein ganz cooler Wettkampf.»Sagts und verabschiedet sich unter die warme Dusche.

Der lange «ÖTILLÖ Swimrun Engadin» führte am Tag darauf von Maloja über rund 45 km ins Ziel nach Silvaplana. Unterwegs schwammen die knapp 100 Athletinnen und Athleten durch vier Oberengadiner Bergseen (5,8 km) und legten 39 km rennend zurück. Dabei überwanden sie 1499 Höhenmeter. Nach insgesamt 45 km und einer Gesamtzeit von 5.25 Stunden erreichet das erste Team das Ziel in Silvaplana. Peter und Lars Oeschger zeigten sich beeindruckt von dieser Leistung. Ob das Hauptrennen des «ÖTILLÖ» dereinst auf ihrem Wettkampfprogramm steht, liessen beide noch offen.

Das Leiden hat sich gelohnt | Der Landanzeiger
Das 14 Grad kalte Wasser im Silvaplanersee konnte Peter und Lars Oeschger aus Muhen nichts antun.

Traumstart für die Waldeck-Bar

Traumstart für die Waldeck-Bar | Der Landanzeiger

Fünf lokale Bierbrauer eröffneten pünktlich zum grossen EM-Viertelfinalspiel der Schweizer Fussball-Nati gegen Spanien am vergangenen Freitag im ehemaligen Gasthof die Waldeck-Bar. Bis zum definitiven Abbruch der Traditionsbeiz in etwa zwei Jahren soll die Bar mit 12 Bier-Zapfhähnen und 50 weiteren Biersorten in Betrieb sein. So wird die ehemalige Dorfbeiz zum Mekka für Craft-Bier-Liebhaber.

Manchmal sind Bierideen die besten Ideen. Bevor in etwa zwei Jahren die Bagger auffahren und der bewegten Geschichte der Müheler Traditionsbeiz ein Ende setzen werden, kehrt in die «Waldeck» noch einmal neues Leben ein. Fünf lokale Bierbrauer setzten die Idee in die Tat um, hier für die Zeit bis zum Abbruch eine temporäre Bier-Bar zu betreiben. «Zwischennutzung» nennt sich so etwas im offiziellen Amtsdeutsch. «Pop-Up-Bar» wäre ein etwas zeitgemässerer Ausdruck. Wie auch immer.

Die Waldeck, die nach seinen Jahrzehnten als beliebte Dorfbeiz während der Zeit des Schulhaus-Neubaus bis vor einem Jahr als Schulraum diente, wird nun am Ende seiner Geschichte zum Biergarten, respektive zur Bierbar. Dort wo einst zum «Lotto im Säli» gerufen wurde, nämlich im altehrwürdigen grossen Saal, befindet sich nun die Bar im Bistro-Stil. Die Zapfanlage mit 12 Stationen bietet diverse Biere der «Noboob»- und «Heero»-Brauereien an. Im Angebot sind rund 50 weitere Craft-Biere in Dosen und Flaschen, die von den Betreibern sorgfältig ausgesucht wurden.

Ein simples Lagerbier findet man eher nicht im Angebot. Hopfenbetonte, geschmacklich herausfordernde spezielle Craft-Biere bilden das Angebot in der Waldeck-Bar.

Das Team «Hoperia»
Wer sind die fünf lokalen Bierbrauer? Allen voran Daniel Heer aus Oberentfelden. Seine Brauerei «Heero» ist schon länger in Betrieb. Er gilt für die vier Jungbrauer Andreas Siegrist, Pascal Hunziker, Florian Brunner und Marco Jost von «Noboob» (No bitches of ordinary beer) aus Muhen als «Biergott». Zusammen sind sie «Hoperia» und betreiben einen Onlinevertrieb und nun auch die Waldeck-Bar.

Der Start am Freitag war fulminant. Weil just zur Eröffnung auch die Fussball-Nati ihr Viertelfinale bestritt, war der Biergarten sehr gut besucht. Vor der Eröffnung musste das Team einige Sonder- und Nachtschichten einlegen, damit alles rechtzeitig fertig wurde. Die Waldeck-Bar ist zukünftig am Mittwoch und Donnerstag ab 17.00 Uhr offen, am Freitag ab 16.00 Uhr und am Samstag ab 14.00 Uhr.

Grosse Empathie für Nierenpatienten

Grosse Empathie für Nierenpatienten | Der Landanzeiger

In Muhen (im Gemeindehaus) leitet Christian Fahe, Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie, seit 2017 eine Hausarztpraxis. Aufgrund persönlicher Erfahrungen hat der Facharzt 2020 seine Praxis im Aargau umgebaut – und bietet jetzt vier Plätze für Hämodialysebehandlungen an.

Der aus Kamerun stammende Arzt behandelt seine Patienten mit viel Herzblut. «Ärzte sind dazu da, um die Probleme der Menschen zu lösen und ihnen zu helfen.» Diese Philosophie spürt man bei Christan Fahe sofort. Dass er seit einem Jahr vier Dialyseplätze anbietet und seine Praxis dementsprechend umbauen liess, ist eine Herzensangelegenheit. Nachdem sein Vater schwer erkrankte, unternahm Fahe alles, um ihm zu helfen. Nach seinem Facharzt für Allgemeine innere Medizin liess er sich während drei Jahre zum Nephrologen ausbilden. Ein weiterer familiärer Schicksalsschlag war der ausschlaggebende Grund für den Umbau. Meinem Vater ging es immer schlechter. Ich wollte ihm die Geräte für die Heimdialyse nach Kamerun bringen. Leider verstarb er. Die Hilfe kam zu spät.

Im Aargau ein einzigartiges Angebot
Die Trauer um den Verlust seines Vaters regte den Facharzt zum Nachdenken an. «Ich fragte mich, was ich tun kann, um solche Schicksalsschläge zu verhindern.» Die Idee, Dialyseplätze zu erschaffen, kam wie von selbst. Im Aargau ist dieses Angebot einmalig. Die Patienten müssen normalerweise in ein Spital, wo sie mehrere Stunden an dem Dialysegerät verbringen müssen – und das dreimal in der Woche. Das ist sehr viel Zeit. Für mich ist es wichtig, dass sich die Patienten wohlfühlen und etwas Privatsphäre geniessen können. «Zwei Zimmer mit je zwei Plätzen und Behandlungszeiten bis 19 Uhr ermöglichen es, bis zu 16 Patienten zu behandeln.

Alles aus einer Hand in familiärer Atmosphäre
«Das sind dauerhafte Verbindungen, die entstehen. Als Hausarzt gibt es ausserdem die Möglichkeit, die Ergebnisse und gesundheitlichen Aspekte direkt zu besprechen.» Die familiäre Atmosphäre sei besonders wichtig. Ablenkung und Unterhaltungsmöglichkeiten gehören dazu. Die schwerkranken Patienten sollen abschalten können und deshalb bietet Christian Fahe vom Kopfhörer bis zum Tablet alles an, damit seine Patienten an etwas anderes denken können. Kostenloses WLAN und Angebote wie Netflix sind selbstverständlich. Auf Wunsch gibt es einen kleinen Imbiss. Die Praxis bietet auch vier kostenlose Parkplätze für die Dialysepatienten an.

Da der Arzt mit der grossen Empathie für Menschen und deren Probleme ausserdem eine Ausbildung als Notarzt absolvierte, kann er im Notfall sofort einschreiten. «Das kommt sehr selten vor. Aber für mich ist es wichtig. Ich bin immer da.»

Die Verbindung zu seinem Vater besteht nach wie vor. In Gedanken und im Gedenken an ihn ist es für Christian Fahe eine Mission und eine reine Herzensangelegenheit, seine Patienten auf dem Weg der langwierigen Dialysebehandlungen zu begleiten. Immer am Montag, Mittwoch und Freitag werden die Behandlungen durchgeführt.


Hämodialysebehandlung

Die Behandlung der Patienten ist sehr zeitaufwändig. Die Dialysegeräte übernehmen die Funktion der Nieren. Die Geräte reinigen das Blut so lange, bis alle Harn- und Giftstoffe ausgeschieden sind. Das dauert vier bis fünf Stunden pro Behandlung und muss dreimal in der Woche durchgeführt werden.


Grosse Empathie für Nierenpatienten | Der Landanzeiger
Christian Fahe ist Arzt mit Leidenschaft und Empathie.

Praxis Fahe


Schulstrasse 1 (Gemeindehaus)
5037 Muhen
Telefon 062 723 66 56
Mail christian.fahe@hin.ch
www.praxisfahe.ch

Ein Brite braut das erste Rüeblibier

Ein Brite braut das erste Rüeblibier | Der Landanzeiger

Jason O’Doherty hat im Zuge seiner Ausbildung zum Betriebswirtschaftler ein eigenes Bier erfunden, das es überraschenderweise bisher nicht gegeben hat: ein Aargauer Rüebli-Bier. Dass das Craft-Bier von einem waschechten Briten im Suhrental erschaffen wurde, ist dabei kein Zufall.

«Bier ist ein Genussmittel», ist Jason O’Doherty überzeugt. «Natürlich gibt es auch Biere, mit denen man einfach den Durst löscht, aber mein handgemachtes Rüebli-Bier ist nicht so eines.» Produziert hat er es in der Entfelder Kleinbrauerei «Hoperia» von Daniel Heer mit Rüebli aus Hirschthal. Derzeit steckt das Gebräu noch in Flaschen ohne Etikette, 150 Liter davon wurden produziert. Viele Flaschen hat «J» oder «Jay», wie ihn seine Freunde nennen, schon verschenkt oder probieren lassen. «Ich mache damit keinen Gewinn, vielleicht decke ich mit der zweiten Serie die Kosten.» Er mache das einerseits, weil er im Rahmen seiner Ausbildung zum Betriebswirtschafter eine Diplomarbeit zu schreiben hatte und andererseits, weil sich das Thema Bier geradezu aufgedrängt hat.

Die Nase voll vom Lagerbier
Aufgewachsen ist Jason O’Doherty nämlich im Südosten Englands. Das berühmte ‹The Kursaal› in Southendon- Sea, Essex − früher ein Vergnügungspark, später ein Casino − jeweils mit vielen Pubs − war lange eine Art Heimat für den heute 47-Jährigen. Hier arbeitete er viele Jahre und eine Zeitlang hing sogar ein Schild mit seinem Namen am Eingang, weil er das Patent inne hatte. Als ihn die Liebe vor 20 Jahren in die Schweiz zog, gehörte er der ersten Crew des «Ye Olde Penny Farthing » in Aarau an, gründete eine Familie und wurde in Muhen sesshaft. Vor zwei Jahren schloss er sich der IG Bierheilige an, die sich im Suhrental mit allerlei Ideen einen Namen machen will. «Dazu gehört die 1. Suhrentaler Bierwanderung, die nun leider schon das zweite Mal verschoben werden musste», erklärt O’Doherty etwas traurig. Arbeits- und Wohnort haben sich bis heute geändert, geblieben ist die Liebe zum Bier. «Ich hatte die Nase vom normalen Lagerbier aber voll. Umso besser gefallen mir die vielen tollen Biere, die in den zahlreichen Kleinbrauereien gemacht werden. So etwas wollte ich auch schaffen. Als ich nachgeschaut habe, war ich ziemlich überrascht, dass es im Aargau noch kein Rüebli- Bier gibt», erinnert sich der Brite. So tüftelte der zweifache Familienvater an der Rezeptur und fügte dem Sud sowohl beim Kochen der Würze, wie auch bei der späteren Gärung Rüebli aus einem Hirschthaler Gemüsebetrieb zu.

Positive Degustations-Noten
Das fertige Produkt gefällt auch dem Bier-Sommelier Jürg Maurer. «Ich habe es mir zwar etwas leuchtender orange vorgestellt, das Auge trinkt schliesslich mit», schickt der Müheler voraus. Der Schaum komme cremefarben daher und bringe eine mittellange Beständigkeit mit. Der Rüebligeschmack im Bier sei aber nicht dominant. «In der Nase noch etwas brotig oder keksig, geht die leichte Säure auf der Zunge in eine mittlere Süsse im Gaumen über und gleite im Nachtrunk wieder in eine angenehme leichte Säure», beschreibt der ausgebildete Sommelier seine Erkenntnisse. Der Geschmack komme aber zum Glück nicht einem Biss in ein Rüebli gleich, «eine gewisse, vom Gemüse herrührende bekannte Süsse kommt jedoch sehr gut durch.»

Jedes Bier hat seine Geschichte
Gute Noten also für «J’s Aargauer Rüebli Bier», das der Experte lobend als «gsöffig» bezeichnet und eine gute «Drinkability» attestiert; ein Getränk, das man nicht bloss «aus Gwunder» konsumiere. «In England kommt man sehr früh in Berührung mit Bier, es war mir schon wichtig, ein gutes Bier zu brauen», erinnert sich Jason O’Doherty an seine Jugend und freut sich über die Rückmeldung des Sommeliers. Biertrinken sei ja nicht nur eine Sauferei. «Für mich ist es spannend, die Geschichte hinter einem Bier zu erfahren, woher es kommt und warum es gebraut wurde.» Was diesen Teil der Bierbraukunst angeht, ist es «J», gelungen ein leckeres Bier mit einer schönen Geschichte zu brauen. Jetzt braucht es eigentlich nur noch gutes Wetter und offene Biergärten – und für Jason O’Dohertys Ausbildung noch etwas Durchhaltevermögen.

Ein Brite braut das erste Rüeblibier | Der Landanzeiger
Zutatenbeschaffung: Jason O’Doherty (rechts) und der Entfelder Bierbrauer Daniel Heer zeigen die Rüebli aus Hirschthal, die später in die Würze und den Sud kommen.

Vom Kindergarten zum Biergarten?

Vom Kindergarten zum Biergarten? | Der Landanzeiger

Ein Baugesuch im Landanzeiger sorgt für Aufsehen: Der ehemalige Gasthof Waldeck, zuletzt als Schulraum genutzt, soll wiederbelebt werden. Das Gesuch um eine «Zwischennutzung» liegt derzeit bei der Gemeinde auf. Regionale Bierbrauer wollen in der Waldeck unter anderem eine Gartenwirtschaft betreiben.

Der Gasthof Waldeck hat schon vieles erlebt. Jahrzehntelang war er eine geschätzte Dorfwirtschaft mit gutbürgerlicher Küche. Im grossen Saal ging schon manches Lotto, Jahreskonzert oder Turnerabend über die Bühne. Vor rund fünf Jahren wollte der Kanton Aargau hier eine Asylunterkunft einrichten. Das gab ziemlichen Wirbel im Dorf. Eine Mahnwache mit 500 Fackeln schaffte es national in die Schlagzeilen. Es war dann der Besitzer der Liegenschaft, der dem Kanton einen Korb gab. Die Gemeinde Muhen mietete die Waldeck per 1. Januar 2017 dann gleich selber. Aus der Waldeck wurde ein Schulhausprovisorium, bis das neue Schulhaus eingeweiht werden konnte. Dann wurde es still um die Waldeck.

Bis heute. Nun soll im altehrwürdigen Gasthof wieder neues Leben einkehren. Vor einer Woche wurde im Landanzeiger das Baugesuch publiziert für eine neue Zwischennutzung. Die Hoperia GmbH aus Oberentfelden will in der Waldeck eine Bar, ein Bistro, einen Shop und eine Gartenwirtschaft betreiben. Daniel Heer von der Hoperia bestätigt, dass ihm vom Vermieter eine Zwischennutzung bis mindestens Ende 2022 zugesichert wurde: «Einfach gesagt, könnten wir in der Waldeck bleiben, bis sie abgerissen wird und der Vermieter den geplanten Neubau realisiert. »

Die Oberentfelder Hoperia ist in Muhen gut vernetzt. Sie gehört mit der «IG Bierheilige » und der einheimischen Brauerei «Noboob» zum Team, das die 1. Suhrentaler Bierwanderung organisiert hat. Leider kann sie auch in diesem Jahr nicht stattfinden, wie vor ein paar Tagen bekannt wurde. «Auch deshalb wäre es gut, wenn wir anstatt an der Bierwanderung nun halt stationär hier in der Waldeck die Vielfalt des Bieres aus unserer Region zeigen könnten», so Daniel Heer.

Und der Gasthof Waldeck würde auch wieder ein Stück weit zurück zu seinen Wurzeln finden.

Zukunft der Oberstufenschüler neu geregelt

Zukunft der Oberstufenschüler neu geregelt | Der Landanzeiger

Der neue Vertrag zwischen den Einwohnergemeinden Kölliken und Muhen über die gemeinsame Führung der Oberstufe als Kreisschule Kölliken-Muhen ist in trockenen Tüchern. Das gemeinsame Feiern muss noch warten.

Der neue Vertrag wurde von den Gemeindeversammlungen beider Gemeinden im November 2020 genehmigt und löst den bestehenden Gemeindevertrag ab, der die Zusammenarbeit der Gemeinden Muhen und Kölliken im Bereich der Oberstufe regelt und seit dem 25. November 2011 Gültigkeit hatte. Der neue Vertrag garantiert eine höhere Verbindlichkeit.

Unter folgender Präambel wurde der Vertrag zwischen den Einwohnergemeinden Kölliken und Muhen über die gemeinsame Führung der Oberstufe als «Kreisschule Kölliken-Muhen» unterzeichnet: «Die Gemeinden Kölliken und Muhen wollen gemeinsam eine zukunftsfähige, pädagogisch wertvolle Oberstufe führen. Die Schulstandorte in Kölliken und Muhen sollen für Schülerinnen und Schüler, für deren Eltern und für die Lehrpersonen Teil einer hochwertigen Kreisschule der Oberstufe bilden und so zur Standortattraktivität beider Gemeinden beitragen.» Im Vertrag wurde unter anderem geregelt, dass Sekundar- und Realschule (SeReal) in den beiden Gemeinden Kölliken und Muhen angeboten wird. Schulstandort für die Bezirksschule (Bez) ist die Gemeinde Kölliken. Die beiden Schulorte sind durch sichere Fahrrad- und Mofawege miteinander verbunden; im Winter (1. November bis 31. März) wird ein Schulbus zwischen den Standorten angeboten.

BKS wirkte beim Vertrag mit
Das in Zusammenarbeit mit der Partnergemeinde sowie dem BKS erarbeitete Vertragswerk berücksichtigt auch die Ergebnisse aus der Abstimmung über die künftigen Führungsstrukturen der Volksschule. Bis Ende 2021 werden Mitglieder der Schulpflegen die Kreisschulkommission bilden. Ab 2022 werden die Gemeinderäte der Schulressorts der beiden Gemeinden dafür zuständig sein.

Die Unterzeichnung des Vertragswerkes fand «coronakonform» auf dem Zirkulationsweg statt. Die involvierten Parteien liessen es sich aber nicht nehmen, virtuell auf die neue Kreisschule Kölliken-Muhen anzustossen.

Matter-Comic neu aufgelegt

Matter-Comic neu aufgelegt | Der Landanzeiger

Der Verlag «Edition Moderne» bringt die Comic-Biografie des legendären Kriminellen Bernhart Matter aus Muhen neu heraus. Der Band erscheint zum 200. Geburtstag des «helvetischen Robin Hood». Der Landanzeiger traf Autor Markus Kirchhofer zum Interview.

Markus Kirchhofer, zum 200. Todestag von Bernhart Matter erscheint der Comic, den Sie mit Reto Gloor Anfang der 90er-Jahre kreiert haben, in einer Neuausgabe. Was ist neu?
Neu ist, dass die Edition Moderne dieses Jahr eine Gesamtausgabe veröffentlicht. 1992 («matter») und 1993 («matter entZWEIt») erzählten Reto und ich Matters Leben und Sterben in zwei Bänden. Das Zusammenfügen erforderte einige Anpassungen, weil Band zwei eine zeitliche Klammer um Band eins bildet. Neu ist auch das fundierte Nachwort, das die Historiker Marc Griesshammer (Leiter Stadtmuseum Aarau) und Raoul Richner (Stadtarchivar Aarau und Präsident der Historischen Vereinigung Wynental) verfasst haben.

Wir kam es damals überhaupt zu diesem Comic-Klassiker?
Reto Gloor kenne ich seit der Bezirksschule in Schöftland. Für die erste Ausgabe der Schülerzeitung «Der Lautsprecher» gestaltete Reto das Titelbild, eine Karikatur und einen Comic. Ich schrieb über die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft. In der Kantonsschule besuchten wir die gleiche Klasse. Reto zeichnete schon immer grossartige Comics. Als ich in Lenzburg lebte, erzählte mir ein Freund von der Hinrichtung Bernhart Matters bei den «Fünflinden». Er empfahl mir die Lektüre von Nold Halders «Leben und Sterben des berüchtigten Gauners Bernhart Matter». Reto war davon ebenso fasziniert wie ich. So reifte die Idee, gemeinsam einen Comic zu dieser Räubergeschichte zu machen.

Wie liest sich eigentlich die Erstausgabe nach dreissig Jahren für Sie selber. Ist alles auch mit ihrem heutigen Wissen noch stimmig?
Es gibt neue Erkenntnisse zurzeit, in der Bernhart Matter (1821–1854) lebte. Erst seit Ursula Maurers «Hungerland» (2019) ist mir beispielsweise bekannt, dass im Ruedertal, in dem Matters Frau Barbara wohnte und in dem ich aufgewachsen bin, im Winter nach Matters Hinrichtung Menschen verhungerten. Es waren die letzten Hungertoten der Schweizer Geschichte. Der Grossvater meines Grossvaters lebte im Schiltwald und war 1854 20 Jahre alt. Ich hatte Glück, dass ich vier Generationen später zur Welt kam … Als Autor ist mir natürlich die Sprache, mit der ich die Geschichte erzähle, am wichtigsten. Für die Neuausgabe kürzte ich meine Dialoge und die Begleittexte von 1992 und 1993 um etwa einen Viertel. Das hat den schönen Nebeneffekt, dass Retos Original-Zeichnungen, die in seinem Nachlass im «Centre BD de la Ville de Lausanne» archiviert sind, gleichzeitig mehr «Luft» und mehr Gewicht erhalten. Auch die schönen Helvetismen und Mundart-Wörter reduzierte ich «süferli».

Sie haben sich intensiv mit Matters Leben befasst, was ist für Sie das Faszinierende an Matter?
Sein widersprüchlicher Charakter. Seine Zerrissenheit zwischen Verbrechertum und der Sehnsucht nach einem bürgerlichen Leben zum Beispiel. Oder sein ständiger Gesinnungswechsel zwischen Fern- und Heimweh, zwischen Ehefrau und Geliebten. Diese Widersprüche bieten viel Stoff für eine spannende Geschichte.

Matter wird gelegentlich als eine Art Robin Hood bezeichnet, der Beute freigebig verteilt oder billig verkauft haben soll. Stimmt dieses Bild mit der Wirklichkeit überein?
Ob Robin Hood als historische Figur existierte, ist ja nicht belegt. Aber er ist so etwas wie der Archetyp des «edlen Räubers», der andernorts Namen wie Schinderhannes, Rinaldo Rinaldini oder Rob Roy trägt. Ich denke nicht, dass Bernhart Matter diesem Bild entspricht. Ich sehe ihn eher als tragikomischen Gehetzten und Getriebenen, der es verpasste, sich nach Amerika abzusetzen wie drei seiner vier Brüder.

Können Sie das Image einschätzen, welches er hier in der Region hatte, war es eher das eines Verbrechers oder eines Volkshelden?
Das ist aus heutiger Sicht schwer einzuschätzen. Das Historiker-Duo Griesshammer/Richner schreibt im Nachwort: «Matters Freunde, bei denen er Unterschlupf fand, lebten abseits der Dörfer, in Seitentälern in unmittelbarer Nähe zu den Schutz bietenden Wäldern: So die Lüschers im Schwabistal bei Muhen, die Richners im Gränicher Refental oder die Kaspars im Oberkulmer Sood.» Bei ihnen war Matter sicherlich beliebt. Beim Pfarrer von Gränichen oder beim Wirt der Teufenthaler «Herberge» sicher nicht, weil er bei ihnen einbrach. Auch die Pressestimmen aus der damaligen Zeit sind widersprüchlich. Erst nach seinem Tod ist das veröffentlichte Image des Hingerichteten mehrheitlich positiv.

Matter hat ja nie einen Menschen getötet, nicht einmal verletzt, wie kam es zum Todesurteil und was hat das ausgelöst?
Matter wurde als «unverbesserlicher Dieb» zum Tode verurteilt. Dass der veraltete Paragraph 154 gegen Matter zur Anwendung kam, kann ich mir nur mit seinen dreisten Ausbrüchen erklären, die die Sicherheitsmassnahmen der Behörden blossstellten. Vor seinem letzten, spektakulärsten Ausbruch aus der Festung Aarburg versuchte der Bundesrat auf Ersuchen der Aargauer Regierung, Matter in eine französische oder britische Strafkolonie zu deportieren. Aber die wollten ihn auch nicht. Eine direkte Folge seiner Hinrichtung war der Bau der Strafanstalt Lenzburg. Sie wurde zehn Jahre nach Matters Tod eröffnet.


Matter-Comic neu aufgelegt | Der Landanzeiger
Das Cover, des neu erschienen Buchs über Bernhart Matter.

«MATTER»

Neu erscheinen die einstigen beiden Comicbände «Matter» und «Matter entzweit» in überarbeiteter Form als ein Band mit einem Nachwort der Historiker Marc Griesshammer, Leiter Stadtmuseum Aarau und Raoul Richner, Stadtarchivar Aarau und Präsident der Historischen Vereinigung Wynental. Gezeichnet wurde «MATTER» vom in Schöftland aufgewachsenen und danach in Basel lebenden Illustrator Reto Gloor, der 2019 leider viel zu früh verstorben ist.
ISBN 978-3-03731-212-4
128 Seiten / 39 Franken


«Derzeit keine Nachwuchsprobleme»

Derzeit keine Nachwuchsprobleme | Der Landanzeiger

Seit dem 1. Januar ist Dominik Graber neuer Kommandant der Feuerwehr Entfelden-Muhen. Der Brandschutzexperte und Holzbauplaner trat 1999 in die Feuerwehr Muhen ein, hat sich stetig weitergebildet, ist die Leiter emporgeklettert und hat nun die Nachfolge von Andreas Baumann angetreten.

Bereits frühzeitig, vor anderthalb Jahren, hat der Vorstand des Gemeindeverbands Feuerwehr Entfelden-Muhen den 43-jährigen Familienvater zum Nachfolger von Andreas Baumann ernannt, der elf Jahre Kommandant war. «Die Feuerwehr Entfelden-Muhen ist das Baby von Andreas Baumann», erklärt Dominik Graber. Der neue Kommandant spricht voller Respekt über seinen Vorgänger: «Andy war der Kopf der Fusion der Feuerwehren beider Entfelden und Muhen, welche damals von der Aargauischen Gebäudeversicherung AGV angeregt wurde.» Etwas mehr als zehn Jahre ist es her, seit sich die drei Gemeinden reibungslos und ohne Animositäten zum neuen Feuerwehrverband zusammenschlossen.

Ein Generationenwechsel
Die Feuerwehr erlebt derzeit einen Generationenwechsel. Gleichzeitig mit Andreas Baumann sind fünf weitere «Schwergewichte» altershalber aus der Feuerwehr ausgetreten. «Das wiegt schwer», weiss Dominik Graber, «denn es sind Kaderangehörige mit 20 oder sogar 33 Jahren Feuerwehr-Erfahrung. » Durch die Corona-Bestimmungen war es Ende Jahr nicht möglich, den Kommandanten und die Austretenden in einem würdigen Rahmen zu verabschieden. «Deshalb haben wir sie gebeten, noch ein halbes Jahr anzuhängen, damit wir diesen feierlichen Akt dann im Sommer im Freien anlässlich der Bevölkerungsübung nachholen können», hofft Dominik Graber.

Neuer Bestand: 107
«Wir haben zum Glück momentan keine Nachwuchs-Probleme», darf sich der neue Kommandant freuen. Letzten Freitag wurden acht junge Feuerwehrleute neu aufgenommen. Somit zählt die Feuerwehr 107 Einsatzkräfte, den Sanitätsdienst mit eingerechnet. «Weil die meisten auswärts arbeiten, ist es für viele von unserem Team nicht möglich, bei einem Alarm innert kürzester Frist im Magazin oder am Einsatzort zu sein», sagt Dominik Graber. «Die Vorgaben der AGV sind dennoch jederzeit eingehalten», versichert er.

Um die Situation zu verbessern, möchte er auch Frauen und Männer für die Feuerwehr begeistern, die idealerweise im Gemeindegebiet von Muhen, Ober- oder Unterentfelden werktätig sind, auf dem Bauamt etwa, den Schulen oder auch in der Gemeindekanzlei. Dann wäre es wieder ähnlich wie früher. Dominik Graber erinnert sich an eine Zeit, als viele der 60-köpfigen Feuerwehr Muhen aus einheimischen Bauern bestand, die bei einem Alarm meistens sehr schnell einrücken konnten.

Dominik Graber liebt das Holz und den Wald. Als Holzbauplaner war er 2009 bei der Planung des Feuerwehrmagazins dabei. Seine Liebe zum Holz zeigt sich sogar im neuen Organigramm der Feuerwehr: Das Kommando mit ihm und den beiden Vizekommandanten Peter Matter und Stefan Ochsner findet man nicht etwa zuoberst – sondern ganz unten. «Wir sind die Basis, sozusagen die Wurzel eines Baumes, der nach oben wächst, wo er sich immer weiter verzweigt», erklärt der neue Kommandant.

Wenn der gefällte Baum nach oben durch die Luft entfliegt

Wenn der gefällte Baum nach oben durch die Luft entfliegt | Der Landanzeiger

Das Forstamt Muhen-Hirschthal- Holziken hat zusammen mit einem spezialisierten Helikopter- Team entlang der Suhre insgesamt neun Bäume gefällt. Wegen der Nähe zur WSB und zu angrenzenden Gebäuden kam der Helikopter zum Einsatz. Die Bäume, allesamt Eschen, waren an einem Pilz schwer erkrankt.

Kurz nach acht Uhr morgens richteten sich in Muhen viele verwunderte Blicke nach oben. Zu sehen – und vor allem auch zu hören – war ein Helikopter, der mit halben Bäumen an der Seilwinde geflogen kam. Wer Zeit hatte, ging ins Freie und schaute bei der spektakulären Aktion zu, die bei der WSB-Station Obermuhen begann.

Nur per Helikopter möglich
Den Eschen geht es nicht gut. In Europa grassiert ein Pilz, der die Bäume ernsthaft bedroht. So auch in Muhen. Entlang der Suhre stehen zahlreiche ältere Exemplare. Viele davon sind von der «Eschen-Welke» befallen. Das Forstamt war gezwungen, eine Baumfäll-Aktion zu lancieren.
Förster Urs Gsell erklärt, weshalb dafür der Helikopter aufgeboten wurde: «Insgesamt neun Bäume können wir nicht auf traditionelle Art fällen, sie stehen zu nahe an der WSB und an Gebäuden; hier bei der WSB-Station Obermuhen stehen sie zu nahe an der Schreinerei und einem weiteren Gebäude, dann kommt der Heli auch beim FC-Clubhaus und an der Ecke Altersheim/Bauamt nochmals zum Einsatz.» Aufgeboten war ein Spezialheli der Firma Rotex Helicopter AG aus der Innerschweiz mit einem vielköpfigen Team von absoluten Profis. Schon am Vortag kletterten die Rotex- Leute auf die Bäume und legten Seile um die Stämme, damit diese dann per Helikopter in die Höhe gehoben werden konnten.

Ziemlich gefährlicher Job
Mitten im Baum steht angeseilt ein Rotex-Forstarbeiter mit der Kettensäge. Wenn der Heli über ihm ist, sägt er den Stamm an der zuvor markierten Stelle durch. Der heikelste Moment ist, wenn sich der durchgesägte Stamm löst. Da muss das Zusammenspiel zwischen dem Piloten und dem Team perfekt stimmen. In Muhen ging alles gut. Nach zwei Stunden war die spektakuläre Aktion beendet. Feierabend hatte das Heliteam dann aber noch lange nicht. Sie flogen direkt weiter nach Aarau für einen ähnlichen Einsatz am Hungerberg. Das clevere daran: Die beiden Forstämter haben die Helikopter- Firma gemeinsam gebucht und sich damit die teuren Anflugskosten teilen können.

Wenn der gefällte Baum nach oben durch die Luft entfliegt | Der Landanzeiger
Bei der WSB-Station Obermuhen fliegt ein Baum durch die Luft.

Metzger im Fondue-Chinoise-Stress

Bruno Berchtold | Der Landanzeiger

Hochbetrieb in den beiden Metzgereien Berchtold in Muhen und Sandmeier in Kölliken. Um die vielen Bestellungen für den Weihnachtsklassiker Fondue Chinoise abwickeln zu können, liessen sich die beiden Metzgereien für den 24. Dezember etwas einfallen und sorgten mit Aussen-Verkaufsstellen für stressfreies Einkaufen.

Markus Sandmeier | Der Landanzeiger
Markus Sandmeier mit einem Fondue Chinoise in der Ausgabestelle im Festzelt.

Die Bilder rund um die beiden Metzgereien Berchtold in Muhen und Sandmeier in Kölliken ähnelten sich: In beiden Betrieben war am 24. Dezember Hochbetrieb. An beiden Orten sorgte ein Parkdienst dafür, dass es kein Verkehrs-Chaos gab. Fondue Chinoise und weitere Festtagsklassiker wie Rindsfilet oder «Filet im Teig» wurden für diesen Tag in grosser Zahl bestellt und standen in den beliebten Metzgereien zur Abholung bereit.

Am Vorabend waren die Teams beider Betriebe bis in die Nacht hinein an der Arbeit. «Wir hatten eine Crew von über sechzig Personen, die bis etwa neun Uhr abends alles bereit machte», erklärt Markus Sandmeier. Der Metzger aus Kölliken steht in einem grossen Festzelt. Hier werden an diesem Tag weit über tausend Bestellungen über die drei zusätzlichen Abhol-Theken gehen. «Das hätten wir in unserer relativ kleinen Metzgerei nicht coronakonform machen können», erklärt Markus Sandmeier. Erstmals hat er ein Festzelt aufbauen lassen. Die Kunden konnten hier ihre bestellten Waren ohne Wartezeit und mit genügend Abstand abholen.

Metzgerei Sandmeier, Kölliken | Der Landanzeiger
Metzgerei Sandmeier, Kölliken: Auch das Tele M1 interessierte sich für den Hochbetrieb am 24. Dezember.

Eigentlich wollte die Metzgerei Sandmeier schon um fünf Uhr morgens öffnen. «Nach den neusten Bestimmungen des Bundes durften wir jedoch erst um sechs Uhr öffnen und mussten jenen Kunden vertrösten, der schon um 5.15 Uhr vor der Türe stand», erklärt Markus Sandmeier.

Metzgerei Berchtold, Muhen | Der Landanzeiger
Metzgerei Berchtold, Muhen: In der Halle neben der Metzgerei konnten die bestellten Festtags-Köstlichkeiten abgeholt werden.

Auch die Metzgerei Berchtold in Muhen hatte eine ähnliche Idee und richtete im Freien eine Abholstelle ein. Dazu hatte er seine Anlieferhalle umfunktioniert, die sich im gleichen Gebäude befindet wie die Metzgerei. Für die Festtage am meisten bestellt wurde auch hier Fondue Chinoise. «Aber auch Rindsfilet und Filet im Teig wurde oft bestellt und dieses Jahr auch klassische Braten», erklärt Bruno Berchtold.

In beiden Metzgereien wird es am heutigen Silvester wieder ähnlich zu und hergehen. In Kölliken ist das grosse Festzelt seit sechs Uhr morgens wieder in Betrieb. 

Der abgesagte Rüeblimärt ist ihnen nicht Wurst

Gemeinsame Idee für die Rüeblimärt-Woche: Marc Jaisli (links) vom Jaisli Beck und Daniel Berchtold von der Metzgerei Berchtold spannen zusammen | Der Landanzeiger

Weil der Rüeblimärt dieses Jahr nicht stattfindet, kamen zwei Cousins auf eine gute Idee: Marc Jaisli vom Jaisli- Beck und Daniel Berchtold von der Metzgerei Berchtold produzieren ihre Rüeblimärt-Klassiker trotzdem und verkaufen sie in der Woche vom 2. bis 7. November gemeinsam in beiden Geschäften.

Die Rüebli-Bratwürste der Metzgerei Berchtold aus Muhen sind am Aarauer Rüeblimärt jeweils der Renner. Das Gleiche gilt für das Rüebli-Brot vom Jaisli-Beck. In diesem Jahr kann der Rüeblimärt jedoch aus den bekannten Gründen nicht stattfinden. Dennoch möchten die beiden Betriebe ihre beliebten Rüebli-Produkte unters Volk bringen. Also setzte sich Daniel Berchtold von der Metzgerei Berchtold mit seinem Cousin Marc Jaisli vom Jaisli Beck an einen Tisch und die beiden entwarfen eine gemeinsame Aktion: «Wir werden unsere Rüeblimärt- Klassiker eine ganze Woche lang in beiden Betrieben verkaufen», erklären sie, «das heisst, dass Berchtolds Rüebli-Bratwurst und die Rüebli-Lyonerwurst in allen Jaisli Beck-Filialen erhältlich sind und es im Gegenzug Jaislis Rüeblibrot und den Rüebli-Halbmond auch in der Metzgerei Berchtold in Muhen gibt.»

Grillstand am Rüeblimärt-Mittwoch
Diese gemeinsame Aktion läuft in der Woche des geplanten Aarauer Rüeblimärts, also vom Montag, 2. November bis und mit Samstag, 7. November. Am eigentlichen Rüeblimärt-Tag, am Mittwoch, 4. November, gibt es in der Metzgerei Berchtold für die Kunden gratis einen Jaisli-Rüebli-Muffin. Vor der Metzgerei an der Hauptstrasse 36 in Muhen steht an diesem Tag zudem ein Grillstand, an dem die Rüebli-Bratwurst angeboten wird.

Es ist nicht das erste Mal, dass die beiden Firmen zusammenarbeiten. Das gesamte Brotsortiment der Metzgerei Berchtold stammt seit vielen Jahren vom Jaisli-Beck, so auch das beliebte Landanzeiger-Brot. Im Gegenzug bezieht der Jaisli-Beck alle Fleischwaren für seine Produkte von der Metzgerei Berchtold.

Die beiden Cousins – die Mutter von Marc Jaisli und die Mutter von Daniel Berchtold sind Schwestern – zeigen mit ihrer Aktion, dass ihnen der Aarauer Rüeblimärt nicht Wurst ist.

Kontakt

Jaisli Beck

– Buchs Kaiserpark
– Aarau Telli-Center
– Aarau City-Märt
www.jaisli-beck.ch

Kontakt

Berchtold Fleisch AG

Hauptstrasse 36
5037 Muhen
Telefon 062 723 24 30
www.metzgerei-berchtold.ch

Traumhafte Terrassenwohnungen im Gibel in Muhen

Traumhafte Terrassenwohnungen im Gibel in Muhen | Der Landanzeiger

In Muhen am Gibel entstanden vier grosszügige Terrassenwohnungen. Die schönen 4½-Zimmer-Wohnungen mit rund 150 Quadratmeter Brutto- Grundfläche und Westhanglage bieten einen schönen Ausblick auf das Suhrental. Noch zu haben ist einzig im Haus B das Obergeschoss.

Das Bauland im Gibel mit einer Grösse von 1560 Quadratmetern wurde durch die Herren Hans Roza, Christian Keppler und Kurt Sandmeier für 1’000’000 Franken am 17. August 2017 von der Gemeinde Muhen gekauft.

Das Grundstück wurde in zwei Parzellen aufgeteilt. Das untere Land, der Gibel 33, umfasst 842 Quadratmeter; das obere, der Rebenweg 17, 718 Quadratmeter. Auf beiden Parzellen wurden je zwei Terrassenhäuser geplant.

Im März 2018 wurde das Baugesuch eingereicht, welches nach kleineren Einsprachen am 12. Juli 2018 bewilligt wurde.

Von Anfang an war klar, dass Hans Roza die untere Wohnung am Rebenweg 17 für sich beansprucht. Dieses Jahr im August hat Herr Roza glücklich sein neues Zuhause bezogen.

Beide Immobilien der unteren Parzelle am Gibel 33 konnten an den selben Interessenten verkauft werden. Die Wohnungen sind ab Oktober 2020 bezugsbereit.

Das oberste Terrassenhaus wartet noch auf einen Besitzer. Die 4½ Wohnung hat eine Bruttogeschossfläche von 159 Quadratmeter, eine Terrasse von 68 Quadratmeter und eine Doppelgarage. Alles ist rollstuhlgängig und erreichbar mit Lift. Die Aussicht über das Schwabistal ins Suhrental und in den Jura ist atemberaubend.

Traumhafte Terrassenwohnungen im Gibel in Muhen | Der Landanzeiger
Die Terrassen im Gibel sind perfekt nach südwesten ausgerichtet
Traumhafte Terrassenwohnungen im Gibel in Muhen | Der Landanzeiger
Alle Wohnungen haben einen qualitativ hohen Ausbaustandard

Weitere Infos zur freien Wohnung: Massivbau, Beton, Backstein, Ausendämmung, separate WP-Heizung pro Wohneinheit, qualitaitv hoher Ausbaustandard.

Leutwyler & Sandmeier Architekten

Obere Dorfstrasse 6
5034 Suhr
Telefon 062 842 63 42
www.l-und-s.ch

Ein Tal feiert und erhält ein Buch

Ein Tal feiert und erhält ein Buch | Der Landanzeiger

Das Schwabistal ist eines von drei Seitentälern in Muhen. In diesem Jahr feiert das «Schwobischtel», wie es genannt wird, Geburtstag: Es wurde vor 725 Jahren erstmals urkundlich erwähnt. Dies nahm der ehemalige Gemeindeammann Kurt Rey zum Anlass, dem Tal, wo er selbst wohnt, ein Buch zu widmen. Am Freitag war Vernissage beim Strohdachhaus mit rund 120 Zuhörenden.

Die Jubiläumsschrift «725 Jahre Schwabistal» von Kurt Rey fördert, wie der Historiker Pirmin Meier in seiner markigen Laudatio sagte: «mit einer unglaublichen Präzision die Geschichte und Geschichten aus dem Schwabistal zu Tage». Darin finde sich auch ein Stück Weltgeschichte. Weltgeschichte? Das kann man so sehen, denn das Buch von Kurt Rey beschreibt beispielsweise auch den «Seuchenzug» aus dem Jahr 1742 und dokumentiert eine Pandemie, vergleichbar mit der heutigen. Auch die Spanische Grippe von 1918 wird im Buch «Schwabistal 1295 bis 2020» erwähnt. Diese Grippe forderte damals drei bis vier Tote täglich in Kölliken, Entfelden und Muhen. «Das Buch von Kurt Rey ist ein überaus wertvoller Beitrag zur historischen Volkskunde in dieser Region», schloss Pirmin Meier seine Rede an der Vernissage, zu der 120 Besucher zum Strohdachhaus strömten. Das waren rund doppelt so viele wie einen Tag später an der Gemeindeversammlung.

«Man kann mit diesem Buch via Muhen auf die Welt kommen», spannte Pirmin Meier noch einmal einen doppeldeutigen Bogen zur Welt. Bei seiner Laudatio auf das Werk sparte er nicht an Superlativen. Die höchsten Töne des Lobes sind wohl auch angebracht in Anbetracht der historischen und akribischen Arbeit, die hinter der Jubiläumsschrift steckt. Unzählige Stunden verbrachte Kurt Rey in Staatsarchiven. Immer auf der Suche nach neuen Fakten und Episoden zum Tal, wo er selber wohnt. Die anwesenden Mühelerinnen und Müheler jedenfalls griffen nach der Laudatio kräftig zu und erwarben das Buch mit den 240 Seiten voller Geschichte und Geschichten über «ihr» Schwabistal.

«Für mich ist es eine Freude, dass soviele Menschen interessiert sind an meinem Buch», erklärt Kurt Rey zufrieden und geradezu bescheiden.

Alexander bringt das Tanzcafe zurück

Alexander bringt das Tanzcafe zurück | Der Landanzeiger

DJ Alexander Näpflin sorgt mit seinem Tanzcafe für Stimmung in den Schweizer Alters- und Pflegezentren. Jeden 2. und 4. Dienstag im Monat von 14.30 bis 16.00 Uhr streamt der Schallplatten DJ aus seinem Musikkeller in Muhen die beliebtesten Schlager und Melodien aus längst vergangenen Zeiten. Das Angebot ist kostenlos.

Über den unten stehenden Link können ältere Menschen, die in Alters- oder Seniorenzentren leben, auch während der Corona-Zeit die Musik aus vergangenen Tagen mit Tanzcafe- Charakter erleben.

Discjockey Alexander spielt die Musik von Schallplatten und moderiert live. Das Angebot ist kostenlos, Spenden sind herzlich willkommen.

Jeden 2. und 4. Dienstag
Ab Juli 2020 jeweils am 2. und 4. Dienstag im Monat streamt Schallplatten-Discjockey Alexander Näpflin via Internet Musik für ältere Menschen und ihre Angehörigen direkt aus seinem Musikkeller. Er legt ausschliesslich mit Schallplatten auf und spielt Evergreens, Schlager, Oldies und Volkstümliche Musik.

Erfahrener Nostalgie DJ
Zusammen mit der bekannten TV- und Radiomoderatorin Verena Speck betreute er von 2017 bis 2018 «Musikmamsell’s Tanzcafe » in Zürich Oerlikon und sofern es die Zeiten zulassen tritt er als Nostalgie Discjockey in Alters- und Pflegezentren in der ganzen Schweiz auf.

Kostenloses Angebot
Das Tanzcafe können Alters- und Pflegezentren für ihre BewohnerInnen kostenlos streamen. Das Tanzcafe finanziert sich über Spenden und aus dem Verkauf von gebrauchten Schallplatten, die Discjockey Alexander in Muhen nach Vereinbarung kostenlos abgegeben werden können.

Nächste Termine
Jeden 2. und 4. Dienstag im Monat, immer von 14.30 bis 16.00 Uhr.
11. und 25. August, 8. und 22. September, 13. und 27. Oktober, 10. und 24. November, 8. und 22. Dezember

Hier gehts zur Homepage von DJ Alexanders Tanzcafe https://www.tanzcafe.ch/

Hier gehts zum Live-Stream an den Tanzcafe https://www.mixcloud.com/live/swissdjalexander/