Eine letzte Milch in die Chäsi

Eine letzte Milch in die Chäsi | Der Landanzeiger

In den besten Zeiten lieferten 44 Bauern aus Muhen ihre Milch täglich in der Chäsi ab. Das war im Jahr 1960. Sie produzierten damals 1,3 Millionen Tonnen Jahresmilch. Immerhin noch 35 Bauern waren es 1975. Zum Vergleich: 2013 lieferten die 9 noch verbliebenen Lieferanten 2,1 Millionen Tonnen Jahresmilch. Bei der allerletzten Lieferung vergangene Woche waren es noch zwei Milchbauern. Vor ein, zwei Monaten waren es noch deren fünf: Ueli Matter, Daniel Eichenberger, Christian Lüscher, Jürg Lüscher und Hansueli Lüscher.

Etwas wehmütig wirken sie durchaus, die letzten Müheler Milchbauern, die ihre Milch täglich und eigenhändig frühmorgens in die Chäsi fuhren, sich dort zu manchem Schwatz trafen und dann, bestens informiert über den neusten Dorfklatsch und den aktuellen Milchpreis, ihr arbeitsames Tageswerk weiterführten.

«Es war ein schleichender Prozess», erklärt Hansueli Lüscher, Milchbauer auf dem Egghof, einem stolzen Hof mit 75 Milchkühen und einem modernen Vorzeigebetrieb mit Melkroboter, wo sich die Kühe wann immer sie wollen hinstellen und sich selber melken lassen können, dabei Futter erhalten und nebenbei Leistungsdaten in den Computer liefern. In Zukunft muss Lüscher nicht mehr hinunter in die Chäsi an der Hauptstrasse fahren. Seine täglich rund 2000 Liter Milch wird seit dieser Woche vom Milchtanklastwagen alle zwei Tage abgeholt. Ueli Matter liefert seine Milch an einen Sammelplatz in Schöftland und Jürg Lüscher stellt die Milchproduktion ein.

Das Ende einer langen Ära
Im Jahre 1888 wurde die «Milchgenossenschaft Muhen» gegründet. Damals von 22 Mitgliedern mit 70 Kühen. Für 10’997 Franken bauten sie die Chäsi. Bis ins Jahr 1944 wurde dort Käse gefertigt, seit dann ist die Müheler Milch eine reine «Konsummilch». Seit 1960 wird diese Milch von der AMV/AZM (heute Emmi) abgenommen. Von 1960 bis 1995 war die AMV, Vorgängerin der späteren AZM (Aargauische Zentralmolkerei, Suhr), auch die Pächterin der Chäsi in Muhen. Ab dann, 1995, wirkte die Familie Rast mit grossem Engagement und Erfolg über 20 Jahre lang in der Chäsi. Ähnlich prägend war die Epoche von 1965 bis 1987, als Alfred und Brigitte Steinmann die Chäsi mit Herzblut führten.

Und nun? Es endet eine Ära. Nun fährt jeden zweiten Tag der Milchtanklastwagen der AZM-Nachfolgerin Emmi zu den letzten beiden Höfen in Muhen, zum Egghof und zum Lenzhof, welche die dafür notwendige Jahresmenge des beliebten Naturproduktes Milch liefern können.

Gegen das Thujasterben: Burgherr Gartenbau lanciert die «Hecke zum Meterpreis»

Gegen das Thujasterben: Burgherr Gartenbau lanciert die «Hecke zum Meterpreis» | Der Landanzeiger

Vor allem die Thuja leidet. Der Müheler Gartenbauer Stefan Burgherr hat das Leiden der Koniferenpflanze in Kundengärten auf zahlreichen Fotos dokumentiert. Es sind keine schönen Bilder. «Es gibt schweizweit ein regelrechtes Thujasterben», erklärt er und verweist auf entsprechende Medienberichte, namentlich von SRF. Die Thuja ist eine der beliebtesten Heckenpflanzen hierzulande. Bei den Menschen wohlgemerkt, denn Vögel und Insekten besuchen sie nur selten. Mit der Hitze und der Trockenheit kommt die Thuja nicht gut zurecht, sie stammt aus Gebieten mit wesentlich mehr Niederschlag als bei uns. Mit seinen flach liegenden Wurzeln kommt sie nicht an das tiefer liegende Wasser heran. Sie verdorrt, wird braun und stirbt ab. Beim beliebten Buchs macht ein Schädling Sorgen, der Buchsbaumzünsler. Der nicht heimische Kirschlorbeer ist ein invasiver Neophyt, der auf der schwarzen Liste steht.

Viele sind besser als Thuja
Stefan Burgherr mag nicht tatenlos zuschauen. «Als Gartenbauer ist es meine Pflicht, darauf hinzuweisen, dass diese Pflanzen ungeeignet sind und vor allem will ich den Kunden eine viel bessere Lösung anbieten.»

Deshalb lanciert Burgherr Gartenbau jetzt die «Hecke zum Meterpreis». Stefan Burgherr und sein rund 20-köpfiges Team mit bestens ausgebildeten Facharbeitern wird die Kunden dabei individuell beraten. Der Kunde kann die ganze Hecke einheitlich bepflanzen lassen, oder er kann gemischte Hecken aussuchen. Am besten mit einheimischen Pflanzen. Laut Stefan Burgherr gibt es enorm viele Pflanzen, die besser geeignet sind für eine Hecke als Thuja. Zusammen mit einer Baumschule hat er sechs verschiedene Themen- Hecken definiert: Die Kunden können wählen zwischen «die Mediterrane », «die Duftende», «die Romantische », «die Elegante», «die Einheimische » und «die Immergrüne» Hecke. Natürlich können auch einheitliche Hecken gewählt werden, beispielsweise eine Eibenhecke. Im Meterpreis der Aktion ist nicht nur die Beratung und die fachgerechte Bepflanzung im richtigen Abstand enthalten; die alte Hecke wird fachgerecht ausgebaggert und entsorgt. «Als Privater ist schon nur die Entfernung der verwurzelten Thujahecke eine Herkulesaufgabe», betont Stefan Burgherr, «das sollte man sich nicht antun, lassen sie uns das machen, es geht schneller mit dem kleinen Bagger!»

Gegen das Thujasterben: Burgherr Gartenbau lanciert die «Hecke zum Meterpreis» | Der Landanzeiger
Wenn ihre Thujahecke auch so braun aussieht, dann brauchen sie Stefan Burgherr …
Gegen das Thujasterben: Burgherr Gartenbau lanciert die «Hecke zum Meterpreis» | Der Landanzeiger
… damit ihre Hecke wieder in sattem Grün erstrahlt.

Lassen sie den Fachmann ran
«Einfach ein Loch machen und rein damit, bringt später oft Ärger», erklärt der Gartenbaufachmann Stefan Burgherr. «Die Bodenvorbereitung ist das A und O bei solchen Pflanzungen. Es kostet Zeit und Geld, wenn man nach zwei Jahren schon einen Teil der Büsche ersetzen muss, weil sie eingegangen sind.» Das Wissen und die Sorgfalt des Gartenfachmannes ist die Basis zum Erfolg.

Gewinnen Sie eine neue Hecke
Die Hecken-Aktion startet jetzt, weil nun die beste Zeit ist zum Pflanzen einer Hecke: «So kann sie im Herbst und auch im Winter bereits Wurzeln bilden» erklärt Stefan Burgherr. Im Rahmen dieser Aktion findet ein attraktiver Wettbewerb statt. Zu gewinnen gibt es eine Liguster-Hecke. Infos darüber gibt es demnächst im Landanzeiger.


Burgherr Gartenbau

Stefan Burgherr hat seine gleichnamige Gartenbaufirma 2005 in Muhen gegründet. Mit vollem Einsatz und Liebe zum Detail arbeiten heute rund 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Betrieb.

Dienstleistungen:
Gartenunterhalt Rasen mähen, Winterschnitt, Pflege.
Begrünungen Bäume, Rasenanlagen, Stauden, Rollrasen.
Sitzplätze Feinstein, Betonstein, Naturstein, Kiesbeläge.
Mauern und Treppen Stufen, Podeste, Sitz- und Stützmauern.
Sichtschutz Holz-, Alu-, Stahl- und Glaselemente, Heckenkonzepte, Stahlplatten, Granitstelen, Pfähle.
Pools Chromstahlpools, Schwimmteiche, Sitzteiche, Filtertechnik.
Wasseranlagen Bachläufe, Wasserfälle und -spiele, Teiche, Quellsteine.
Spielplätze Fallschutz, Sandkästen, Einzelgeräte, Schulanlagen.
Beläge Wege, Grillplätze, Parkplätze, Randabschlüsse.
Ausstattungen Sonnensegel, Beleuchtung, Pergolen, Pavillons.
Gartenholzerei Rodungsarbeiten, Wurzelstöcke entfernen.
Regenwassertank Erdtanks, Versickerung, Bewässerungssysteme.
Allgemein Projektplanung, Konzept, Visualisierungen, Bauführung, Baugesuche.


Burgherr Gartenbau

Grittengasse 20
5037 Muhen
Telefon 062 723 26 26
www.burgherr-gartenbau.ch

«Die Schule gehört uns!»

«Die Schule gehört uns!» | Der Landanzeiger

Der Wettbewerb Funkenflug des Programms «Kultur macht Schule» der Fachstelle Kulturvermittlung, Kanton Aargau, zeichnete Projekte von Aargauer Schulen aus, die in Zusammenarbeit mit Kulturschaffenden und Kulturinstitutionen verwirklicht wurden. In feierlichem Rahmen wurden an der Preisfeier im Kurtheater Baden fünf Aargauer Schulen mit der Auszeichnung Funkenflug gewürdigt. Dazu gehört auch die Primarstufe Schule Muhen.

Anstelle des Klassenlagers, das abgesagt werden musste, haben die Schülerinnen und Schüler der Primarstufe Muhen ein Filmprojekt verwirklicht. Lustvoll haben sie sich auf den Gedanken eingelassen, wie der Schulalltag ohne Lehrpersonal aussehen könnte. Entstanden ist ein irrwitziger, fiktionalisierter Dokumentarfilm, in dem die Kinder ihre selbst erfundenen Fächer erklären und szenisch illustrieren. Der nüchterne Witz und die komödiantische Überhöhung zeigen eine deutliche stilistische Handschrift, die aber jederzeit den Schülerinnen und Schülern zuzuordnen bleibt. Selbst wildeste Fantasiefächer wie «Konstruktives Kauen» oder «Informatik und Gaming» münden nach kürzester Zeit in überraschend weise Erkenntnisse und zeigen neue Formen des Lernens auf.

Eigenständig haben die Schülerinnen und Schüler das Drehbuch erarbeitet, das danach mit professioneller Unterstützung umgesetzt wurde. Auch bei Regie und Schnitt waren die Kinder beteiligt. «Die Schule gehört uns!» zeigt auf, welche Talente sich entdecken lassen, wenn Schülerinnen und Schüler den Lead übernehmen. Die Projektleitung in Muhen hatte die Lehrperson Selina von Arx, sie wurde vom Kulturschaffenden Markus Steiner von crossfade.tv unterstützt.

«Die Schule gehört uns!» | Der Landanzeiger
Markus Steiner bei den Dreharbeiten zum Film «Die Schule gehört uns!», der Primarschule Muhen.
«Die Schule gehört uns!» | Der Landanzeiger
Die Jugendlichen beim Zusammenstellen und Scheiden des Films.

Grossratspräsidentin Elisabeth Burgener würdigte das grosse Engagement aller Teilnehmenden und betonte an der Preisverleihung die Wichtigkeit kultureller Projekte an Schulen. Den jeweiligen Preisvergaben gingen die Ansprachen der fachkundigen Jurymitglieder voraus, die einen vertieften Einblick in die Entstehungsprozesse gewährten und so die besonderen Leistungen der Projektbeteiligten, die vielseitigen Herangehensweisen und den fruchtbaren Einbezug von Kulturschaffenden beleuchteten.

Rund 400 Personen, zusammengesetzt aus den Beteiligten der Gewinnerprojekte, den Kulturverantwortlichen an Aargauer Schulen sowie Gästen aus Politik und Kultur, kamen für die Preisverleihung zusammen. Die musikalischen Einlagen vom Singer-Songwriter Nick Mellow umrandeten die Feierlichkeiten im Saal vom Kurtheater Baden und sorgten für einen gelungenen Anlass.

Zwei weitere regionale Projekte wurden als erwähnenswerte Praxisbeispiele geehrt. Der an der Kölliker Musikschule angegliederte CelloStone Club ermöglichte es allen interessierten Kindern, die Lust an der kreativen Arbeit haben, ihre Fähigkeiten zu entwickeln und zu schärfen. Und die Berufsschule Aarau nahm sich einem «Kunst am Bau»-Wettbewerb an, der hohe historische und politische Anforderungen stellte. Bemerkenswert ist der Einbezug zahlreicher Fachklassen. Die jeweiligen Kompetenzen konnten ausgespielt und gleichzeitig geschärft werden.

Das Preisgeld in der Höhe von 5000 Franken ermöglicht den Schulen Folgeprojekte durchzuführen und die Kulturfunken weiterfliegen zu lassen. Die Dokumentationen der prämierten Projekte sind unter www.funkenflieger.ch veröffentlicht.

«Brand klein» schnell unter Kontrolle

Brand klein - Feuerwehr Entfelden | Der Landanzeiger

In einer Abbruchliegenschaft an der Muhenstrasse kam es am Wochenende zu einem «Brand klein». Aber nur aus Übungszwecken! Die Feuerwehr Entfelden- Muhen wollte der Bevölkerung zeigen, wie der Ablauf bei einem Ereignisfall ist. Gut 300 grosse und kleine Interessierte liessen sich die Chance nicht entgehen, die Feuerwehrarbeit aus nächster Nähe zu erleben.

Es ist die beste Werbung für die Feuerwehr, wenn sie zeigt, was die Männer und Frauen alles leisten. Das sehen auch die Verantwortlichen bei der Feuerwehr Entfelden-Muhen so und luden zu einer «Bevölkerungsübung» ein. Das sei nicht ganz das gleiche wie eine normale Übung, sagte Hauptmann Dominik Graber gegenüber dieser Zeitung. «Es geht nicht um Leistung, sondern darum aufzuzeigen welche Mittel zur Verfügung stehen und welche Aufgaben die verschiedenen Personen haben ».

Normalerweise würden an einem kleinen Brand etwa 30 Personen aufgeboten, «wir rechnen aber jeweils damit, dass nur etwa die Hälfte kommen kann, so haben wir mit 15 Leuten sicher genug Personal auf Platz» Heute seien aber alle Mitglieder der Feuerwehr Entfelden- Muhen in verschiedenen Funktionen anwesend, es gehe ja darum eine Show zu bieten, sagte Graber weiter.

Alles lief wie am Schnürchen
Und diese Show liess sich wahrlich sehen! Nach einigen Erklärungen zum Ablauf knallte es unvermittelt aus einem der Fenster der alten Liegenschaft nahe dem Bahnübergang an der Muhenstrasse. Einige Minuten später traf ein Privatfahrzeug ein: «Die erste Person auf Platz ist immer auch der Einsatzleiter », erklärte Hauptmann Dominik Graber nun über die Lautsprecher. Die Zuhörenden sahen, wie nach und nach die Situation beurteilt und das weitere Vorgehen geplant wurde.

Immer wieder fuhren neue Einsatzwagen vor – Atemschutz, Löschfahrzeuge, Drehleiter, Sanität und nicht zu vergessen der Verkehrsdienst waren bald eingerichtet. «Während unserer Bevölkerungsübung finden zum Beispiel in Kölliken und Suhr Jugendfeste statt, an denen die Feuerwehren beteiligt sind. Auch solche Faktoren muss man einrechnen», erklärte Graber weiter, ehe er die gut 300 Schaulustigen über jeden weiteren Schritt kompetent informierte – Die Feuerwehrleute hätten auch alles im Griff gehabt, wenn es ein Ernstfall gewesen wäre, so viel konnte man unschwer erkennen.

Gelassene Verkehrsteilnehmer
Nach der Übung zeigte sich der Hauptmann zufrieden: «Wegen der engen Platzverhältnisse mussten wir den Fahrzeugpark auf der Strasse einrichten und den Verkehr regeln», erklärte er. Die Verkehrsteilnehmer nahmen es gelassen und machten Platz für die heran eilenden Fahrzeuge.

Nach der heissen Übung traf man sich noch zum «Apéro riche». Kleine und grosse Kinder erfreuten sich wahlweise am Schoggibrunnen oder an der Autodrehleiter, die einen Blick von oben herab erlaubte. Die Erwachsenen – und ganz besonders die verschwitzen Feuerwehrleute – gönnten sich aber zuerst einmal eine verdiente Erfrischung.

Ein gelungener Anlass, der vielleicht das eine oder andere junge Talent motiviert, bei der Feuerwehr mitzumachen.

«Das Wasser im Aargau ist Gold wert»

«Das Wasser im Aargau ist Gold wert» | Der Landanzeiger

Auf den ersten Blick scheinen 1000 Hektaren (2000 Fussballfelder) sehr viel, die in den nächsten 20 Jahren im Kanton Aargau als Feuchtgebiete geschützt, respektive wiederhergestellt werden sollen.
Auf der anderen Seite steht diese Zahl: 14’000 Hektaren (28’000 Fussballfelder). Das ist die Fläche, die im Kanton Aargau an Feuchtgebieten verloren gegangen ist.
Der Kanton hat jüngst festgestellt, dass die verbliebenen Restflächen an Feuchtgebieten nicht ausreichen, um die Biodiversität dieser Lebensräume erhalten zu können. Die Ökosystemleistungen funktionieren nicht mehr in genügender Qualität und Quantität. Der Handlungsbedarf ist gross und eine Trendwende dringlich.

Aus diesem Grund hat Pro Natura Aargau im «Wasserkanton» eine Initiative lanciert, die folgende Ergänzung im Paragraph 42 der Verfassung des Kantons Aargau fordert:
Umweltschutz – a) Allgemeines
6. Kanton und Gemeinden sorgen zum Schutz und zur Vernetzung des Lebensraums Wasser dafür, dass innert zwanzig Jahren nach Inkrafttreten dieser Verfassungsbestimmung die zur Sicherung und Stärkung der Biodiversität erforderlichen Feuchtgebietsflächen geschaffen werden.

Über die beeindruckende Länge von 3000 Kilometern Gewässer verfügt der Aargau und ist nach Ansicht von Matthias Betsche, Geschäftsführer der Pro Natura Aargau geradezu prädestiniert, in dieser Sache eine tragende Rolle zu übernehmen. «Die Initiative kommt zur richtigen Zeit», sagt er, während er im Tannacherbach in Muhen nach Bachflohkrebsen Ausschau hält. In einem Sieb zappeln einige Tierchen, die sofort wieder freigelassen werden. «Die Krebse sind ein Zeichen für sauberes Wasser, diesem Bach geht es gut», freut sich Betsche.

Feuchtgebiete sind Kühlanlagen
Der Tannacherbach ist ein typischer Wiesenbach, der seinen Ursprung in der Chrumbweid und im Rütisgrabe, weit oben im Wald, findet. «Im Verlauf der Jahre wurde er zu Gunsten der Landwirtschaft, aber auch im Siedlungsgebiet kanalisiert und eingedolt. Nur an wenigen Stellen kommt er ans Tageslicht. Wo das Wasser sichtbar fliesst, bietet es zahlreichen Lebewesen Unterschlupf, Nahrung, Schutz und Kühlung, auch den Menschen», wie Betsche unterstreicht. «In dicht besiedelten Räumen wirken Gewässer wie eine Kühlanlage. Im Idealfall bestehen vom Hauptgewässer aus keine Hindernisse für wandernde Tiere. Wo das Wasser auf Wiesen und Feldern an der Oberfläche fliessen kann, entstehen auch Feuchtgebiete, die für Amphibien, Vögel und Insekten wichtig sind. Es entsteht ein Wasserspeicher, der den steigenden Bedarf nach Wasser deckt. Feuchtgebiete bieten auch einen natürlichen Schutz gegen Hochwasser, indem sie das Wasser wie ein Schwamm aufnehmen.»

Eigentlich würden mit der Initiative alle gewinnen, ist Betsche überzeugt, «denn das Wasser ist Gold wert». Doch es gibt auch Gegenwind. Der Bauernverband Aargau sagt, die Landwirte würden heute schon jährlich 400 Hektaren Biodiversitätsfläche schaffen und sieht den Handlungsbedarf eher im Siedlungsgebiet. In den Gemeinden muss jedoch verdichtet gebaut werden, weshalb es für Gewässer sehr eng wird. Matthias Betsche ist überzeugt, dass mit dem Zustandekommen und der Annahme der Initiative nicht neue Zwänge entstehen, sondern der Dialog gefördert wird. «Der Handlungsbedarf für die Umwelt und gegen die Klimaerwärmung ist unbestritten und wir schaffen ein Instrument, um für alle Beteiligten einen Kompromiss zu finden.» Statt viel Steuergeld in die Erneuerung von veralteten Entwässerungsanlagen zu investieren, um Feuchtgebiete trockenzulegen, unterstützen wir besser die Landwirte, die eine auf Feuchtgebiete angepasste Landwirtschaft betreiben. Mit der Wiederherstellung von Feuchtgebieten profitieren Mensch und Natur.»

Unterschriftensammlung läuft
Auch hier kann der Tannacherbach in Muhen als Beispiel herangezogen werden: Während weiter oben im Tal Potential bestünde, bereits bestehenden Feuchtgebiete durch Offenlegungen mehr Platz zu gewähren, habe sich da, wo der Bach frei fliesst, ein prächtiger Lebensraum entwickelt, der unbedingt bestehen bleiben muss. Da wo der Bach im Loch verschwindet, haben Planer die Pflicht, den Bachlauf in neue Projekte miteinzubeziehen und den Menschen im Siedlungsraum die Natur wieder etwas zurückzubringen. Die Unterschriftensammlung laufe gut, hält der Geschäftsführer der Pro Natura fest. Gut die Hälfte der 3000 nötigen Unterschriften wurden im ersten Monat bereits gesammelt.

Die Homepage kann auch Ukrainisch

Die Homepage kann auch Ukrainisch | Der Landanzeiger

Gegen 60 Personen trafen sich vergangene Woche im Kirchensaal zum zweiten Infoabend zum Thema «Flüchtlinge in Muhen». Sich untereinander vernetzen und Gruppen bilden stand im Zentrum. Auch die 34 ukrainischen Flüchtlinge waren eingeladen. Der für das Asylwesen zuständige Gemeinderat Raphael Levy führte durch den Abend, ihm zur Seite stand Yuri, der auf Ukrainisch übersetzte. Auch die Gemeinderäte Hanspeter Brunner und Gertrud Jost waren vor Ort, sowie Integrationsfachfrau Tamasha Bühler von der regionalen Integrationsfachstelle RIF in Aarau.

Am ersten Infoanlass vom 5. April zeigte sich, dass in Muhen drei Menschen wohnen, welche Ukrainisch sprechen. Sie leisten seitdem einen wertvollen Beitrag, um die Sprachhürden zu überwinden. Zudem meldete sich an jenem 5. April Cristina Hunger, die sich als IT-Spezialistin bereit erklärte, eine Homepage zu erstellen. Nun präsentierte sie das Ergebnis: www.fluechtlingshilfe-muhen.ch bietet Informationen für Flüchtlinge und Einheimische. Auf einer Pinnwand werden Dinge und Dienstleistungen von Kinderturnkleidern bis zum Velo angeboten und auch die Flüchtlinge können ihre dringend benötigten Dinge ganz einfach und in ihrer Sprache eintragen. Auf diese Weise können alle im Dorf auf unkomplizierte Art direkt und konkret helfen. Die Homepage bietet allgemeine Informationen, wichtige Adressen und auch Veranstaltungen, die in Zukunft speziell für die ukrainischen und anderen Flüchtlinge aus Muhen organisiert werden. Mit einem Klick auf die ukrainische Flagge wechselt die Sprache.

Regelmässiger Flüchtlings-Treff in der Hoperia
Auch zwei Whatsapp-Gruppen laufen bereits, wie Andreas Siegrist erklärte. Eine für Muhens Flüchtlinge auf Ukrainisch, eine für Helfer auf Deutsch. Andreas Siegrist vertritt die Hoperia, wo seit dieser Woche ein Flüchtlings-Treffpunkt ein- oder zweimal die Woche offen sein wird. Die Hoperia befindet sich im ehemaligen Gasthof Waldeck.

Kochen in der Kirche
Die Bildung von Gruppen stand im Zentrum. Freiwillige Helferinnen und Helfer trugen sich in Listen ein, um in Teams mitzuarbeiten, welche beispielsweise ein- oder zweimal die Woche in der Kirche mit den Flüchtlingen kochen, um Spielgruppen zu betreuen, Deutschunterricht zu erteilen, im Alltag bei der Betreuung zu helfen, oder im Hoperia-Treff mitzuhelfen. «Wir legen los», erklärt Raphael Levy, «die Gruppen haben heute auch ihr Startdatum festgelegt.»

Saisonstart bei Alfremo

Saisonstart bei Alfremo | Der Landanzeiger

Der Start in die Zweiradsaison wird bei Alfremo Bike am 19. und 20. März gefeiert. Das Müheler Fachgeschäft kann bei dieser Gelegenheit eine Neuheit präsentieren: Alfremo ist nun auch ein Motorrad-Händler. Von der italienischen Marke Fantic hat Alfremo die ganze Palette im Angebot, vom E-Bike bis zum 500er-Motorrad.

Das verjüngte Team von Alfremo Bike startet voll motiviert und mit einem zweitägigen «Season Opening»-Fest in die Saison. Im Zentrum steht die Präsentation ihrer neuen Marke Fantic. «Vom italienischen Hersteller, der auch hier viele Fans hat, können wir die gesamte Produktepalette anbieten», sagt Cyril Renner. Von Fantic gibt es bei Alfremo vom E-Bike bis zum 500er-Motorrad alles. Auch wenn Alfremo neu und offiziell auch Motorrad-Händler ist: Natürlich gibt es im traditionellen Zweirad-Fachgeschäft auch weiterhin Bikes mit und ohne Strom, Mofas und Roller. Alfremo setzt weiterhin auf die bewährten Marken Flyer, Wheeler, Bixs, Mustang, Puky und Creme.

Allerdings spürt auch Alfremo das weltweite Lieferketten-Problem. Nicht alles, was bestellt wurde, schafft es derzeit bis nach Muhen. «Es klemmt derzeit in China und wir erhalten nur wenig Nachschub an Fahrrädern und Kinderfahrrädern» erklären die beiden Alfremo-Chefs, Inhaberin Diana Müller und Geschäftsführer Cyril Renner. Sie betonen jedoch: «Die gute Nachricht ist: wir haben trotzdem noch jede Menge Velos!»

Projekt: Suhre soll auf einer Länge von 500 Metern renaturiert werden

Projekt: Suhre soll auf einer Länge von 500 Metern renaturiert werden | Der Landanzeiger

Im Norden von Muhen sollen Restbestandteile des ehemaligen Kleinwasserkraftwerks entfernt und die Längsvernetzung der Suhre wiederhergestellt werden. Hinter der recht simplen Beschreibung in der heute im Landanzeiger publizierten Auflage des Kantons Aargau steckt ein komplexes Projekt, welches der Suhre wieder mehr Platz geben soll.

Vom Wasserkraftwerk Muhen, für das 1905 eine erste Konzession erteilt wurde, ist heute nicht mehr viel zu sehen. Eine durch Betonbauten kanalisierte Suhre zwingen das Gewässer in ein enges Korsett. Der Wildwuchs darum herum zeugt von der Ewigkeit, in der das Bauwerk zurückgelassen wurde. Nun will der Kanton Aargau die Restbestandteile entfernen und den Flusslauf revitalisieren. Dadurch wird die so genannte «Längsvernetzung» wiederhergestellt. «Fliessgewässer sind vergleichbar mit Wildkorridoren», sagt Projektleiterin Sabin Nater von der Abteilung Landschaft und Gewässer beim Kanton. «Sind sie verbaut, werden der Lebensraum und die Fortpflanzung von Fischen und anderen Wassertieren stark eingeschränkt».

Mit dem Rückbau ist es aber noch nicht getan. Die Projektauflage zum «Wasserrecht Nr. 52» sieht eine umfangreiche Revitalisierung des Gewässerraums auf einer Länge von rund 500 Metern zwischen der Hüslimatt und der Chäälematt/Obereich bis zur Fabrikstrasse vor, wie die Ingenieurin weiter erklärt: «In einem 30 bis 40 Meter breiten Korridor soll sich die Suhre, ähnlich ihrer ursprünglichen Weise, durch den neu gestalteten Raum schlängeln. Der Kraftwerkkanal unter der Autobahn bleibt bestehen und wird zum Kleintierdurchlass umgestaltet.» Eine neue Fussweg-Brücke, ein Trampelpfad innerhalb des Gewässerraums und ein weiterer Zugang an die Suhre sollen den Lebensraum auch für die Menschen zugänglich machen.

Projekt: Suhre soll auf einer Länge von 500 Metern renaturiert werden | Der Landanzeiger
1905 wurde erstmals eine Betriebsbewilligung für das Wasserkraftwerk in Muhen ausgestellt. Zum Ende des letzten Jahrhunderts wurde es stillgelegt. 2023 sollen die Restbauten verschwinden.

Gemeinde Muhen profitiert
Die Kosten für das eigentliche Bauprojekt belaufen sich auf 1,5 Millionen Franken. Dazu kommen Projektierungskosten und Ausgaben für den nötigen Landerwerb. Zahlungspflichtig sind grundsätzlich Bund und Kanton, wobei ein namhafter Betrag von einem Fonds gesprochen wurde, der von Aargauer Wasserwerkbetreibern für Revitalisierungen geschaffen wurde. Nur marginal an die Kasse gebeten wird die Gemeinde Muhen. Grundsätzlich müssen sich Gemeinden an den Kosten beteiligen, wenn sie von der Revitalisierung profitieren. In diesem Fall hebt der Kanton jedoch eine Verbauung auf, um deren Rückbau er sich schon sehr lange hätte kümmern müssen.

Konzessioniert wurde die Anlage in Muhen 1905 für die E. Knoblauch, Kartonfabrik Oberentfelden, ehe die Bewilligung 1919 der Karton und Papier AG, Muhen übertragen wurde. 1985 wechselten der Konzessionsbesitzer abermals, nämlich zur IC Immobilien und Verwaltungs AG, Oberentfelden. Die Anlage blieb noch bis zur Jahrtausendwende in Betrieb. Danach ist in den Dokumenten eine I. & R. Kasper AG, Verwaltung & Design, Boniswi als Konzessionsinhaberin eingetragen.

Projekt: Suhre soll auf einer Länge von 500 Metern renaturiert werden | Der Landanzeiger
Das Kraftwerk befindet sich ein paar Meter neben der Autobahn A1.

Eniwa-Pläne wurden versenkt
Steigende Anforderungen an die Naturverträglichkeit und das Kosten-Nutzenverhältnis machen die Stromproduktion an Fliessgewässern zunehmend unattraktiv. Tatsächlich lohnen sich Anlagen nur dank grosszügiger Subventionen. Die Pläne der Eniwa AG (damals noch IBAarau), die 2017 in Buchs und Suhr fünf Wasserkraftwerke bauen wollte, wurden aus Kostengründen versenkt.

Damit bleiben die beiden Anlagen in Hirschthal und Schöftland die einzigen Stromlieferanten in der Suhre. Auch das Wasserwirbelkraftwerk Schöftland existiert nicht mehr. Einst als Pionierbauwerk mit viel Tamtam eingeweiht, wurde die private Anlage wegen einem Konkurs und mangelnder Effizienz wieder zurückgebaut. Auch ökologisch stehen die Kraftwerke immer wieder in der Kritik. 2017 nannte die Wasser Fisch Natur AG in einer vom Kanton in Auftrag gegebenen Studie die Fischdurchgängigkeit des Kraftwerks in Hirschthal «gesamthaft ungenügend». Der Tadel wurde von der Eigentümerin Pfiffner Messwandler vor gut einem Jahr behoben. Das inzwischen zurückgebaute Wasserwirbelkraftwerk in Schöftland erhielt im gleichen Bericht übrigens eine vernichtende Beurteilung, wogegen die Wasserschnecke in Schöftland (gehört der Gemeinde) da noch nicht in Betrieb war.

Gespräche haben stattgefunden
Zurück nach Muhen. Die öffentliche Auflage dauert vom 31. Januar bis und mit 2. März 2022. Das Projekt liegt beim Departement Bau, Verkehr und Umwelt und bei der Gemeindeverwaltung Muhen auf. Vom Eingriff direkt betroffen sind eine Handvoll Grundeigentümer, mit denen der Kanton bereits umfassende Gespräche geführt hat. Renaturierungen sind bei Landbesitzern nicht immer beliebt, das weiss auch Umwelt-Ingenieurin Sabin Nater: «Der Verlauf der Suhre war früher in diesem Gebiet leicht mäandrierend und hat wesentlich mehr Raum eingenommen als heute. Ziel des Projektes ist es, mit einem genügenden Gewässerraum der Suhre wieder die Möglichkeit zu geben, sich als struktur- und artenreicher Lebensraum auf diesem Abschnitt entfalten zu können.»

Ganz zurück in den Ursprungszustand lassen sich Flussläufe in den meisten Fällen nicht mehr versetzen und das sei auch nicht verhältnismässig, ergänzt Nater. «Mit dem Suhreprojekt wurde ein guter Mittelweg gefunden», ist sie jedoch überzeugt. Läuft alles nach Plan und gibt es keine Einwendungen, können die Bauarbeiten voraussichtlich im Sommer 2023 starten.

Susanne Dedecke kandidiert

Susanne Dedecke GLP Bezirk Aarau | Der Landanzeiger

Am 28. November stimmen die Einwohnerinnen und Einwohner des Bezirks Aarau über einen nachzubesetzenden Sitz im Bezirksschulrat ab. Susanne Dedecke (47) aus Muhen kandidiert für diesen Sitz. Die Mutter eines 10-jährigen Primarschülers bringt die besten Voraussetzungen mit, denn die Schlichtung bei Beschwerden ist eine wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe. Das neutrale Verarbeiten von Informationen und Fakten, das Anhören und Zuhören erfordert Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Dies gelinge, so Dedecke, nur »mit konstruktiven und innovativen Ideen».

Ihre langjährige und vielseitige Arbeitserfahrung als berufstätige Mutter eines Schulkindes in der pharmazeutischen Industrie, im Klinik- und Hochschul-Betrieb verschafft Dedecke die vielseitige Kompetenz, die es für die lösungsorientierte Schlichtung beispielsweise von Laufbahnentscheidungen benötigt. »Mit unserem durchlässigen Weiterbildungssystem und der engen Verknüpfung von Praxis und Theorie bieten wir den jungen Menschen besonders spannende und zukunftsfähige Möglichkeiten», so Dedecke. Sie sieht der Wahl optimistisch entgegen. Sie würde sich freuen, ihren Elan der Bevölkerung zur Verfügung zu stellen und im Bezirksschulrat Verantwortung zu übernehmen.

Mit der Abschaffung der Schulpflege im Aargau, die am 1. Januar 2022 in Kraft tritt, erhält der Bezirksschulrat eine neue Bedeutung. Denn die Gemeinderäte übernehmen die Aufgaben der Schulpflege ab dem 1. Januar. Der Schulrat des Bezirks überwacht die Kindergärten und Volksschulen, begutachtet die Einrichtung neuer Schulen und fördert die Zusammenarbeit der Gemeinden. Zudem behebt er Konflikte zwischen Schulbehörden und Lehrpersonen. Er agiert als Beschwerdeinstanz gegen Gemeindeentscheide bei der Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden und Schulen.

Zuerst aber steht für Dedeckes Sohn am Nationalen Zukunftstag eine spannende Herausforderung an: er gibt – gecoacht von der Pädagogischen Hochschule – im Rahmen eines Projektes zum Thema «Seitenwechsel» eine Unterrichtsstunde an der Primarschule. Auch er freut sich sehr auf diese Herausforderung!

Mehr zu Susanne Dedecke und ihrem politischen Programm erhalten Sie auf ihrer Webseite: Webseite Susanne Dedecke aufrufen.

Metzger-Schweizermeisterschaft: 18 Produkte, 18 Medaillen für die Metzgerei Berchtold

Metzger-Schweizermeisterschaft | Der Landanzeiger

Ob das eine andere Metzgerei noch toppen kann? Zum zweiten Mal hintereinander hat die Metzgerei Berchtold in Muhen an der «Schweizermeisterschaft» der Metzgereien gross abgeräumt. Sie hat mit allen 18 Produkten, die sie eingereicht hat, eine Medaille geholt. Nicht weniger als 15 Mal gab es sogar Gold.

Alle zwei Jahre bewertet der Schweizer Fleisch-Fachverband in einem grossen, nationalen Qualitätswettbewerb die Leistungen der Schweizer Metzgereibetriebe. Schon vor zwei Jahren hatte die Metzgerei Berchtold in Muhen mit allen Produkten eine Medaille gewonnen. Deshalb fragte man sich natürlich, ob der Betrieb diesen herausragenden Erfolg würde wiederholen können. Sie konnte. Und wie: Dieses Mal gab es bei 18 eingereichten Produkten gar 15 Mal Gold. Und wiederum für alle Fleischwaren eine Medaille. Dabei war die Konkurrenz noch grösser als vor zwei Jahren: dieses Mal wurden von 140 Metzgereien gar 834 Produkte eingereicht.

15 Gold, 2 Silber, 1 Bronze
15-mal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze – diese Dichte und Menge an qualitativ hochstehenden Fleischwaren brachten dieses Jahr fast nur noch Grossbetriebe hin. Offenbar spielt es gar keine Rolle, welche Produkte die Berchtold Fleisch AG einreicht, sie ist auf Spitzenplätze abonniert. Sei es die Salami aus reinem Rindsfleisch, die Rollschinkli, der Müheler Rohschinken oder der luftgetrocknete Speck, seien es Eigenkreationen wie die Whisky-Rauchwurst, die Rüeblibratwurst oder der Haussalami – die Goldmedaille ist dem Familienbetrieb Berchtold praktisch sicher.

Natürlich steht auch hier hinter diesem Erfolg ein motiviertes, qualitätsbewusstes Team. 31 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzen sich heute für die Güte der Produkte ein. «Ohne das Engagement unserer Mitarbeitenden wäre eine solche Leistung gar nicht möglich», weiss Daniel Berchtold. Den ersten (und vielleicht wichtigsten) Baustein für die vielen Goldmedaillen aber legen die Dutzenden von Bauern aus der Region, die das hochstehende Fleisch für all die Würste, Schinken, Mostbröckli oder Plätzli liefern. «Die Qualität ihrer Arbeit spiegelt sich in unserem Erfolg», sagt Daniel Berchtold.

Die Arbeit der Jury des Fleisch-Fachverbandes ist übrigens anonym und sehr aufwendig. Zwei voneinander unabhängige Teams testen die Fleischwaren auf Herz und Nieren. Heisst: auf Aussehen, Verarbeitung, Geschmack und Geruch. Wenn Fleischliebhaber aus der Region die Metzgerei Berchtold mal auf die Probe stellen wollen: Die Festtage kommen bald und die Familie Berchtold freut sich auf Bestellungen!

Berchtold Fleisch AG

Hauptstrasse 36
5037 Muhen
Telefon 062 723 24 30
www.metzgerei-berchtold.ch

Metzger-Schweizermeisterschaft | Der Landanzeiger

Wechsel vom Vater zum Sohn

Wechsel vom Vater zum Sohn | Der Landanzeiger

Die Papeterie und Foto Dietiker AG an der Hauptstrasse in Muhen hat einen neuen Geschäftsführer: Christian Dietiker übernimmt das beliebte Geschäft von seinem Vater Hanspeter. «Ein Glücksfall», freut sich dieser. Was so einfach klingt, war alles andere als selbstverständlich, denn der heute 36-jährige Sohn arbeitet erst seit wenigen Jahren im Betrieb seines Vaters.

Hanspeter Dietiker ist glücklich, dass er sein Lebenswerk dem Sohn weitergeben kann. «Damit habe ich nicht gerechnet», erklärt er. Denn sein Sohn Christian hatte viele Jahre lang ganz andere berufliche Pläne, begann als Sportartikelverkäufer, arbeitete für verschiedene grössere Händler und machte Karriere. Erfüllend und glücklich war Christian Dietiker mit seiner beruflichen Laufbahn allerdings nicht. Eine Neuorientierung und Ratschläge aus seinem Freundeskreis brachten ihn schliesslich in den elterlichen Betrieb. «Vor rund sieben Jahren stieg er bei mir ein, begann eine Ausbildung als Papeterist und lernte alles über die Fotografie», erzählt Hanspeter Dietiker, der nebst seiner Rolle als Vater plötzlich auch «Chef» seines Sohnes wurde. «Wir haben es gut miteinander – hatten wir immer schon!», erklärt der Vater.

Fotografie mit Herzblut
Schon als Kind nahm er seinen Sohn mit auf Hochzeiten zum Fotografieren. Denn Foto Dietiker ist seit jeher und bis heute bekannt für wunderschöne Hochzeitsreportagen. Hanspeter Dietiker schätzt, dass er in seiner Laufbahn rund 300 Hochzeitsfotobücher produziert hat.

Ohne Zweifel, in der Fotografie steckt sein Herzblut. Seit er 18-jährig ist, fotografiert der gebürtige Müheler leidenschaftlich. Ähnlich wie später bei seinem Sohn, nahm auch seine berufliche Biografie einen Umweg. Sie begann mit einer Lehre als Lebensmittelverkäufer. «Nachdem gleich zwei meiner Vorgesetzten durch gesundheitliche Schicksalsschläge ausfielen, fand ich, dieser Job ist längerfristig nicht gesund», erzählt Hanspeter Dietiker. Er stieg aus, machte sich selbständig und richtete in Untermuhen ein kleines aber feines Fotostudio ein. Im Jahr 1984 bot sich ihm die Chance, das Geschäft an der Hauptstrasse 55 zu übernehmen, wo vormals der Denner beheimatet war – und noch früher die Bäckerei Aeberhard. «Das Jahr 1984 war auch sonst speziell, weil ich da nicht nur mein Geschäft eröffnet haben, wir haben auch geheiratet – und unser Sohn Christian war da auch schon unterwegs», erklärt Hanspeter Dietiker. Seine Frau Lisa führte ein paar hundert Meter weiter jahrelang den Coiffeursalon Lisa.

Zweites Standbein Papeterie
Mit der Eröffnung im Jahr 1984 wurde Dietikers Fotogeschäft durch eine Papeterie ergänzt. Nach einem Umbau 1995 konnte das Schreibwaren-Sortiment vergrössert werden. «Dass wir ein zweites Standbein haben, hat sich in all den Jahren bewährt», erklärt Hanspeter Dietiker. Mal boomte die eine Branche, mal kriselte die andere. «Wir hatten gute Jahre mit der Fotografie», erzählt Dietiker. Kunden aus nah und fern liessen bei ihm ihre Filme entwickeln. Das Geschäft lief gut, bis die digitalen Fotoapparate vor rund 20 Jahren auf den Markt kamen. Heute ist Dietikers Fotostudio nach wie vor sehr gefragt, zum Beispiel für Einzel-, Paar, oder Familien-Portraitbilder, Industriefotografie und Bildrahmungen. Geblieben ist die Hochzeitsfotografie.

Wechsel vom Vater zum Sohn | Der Landanzeiger
Hanspeter Dietiker im Jahr 1995, als sein Geschäft im grösseren Stil umgebaut und erweitert wurde.

In Zukunft wird Christian Dietiker die Brautpaare ins schönste Licht rücken. Als neuer Geschäftsführer der Papeterie und Foto Dietiker AG wird er das bewährte neunköpfige Team führen. Hanspeter Dietiker wird sich immer mehr aus dem Geschäftsleben zurückziehen. Jedenfalls hat er dies vor.

Papeterie und Foto Dietiker AG

Hauptstrasse 55
5037 Muhen
Telefon 062 723 15 85
pap.foto.dietiker@bluewin.ch
www.papeterie-dietiker.ch

«Muhen soll eine echte Auswahl haben»

«Muhen soll eine echte Auswahl haben» | Der Landanzeiger

In Muhen treten alle fünf bisherigen Gemeinderäte zu den Gemeinderatswahlen wieder an. Nun wird es am 26. September dennoch einen Wahlkampf geben: Die FDP schickt gleich zwei Kandidaten ins Rennen. Im Interview nennen Nils Hunziker und Simon Pfister ihre Gründe, Absichten und Ziele Ihrer Kandidatur.

Landanzeiger: Was hat die FDP Muhen veranlasst, gegen den bisherigen Gemeinderat anzutreten und dann auch noch mit zwei Kandidaten?
Simon Pfister: Ich glaube, es ist eher als ein Angebot zu verstehen, mit welchem man den Wählerinnen und Wählern eine weitere Option anbieten möchte. Immerhin verfügt die FDP in Muhen über einen Wähleranteil von rund 17%. Wir als FDP möchten im Gemeinderat angemessen vertreten sein und Einfluss auf die Kommunalpolitik nehmen. Dabei sind wir überzeugt, dass wir als starkes Team den Gemeinderat gewinnbringend unterstützen können.
Nils Hunziker: Unsere Basis ist überzeugt, dass wir aufgrund unseres Wähleranteils im Gemeinderat angemessen vertreten sein sollten. Wir haben von der Mitgliederversammlung den klaren Auftrag erhalten, mit mindestens zwei Kandidatinnen oder Kandidaten anzutreten. Wir sind motiviert Veränderungen zu schaffen für die Mühelerinnen und Müheler. Gemeinsam weiterkommen, lösungsorientiert zu handeln, nicht nur Symptome zu bekämpfen, bodenständig, liberal und klar.

Landanzeiger: Im fünfköpfigen Gemeinderat besetzt die SVP aktuell drei Sitze. Zielen Sie mit Ihrer Doppelkandidatur auf die SVP, oder haben Sie genau das Gegenteil vor und streben zusammen mit der SVP eine rechtsbürgerliche Mehrheit an, indem Sie den parteilosen Raphael Levy und Hanspeter Brunner von den Grünen angreifen?
Nils Hunziker: Wir greifen niemanden an. Die Mühelerinnen und Müheler sollen eine echte Auswahl erhalten, wen Sie die nächsten vier Jahre lang im Gemeinderat sehen möchten, uns würde es freuen, zusammen gewählt zu werden. Wir sind ein starkes Team.
Simon Pfister: Das sehe ich auch so. Hier geht es nicht um einen Angriff oder um eine Urteilung von Leistungen der bestehenden Gemeinderäte. Zusammen mit den Mitgliedern der Partei erachten wir es aber als legitim, die FDP ins Rennen zu schicken, um so den Wählerinnen und Wählern eine Alternative anbieten zu können. Schlussendlich ist es die Bevölkerung von Muhen, welche am Wahltag den Polit-Rahmen vorgibt. Wir wollen diese Chance nutzen und zu Gunsten von Mühelerinnen und Mühelern die Zukunft der Gemeinde aktiv mitgestalten.

Landanzeiger: Was wäre, wenn die aus Ihrer Sicht «falschen» Bisherigen abgewählt würden?
Simon Pfister: Wir sind der Überzeugung, dass der Freisinn und Liberalismus in den Gemeinderat gehört und streben dabei ein «Miteinander» an, egal welche weiteren Parteien im Gemeinderat vertreten sind.
Nils Hunziker: Das spielt auch für mich keine Rolle. Ich bin überzeugt, dass die FDP in den Gemeinderat Muhen gehört mit zwei Sitzen.

Landanzeiger: Was möchten Sie persönlich im Gemeinderat bewegen, was ist Ihr wichtigstes Anliegen?
Nils Hunziker: Im Gemeinderat geht es meiner Auffassung nach um die Arbeit für das Wohl der Mühelerinnen und Müheler. Einige Anliegen liegen mir dabei natürlich näher als andere. Beispielsweise mittelfristig einen tieferen Steuerfuss. Auch eine respektvolle und auf Vertrauen basierende Zusammenarbeit mit der Verwaltung ist mir ein Anliegen. Weiter würde ich mich im Gemeinderat dafür einsetzen, dass die Bauverwaltung und das Gewerbe die notwendige, fehlende Unterstützung erhalten. Als möglicher Gemeinderat möchte ich den Mühelerinnen und Müheler nahestehen und aus erster Hand hören und spüren, «wo’s chlemmt». Wir sind «Ein Dorf». Wir werden den Mühelerinnen und Müheler Möglichkeiten bieten, uns besser kennen zu lernen.
Simon Pfister: Mein Hauptanliegen ist es, den Gemeinsinn und die Freisinnig-Liberalen Werte zu vertreten. Fairness und Respekt wahren, die Anliegen der Bevölkerung zeitnahe aufnehmen und geeignete Lösungen finden. Mit meinem persönlichen Engagement will ich der Gemeinde etwas zurückgeben und dazu beitragen, dass Muhen auch in den nächsten Jahren auf einer gesunden Basis steht.


Steckbrief Nils Hunziker
Name: Nils Hunziker
Jahrgang: 1978
Beruf: Zweigstellenleiter Bohr- und Betontrenntechnik, Rückbau
Familie: Verheiratet mit Sandra Hunziker Lämmli, Kinder: Kim Lea, Kelly Lisa, Kaja Leona

In Muhen wohnhaft seit: 2004
Freizeit/Vereine: Tennisclub Muhen, Meine Familie, Einachser Ausfahrten/ Treffen
Motto: Mit Leidenschaft und Herzblut ist nichts unmöglich, sei einfach, sei direkt, sei bescheiden

Steckbrief Simon Pfister
Name: Simon Pfister
Jahrgang: 1978
Beruf: Produktemanager
Familie: Verheiratet mit Cornelia Pfister, Kinder: Vivien und Tia

In Muhen wohnhaft seit: 2011
Freizeit/Vereine: Familie, Freunde, Jodlerchörli Suhrental, Turnverein Muhen, Kino, Gesellschaft, Natur, Kochen, Offiziersgesellschaft


Muhen atmet auf: «Hochwasserschutz hat einmal mehr funktioniert»

Muhen atmet auf | Der Landanzeiger

Trotz vielfach bewährtem Hochwasserschutz musste in Muhen vergangene Woche die Feuerwehr vereinzelt Keller auspumpen. Drohnenbilder zeigen eindrückliche Bilder. Bange Anwohner fragen: Muss man beim Hochwasserschutz nachbessern? «Nein, der Hochwasserschutz hat einmal mehr planmässig funktioniert», sagen der Feuerwehrkommandant und der Gemeindeammann.

Die Bilder von letzter Woche sind eindrücklich: westlich des Hochwasserdamms, auf dem die WSB zwischen Hirschthal und Obermuhen fährt, fliesst ein breiter brauner Strom. Das ist so geplant. Das ist der Hochwasserschutz von Muhen. Eingeweiht im Dezember 2004 hat er sich seitdem oft bewährt. In Muhen ist man froh und auch stolz auf diesen Schutz. Eine «Entlastungsrinne » leitet einen Teil des Suhre-Hochwassers ab einem gewissen Pegel noch auf Hirschthaler Boden über Kulturland ab und nach dem Gefahrenbereich weiter unten beim Schulhaus wieder in die Suhre ein.

Auch auf der Ostseite des Damms, also entlang des eigentlichen Suhrelaufs, hat die Suhre ihr Bett verlassen und südlich der Kesslerstrasse/Bändeli eine ganze Fläche überschwemmt (Bild Mitte). Ander Kesslerstrasse 1, wo die Suhre unter der ehemaligen Fabrik durchfliesst, staute sich viel Schwemmholz, blockierte den Lauf der Suhre zusätzlich und verschärfte die Situation. Im Erdgeschoss ist das Fotostudio von Hannes Kirchhof. Er liess eine Drohne steigen und verbreitete eindrückliche Bilder auf sozialen Medien. Zwar hat er schon manches Hochwasser erlebt, diesmal aber kam sehr viel Wasser. Schätzungsweise soviel wie 2005, ein halbes Jahr nach der Eröffnung des Hochwasserschutzes.

Bangen bei den Anwohnern
Hannes Kirchhof und seine Nachbarn erlebten bange Stunden. Die Feuerwehr musste an der Kesslerstrasse/Bändeli einige Keller auspumpen. Unter diesem Eindruck stellte sich bei den Anwohnern die Frage: Muss man in Muhen in Sachen Hochwasserschutz nun über die Bücher? Muss man sogar nachbessern? «Aus Sicht der Feuerwehr hat der Hochwasserschutz auch diesmal funktioniert. Das Wasser der ausgepumpten Keller an der Kesslerstrasse war eindeutig kein Suhrewasser, sondern Grundwasser, von dem wir nicht genau wissen, aus welchem Grundes in die Keller floss», erklärt Dominik Graber, Kommandant der Feuerwehr Entfelden-Muhen.

Auch für Muhens Gemeindeammann Andreas Urech hat der Hochwasserschutz diesmal wieder einwandfrei funktioniert. Die Drohnenbilder von Hannes Kirchhof stimmen nach seinen Aussagen sogar ziemlich exakt mit den im Projekt skizzierten überschwemmbaren Zonen überein. «Wir müssen nicht nachbessern», so das zufriedene Fazit von Andreas Urech.

«Das Leiden hat sich gelohnt»

Das Leiden hat sich gelohnt | Der Landanzeiger

Sie rennen mit dem Neopren-Anzug und der Badekappe durch den Engadiner Lärchenwald und schwimmen mit Turnschuhen an den Füssen durch die sehr kalten Oberengadiner Seen. Die Rede ist von den Teilnehmern des «ÖTILLÖ Swimrun Engadin». Mit dabei auch Lars und Peter Oeschger aus Muhen, die in der Kategorie Sprint Team Herren gewannen.

«Das Rennen ist so kurios, dass es schon wieder gut ist», sagt Peter Oeschger (50) aus Muhen, der erstmals zusammen mit seinem Sohn Lars (13) in der Kategorie Sprint am Start stand. Das Duo, undalleanderen150 Gestarteten, musste 2,2 km schwimmen – aufgeteilt in vier Teilstücke – und 12,9 km rennen – aufgeteilt in fünf Teilstücke. Total 15,1 km und 384Höhenmeter und das auf 1800 Metern über Meer. Die Wassertemperatur im Silvaplaner- und Champfèrer-Seebetrug frische 14 Grad. «Das Einschwimmen bei dieser Kälte war brutal hart», gibt Lars Oeschger zu, der zum ersten Mal an einem Wettkampf in einem See teilnahm. Und auch zum ersten Mal mit Schuhen an den Füssen soweit schwamm.

Am Stammtisch entstanden

Für einmal sind es nicht die Engländer, die eine spezielle Sportart (Bob, Skeleton, Polo und weitere) ins Engadin bringen, sondern die Schweden. Die Rede ist vom «ÖTILLÖ Swimrun» (ÖTILLÖ bedeutet von Insel zu Insel) dem wohl härtesten Ausdauerrennen der Neuzeit. Entstanden 2002 aus einer Stammtischwette, gibt es dieses in Zweierteams oder alleine zu absolvierende Rennen heute in verschiedenen Ländern und als offizielle Weltmeisterschaft in Schweden. Die Originalstrecke geht über 75 km, 10 km davon im Wasser, der Rest wird gelaufen. Die Regeln sind einfach: Sämtliche Ausrüstung muss eigenständig von Start bis ins Ziel gebracht werden. Dies bedeutet, das Schwimmen in Laufschuhen sowie das Laufen in Neoprenanzügen, wobei kleine Schwimmhilfen erlaubt sind. Dazu kommt, dass der Abstand des Zweierteams nie mehr als 10 Meter voneinander betragen darf.

Mit Schwimmanzug auf dem Wanderweg
Peter und Lars Oeschger legten einen fulminanten Start hin und stiegen bereits nach der ersten Schwimmstrecke als erstes Sprint-Team aus dem Wasser. «Auf den Laufstrecken muss man sich wieder aufwärmen, sonst kommt man im kalten Wasser nicht mehr vorwärts »,weiss Peter Oeschger. «Wir wurden mit unseren Schwimmanzügen und Badekappen von den Wanderern und Touristen teilweise sehr komisch angeschaut», sagt Lars Oeschger. Die Rennstrecke führte nicht nur flach den Seen entlang, sondern auch über Skipisten und durch steile Waldabschnitte. Für Vater Oeschger war es bereits die dritte Teilnahme. Jedes Mal verlief die Strecke etwas anders. «Dies mal war es am härtesten», blickt er zurück. Trotzdem liefen er und sein Sohn Lars nach 1.56 Std. als überlegende Sieger der Kategorie Sprint Team Herren ins Ziel. Dort durften sie die Gratulationen von Michael Lemmel, einem der Gründer des «ÖTILLÖ», in Empfang nehmen. Nebst einer Medaille aus Holz, gab es auch ein Siegercouvert. Darin ein Gutschein für einen Gratisstart imnächsten Jahr. «Den lösen wir ein», blickt Lars Oeschger bereits voraus, «denn das Leiden hat sich gelohnt, es war ein ganz cooler Wettkampf.»Sagts und verabschiedet sich unter die warme Dusche.

Der lange «ÖTILLÖ Swimrun Engadin» führte am Tag darauf von Maloja über rund 45 km ins Ziel nach Silvaplana. Unterwegs schwammen die knapp 100 Athletinnen und Athleten durch vier Oberengadiner Bergseen (5,8 km) und legten 39 km rennend zurück. Dabei überwanden sie 1499 Höhenmeter. Nach insgesamt 45 km und einer Gesamtzeit von 5.25 Stunden erreichet das erste Team das Ziel in Silvaplana. Peter und Lars Oeschger zeigten sich beeindruckt von dieser Leistung. Ob das Hauptrennen des «ÖTILLÖ» dereinst auf ihrem Wettkampfprogramm steht, liessen beide noch offen.

Das Leiden hat sich gelohnt | Der Landanzeiger
Das 14 Grad kalte Wasser im Silvaplanersee konnte Peter und Lars Oeschger aus Muhen nichts antun.

Traumstart für die Waldeck-Bar

Traumstart für die Waldeck-Bar | Der Landanzeiger

Fünf lokale Bierbrauer eröffneten pünktlich zum grossen EM-Viertelfinalspiel der Schweizer Fussball-Nati gegen Spanien am vergangenen Freitag im ehemaligen Gasthof die Waldeck-Bar. Bis zum definitiven Abbruch der Traditionsbeiz in etwa zwei Jahren soll die Bar mit 12 Bier-Zapfhähnen und 50 weiteren Biersorten in Betrieb sein. So wird die ehemalige Dorfbeiz zum Mekka für Craft-Bier-Liebhaber.

Manchmal sind Bierideen die besten Ideen. Bevor in etwa zwei Jahren die Bagger auffahren und der bewegten Geschichte der Müheler Traditionsbeiz ein Ende setzen werden, kehrt in die «Waldeck» noch einmal neues Leben ein. Fünf lokale Bierbrauer setzten die Idee in die Tat um, hier für die Zeit bis zum Abbruch eine temporäre Bier-Bar zu betreiben. «Zwischennutzung» nennt sich so etwas im offiziellen Amtsdeutsch. «Pop-Up-Bar» wäre ein etwas zeitgemässerer Ausdruck. Wie auch immer.

Die Waldeck, die nach seinen Jahrzehnten als beliebte Dorfbeiz während der Zeit des Schulhaus-Neubaus bis vor einem Jahr als Schulraum diente, wird nun am Ende seiner Geschichte zum Biergarten, respektive zur Bierbar. Dort wo einst zum «Lotto im Säli» gerufen wurde, nämlich im altehrwürdigen grossen Saal, befindet sich nun die Bar im Bistro-Stil. Die Zapfanlage mit 12 Stationen bietet diverse Biere der «Noboob»- und «Heero»-Brauereien an. Im Angebot sind rund 50 weitere Craft-Biere in Dosen und Flaschen, die von den Betreibern sorgfältig ausgesucht wurden.

Ein simples Lagerbier findet man eher nicht im Angebot. Hopfenbetonte, geschmacklich herausfordernde spezielle Craft-Biere bilden das Angebot in der Waldeck-Bar.

Das Team «Hoperia»
Wer sind die fünf lokalen Bierbrauer? Allen voran Daniel Heer aus Oberentfelden. Seine Brauerei «Heero» ist schon länger in Betrieb. Er gilt für die vier Jungbrauer Andreas Siegrist, Pascal Hunziker, Florian Brunner und Marco Jost von «Noboob» (No bitches of ordinary beer) aus Muhen als «Biergott». Zusammen sind sie «Hoperia» und betreiben einen Onlinevertrieb und nun auch die Waldeck-Bar.

Der Start am Freitag war fulminant. Weil just zur Eröffnung auch die Fussball-Nati ihr Viertelfinale bestritt, war der Biergarten sehr gut besucht. Vor der Eröffnung musste das Team einige Sonder- und Nachtschichten einlegen, damit alles rechtzeitig fertig wurde. Die Waldeck-Bar ist zukünftig am Mittwoch und Donnerstag ab 17.00 Uhr offen, am Freitag ab 16.00 Uhr und am Samstag ab 14.00 Uhr.

Grosse Empathie für Nierenpatienten

Grosse Empathie für Nierenpatienten | Der Landanzeiger

In Muhen (im Gemeindehaus) leitet Christian Fahe, Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie, seit 2017 eine Hausarztpraxis. Aufgrund persönlicher Erfahrungen hat der Facharzt 2020 seine Praxis im Aargau umgebaut – und bietet jetzt vier Plätze für Hämodialysebehandlungen an.

Der aus Kamerun stammende Arzt behandelt seine Patienten mit viel Herzblut. «Ärzte sind dazu da, um die Probleme der Menschen zu lösen und ihnen zu helfen.» Diese Philosophie spürt man bei Christan Fahe sofort. Dass er seit einem Jahr vier Dialyseplätze anbietet und seine Praxis dementsprechend umbauen liess, ist eine Herzensangelegenheit. Nachdem sein Vater schwer erkrankte, unternahm Fahe alles, um ihm zu helfen. Nach seinem Facharzt für Allgemeine innere Medizin liess er sich während drei Jahre zum Nephrologen ausbilden. Ein weiterer familiärer Schicksalsschlag war der ausschlaggebende Grund für den Umbau. Meinem Vater ging es immer schlechter. Ich wollte ihm die Geräte für die Heimdialyse nach Kamerun bringen. Leider verstarb er. Die Hilfe kam zu spät.

Im Aargau ein einzigartiges Angebot
Die Trauer um den Verlust seines Vaters regte den Facharzt zum Nachdenken an. «Ich fragte mich, was ich tun kann, um solche Schicksalsschläge zu verhindern.» Die Idee, Dialyseplätze zu erschaffen, kam wie von selbst. Im Aargau ist dieses Angebot einmalig. Die Patienten müssen normalerweise in ein Spital, wo sie mehrere Stunden an dem Dialysegerät verbringen müssen – und das dreimal in der Woche. Das ist sehr viel Zeit. Für mich ist es wichtig, dass sich die Patienten wohlfühlen und etwas Privatsphäre geniessen können. «Zwei Zimmer mit je zwei Plätzen und Behandlungszeiten bis 19 Uhr ermöglichen es, bis zu 16 Patienten zu behandeln.

Alles aus einer Hand in familiärer Atmosphäre
«Das sind dauerhafte Verbindungen, die entstehen. Als Hausarzt gibt es ausserdem die Möglichkeit, die Ergebnisse und gesundheitlichen Aspekte direkt zu besprechen.» Die familiäre Atmosphäre sei besonders wichtig. Ablenkung und Unterhaltungsmöglichkeiten gehören dazu. Die schwerkranken Patienten sollen abschalten können und deshalb bietet Christian Fahe vom Kopfhörer bis zum Tablet alles an, damit seine Patienten an etwas anderes denken können. Kostenloses WLAN und Angebote wie Netflix sind selbstverständlich. Auf Wunsch gibt es einen kleinen Imbiss. Die Praxis bietet auch vier kostenlose Parkplätze für die Dialysepatienten an.

Da der Arzt mit der grossen Empathie für Menschen und deren Probleme ausserdem eine Ausbildung als Notarzt absolvierte, kann er im Notfall sofort einschreiten. «Das kommt sehr selten vor. Aber für mich ist es wichtig. Ich bin immer da.»

Die Verbindung zu seinem Vater besteht nach wie vor. In Gedanken und im Gedenken an ihn ist es für Christian Fahe eine Mission und eine reine Herzensangelegenheit, seine Patienten auf dem Weg der langwierigen Dialysebehandlungen zu begleiten. Immer am Montag, Mittwoch und Freitag werden die Behandlungen durchgeführt.


Hämodialysebehandlung

Die Behandlung der Patienten ist sehr zeitaufwändig. Die Dialysegeräte übernehmen die Funktion der Nieren. Die Geräte reinigen das Blut so lange, bis alle Harn- und Giftstoffe ausgeschieden sind. Das dauert vier bis fünf Stunden pro Behandlung und muss dreimal in der Woche durchgeführt werden.


Grosse Empathie für Nierenpatienten | Der Landanzeiger
Christian Fahe ist Arzt mit Leidenschaft und Empathie.

Praxis Fahe


Schulstrasse 1 (Gemeindehaus)
5037 Muhen
Telefon 062 723 66 56
Mail christian.fahe@hin.ch
www.praxisfahe.ch