Forst: Weitere Gemeinde plant Alleingang statt Grossfusion

Forst: Weitere Gemeinde plant Alleingang statt Grossfusion | Der Landanzeiger

Der Forstbetrieb Suhrental Ruedertal wird wohl nicht mit zehn Gemeinden starten, wie lange angenommen wurde. Der Gemeinderat Reitnau plant einen Alleingang. Deshalb wird den Ortsbürgern am 31. Mai 2021 nicht der Zusammenschluss, sondern eine alternative Lösung unterbreitet. Diese soll den Zusammenschluss der anderen Gemeinden nicht beeinträchtigen.

Nach Schmiedrued möchte sich nun auch Reitnau aus dem Projekt der Grossfusion zum Forstbetrieb Suhrental Ruedertal zurückziehen. Das hat der Gemeinderat Reitnau am Montagabend in einem Schreiben verkündet. Reitnau hat den Zeitpunkt zum Anlass genommen, nebst einer Mitwirkung im neuen Verband auch nach alternativen Lösungen zu suchen. In Zusammenarbeit mit der Ortsbürgerkommission strebt Reitnau eine günstigere Lösung an, mit einer Beförsterung durch Hans Rudolf Hochuli von der ortsansässigen hr projects GmbH.

Mehr Verantwortung – mehr Selbstbestimmung
Ein Alleingang bedeute mehr Verantwortung für Gemeinderat und Kommissionen sowie generelle Mehrarbeit im administrativen Sinne. Auch könne das finanzielle Risiko nicht auf mehrere Schultern verteilt werden, sondern müsse zu 100 Prozent alleine getragen werden. Trotzdem gewichten Gemeinderat und Ortsbürgerkommission die Vorteile der Selbstbestimmung weitaus grösser. Zudem sei man bei der Vertragsgestaltung auch flexibler. Die Dienstwege seien kürzer und man könne schneller reagieren, schreibt der Gemeinderat weiter. Hans Rudolf Hochuli sei zwar auf sich alleine gestellt, doch könne es von Vorteil sein, wenn er sich voll und ganz dem Wald widmen könne und sich nicht mit einer zeitintensiven Personalplanung beschäftigen müsse. Die eigene Beförsterung stehe nicht in Konkurrenz zum lokalen Gewerbe – im Gegenteil, es werde die Unterstützung von einheimischen Unternehmen angestrebt. Der Forstbetrieb Suhrental Ruedertal rechnet diesbezüglich für seinen eigenen Betrieb mit viel Ertrag aus Arbeiten für Dritte.

Hans Rudolf Hochuli sei mit dem Reitnauer Wald bestens vertraut und so könne er auch auf die Bedürfnisse individuell eingehen. Betreffend Kosten seien keine Investitionen in Bauten zu tätigen, alles Nötige sei bereits vorhanden. Auch mit einer eigenen Lösung soll Nachhaltigkeit kein Fremdwort bleiben. Hans Rudolf Hochuli wie auch dem Gemeinderat sei es wichtig, dass die Waldflächen so genutzt und betreut werden, dass ihre Lebenskraft auch für zukünftige Generationen anhält.

Ausgaben halbiert
Hans Rudolf Hochuli errechnet in seinem Budget Ausgaben von 124’100 Franken sowie Einnahmen von 108’000 Franken. Die Belastung der Ortsbürgerkasse falle mit rund 16’100 Franken somit knapp halb so hoch aus wie bei einer regionalen Zusammenarbeit. Im Gegensatz zu Schmiedrued, das dem Forstbetrieb Leerau-Rued angehörte, hat Reitnau den Vertrag mit dem Forstbetrieb Oberes Suhrental (er betreut die Waldung der Gemeinden Reitnau, Schöftland, Staffelbach und Wiliberg), noch nicht gekündigt.

Was passiert bei einem Nein?
Sagen die Reitnauer Ortsbürger Nein zum Vorschlag des Gemeinderates und der Ortsbürgerkommission, so muss eine neue Lösung ausgearbeitet werden oder die Gemeinde schliesst sich doch dem Forstbetrieb Suhrental Ruedertal an.

Der Vertrag, über den an der Ortsbürgergemeinde Reitnau vom 31. Mai abgestimmt wird, kann während der Auflagefrist für die Vorlagen der Gemeindeversammlung auf der Kanzlei eingesehen werden.

Steht das Bergrennen vor dem Aus?

Steht das Bergrennen vor dem Aus? | Der Landanzeiger

2020 gab es kein Rennsport und Motorensound im Suhrental. Zurückblickend war die Absage des Grossanlasses in Reitnau richtig, betonen die Verantwortlichen gegenüber dem «Landanzeiger». Bereits Mitte März 2020 wurde dies, mit grosser Überraschung aller, vom ACS Geschäftsführer Thomas Kohler kommuniziert. Aktuell stellt sich die Frage: Fällt das Bergrennen in diesem Jahr wieder aus? «Wir wünschen uns sehr, dass eine Durchführung in diesem Jahr möglich ist», so Kohler. «Voraussichtlich werden aber die Bedingungen für die nötigen Bewilligungen, coronabedingt nicht besser».

Eine erneute Verschiebung ist auch schlecht für den Schweizer Motorsport und für alle andern Anlässe dieser Art. Es geht nicht nur darum, einen Anlass durchzuführen und Spass zu haben, sagt Kohler. «Es sind auch die vielen Helfer und Freiwilligen, die man eventuell verliert oder die Motivation nachlässt, einen doch arbeitsintensiven Anlass wie das Bergrennen auf die Beine zu stellen». Leider ginge dabei auch viel Wissen verloren. «Viele Abläufe und Arbeiten sind nirgends festgeschrieben, da bisher jeder genau wusste, was, wo und wie zu tun ist. Nach zwei oder drei Jahren sind solche Abläufe bei weitem nicht mehr so klar», erklärt Thomas Kohler. Noch ist keine definitive Entscheidung beim ACS gefallen. Man wartet die weitere Entwicklung ab und hofft noch. «Aber es sieht schlecht aus für Veranstaltungen in dieser Grössenordnung in diesem Sommer», glaubt Kohler. «Grossveranstaltungen werden als Letztes wieder möglich sein.»

Regenwald-Hilfe auf dem «Chalt» getestet

Regenwald-Hilfe auf dem «Chalt» getestet | Der Landanzeiger

Die Non-Profit Organisation Amos International hilft aktuell dem Landwirt David Klauser. In seinem Waldstück oberhalb von Staffelbach müssen wegen Dürre und dem Borkenkäfer über 100 tote Fichten gefällt werden. Dabei ist eine Forstmaschine testhalber im Einsatz, die im Januar mit dem Projektleiter in den Regenwald reist, um dort einen noch viel grösseren Hilfseinsatz zu leisten.

Es ist dies das erste Projekt von Amos International, der 2019 gegründeten Non-Profit Organisation des Reitnauers Reto Smonig. Der aktuelle Einsatz in einem Waldstück oberhalb von Staffelbach, auf dem «Chalt», ist quasi ein Probelauf. «Wir leisten hier einen Hilfseinsatz für David Klauser, in dessen Wald rund 250 Kubikmeter tote Fichten gefällt werden müssen. Mit diesem lokalen ‹Katastropheneinsatz› können die Maschinen noch in der Schweiz ausprobiert und auf Herz und Nieren geprüft werden, um sicher zu gehen, dass dann vom ersten Einsatztag an in Dominica alles glatt läuft», erklärt Reto Smonig.

Tropenwald revitalisieren und Arbeitsplätze schaffen
Auf dem Forstschlepper sitzt Hans-Rudolf Hochuli. Der gelernte Förster ist ein Fachmann. Der Reitnauer arbeitet für das Landesforstinventar bei der WSL, der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft. Hochuli wird im Januar mit dem Forstschlepper und einer mobilen Säge auf die karibische Insel Dominica reisen. Im von Hurrikans heimgesuchten Tropenwald wird Hochuli die Einheimischen anleiten, die aus der Schweiz mitgebrachten Maschinen zu bedienen und damit die Folgen des Hurrikans Maria vom September 2017 zu beseitigen. «Der Forstschlepper ist ‹old School›, er hat nur einen Hebel und ist deshalb ganz einfach zu bedienen», erklärt Hochuli, der Projektleiter wird auf der Karibkinsel,

Aufbauhilfe leisten
Dabei kommt auch die mobile Säge ins Spiel. Arbeitsplätze sollen geschaffen werden, indem der einheimische Rohstoff Holz weiterverarbeitet wird für Bauholz, Möbel, Böden und Türen. Das erklärte Ziel von Reto Smonig ist, auf Dominica mit Schweizer Knowhow und Netzwerk nachhaltige Arbeitsplätze und der lokalen Bevölkerung ein Einkommen zu ermöglichen. Aktuell sammelt Amos International Spenden in der Höhe von 5000 Franken für Motorsägen und Schutzkleidung für die einheimischen Arbeitskräfte.

Aktiver Klimaschutz
Es geht bei diesem ehrgeizigen Projekt aber auch um Klimaschutz: «Die zerstörten Wälder sollen mit gezielter Revitalisierung und dadurch schnellerem Aufbau Biomasse für die CO2-Reduktion produzieren», erklärt Reto Smonig. Fachmann Hans-Rudolf Hochuli rechnet, dass in vier bis fünf Jahren rund 100 Hektaren Revitalisierungsfläche geschaffen wird, in der mehrere tausend Tonnen CO2 kompensiert werden. Das ist gut fürs Klima. Aber erst einmal wird auf dem «Chalt» noch fertig geholzt.


AMOS International
Die Non-Profit Organisation macht es sich zur Aufgabe, Bildung, Ausbildung und Unternehmertum von talentierten und motivierten Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern nachhaltig zu fördern und zu begleiten. Dadurch sollen Armut und Abhängigkeiten bekämpft und Zukunftsperspektiven eröffnet werden. Gründer Reto Smonig aus Reitnau leitet Amos nebenamtlich.
www.amos-international.ch


Planen Sie Ihr neues Zuhause im «Baumgarten»

«Baumgarten» Reitnau | Der Landanzeiger
«Baumgarten» Reitnau | Der Landanzeiger
Die geplanten Häuser passen sehr gut ins Dorfbild und bieten dennoch viele Möglichkeiten für das Individuelle.

Wohnen auf dem Land und doch top modern. Das muss kein Traum bleiben. Hanspeter Scherrer von der Scherimo AG in Oberentfelden und Thomas Burgherr von Burgherr Immobilien AG in Hintermoos, verwirklichen Ihren Traum. Dafür haben sie am Baumgartenweg in Reitnau acht Bauplätze erstanden, um nach Ihren Wünschen und Ideen zu bauen.

Die südlichste Aargauer Gemeinde im Suhrental liegt in einer offenen, idyllischen Gegend. Hier lässt es sich gut leben und der Ort hat eine lange Geschichte. Vor 975 Jahren wurde Reitnau erstmals urkundlich erwähnt. Die Geschichte von Reitnau könnten auch Sie bald mitgestalten. Dann nämlich, wenn Sie sich einen der acht Bauplätze im neuen Quartier am Baumgartenweg kaufen und mit den beiden Generalunternehmern Hanspeter Scherrer von der Scherimo AG aus Oberentfelden und Thomas Burgherr von der Burgherr Immobilien AG aus Hintermoos, Ihr neues Traumhaus realisieren.

Das 6000 m2 grosse Land, mit direktem Anschluss an einen Baumgarten und die Landwirtschaftszone, bietet Platz für sieben neue Einfamilienhäuser und ein kleines Mehrfamilienhaus. Während die Einfamilienhäuser zum Kauf angeboten werden, gibt es im Mehr-familienhaus Mietwohnungen.

Die Erschliessung der Parzellen, mit einem schönen Ausblick ins Suhrental und die Zentralschweizer Berge, ist bereits erfolgt. Im kommenden Januar ist Baubeginn des ersten Einfamilienhauses im neusten Reitnauer Quartier.

Die beiden ausgewiesenen Generalunternehmer haben in einem Gestaltungsplan, eine mögliche Überbauung aufgezeigt. Alle Häuser werden ab betoniertem Untergeschoss, in einer modernen Holzbauweise erstellt, bei der eine langlebige Fassade garantiert wird. Bei der Realisierung des Hauses bleibt der Bauherrschaft aber viel Spielraum für eigene Ideen, Wünsche und Ansprüche. «Zusammen mit dem Architekten bieten wir dem Bauherrn die ganze Bandbreite an funktional und formal hochwertiger, prägnanter, zeitloser Architektur», sagt Thomas Burgherr, eidg. Dipl. Zimmermeister. «Wir schaffen Häuser, in denen man sich wohl fühlt. Überzeugen Sie sich selbst.» Burgherr weiss wovon er spricht. Sein Unternehmen, die Burgherr Moosersäge AG, ist seit 155 Jahren erfolgreich im Holzbau tätig.

Thomas Burgherr | Der Landanzeiger
Thomas Burgherr (Bild) und Hanspeter Scherrer realisieren in Reitnau ein neues Quartier mit attraktiven Häusern.

Hanspeter Scherrer und Thomas Burgherr bieten aber nicht nur viel Raum für Individuelles, sie bauen auch schlüsselfertig und zum definierten Fixpreis. «Wir wollen die Leute, die mit uns bauen, glücklich machen», sagt Thomas Burgherr. Er freut sich darüber, dass bereits ein Vertrag für den Bau eines Hauses unterzeichnet ist und reges Interesse am neuen Quartier besteht.

Kontakt

Burgherr Moosersäge AG

Thomas Burgherr
Moosersagi 6
6260 Hintermoos
Telefon 062 758 12 09
info@burgherrag.ch

Meeresschutz an Land verankern

Silvia Frey | Der Landanzeiger

Die Reitnauerin Silvia Frey setzt sich aus Überzeugung mit ihrer Organisation KYMA sea conservation & research für den Schutz der Meere und ihrer Bewohner ein. Das idyllische Suhrental gibt ihr dabei die nötige Ruhe und Kraft.

Der Name Reitnau soll angeblich aus dem Althochdeutschen «Reitinouwa» stammen und «wassernahes Land des Reito» bedeuten. Ob damit die Suhre gemeint ist, die auf ihren 34 Kilometern vom Sempachersee in die Aare auch durch Reitnau fliesst? Anderes Gewässer ist nicht in Sicht – und um per ÖV ans Meer zu gelangen, bedarf es von der kleinen, ruhigen Aargauer Gemeinde aus noch einmal mehr Anstrengung als von anderen Orten der Schweiz.

Warum also wohnt die Co-Geschäftsführerin und Mitgründerin der Meeresschutz-Organisation KYMA sea conservation & research hier im Grünen? Die passende Bedeutung des Gemeindenamens war nicht der Grund, der die 52-jährige Silvia Frey vor 31 Jahren von Lostorf nach Reitnau brachte. «Ich zog mit meinen besten Freunden hierher. Und nun bin ich schon lange in Reitnau und geniesse die Landschaft. Das ganze Suhrental gefällt mir enorm», sagt sie. Als Nachbarin ihrer Freunde teilt sie mit ihnen ihre «kleine Farm»: Katzen, ein Hund, Hühner, Ziegen, Kaninchen und ein Esel.

Silvia Frey beim Auswerfen des Hydrophons. | Der Landanzeiger
Silvia Frey beim Auswerfen des Hydrophons.

Zuverlässige Mitstreiter liessen sich schnell finden
Silvia Freys Herz schlägt für den Tierschutz – schon immer war das so. «Ich habe Umweltnaturwissenschaften und Neurobiologie studiert. Während meines Studiums spezialisierte ich mich auf das Umweltsystem Gewässer. Ich absolvierte Meeresschutz-Praktika im Ausland und begann, in meiner Freizeit für NGOs zu arbeiten, die sich mit diesem Thema befassen.»

Immer wieder investierte sie einen grossen Teil ihrer Zeit für ehrenamtliche Arbeit. Schliesslich gelang ihr mit der Anstellung als Verantwortliche für den Bereich Wissenschaft bei OceanCare mit Sitz am Zürichsee, ihren Beruf mit ihrer Leidenschaft zu verbinden. Sie betreute und leitete Forschungsprojekte, erstellte Dokumentationen und leitete die Umweltbildung, für die sie Vorträge und Seminare hielt. Nach 23 Jahren Arbeit in Wädenswil beschloss Silvia Frey, eine eigene Meeresschutz-Organisation zu gründen. Das Know-how dafür hat sie. Engagierte sowie zuverlässige Mitstreiterinnen und Mitstreiter liessen sich schnell finden. 2019 entstand KYMA.

Zu Beginn investierte Silvia Frey nicht nur viel Zeit, sondern auch Geld in die Organisation. Equipment musste gekauft, die NGO musste organisiert werden. «Wir sind auf Spenderinnen und Spender angewiesen, um unseren Beitrag leisten zu können. Und wir sind sehr dankbar für jede Unterstützung.»

Mit viel Passion und Motivation arbeiten der fünfköpfige Vorstand und verschiedene Freiwillige unentgeltlich am gemeinsamen Ziel: Mit Informationskampagnen den Schutz der Meere an Land tief zu verankern. Silvia Frey führt dafür auch eigene Forschungsprojekte durch und bietet Plätze zur Teilnahme an. «Wer mit eigenen Augen einen Pottwal gesehen und Delfinen begegnet ist, der wird diese Ereignisse tief in sich speichern und sich hoffentlich nachhaltig für diese einzigartigen Tiere und die Umwelt, in der sie leben, einsetzen.» Die nötige Energie, um sich für ihre eigene NGO KYMA einzusetzen, tankt die Powerfrau bei sich zu Hause: «Reitnau gibt mir Ruhe und Kraft.» 

Expeditionen
Die Expeditionen von KYMA sea conservation & research finden von Mitte Juni bis Ende Juli und von Mitte September bis Anfang Oktober 2021 statt. Weitere Informationen sind zu finden unter www.kyma-sea.org

Silvia Frey mit einer Plastikprobe. | Der Landanzeiger
Silvia Frey mit einer Plastikprobe.

Ria Burgherr siegte mit rollender Bank

Ria Burgherr siegte mit rollender Bank | Der Landanzeiger

Der Aargauer Schreinernachwuchs im zweiten Ausbildungsjahr hat der schwierigen Zeit getrotzt und anlässlich des Schreinerwettbewerbs 60 Unikate zum Thema «Sitzen-Liegen» erschaffen. Mit Ria Burgherr aus Reitnau gehört auch eine junge Schreinerin aus dem Landanzeiger-Gebiet zu den Siegern.

In den vergangenen Monaten entstanden durch die Berufslernenden im Schreinergewerbe 60 Unikate zum Thema «Sitzen-Liegen». Mit der Themenbekanntgabe im Frühjahr begann für die Teilnehmenden im zweiten Ausbildungsjahr eine intensive Zeit im beruflichen Werdegang. Einsatz, Leistungswille und viele Freizeitstunden führten zum sichtbaren Erfolg. Die Jurys aus Schreinermeistern, Schreinern, Gestaltern, Auszubildenden des 4. Lehrjahres und Konsumenten hatten bei der Bewertung der Objekte eine anspruchsvolle Arbeit zu bewältigen.

Gespür fürs Aussergewöhnliche
Der Präsident der Sektion Aargau des VSSM, David Kläusler, Herznach, lobte anlässlich der Vernissage im Beisein zahlreicher Lehrmeister und Eltern den Mut der Wettbewerbsteilnehmenden zu unkonventionellem Schaffen. Der Sinn des Wettbewerbes besteht darin, den Auszubildenden ein Gefühl für Material, Konstruktion und Gestaltung zu vermitteln. Nebst dem Umgang mit modernen Maschinen ist es wichtig, die manuellen Fertigkeiten und ein Gespür für das Aussergewöhnliche nicht aus den Augen zu verlieren. «Im Rückblick auf die Zeit des Lockdown», so Kläusler, «hatten wir ja genügend Zeit zum ‹Sitzen und Liegen› und auch in der Politik wurden die Sitze im Grossratsssaal vergeben.»

Mit einem Augenzwinkern auf die bevorstehenden Wahlen in Amerika stellte er fest, dass von den Lernenden hierzulande fachliches Verständnis und ein gewisses Niveau erwartet werde, was mit Applaus quittiert wurde.

Hohes Niveau
Von den 60 eingereichten Arbeiten wurden neun mit dem 1. Rang belohnt. Mit dem 2. Rang wurden 19 Arbeiten bedacht und 32 belegten den 3. Platz.

Spezialpreis für Ria Burgherr
Den fünf Jurysiegern wurde ein wertvoller Stechbeitel mit graviertem Holzsockel überreicht. Einen Spezialpreis durfte Ria Burgherr (Reitnau) aus den Händen von Daniel Wehrli (Küttigen), dem Präsidenten von Pro Holz Aargau, entgegennehmen. Die Lehrtochter der Häfliger Innenausbau AG in Reitnau errang auch den Sieg in der Kategorie Schreinerjury. Noch offen ist der Sieger der Publikumsjury, ihm winkt ebenfalls ein Sonderpreis. Die Ausstellung ist beendet.

Nun muss noch Reitnau entscheiden

Nun muss noch Reitnau entscheiden | Der Landanzeiger

Mehr als 100 Reitnauer lauschten auf angemessener Corona-bedingter Bestuhlung in der Mehrzweckhalle den Ausführungen der kantonalen Experten für Hochschwasserschutz, Revitalisierung und Melioration. Die Informationsveranstaltung bringt Klarheit über das Meliorationsvorhaben im Oberen Suhrental.

«So günstig kommen wir nie wieder zu einer Melioration», lautete der Appell von Gemeinderat Peter Hochuli. «Das Geld ist das eine, die Sicherheit die andere.» Wie es mit dem Hochwasserschutz aussieht, erläuterte Markus Zumsteg, Sektionsleiter Wasserbau im Kanton. Das als Jahrhundertprojekt zum Schutz von 600 gefährdeten Gebäuden und 18 Brücken mit Errichtung eines Rückhaltebeckens und einer Revitalisierung der Suhre wird auf 26.35 Mio. Franken geschätzt.

Bei der Bewilligung der Modernen Melioration spart allein Reitnau 2.4 Mio. Franken. Nebeneffekte sind Aufwertung des Lebensraums und Landschaftsbildes. Mit Neumodellierung der Landschaft im Zuge von Hochwasserschutz und Revitalisierung könne enorm gespart werden, sagte auch Matthias Müller, Leiter Landwirtschaft Aargau. In den nächsten 20 Jahren müssten sonst nach und nach Rohre ersetzt werden. Das Flickwerk würde das dreifache ausmachen. Vor allem wisse man nicht, wann welche Kosten anfallen.

Was passiert mit Biberdämmen?
Fragen aus den Reihen der Bevölkerung thematisierten den Schiesslerbach, den Umgang mit Biberdämmen, den Tausch von Flächen mit biologischem Anbau sowie die Finanzierung. Lösungen sind von Fall zu Fall angedacht. Gemeinderat Peter Hochuli beruhigte indes die Gemüter. «Wunschtage» erlauben den Landbesitzern, ihre Vorstellungen beim Flächentausch vorzubringen. Diskutiert wurde zudem die Situation auf Luzerner Gebiet, denn von dort würde das Wasser kommen. Öffentliche Auflagen und direkte Einflussnahme stützen den demokratischen Prozess. Um das Vorhaben juristisch auf die Beine zu stellen, gründen die Landbesitzer der Gemeinden Moosleerau, Staffelbach und Reitnau inkl. Attelwil eine Genossenschaft.

Man darf gespannt sein, wie Hochwasserschutz, Revitalisierung und Melioration sich mit einem Gesamtvolumen über 8.27 Millionen Franken für den Perimeter Reitnau entwickeln, davon 7 Millionen Franken für die Moderne Melioration. Auf den Ortsteil Reitnau entfallen 1,625 Millionen Franken. Den Rest übernehmen Bund, Kanton und Grundeigentümer. Das sei eine Investition für die nächste und übernächste Generation, wurde erklärt.

Attelwiler stimmen nur für Reitnau ab
Am 14. September stimmen die Reitnauerinen und Reitnauer an der Gemeindeversammlung über die Durchführung der Modernen Melioration ab. Dabei kommt es zur eigenartigen Situation, dass die Stimmberechtigten im Ortsteil Attelwil ein zweites Mal über die Melioration abstimmen, ohne dass der Entscheid sie selber betrifft.

Attelwil hat nämlich noch vor der Fusion mit Reitnau die Durchführung der Melioration beschlossen. Sollte die Gemeindeversammlung die Vorlage im September ablehnen, findet die Melioration im Ortsteil Attelwil dennoch statt – unter der Regie der Gesamtgemeinde, die für die Folgeaufgaben verantwortlich ist.

Nach Notlandung im Maisfeld mit Heli abtransportiert

Nach Notlandung im Maisfeld mit Heli abtransportiert | Der Landanzeiger

Ein geplanter Alpenrundflug nahm am Sonntag eine dramatische Wende und führte zu einer Notlandung in einem Maisfeld bei Reitnau. Verletzt wurde niemand. Es entstand nur Sachschaden. Das Flugzeug wurde am Dienstagmorgen mit einem Hubschrauber zurück aufs Birrfeld geflogen.

Nach Notlandung im Maisfeld mit Heli abtransportiert | Der Landanzeiger
Nach Notlandung im Maisfeld mit Heli abtransportiert | Der Landanzeiger

Ein Pilot startete am Sonntag zusammen mit einer Passagierin zu einem Alpenrundflug ab dem Flugplatz Birrfeld. Über dem Suhrental stellte plötzlich der Motor ab. Weil es nicht für eine Landung auf dem Flugplatz Triengen reichte, entschied sich der Pilot für eine Notlandung auf einem Feld in Reitnau. Bei der Landung am Ende eines Maisfelds brach das Bugrad ab und der Propeller wurde verbogen. Verletzt wurde niemand. Nach ersten Untersuchungen der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle und der Kantonspolizei wurde das Flugzeug am Dienstagmorgen mit einem Hubschrauber zurück ins Birrfeld geflogen.

Linda Stadtmann ersetzt Heinz Wölfli als Gemeindeschreiber

Freut sich auf ihre neue Aufgabe in Reitnau: Die Gemeindeschreiberin Linda Stadtmann | Der Landanzeiger

Der Gemeinderat Reitnau hat Linda Stadtmann-Christen (34), wohnhaft in Oftringen, als neue Gemeindeschreiberin gewählt. Sie ersetzt Heinz Wölfli, der nach fast 40 Jahren als Schreiber von Reitnau, Ende Mai in Pension geht. Linda Stadtmann tritt ihre Stelle am 1. Juli an.

Wer sprachengewandt ist und sich mit der Suhrentaler Gemeinde Reitnau befasst, der kommt an den fast gleich klingenden englischen Ausdrücken «write now» (schreib jetzt) oder «right now» (sofort jetzt) kaum vorbei. Das erging auch Linda Stadtmann (34) im Zusammenhang mit ihrer Bewerbung als Gemeindeschreiberin von Reitnau nicht anders. «Ab Juli heisst es für mich ‹write now in Reitnau›», sagt sie mit grosse Vorfreude.

Gefüllter Rucksack
Linda Stadtmann startete ihre berufliche Laufbahn 2002 mit einer KV-Lehre bei der Stadtverwaltung Zofingen. Danach wechselte sie in die Privatwirtschaft, doch es zog sie bald wieder zur Gemeindeverwaltung zurück. Genauer gesagt auf die Einwohnerkontrollen von Brugg, Suhr und Obersiggenthal.

«In dieser Zeit war ich auch einige Jahre Vorstandsmitglied im Verband Aargauer Einwohnerdienste (VAE)», sagt die neue Gemeindeschreiberin von Reitnau. Seit letztem Jahr ist sie nebenamtlich Dozentin des VAE und hilft bei der Ausbildung des Fachpersonals für Aargauer Einwohnerdienste mit. Hauptberuflich wechselte sie vor einigen Jahren von Obersiggenthal nach Murgenthal und lernte dort die Fachbereiche Bauverwaltung und Kanzlei kennen. Die neuen Aufgabengebiete motivierten sie, eine weitere Ausbildung zu machen. «In diesen Tagen schliesse ich die Weiterbildung zur Gemeindeschreiberin an der Fachhochschule Nordwestschweiz ab», sagt Linda Stadtmann.

Leistet Feuerwehrdienst
Die 34-Jährige ist seit sechs Jahren verheiratet und wohnt mit ihrem Mann zusammen in Oftringen. Beide engagieren sich in der Feuerwehr Oftringen, sie bei der Sanität, er im schwarzen Dienst. Noch weiss die neue Schreiberin nicht, ob ihr dies im Zusammenhang mit der neuen Stelle weiterhin möglich sein wird. Ihr Garten, gemeinsames Kochen und Essen, sowie wandern gehören ebenfalls zu ihren Hobbys.

Gerne hätte sie die Reitnauer Bevölkerung anlässlich des Dorfjubiläums näher kennengelernt, doch die Coronapandemie hat ihr einen Strich durch die Rechnung gemacht. «Ich bin aber überzeugt, dass es noch genügend Möglichkeiten gibt, sich kennenzulernen», sagt Linda Stadtmann. «Ab 1. Juli steht die Türe zur Gemeindekanzlei jedenfalls allen offen.»

Spektakel im Glutofen

Bergrennen Reitnau 2019 | Der Landanzeiger

Schon früh am Sonntagmorgen war klar, dass dies für alle eine harte Sache werden wird. Es war schon heiss, als der Starter Walter Gigli die ersten Rennfahrer zu ihren Trainingsläufen auf die Strecke schickte.

Am Ende waren es wieder die üblichen Verdächtigen die die drei schnellsten Zeiten fuhren: Eric Berguerand brannte mit 47.22 Sekunden für die 1.6 Kilometer lange Strecke erneut einen Streckenrekord in den Reitnauer Teer. Der Oberdiessbacher Marcel Steiner erkämpfte sich den 2. Platz und 3. wurde Thomas Amweg, der vor den Augen seines Vaters Fredy (die Reitnauer Rennsport-Legende schlechthin) erstmals die 50-Sekunden-Marke unterbot.

Einige der Piloten übertrieben ein bisschen. Sie crashten ihre Rennwagen und sie benötigen wohl mehr als eine Nachtschicht, um diese wieder renntauglich hinzukriegen.

Der aus Italien angereiste Stargast Loris Rosati bot eine Supershow. Blitzartig war er der Liebling der Zuschauer.

Thomas Kohler zog ein positives Fazit. «Wenn es einem Veranstalter gelingt, einen Renntag bei so schweren Bedingungen für die Piloten, die Funktionäre, den Staff, die mitmachenden Vereine und die Zuschauer problemlos über die Bühne zu bringen, dann leuchten auch bei ihm am Abend die Augen. Für mich ist wichtig, dass sich keiner der Crashpiloten verletzt hat, auch sonst alles rund lief und besonders gefreut habe ich mich über die Frage unseres Stargastes ob er im kommenden Jahr wieder nach Reitnau kommen darf!»