Schöftler Schulbänke für Sansibar

Stefan Rüdlinger | Der Landanzeiger

Eine junge Gruppe aus Schöftland und Holziken hat letztes Jahr den Verein «kila kitu fresh» gegründet. Dieser bietet im August, September und Oktober erstmals drei Workcamps an mit jungen Schweizer Handwerkern, die in Sansibar zusammen mit einheimischen Handwerken Schulbänke zimmern, Dächer ausbessern und das Stromnetz reparieren.

Bei seinem ersten Besuch in Sansibar vor zwei Jahren hat Stefan Rüdlinger gesehen, wie rund 100 Schülerinnen und Schüler in einem Raum auf dem Boden sitzend unterrichtet werden. Schnell wurde ihm klar, den öffentlichen Schulen in Sansibar fehlt es an einfachen Sitz- und Schreibmöglichkeiten, Dächer sind undicht und es regnet auf die elektrischen Anlagen. Dies ist ein untragbarer Zustand.

Der 25-jährige Schöftler war nicht ganz zufällig auf der afrikanischen Insel. «Ich suchte eine Herausforderung, wo ich mit meinem Handwerk etwas Nützliches tun kann», erklärt Rüdlinger seine Motivation. Er kam in Kontakt mit Theres Bärtschi von der internationalen Nichtregierungsorganisation Service Civil Organisation (SCI). Jedes Jahr bietet SCI weltweit rund 1000 Workshops in 90 Ländern an.

Workcamp in Sansibar für junge Schweizer Handwerker
Für den Schöftler war klar, dass er auf Sansibar einen solchen Workshop auf die Beine stellen möchte mit jungen Handwerkern aus der Schweiz und aus Sansibar als aktive Teilnehmende. Ziel ist, dass die Infrastruktur von öffentlichen Schulen Sansibars verbessert wird. Dafür hat er den Prototyp eines Schulbanks gezimmert, welcher im Workshop gebaut werden soll. 21 davon braucht es pro Klassenzimmer. «Es geht aber nicht nur um Schulbänke», betont Stefan Rüdlinger, «wir reparieren auch, wo nötig, die Dächer der Schulen und verbessern das Stromnetz.»

Im letzten Jahr wurde sein Projekt konkret. «Mit meinem Bruder und Jurastudenten Robert, der Freundin und Pädagogikstudentin Catja und dem Freund und Verleger Enrico gründeten wir den Verein «kila kitu fresh», mit dem Ziel, die interkulturelle Bildung in Sansibar zu verbessern.» Auf Swahili bedeutet «kila kitu fresh» umgangssprachlich «alles wird gut».

Das Workcamp durfte er vor einem Jahr an der Berufsschule Lenzburg den Abschlussklassen vorstellen. «Viele junge Handwerker suchen für die Zeit nach der Abschlussprüfung und vor dem Militär eine solche oder ähnliche Herausforderung», erklärt Rüdlinger.

Und tatsächlich meldeten sich genügend junge Handwerker aus der Schweiz für das Workcamp. Dank der Hilfe von SCI und einer Freiwilligenorganisation vor Ort in Sansibar werden auch junge einheimische Handwerker am Camp mitmachen. Aktuell ist Stefan Rüdlinger mit den Planungsarbeiten voll beschäftigt. Wegen des Coronavirus muss der Juli-Workshop in den Oktober verschoben werden.

Seine ehrenamtliche Arbeit leistet der Schöftler neben seinem 80%-Pensum als Zimmermann bei der Zubler AG Holzbau in Hunzenschwil.

Eine «Karma-Investition»
Angesprochen auf die Frage, ob er mit seiner ehrenamtlichen Tätigkeit irgendwann mal Geld verdienen möchte, antwortet Stefan Rüdlinger kurz und bündig: «Es ist für mich eine Karma-Investition!»

Unterstützung per Crowdfunding 
Der Verein «kila kitu fresh» setzt sich ein für die interkulturelle Bildung in Sansibar. Auf der Afrikanischen Insel wird der Verein im August, September und Oktober Workshops anbieten. 
Infos unter www.kilakitufresh.com
Wer das Projekt finanziell unterstützen möchte, kann dies tun unter: www.crowdify.net/kila-kitu-fresh 

179 Eingaben: Gegenwind für Teiländerung

Gegenwind für Teiländerung | Der Landanzeiger

Der Planungsprozess zur «Teiländerung Nutzungsplanung Mühleareal/Hegmatte» nimmt wieder Fahrt auf: Die Auswertung der schriftlichen Eingaben aus der öffentlichen Mitwirkung ist abgeschlossen. 179 Eingaben sind eingegangen. Auch im weiteren Verfahren soll die Bevölkerung aktiv eingebunden werden.

Der Entwurf der Teiländerung Nutzungsplanung wurde der Bevölkerung von Schöftland am 11. November des letzten Jahres an einem öffentlichen Infoabend vorgestellt und vom 22. November 2019 bis 21. Februar 2020 für die öffentliche Mitwirkung aufgelegt. In dieser Zeit gingen bei der Gemeinde 179 Eingaben ein, wie der Gemeinderat Schöftland, Aargau Verkehr und der Kanton Aargau in einem gemeinsamen Schreiben mitteilen. Die 139 ablehnenden Eingaben (136 davon sind weitgehend identische Schreiben) begründen ihre Kritik mit dem Grundsatz des schonenden Umgangs mit dem Boden und der Befürchtung einer hohen Lärmbelastung durch die Bahn. Zudem könne, so die Projektgegnerschaft, auch im Ortszentrum eine gute Lösung für die Anlagen gefunden werden, heisst es im Schreiben weiter.

Bei den 35 zustimmenden Eingaben (29 davon sind fast identische Schreiben) stehen die Aufwertung des Ortszentrums und die hochwertige Innenentwicklung im Vordergrund. Den Bau der Bahninfrastrukturanlagen im Mühle-areal schliessen sie grundsätzlich aus, weil diese das wertvolle Ortsbild der Gemeinde beeinträchtigen und sich das zentral gelegene Areal für eine hochwertige Innenentwicklung eignet. Die Naturschutzzone in unmittelbarer Nähe zum Zentrum würdigen alle Parteien als Mehrwert für Mensch und Natur.

Der Kanton hat sich in seiner Vorprüfung deutlich für den Bau der Depot- und Werkstattanlagen in der Hegmatte sowie die hochwertige Entwicklung des Mühleareals für Wohnzwecke ausgesprochen und begrüsst deshalb die vorgeschlagene Teiländerung Nutzungsplanung.

Zuerst entscheidet Schöftland, dann der Grosse Rat
Da die Zentrumsentwicklung für die Gemeinde von grosser Bedeutung ist, soll darüber zunächst auf kommunaler Ebene entschieden werden, heisst es in der Mitteilung weiter. Erst anschliessend wird im kantonalen Richtplan der Standort des Bahndepots festgelegt. Diesem in der Mitwirkung geforderten Vorgehen haben auch die zuständigen kantonalen Stellen und die grossrätliche Kommission zugestimmt.

In die weitere Planung einfliessen wird auch die vorgesehene Beurteilung durch die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK), die sich zu den Auswirkungen des Vorhabens auf das Ortsbild von nationaler Bedeutung äussern wird. Die Gemeindeversammlung vom 26. Juni und die von der Initiative «Überlagerung der Hegmatte mit einer Landschaftsschutzzone» verlangte ausserordentliche Gemeinversammlung müssen aufgrund der Corona-Bestimmungen abgesagt beziehungsweise verschoben werden.

Im August laden der Gemeinderat, der Kanton und die AVA alle Schöftlerinnen und Schöftler zur Informationsveranstaltung mit öffentlichem Dialog ein. Mit einem Modell wird dabei die Entwicklung anschaulich dargestellt.

Abstimmung im Frühling 2021
Die öffentliche Auflage der Teiländerung Mühleareal/Hegmatte ist im Oktober geplant. An einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung im Frühling 2021 soll die Vorlage zur Abstimmung kommen, heisst es in der Mitteilung von Gemeinden, Aargau Verkehr und dem Kanton Aargau abschliessend. 

Schulleben von Lockdown bestimmt

Vor dem Eingang zur Schulverwaltung: Schulleiter Dino Carpanetti Schulleiter Schöftland sieht dem Ende des Lockdowns mit Zuversicht entgegen | Der Landanzeiger

Die Schule Schöftland beherbergt vom Kindergarten bis zur Bezirksschule alle Klassen mit rund 650 Schülerinnen und Schülern. Seit 1. August 2019 ist Dino Carpanetti (51) Schulleiter in Schöftland. Der Schulbetrieb leidet derzeit unter der Corona- Krise und verläuft alles andere als normal. Ein Fazit über die bisherige Zeit an der grössten Schule im Suhrental ist überfällig.

Dino Carpanetti, Covid-19 hat das Schulleben schlagartig verändert, wie haben Schülerinnen und Schüler den Fernunterricht zu Corona-Zeiten aufgenommen?

Dino Carpanetti: Die Situation ist für alle neu. Die Lehrpersonen fertigten zum Beispiel Videos an, machten sich mit der digitalen Kommunikation vertraut und erstellten eigene Homepages. Beide Seiten müssen sich in herausfordernden Zeiten mit kaum praktizierten Methoden und Werkzeugen auseinandersetzen. Die Schule stellt das Lernmaterial zu Verfügung, gibt die Strukturen vor, macht Erklärungen, bietet Unterstützung und korrigiert das Erarbeitete. Insbesondere die Kindergartenkinder und die Schülerinnen und Schüler der Primarschule holen das Material in der Schule ab und bringen die erledigten Aufgaben wieder zurück.

Der Austausch zwischen Lehrpersonen und Oberstufenschülern mit Mircosoft-Teams funktioniert recht gut. Wie sich der Fernunterricht auf den verschiedenen Stufen auswirkt, ist zurzeit noch nicht einschätzbar. Auf jeden Fall freuen wir uns auf den Tag, an dem die Kinder und Jugendlichen wieder vor Ort in den Unterricht kommen.

Mit welchen Herausforderungen sehen Sie sich in Schöftland darüberhinaus konfrontiert?

Schöftland ist eine Zentrumsgemeinde, die Aufgaben sind vielfältiger, als das vielleicht an anderen Schulen der Fall ist. Die Vernetzung mit den umliegenden Gemeinden und Schulen ist herausfordernd und bereichernd zugleich.

Die Schule Schöftland befindet sich in einer spannenden Entwicklungsphase. So sind nicht nur der neue Aargauer Lehrplan und die neue Ressourcierung umzusetzen, sondern auch die Integration der Kreisschule Oberstufe Oberes Suhrental (KOOS), das Konzept der Informatikmodernisierung, der Neubau des Kindergartens und die Neuorganisation der Schulverwaltung.

Und das schaffen Sie alles alleine?

Nein, natürlich nicht. Ohne dem tatkräftigen Einsatz von Philipp Hunziker, Schulleitung Primar und Kindergarten, und Markus Widmer, Schulleiter Oberstufe, sowie der Schulverwalterinnen und allen anderen Mitarbeitenden der Schule wäre es nicht möglich, die anstehenden Projekte umzusetzen. Trotz des andauernden Lockdowns sind wir überzeugt, dass die Umsetzung der Projekte gelingen wird.

Was zeichnet die Schule Schöftland besonders aus?

Besonders erfreulich sind Begegnungen und die Unterstützung, die die Schule auf verschiedenen Ebenen erleben darf, sei es mit dem Gemeinderat, den Mitarbeitenden der Gemeinde, der Schulpflege, dem Hauswartteam oder der Regionalpolizei. Ich möchte aber auch erwähnen, dass ich seit meinem Amtsantritt eine sehr aktive Schülerschaft kennenlernen durfte. Mein besonderer Dank gilt allen Eltern, die sich in dieser herausfordernden Zeit im Umgang mit dem Coronavirus einsetzen und unsere Bemühungen unterstützen.

Dino Capanetti

Dino Carpanetti (51) hat schon einiges erlebt in seiner Karriere: Erteilung Oberstufenunterricht in Safenwil von 1992 bis 2010, Schulleiter an der Kreisschule Safenwil-Walterswil von 2001 bis 2009, Mitarbeiter der Externen Schulevaluation an der Fachhochschule Nordwestschweiz, Inspektor/ Schulaufsicht im Departement Bildung, Kultur und Sport im Kanton Aargau von 2013 bis 2019. Im gleichen Jahr war er noch Gesamtschulleiter ad Interim in Zofingen. Von 2013 bis 2017 gehörte er dem Gemeinderat Walterswil an. Seit 1. August letzten Jahres ist Dino Carpanetti nun Schulleiter in Schöftland.

«Vom ersten Schock habe ich mich erholt»

Geschäftsführer Rolf Häfeli sitzt alleine im Saal 1, dem grössten Kinosaal im Schöftler Cinema 8 | Der Landanzeiger

Kein Kinobetrieb, alle Restaurants und Bars geschlossen, kein Bowling. Die Corona-Krise trifft den grossen Schöftler Kinokomplex Cinema 8 hart. Seit rund einem Monat ist der ganze Betrieb inklusive dem Hotel geschlossen. Doch jammern mag Rolf Häfeli nicht. Der Geschäftsführer will nach dem ersten Schock lieber nach vorne schauen – und er nutzt die Zeit für nötige Renovierungsarbeiten.

21 Jahre alt wurde Cinema 8 Anfang April. Doch die geplante Feier mit einem tollen Filmprogramm fiel ins Wasser. Seit rund einem Monat ist Cinema 8 geschlossen. «Das war zuerst einmal ein Schock», gesteht Rolf Häfeli, denn seit 21 Jahren läuft hier der Betrieb an sieben Tagen die Woche, 365 Tage lang, mit nur ganz wenigen Ausnahmen.

Im grossen Eingangsbereich des Cinema 8 herrscht derzeit gähnende Leere, das Mexikanische Restaurant (links) wird derzeit renoviert, die Tische und Stühle sind im Bildhintergrund gestapelt | Der Landanzeiger
Im grossen Eingangsbereich des Cinema 8 herrscht derzeit gähnende Leere, das Mexikanische Restaurant (links) wird derzeit renoviert, die Tische und Stühle sind im Bildhintergrund gestapelt

Das Cinema 8 ist sehr gut ins Jahr 2020 gestartet. «Der Lockdown hat uns abrupt den Boden unter den Füssen weggezogen », erklärt der Geschäftsführer. «Vom ersten Schock habe ich mich erholt und nun gilt es, den Betrieb wieder in Bewegung zu bringen.» Nach einem Monat Stillstand ist Rolf Häfeli gefasster. Theoretisch dürfte einzig das Hotel noch offen sein. Doch im Cinema 8 sind alle Bereiche miteinander verbunden: das Kino, die Gastronomie, das Bowling, die Hausbrauerei, das Hotel – nur einen Bereich offen zu halten, ohne das grosse Ganze, macht keinen Sinn.

Die 104 Angestellten sind fast alle zu Hause. Wie viele Monate Stillstand es leiden mag, bis der Betrieb existenzielle Probleme bekäme, vermag Rolf Häfeli nicht abzuschätzen: «Uns hilft derzeit die Kurzarbeitsregelung sehr, darüber hinaus wurde unserer Branche Hilfe in Aussicht gestellt vom Dachverband Pro Cinema und vom Kanton Aargau.» Rolf Häfeli nutzt den Stillstand: Aktuell werden das Mexikanische Restaurant gleich beim Haupteingang und andere Bereiche einer kräftigen Renovation unterzogen. Der Bau der grossen Karthalle nebenan hingegen wurde zurückgestellt. Dafür gibt es Pläne für eine grössere Renovation des ältesten Teils im Cinema 8: Der legendären «Kino Bar» und dem allerersten Saal, dem heutigen Kino 4.

Eine baldige Wiedereröffnung, das wäre für Rolf Häfeli und für das Cinema 8 das, was man «grosses Kino» nennt. Wann das sein wird, steht bis jetzt noch in keinem Drehbuch.

Anhänger angezündet

Im Anhänger brannten Antifrostnetze, die Polizei vermutet Brandstiftung | Der Landanzeiger

Eine unbekannte Täterschaft setzte vergangene Nacht bei Schöftland einen Anhänger, beladen mit Antifrostnetz, in Brand. Dieser brannte komplett aus. Die Polizei sucht Augenzeugen.

Eine Patrouille der Regionalpolizei Zofingen entdeckte auf ihrer Patrouillenfahrt am Montag, 20. April kurz nach Mitternacht einen Brand eines Anhängers in Schöftland im Gebiet Peukmattweg. Die Feuerwehr wurde umgehend aufgeboten welche den Brand löschen konnte. Der Anhänger brannte jedoch komplett aus.

Sofort war klar, dass Brandstiftung im Vordergrund liegen dürfte. Die Umstände wiesen darauf hin, dass die Täterschaft die Ladung, Antifrostnetz für Lauch, angezündet haben dürfte. Eindeutige Erkenntnisse über das Motiv liegen nicht vor. Es entstand ein grosser Sachschaden. Die Kantonspolizei Aargau hat ihre Ermittlungen aufgenommen.

Personen, welche Hinweise dazu machen können, sind gebeten, sich bei der Mobilen Polizei in Schafisheim (Telefon 062 886 88 88) zu melden.

In die neue Heimat geflüchtet

Ahmad Miri Schöftland | Der Landanzeiger

Der gebürtige Afghane Ahmad Miri (18) spielt beim SC Schöftland und wartet auf seinen ersten Einsatz mit dem Fanionteam in der Meisterschaft. Was Ahmad Miri aber in den letzten fünf Jahren sonst noch alles erlebt hat, bietet Stoff für ein Hollywood-Drama inklusive Happy End.

Die aussergewöhnliche Geschichte beginnt im Sommer 2015, als Ahmad Miris Vater für seinen Sohn in ihrer Heimat Iran keine Zukunft mehr sieht. Weil Miri keinen iranischen Pass besitzt, bleiben ihm viele Möglichkeiten wie zum Beispiel der Wechsel von der Grundschule in die Oberstufe verwehrt. Deshalb schickt Miris Vater seinen Sprössling alleine in die Schweiz, mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Über die Türkei, Griechenland, Mazedonien, Serbien und Österreich erreicht Ahmad Miri innert 40 Tagen die Schweizer Grenze. «Die grösste Gefahr war, dass ich unterwegs bedroht werde oder dass mich die Polizei fasst und in den Iran zurückschickt», erzählt Miri. Weil er beim Kauf eines Sandwichs in der Türkei und später in einem griechischen Park zufällig Kollegen trifft, ist Miri nicht ganz auf sich alleine gestellt. «Erst in Wien trennten sich unsere Wege, sie reisten in andere Länder weiter», sagt er.

Mit der Ankunft in der Schweiz stellen sich Ahmad Miri die nächsten Hürden in den Weg. Ohne ein Wort Deutsch zu sprechen, landet er im Asylheim in Buchs SG und wird später nach Aarau geschickt. Schnell vermisst er die eigene Familie. «Wenn ich sah, dass andere Kinder mit ihren Eltern spazieren oder essen gingen, war das schlimm. Ich war alleine, musste alles selber entscheiden und konnte niemandem von meinen Erlebnissen erzählen», sagt Miri.

Halt gibt ihm der Fussball
In der Schweiz versucht er, seinen Traum vom Profispieler zu verwirklichen. Nachdem Miri beim Probetraining die Verantwortlichen des FC Aarau nicht überzeugen kann, schliesst er sich dem FC Küttigen an. Sein Talent bleibt nicht unbemerkt: Schnell schafft Miri den Sprung in die erste Mannschaft, zudem darf er sich beim FC Basel zeigen. Aber auch dieser «Test» verläuft nicht nach Wunsch. «Nach einem nicht gegebenen Foul für mich war ich so frustriert, dass ich mich mit meinem Trainer anlegte», erzählt Miri. Unter der Dusche fragen ihn dann seine Mitspieler, was er sich dabei gedacht habe, sich mit Alex Frei zu streiten. Der Schweizer Rekordtorschütze war Miri damals kein Begriff, «und nach diesem Disput war meine Karriere beim FC Basel bereits wieder zu Ende».

Obwohl der Profi-Traum bisher nicht in Erfüllung ging, war der Fussball für Ahmad Miri das ideale Sprungbrett zur Integration in die Gesellschaft. Mittlerweile wohnt er bei einer Gastfamilie neben dem Brügglifeld in Aarau, spricht fliessend Deutsch und absolviert sein zweites Lehrjahr als Tiefbauzeichner mit Berufsmatur. Mit seiner Familie telefoniert er mindestens einmal pro Woche, eine Rückkehr in den Iran kann er sich aber nicht mehr vorstellen. «Die Schweiz ist meine neue Heimat», sagt Miri.

Geduld ist gefragt
Weil die Meisterschaft wegen des Virus unterbrochen ist, verzögert sich Ahmad Miris Debüt beim SC Schöftland nach seinem Wechsel in der Winterpause. «Er verfügt über interessante Anlagen im Angriff, hat defensiv und körperlich aber noch Defizite», sagt SCS-Sportchef Manuel Moor.

Neben den fussballerischen Qualitäten ist er auch vom Werdegang des talentierten Stürmers beeindruckt. «Jeder kann von Ahmad lernen. Er ist immer fröhlich und dankbar für das, was man ihm ermöglicht. Das sind Tugenden, von denen sich alle eine Scheibe abschneiden können», sagt Moor.

Auch wenn Ahmad Miri mit dem Wechsel in die 2. Liga inter seinem Traum etwas näher gekommen ist, verfolgt er sein Ziel nicht mehr bedingungslos: «Als ich in die Schweiz kam, hatte Fussball den gleichen Stellenwert wie die Schule. Jetzt ist es mein Hobby.» Andere Dinge seien jetzt wichtiger. «Ich möchte meine Ausbildung abschliessen. Was danach kommt, ist offen.»

Ihr Spezialist für Holzbau jeglicher Art

Reto Lehmann von Lehmann Holzbau | Der Landanzeiger

Der diplomierte Holzbau-Vorarbeiter Reto Lehmann hat im Sommer des letzten Jahres am Dreisteinweg 9 in Schöftland seine eigene Zimmerei eröffnet.

Der diplomierte Holzbau Vorarbeiter Reto Lehmann und sein Team können vom kleinen Gartenhaus bis zur Industriehalle alles realisieren. «Es macht mir grosse Freude, bei Projekten von der Beratung über die Planung bis hin zur Realisierung immer dabei zu sein», sagt Reto Lehmann. «Ich liebe meinen Beruf, denn dem Baustoff Holz sind kaum Grenzen gesetzt.» Das Motto seines Unternehmens: «Wir realisieren alle Ihre Wünsche, schnell, kompetent und hochwertig.»

Nach der Lehre als Zimmermann EFZ bei der Burgherr Moosersäge AG in Hintermoos liess sich Reto Lehmann zum Dipl. Holzbau-Vorarbeiter ausbilden. Vor der Gründung seiner eigenen Firma arbeitete er in einer Grosszimmerei im Kanton Bern. Zwischendurch weilte er mehrere Monate in Craivoa (Rumänien), wo er in einem caritativen Projekt den Holzbau eines Altersheims und eines Kindergartens leitete.

Der 27-jährige Zimmermann hat sich selbstständig gemacht, weil er seine Kunden gerne von der Idee bis zum fertigen Bauwerk begleitet und dafür auch die Verantwortung tragen will. Er und sein Team fertigen alle Holzbauten, Tragwerke, Konstruktionen und Elemente persönlich in der eigenen Zimmerei an. «Wir verbinden Tradition mit Moderne und legen grossen Wert auf sorgfältige, termin- und fachgerechte Ausführung aller Arbeiten», sagt Reto Lehmann. «Lassen auch Sie sich von der Faszination Holz inspirieren und von uns beraten. Wir setzen auch Ihr Projekt mit Freude und Leidenschaft und dem topmodernen Werkstoff Holz um.»

Kontakt

Holzbau Lehmann
Reto Lehmann
Dreisteinweg 9
5040 Schöftland

Telefon 079 278 00 06
info@holzbau-lehmann.ch
www.holzbau-lehmann.ch

«Das Zelt» als Festbühne fürs Jubiläum

800 Jahre Schöftle | Der Landanzeiger

Vor 800 Jahren wurde Schöftland erstmals urkundlich erwähnt. Dieses Jubiläum wird nun mit einem mehrtägigen Fest und einem abwechslungsreichen Programm gefeiert. Am Fest, bei dem die Bevölkerung im Zentrum steht, gibt es an allen Konzerten und Aufführungen Gratiseintritt.

«Aufgrund dieses Schriftstücks aus Pergament, feiern wir im August 800 Jahre Schöftle», sagt Vizeammann Thomas Buchschacher und zeigt auf eine Kopie einer Pergamenturkunde, die das Datum 15. Juli 1220 trägt und mit zwei Siegeln versehen ist. Im Schriftstück, das heute im Staatsarchiv Luzern liegt, wird Schöftland ein erstes Mal urkundlich erwähnt.

«Ebenfalls in die Geschichte eingehen soll das Fest zu »800 Jahre Schöftle», hofft OK-Präsident Thomas Buchschacher, der schon seit mehr als einem Jahr mit Teilen des siebenköpfigen OKs an den Festivitäten vom 19. bis 23. August dieses Jahres plant und organisiert.

Festplatz für 4000 Personen
Der zentrale Festplatz befindet sich neben der Bank Leerau und dem Alterszentrum und ist auf rund 4000 Personen ausgerichtet. Den Verantwortlichen ist es gelungen, nicht irgend ein Festzelt zu organisieren, sondern «Das Zelt» nach Schöftland zu holen.

Ursprünglich für die Landesausstellung «Expo.02» konzipiert, ist «Das Zelt» in den letzten Jahren zu einem festen Bestandteil des Schweizer Kulturlebens herangewachsen und schlägt auf ihren jährlichen Tourneen ihre Zelte an verschiedenen Standorten auf. «Im August nun auch für einige Tage in Schöftland», freut sich OK-Präsident Buchschacher.

Die verschiedenen Zelte sorgen dafür, dass die Gäste nicht nur das abwechslungsreiche Programm im Trockenen geniessen, sondern sich auch am -«Schärme» verpflegen können.

Gratistickets für Bevölkerung Dank der grosszügigen Unterstützung der Ortsbürger und der Gemeinde Schöftland, die das Fest mit dem Budget von rund 250’000 Franken finanzieren, kann die Bevölkerung alle Veranstaltungen gratis besuchen. Damit die Festivitäten im geordneten Rahmen ablaufen, wird zwischen Mai bis Juli den Schöftler Bürgern ein Ticketvorbezug auf der Gemeindeverwaltung angeboten. Die Resteintritte werden an den Festtagen vor Ort abgegeben.

OK-Präsident und Vizeammann Thomas Buchschacher | Der Landanzeiger
OK-Präsident und Vizeammann Thomas Buchschacher präsentiert eine Kopie der Urkunde, in der Schöftland vor 800 Jahren erstmals erwähnt wurde

Apéro, Berliner und neues Logo

Ofenfrische Berliner «3 für 2» | Der Landanzeiger

Beck Jürg Mathys hat sich aufgebretzelt und präsentiert pünktlich auf das 25-Jahr-Jubiläum ein neues Logo und einen neuen Auftritt im Internet. Darauf wurde am Samstag an einem Apéro vor dem Café Caprice angestossen. Das ganze Jahr über wird dieses Jubiläum mit besonderen Aktionen immer wieder gefeiert.

Im Jahr 1995 übernahm Jürg Mathys die Bäckerei Mathys und eröffnete Jahre später das heute gut besuchte Café Caprice. Am Samstag fiel der Startschuss zu einer ganzen Reihe von Festivitäten anlässlich des 25-Jahr-Jubiläums. «Wir feiern das ganze Jahr über», erklärt Jürg Mathys, als er am Samstagmorgen in bester Laune und bei strahlendem Sonnenschein die Gäste beim Apéro bediente und mit ihnen auf das Jubiläum anstiess. Gleichzeitig wurde das neue Logo eingeweiht. Es ist schlichter geworden und besteht aus einem grossen «mathys»-Schriftzug, einem Gipfeli und dem Untertitel «der genussmacher» – alles in Kleinschrift. Ebenfalls im neuen Look daher kommt der Mathys-Auftritt im Internet.

«Wir haben uns aufgebretzelt und sind zum Genussmacher geworden», bestätigt Jürg Mathys, der im Herzen Schöftlands ein Stockwerk unter dem Café mit insgesamt über 50 Mitarbeitenden alles produziert für Bäckerei, Konditorei, Confiserie und Catering.

Ähnliche Aktionen wie am Samstag, als feine Berliner in einer «3 für 2»-Aktion reissenden Absatz fanden, wird es das ganze Jahr über geben. Bis zum Schöftler Mai-Markt wird es einmal im Monat eine «3 für 2»-Aktion geben. Seit Montag gibt es feine Brownies «3 für 2». An Ostern dürfen sich die Kinder bei einem Malwettbewerb austoben. Beck Mathys weiss, wie der Hase läuft. Es wird bis heute viel Wert auf ein vielseitiges Sortiment gelegt, welches möglichst ohne zugekaufte Fertigprodukte auskommt. Mit viel Passion entstehen immer wieder neue Produkte, sehr zur Freude der treuen Kundschaft.

Jürg Mathys feiert Jubiläum | Der Landanzeiger
Jürg Mathys darf auf 25 Jahre anstossen