Neue Mobilfunkanlage für Uerkheim?

Neue Mobilfunkanlage für Uerkheim? | Der Landanzeiger

Die Salt Mobile AG will eine neue Mobilfunkanlage in Uerkheim bauen. Diese soll auf dem Gelände des Bauamtes errichtet werden. Dort steht bereits seit einiger Zeit das Bauprofil. Wie eine kleine Umfrage in der Anwohnerschaft der angrenzenden Bachstrasse zeigt, regt sich bis anhin kein Widerstand gegen das Bauvorhaben. Auch der Gemeindeschreiber Hans Stadler bestätigt, dass noch keine Einwendungen eingegangen sind. Uerkheim gehört zu den Dörfern, in denen es eine für Strahlenfragen hochsensibilisierte Bevölkerungsgruppe gibt: Die Antenne auf dem Dach des Schulhauses Hübeli sorgte vor zwei Jahren für Unruhe im Dorf. Zur Erinnerung: Nachdem die Antenne im Dorfzentrum dem Unwetter 2017 zum Opfer gefallen war, musste ein Ersatz her. Dafür ging zwei Jahre später ein Baugesuch ein. Es gab Dorfbewohnerinnen und -bewohner, die sich gegen die Swisscom-Antenne bzw. ihren Standort auf dem Schulhausdach aussprachen. Begründet wurde dieser damit, dass aufgrund seiner Höhe eine Abdeckung des ganzen Gemeindegebiets möglich wäre und sogar das Funkloch im Dorfteil Hinterwil gestopft werden könne.

Aufgrund des «emotionalen Themas» organisierte der Gemeinderat damals eine Infoveranstaltung und traktandierte das Thema an der Gemeindeversammlung vom 25. November 2019. Die Gmeind lehnte das Bauvorhaben ab. Schliesslich wurde die Antenne aber doch bewilligt; gegen den Beschluss der Gmeind war erfolgreich das Referendum ergriffen worden. Am 15. März 2020 wurde das Vorhaben an der Urne angenommen. Und am 24. August 2020 erteilte der Gemeinderat – nach Behandlung der Einwendungen – die Baubewilligung.

Fachspezialisten überprüfen die Einhaltung
Dass die Salt eine neue Mobilfunkanlage in Uerkheim bauen will, muss wohl daran liegen, dass sie das Gebiet aktuell noch schlecht abdeckt. Dass sie – ganz im Gegenteil zur Antenne auf dem Schulhausdach – an einer tiefen Stelle gebaut werden soll, liegt an den Plänen der Salt. «Es sind immer die Anbieter, die den Standort wählen – basierend auf ihrer Netzplanung, also was sie abzudecken gedenken», sagt Philipp Huber, Fachspezialist Lärm und nichtionisierende Strahlung (NIS) von der Abteilung für Umwelt des Kantons Aargau.

Die NIS-Fachspezialisten nähmen keinen Einfluss auf die Standortwahl, ergänzt er. Sie überprüfen lediglich die Einhaltung der Grenzwerte zum Schutz vor Strahlung. Gemein hat der Standort im Bauamt mit dem Schulhausdach, dass es sich um einen Ort mit empfindlicher Nutzung (Omen) handelt, also wo sich Menschen für längere Zeit aufhalten. An diesen Orten gelten strengere Strahlengrenzwerte – zehnmal niedriger hat der Bund bestimmt. Huber erklärt: «Je nach Art und Sendefrequenz der Anlage beträgt der einzuhaltende Anlagegrenzwert 4 bis 6 Volt pro Meter. Die Anbieter lassen sich in der Regel so viel Sendeleistung bewilligen, dass sie beim höchstbelasteten ‹Omen› den Anlagegrenzwert gerade noch einhalten.» Aus diesem Grund schliessen sich Anbieter heute selten zusammen; da die erlaubte Sendeleistung meist ausgeschöpft wird, und kein Raum besteht, um mit anderen zu teilen.

Es handelt sich nicht um adaptive Antennen
Interessant ist, dass die von der Salt geplante Mobilfunkanlage als höchste Frequenz 2,6 Gigahertz senden soll. Für die 5G-Technologie wird normalerweise das höchste Frequenzband um 3,6 Gigahertz verwendet. «Das heisst aber nicht, dass die geplante Anlage kein 5G-Signal senden wird», erklärt Huber. Denn man könne dies auch auf tieferen Frequenzen tun. Er ergänzt: «Aus dem mit dem Baugesuch eingereichten Standortdatenblatt ist lediglich ersichtlich, dass es sich nicht um adaptive Antennen handelt.» Das Baugesuch liegt seit dem 7. Oktober öffentlich auf und ist auf der Website der Gemeinde oder auf der Gemeindeverwaltung einsehbar. «Es liegt im Interesse der Gemeinde, dass das Dorf einen guten Handyempfang hat», sagt Gemeindeschreiber Hans Stadler. Die Auflage läuft bis zum 7. November. Während dieser Zeit können dem Gemeinderat Einwendungen eingereicht werden. Legitimiert ist, wer ein schutzwürdiges Interesse geltend machen kann.

Wieder vollzählig: Kirchgemeinde entgeht der Zwangsverwaltung

Wieder vollzählig: Kirchgemeinde entgeht der Zwangsverwaltung | Der Landanzeiger

Die reformierte Kirche Uerkheim hat eine weitere Kirchenpflegerin gefunden. Das ist eine gute Nachricht für die Mitglieder der Kirchgemeinde. Bei den Wahlen vom 25. September kandidierten drei Personen für die sieben Sitze. Sie alle wurden wiedergewählt. Es braucht aber mindestens vier Personen in der Kirchenpflege, damit die Kirchgemeinde handlungsfähig bleibt – ansonsten droht die Zwangsverwaltung durch einen Kurator.

Die Rettung heisst Andrea Lüscher. Markus Kappeler, der Kirchenpflegepräsident, sagt, er habe noch am Wahlsonntag erfahren, dass sie interessiert wäre, und hat Kontakt mit ihr aufgenommen. Danach habe Lüscher die zehn Unterschriften von Mitgliedern der Kirchgemeinde eingereicht, die nötig sind, um sich innert zehn Tagen nach den Wahlen für die Kirchenpflege zu melden. «Ich habe sie dann in einem persönlichen Gespräch kennengelernt», fährt der Kirchenpflegepräsident fort. Andrea Lüscher ist verheiratet und hat zwei Kinder im Vorschulalter. Die Familie ist seit rund sieben Jahren in Uerkheim wohnhaft. Da in den zehn Tagen keine weiteren Anmeldungen eingegangen sind, ist Lüscher in stiller Wahl gewählt. Somit ist die Kirchenpflege beschlussfähig. Isabelle Basler-Stutz, die am 25. September zwar nicht offiziell kandidierte, aber sieben Stimmen erhalten hat, ist laut Kappeler aufgrund einer privaten Angelegenheit in der Familie nicht kontaktiert worden. «Wir sind aber bestrebt, eine weitere Person zu finden», sagt er. Diese kann zu einem späteren Zeitpunkt noch gewählt werden – zum Beispiel an der Kirchgemeindeversammlung im November. Überdies wird sich der Kirchenpflegepräsident erneut für das Amt zur Verfügung stellen. Obwohl das Präsidium der Kirchenpflege vakant gewesen war, wurde Markus Kappeler am 25. September zu seiner Überraschung wiedergewählt. «Meine Kollegen sind froh, wenn ich diese Aufgabe wieder übernehme», sagt er.

Startschuss fürs Hochwasserschutz-Projekt

Startschuss fürs Hochwasserschutz-Projekt | Der Landanzeiger

Den Verpflichtungskredit für das Projekt hatte die Gemeindeversammlung von Uerkheim bereits am 26. November 2021 bewilligt: Das Vorhaben kostet die Gemeinde Uerkheim 2,35 Millionen Franken – das sind rund ein Viertel der Projektkosten. Als Bauherr ist der Kanton Aargau für den notwendigen Bruttokredit verantwortlich – diesen muss der Grosse Rat im Herbst dieses Jahres noch bewilligen. Hackl sagt: «Wir rechnen noch mit einer Subvention des Bundes und der Aargauischen Gebäudeversicherung.»

Das Hochwasserschutzprojekt ist in zwei Abschnitte unterteilt: Einer betrifft den Bau des Rückhaltebeckens mit einem Damm über den Talboden – westlich der Uerke, am südlichen Dorfrand. Der andere betrifft den Schutzausbau im Dorf. «Es ist aus Effizienzgründen sinnvoll, im Dorf auszubauen. Dadurch wird das Rückhaltebecken etwas kleiner», sagt Sebastian Hackl. Vorgesehen sind zwölf bauliche Massnahmen zur Sicherstellung des Hochwasserschutzes an bestimmten Stellen im Dorf, beispielsweise die Vergrösserung von Bachverläufen oder die Erhöhung von Brücken. «Es geht darum, die Kapazität vom Bachgerinne im Dorf zu erhöhen», erklärt Hackl.

Auch Bottenwil betroffen
Aufgrund des Vorprojektes und der Startsitzung wisse man zwar, wie das Projekt aussehe. «Es bleiben nun Detailfragen, die in den nächsten Wochen geklärt werden müssen», fährt Hackl fort. Im Anschluss könne das Projekt zur Genehmigung im nächsten Jahr aufgelegt werden. Die finanzielle Genehmigung erfolgt durch den Grossen Rat und die baurechtliche durch den Regierungsrat im Wasserbauverfahren. An der Startsitzung konnten laut dem Projektleiter Interessen vorgebracht werden: Diese betreffen die Kantonsstrasse, die angehoben und verschoben werden muss, die Fischerei, den Naturschutz sowie die beiden betroffenen Gemeinden, denn das Projekt entsteht auch auf Bottenwiler Boden.

Nebst der Vertreterin und den Vertretern der Gemeinden, des Kantons und von Pro Natura nahmen die Emch + Berger AG sowie die SKK Landschaftsarchitekten AG an der Startsitzung teil. Sie alle bilden die Gruppe, die das Projekt fortan vorantreibt. Die nächste Sitzung wurde für den 9. Dezember angesetzt. Der Baubeginn ist für das Jahr 2024 vorgesehen.

Suhrenbrücke zügelt von Moosleerau nach Uerkheim und wird dort zur Uerkenbrücke

Die ehemalige Suhrenbrücke lagert in Uerkheim | Der Landanzeiger

Aktuell liegt auf der Gemeinde Bottenwil ein Baugesuch für eine Radwegbrücke über der Uerke auf. Die Bauherrschaft hat allerdings die Nachbargemeinde Uerkheim inne, denn die Brücke betrifft ihr Hochwasserschutzprojekt. Zur Erinnerung: Uerkheim wurde in den letzten zehn Jahren mehrmals von Hochwasser heimgesucht. Nach dem Ereignis vom 10. Oktober 2012 arbeitete der Gemeinderat ein Hochwasserschutzprojekt aus, das in einer Referendumsabstimmung 2013 abgelehnt wurde. Dasselbe geschah 2015 mit einem zweiten Vorschlag.

Dann kam das gravierende Ereignis vom 8. Juli 2017: Das Wasser der Uerke überflutete den ganzen Talboden und richtete grosse Verwüstungen an. Im Nachgang zum fatalen Ereignis entschied der Gemeinderat, ein umfangreicheres Hochwasserschutzprojekt im Uerkental zu planen, diesmal unter der Federführung des Kantons.

Kosten für Uerkheim: 2,35 Millionen – Brücke ist gratis
Das Vorhaben wird die Gemeinde Uerkheim 2,35 Millionen Franken kosten. Es handelt sich um einen Dekretsbeitrag an den Kanton in der Höhe von 40 Prozent der Nettokosten. Ein weiteres, weniger gravierendes Hochwasserereignis am 24. Juni 2021 sowie eine Infoveranstaltung des Gemeinderats könnten dazu beigetragen haben, dass das Uerkner Stimmvolk zur Einsicht gelangte, dass es dringend Massnahmen braucht, weil sich solche Unwetter häuften.

Und so genehmigte die «Gmeind« am 26. November 2021 das dritte Hochwasserschutzprojekt. Es ist insofern umfangreicher, als es ein Rückhaltebecken mit einem Damm über den Talboden vorsieht, und zwar westlich von der Uerke, am südlichen Dorfrand, im Bereich der ehemaligen Rosenzucht.

Somit würde der Veloweg entlang der Uerke zukünftig bei Hochwasser überschwemmt werden. Er muss also verlegt werden: Neu soll er den Nebenfluss der Suhre überqueren. Auf der anderen Seite soll der Weg den Hang hinauf, dann den Waldrand entlang und schliesslich hinunter ins Dorf führen. Darum braucht es eine Brücke über dem Bach, für die nun das Baugesuch aufliegt. «Da die Radwegbrücke auf dem Gemeindegebiet von Bottenwil stehen wird, muss das Gesuch dort behandelt werden», erklärt Hans Stadler, Gemeindeschreiber von Uerkheim, bei einer Besichtigung vor Ort beim Weiher Chänelhölzli.

Mitten auf dem Feld steht seit einigen Tagen eine 18 Meter lange und 3 Meter breite Brücke, in unmittelbarer Nähe zu ihrem zukünftigen Standort. Es ist die ehemalige Suhrenbrücke, die Mooslerau mit Attelwil verband. Das mehrere Jahre alte Bauwerk aus Metall und Holz wurde für den Transport nur teilweise in seine Bestandteile zerlegt. «Die Wiederverwendung einer bestehenden Brücke soll Ressourcen sparen», sagt Stadler. Sie soll noch mindestens 50 Jahre überdauern. Laut dem Gemeindeschreiber wurde die Brücke zudem kostenlos zur Verfügung gestellt – die Gemeinde und der Kanton tragen lediglich die Kosten für den Transport und die Montage. Das sei günstiger als der Bau einer neuen Brücke.

Dass eine Brücke ihren Standort wechselt, ist eine seltene Angelegenheit. «Wir hatten das grosse Glück, dass die Suhrenbrücke genau zu diesem Zeitpunkt abgebaut wurde und auch noch passt», sagt Stadler. Darum sei das Baugesuch betreffend Brücke vorgezogen worden. Noch warte der Kanton das Ende der Auflagefrist am 25. Juli ab. Danach müsse die Brücke an ihrem neuen Platz montiert werden. «Wir dürfen keine Zeit verlieren: Wenn wir das Material zu lange auf dem Feld stehen lassen, könnte es Schaden nehmen», sagt Stadler.

Noch dieses Jahr soll ein weiteres Gesuch folgen, das mit hoher Wahrscheinlichkeit den ganzen Rest der baulichen Massnahmen zur Sicherstellung des Hochwasserschutzes umfassen wird. Der Baubeginn sei für das Jahr 2023 vorgesehen, und 2026 soll die letzte Etappe der Arbeiten zu ihrem Abschluss gebracht werden. Unter anderem muss auch die Kantonsstrasse angehoben und verschoben werden, damit sie künftig um den Damm führt. Ziel ist es, Wassermengen in der Grössenordnung eines 100-jährlichen Hochwassers abzuwenden.

Fast das ganze Land, auf dem der Damm gebaut werden soll, gehört der Gemeinde Uerkheim. Eine Parzelle ist im Besitz von Pro Natura Aargau – dort läuft seit zwölf Jahren ein Feuchtgebiet-Projekt. «Wir stehen betreffend Hochwasserschutzprojekt in Kontakt mit Pro Natura», sagt Gemeindeschreiber Peter Stadler. Das Ziel sei, mit dem Bau des Damms möglichst die Interessen des Naturschutzvereins nicht zu beschneiden.

Die Natur braucht unsere volle Unterstützung

Die Natur braucht unsere volle Unterstützung | Der Landanzeiger

Es kreucht und fleucht, zirpt und zwitschert, gedeiht und blüht heute wieder im Feuchtgebiet in Uerkheim. Vor zwölf Jahren sah es hier noch ganz anders aus. Damals wurde zwischen Bottenwil und dem Uerkenweiher das Bett der Uerke aufgeweitet. Im Rahmen der Renaturierung wurden zusätzlich Tümpel geschaffen und Drainagen entfernt, um die Wiedervernässung der Wiese zwischen dem Wald und der Uerke zu fördern. «Wir haben hier ein gutes Beispiel dafür, wie wir uns die Umsetzung der Initiative vorstellen», erklärt Matthias Betsche, der Geschäftsführer von Pro Natura Aargau.

Der Naturschutzverein hat zusammen mit dem Aargauischen Fischereiverband, Bird Life Aargau, dem WWF und dem Landschaftsschutzverband Hallwilersee die Gewässer-Initiative lanciert. «Der Kanton ist mit einer Studie zum Schluss gekommen, dass die bestehenden Feuchtgebiete nicht ausreichen, um die Biodiversität zu schützen», sagt Matthias Betsche. «Mit anderen Worten: Aktuell sterben trotz Schutzbemühungen lokale Tier- und Pflanzenarten aus.»

Laut der kantonalen Studie müssen rund 1000 Hektaren neue Feuchtgebietsflächen geschaffen werden. Die Gewässer-Initiative gibt Kanton und Gemeinden den Auftrag, diese erforderlichen Flächen zu schaffen. In den letzten 100 Jahren sind 90 Prozent der ursprünglichen Feuchtgebiete des Kantons Aargau durch Entwässerung und Urbarmachung verschwunden. «Das entspricht 14’000 Hektaren, also möchten wir nur einen Bruchteil davon wieder für die Natur aufwerten. Das sollte doch möglich sein», sagt Matthias Betsche. Er ergänzt: «Es besteht dringender Handlungsbedarf. Das zeigt sich am Beispiel, dass im Aargau nur noch an wenigen Orten gewisse Fischarten wie die Nase oder Vögel wie Kiebitze, Zwergdommeln und Bekassinen vorkommen.»

Amphibien sind auf Lebensräume angewiesen
In diesem Moment zischt ein Eisvogel über die Uerke. Ein Feuchtgebiet bildet für viele Tierarten einen Lebensraum. Sogar der Biber ist hier zuhause; ein angenagter Baumstamm ist Zeuge. «Die Renaturierung der Uerke war auch für Fische und die Amphibien hier von grosser Bedeutung», sagt Ulysses Witzig, Geschäftsführer von Creanatira, einem Tochterunternehmen von Pro Natura Aargau. Die Amphibien haben von der renaturierten Uerke, der wiedervernässten Feuchtwiese und den Tümpeln profitiert. «Für Amphibien ist es wichtig, dass Wasser- und Landlebensräume vernetzt sind, da sie im Laufe des Jahres beide brauchen», sagt Witzig und zeigt auf das Seggengras in der Wiese – ein klares Indiz dafür, dass die Stelle feucht ist. Zwischen dem Ufergehölz der Uerke, wo Dornensträucher wie zum Beispiel Kreuzdorn zusätzlich angepflanzt wurden, und dem Waldrand liegt eine saftige Wiese. Hier finden Mutterkühe geeignetes Futter.

Über die Hälfte ist Biodiversitätsförderfläche
Das Land hier bewirtschaftet Georg Dällenbach, ein Bio-Landwirt. «Viele Berufskollegen bezeichnen mich als ‹Blüemli-Puur›», sagt er und lacht. Für Dällenbach ist die Erhaltung und Förderung der Artenvielfalt ein wichtiger Aspekt seiner Tätigkeit und ein Standbein seines Betriebs. Er hat mit dem Kanton einen Vertrag zur Biodiversitätsförderung abgeschlossen. Darin sind bestimmte Bewirtschaftungsmassnahmen definiert. Wenn er sie einhält, erhält Dällenbach Direktzahlungen vom Staat.

Insgesamt ist über die Hälfte des von ihm bewirtschafteten Landes Biodiversitätsförderfläche – ein Anteil, der weit über dem staatlich vorgeschriebenen Minimalwert liegt, wie Ulysses Witzig bemerkt. Im Herbst wird das Gebiet eingezäunt und die Kühe von Dällenbachs Hof weiden hier. Ihr Mist dient den Pflanzen und Lebewesen vor Ort wiederum als eine Lebensgrundlage, ein kleinräumiger Kreislauf entsteht.

Mit der Gewässer-Initiative sollen weitere naturnahe Feuchtgebiete für einen besseren Schutz des Lebensraumes Wasser und für mehr Biodiversität sorgen. Mehr revitalisierte Gewässer sollen die ökologischen Folgen intensiv genutzter Flächen besser kompensieren. Zudem stellen revitalisierte Gewässer und intakte Feuchtgebiete einen besseren Hochwasserschutz dar. Matthias Betsche ist zuversichtlich, dass Pro Natura Aargau die nötigen Unterschriften bald zusammen bringt, um an der Urne über die Initiative abstimmen zu können.

Pfingstausfahrt der Traktoren

68 altehrwürdige Traktoren nahmen an der wiederbelebten Pfingstausfahrt teil. Werner Räss aus Staffelbach, der als Präsident während 14 Jahren die Ausfahrt durchgeführt hatte, übergab die Organisation an Peter und Theo Lüthy.

Die schlechten Wetterprognosen konnten die «echten» Traktorenliebhaber nicht von der traditionellen Pfingstausfahrt abhalten. 68 Schlepper aus der Region, aber auch aus den Kantonen Luzern und Solothurn fanden sich schon über eine Stunde vor der Abfahrt am Treffpunkt beim Firmensitz von Wilfried Fischer in Uerkheim ein.

«Es ist so schön, dass man sich wieder treffen und gemeinsam ausfahren kann», sagt Peter Lüthy, der zusammen mit seinem Bruder Theo die Organisation des Anlasses übernommen hatte.

Werner Räss aus Staffelbach, der die Pfingstausfahrt mit den landwirtschaftlichen Fahrzeugen bis ins Jahr 2019 mit grossem Engagement organisiert hatte, trat ins zweite Glied zurück. «Es freut mich sehr, dass die «Lüthy-Buebe» den Anlass nach Corona wieder haben aufleben lassen», sagt Werner Räss. Für ihn war es Ehrensache, seinen «Hanomag» speziell herauszuputzen und den Besenwagen der mehrstündigen Tour nach Pfaffnau und zurück nach Uerkheim zu bilden.

Vor der Abfahrt wurde Werner Räss unter dem grossen Beifall der Anwesenden zum Ehrenpräsidenten der Pfingstausfahrt ernannt. Der Tross war noch keine Viertelstunde unterwegs, als ein erstes Gewitter über die Region zog. Es sollte nicht das letzte Mal sein, dass sich die Fahrerinnen und Fahrer und ihre Passagiere, die mit wenigen Ausnahmen ohne Kabinen unterwegs waren, wasserfeste Kleider anziehen mussten. Absagen war keine Option, wie die Veranstalter, aber auch die Teilnehmenden mehrfach betonten. «Das tröchnet wieder», lachte der jüngste Teilnehmer (14) unterwegs.

Bei Stefan Flückiger in Brittnau gab es nebst einem feinen Apéro auch seine eindrückliche John-Deere-Sammlung zu bestaunen. Überhaupt war die Vielfalt an Traktoren riesig bei dieser Ausfahrt. Kaum eine Marke war nicht vertreten. Und zur Freude aller, fuhren auch zwei Frauen am Steuer mit

Neuester Trend: Grillieren mit Pellets

Neuester Trend: Grillieren mit Pellets | Der Landanzeiger

Mit dem Frühlingsfest startet Rüegger Holz in die neue Gartensaison. Im Familienbetrieb in Uerkheim findet man alles dafür und das meiste ist aus Schweizer Holz: klassische Sichtschutzwände, schöne Holzterrassen, grosse Tische, Bänke, Stühle, ganze Holzhäuser – alles für den Aussenbereich des Gartens. Exklusiv bei Rüegger Holz gibt es eine schöne Auswahl an Original-Strandkörben von der Ostsee- Insel Usedomn.

Eine weitere Spezialität des Uerkner Fachgeschäftes sind Kinderspielgeräte. «Diese stellen wir selbst her, natürlich aus Schweizer Holz», erklären Peter und Andrea Rüegger.

Neuester Trend: Grillieren mit Pellets | Der Landanzeiger
Alles für die Gartensaison: Kinderspielgeräte, Holzterrassen, Tische, Bänke, Stühle, Holzhäuser und vieles mehr bei Rüegger Holz.

Pellet-Grill per App steuern
Immer wieder gibt es bei Rüegger Holz tolle Neuigkeiten zu entdecken. In diesem Jahr ist es wohl der Grill, der nicht mit Holz, Gas oder Holzkohle befeuert wird, sondern mit Pellets. Rüegger Holz führt die High-Tech-Marke Broil King aus der Topliga der Grillhersteller. Was als erstes auffällt, ist die massive Bauweise und das grosse digitale Bedienelement. Beim Frühlingsfest wurde ein Sonntagsbraten auf dem Pellet-Grill ähnlich wie beim Smoker indirekt stundenlang auf die gewünschte Garstufe gebracht. Die Temperatur ist von 82 bis über 316 Grad frei und in kleinen Schritten einstellbar, was übrigens auch per Smartphone-App möglich ist. Die Gartensaison ist spätestens nach Rüeggers Frühlingsfest eröffnet.

Dorfbeck Kern hört nach 45 Jahren auf

Dorfbeck Kern hört nach 45 Jahren auf | Der Landanzeiger

Uerkheim verliert seinen Dorfbeck: Die Bäckerei-Konditorei Kern hat am Ostersamstag, 16. April ein letztes Mal geöffnet. Dann ist Schluss. Der Familienbetrieb, gegründet 1977, nennt wirtschaftliche und gesundheitliche Gründe. Die Liegenschaft an der Dorfstrasse 63 wird verkauft.

Für ihre selbstgemachten Osterhasen ist die Bäckerei Kern weitherum bekannt. Nun werden sie ein letztes Mal erhältlich sein. Uerkheims Dorfbeck gibt seine Schliessung per Ostersamstag, 16. April bekannt. «Aus wirtschaftlichen und gesundheitlichen Gründen», wie Geschäftsführer Daniel Kern erklärt. Wirtschaftlich war die Akquisition von Neukunden gegen die grösseren Mitbewerber und Grossverteiler immer schwieriger geworden. «Mit dem bestehenden Verdrängungskampf in der Bäckereibranche sind dies für einen Kleinbetrieb geringe Zukunftsaussichten», muss Kern ganz sachlich feststellen. Nebst den Familienangestellten, seiner Schwester Claudia Lüscher-Kern, die den Verkauf leitet und der Mutter Käthi, die immer noch fleissig hinter den Kulissen tätig ist, beschäftigt die Bäckerei Kern sechs weitere Angestellte. Der wachsende wirtschaftliche Druck wirkte sich negativ auf die Gesundheit aus.

Eine Ära geht zu Ende
Doch das ist nicht der einzige Grund für die Schliessung. In das Wohn- und Geschäftshaus an der Dorfstrasse hätte im grossen Stil investiert werden müssen. Aus all diesen Gründen entschied sich die Familie Kern für einen Schlussstrich. «Eine Ära geht zu Ende», titelt die Bäckerei in einem Schreiben an die Kundinnen und Kunden. Sie informieren darin: «Nach 45 Jahren als Dorfbeck in Uerkheim haben wir uns schweren Herzens entschieden, unsere Bäckerei-Konditorei nach dem Ostersamstag, 16. April 2022 für immer zu schliessen.» Dann endet, was im Jahr 1977 begann, als Hermann und Käthi Kern die Bäckerei damals noch im «Hübeli» gegründet hatten. Die Familie erinnert sich: «Das waren noch Zeiten, als wir beispielsweise die beiden Kölliker Autobahnraststätten mit Gipfeli, Brötchen, Brot, Cremeschnitten und Torten belieferten. Leider wurde dann unser Sortiment durch Angebote von zwei Fastfood-Ketten ersetzt.»

Dorfbeck Kern hört nach 45 Jahren auf | Der Landanzeiger
Auch das «Uerkner Grüessli» gibt es nur noch bis an Ostern.

Ein letztes «Uerkner Grüessli»
Bis Ostern bietet die Bäckerei-Konditorei Kern nochmals mit Herzblut all seine beliebten Spezialitäten: Das «Uerkner Grüessli», die Cremeschnitten, die gefüllten Makkaronen oder eben die selbstgemachten Osterhasen. Allfällige Gutscheine müssten bis am 16. April eingelöst werden.

Am Ostersamstag wird die Familie Kern den letzten Tag festlich gestalten, länger geöffnet haben und einen kleinen Ausverkauf von diversen Artikeln organisieren. Dann ist Schluss.

Andrea Röthlin-Kern, die ab und zu in der Familien-Bäckerei aushalf, wird weiterin den Treffpunkt-Dorfladen in Hirschthal führen. Sie sagt: «Für die Backwaren und Patisserie des Dorfladens muss ich einen neuen Lieferanten finden.» Etwas Spezielles aus der Bäckerei- Kern-Zeit hat sie jedoch schon heute für die Zukunft erhalten können: Sie bietet im Hirschthaler Dorfladen nach dem Originalrezept des «Uerkner Grüessli» ihres Bruders Daniel Kern ein «Hirschthaler Grüessli» an.

Kanton übernimmt Lead beim Hochwasserprojekt

Kanton übernimmt Lead beim Hochwasserprojekt | Der Landanzeiger

In Uerkheim wurde die Infoveranstaltung zum neuen Hochwasserschutzprojekt gut besucht. Das Thema ist am 26. November an der Gmeind traktandiert.

«Nach dem Jahrhundert-Hochwasser von 8. Juli 2017 sassen wir mit dem Kanton an den Tisch und beschlossen neue Wege», sagte Ammann Herbert Räbmatter, als er am Donnerstag die Infoveranstaltung zum Gmeindstraktandum «Sicherstellung des Hochwasserschutzes» eröffnete. Diese Wege führten nicht nur zu einem neuen Hochwasserprojekt, sondern auch zu einer neuen Federführung: Der Kanton hat den Lead übernommen. 2,35 Millionen Franken soll die Gemeindeversammlung am 26. November für das neue Projekt sprechen. Den Rest der Gesamtkosten von 9,76 Millionen Franken zahlen Bund, Kanton und Gebäudeversicherung.

Vorsorglich Land gekauft
Auf der Höhe der ehemaligen Rosengärtnerei Koller soll quer über den Talboden ein Damm gebaut werden, der ein Rückhaltebecken formt und 150’000 Kubikmeter Wasser aufhalten kann. Die Kantonsstrasse muss dazu ein Stück den Hang hinauf versetzt werden. Zudem müssen Brücken wie jene bei der Bergstrasse, der Hinterhubelstrasse, der Bachstrasse und bei der Metzgerei sowie die Metzgerei selber aus- oder neugebaut werden. Mehrere Parzellen Richtung Bottenwil, die durch das Rückhaltebecken überflutet würden, hat die Gemeinde in den letzten Jahren erworben. Die restlichen Parzellen gehören Landwirten, ihr Ausfall würde bei einer Überschwemmung entschädigt.

Gelingts im 3. Versuch?
Es steht viel auf dem Spiel. Nach der Ablehnung der beiden Vorgängerprojekte an der Urne ist es überaus wichtig, dass das dritte Projekt durchkommt. Nicht nur würde der Wille der Bewohner hinsichtlich des Hochwasserschutzes infrage gestellt – auch macht die Aargauische Gebäudeversicherung Hausbesitzern Druck. Einzelne mussten an ihren Liegenschaften bereits eigene Verbauungen anbringen. Entsprechend gross war das Interesse an der Veranstaltung. Um die 80 Personen hörten den Ausführungen von Gemeinderat und dem kantonalen Projektleiter Sebastian Hackl zu und stellten mehrere Fragen. Dabei spielte das Geld immer wieder eine Frage.

Der heutige Steuerfuss von 119 Prozent werde nicht erhöht, betonte Räbmatter. Es gäbe während dieser Dauer eine maximale Verschuldung von 500 Franken pro Einwohner. Nach Bauende des Projekts ab 2027 werde man die Projektkosten durch die Abschreibungen unvermeidlich spüren. «Unsere Kostenrechnung zeigt aber, dass wir das stemmen können.»

Die neue Tiertafel hilft, wenn Herrchen kein Futter mehr kaufen kann

Die neue Tiertafel hilft | Der Landanzeiger

Angelina Pulver hat in Uerkheim eine «Tiertafel» gegründet. Armutsbetroffene können dort fürs Haustier einkaufen.

Die vier Hunde sind aufgeregt. In diesem Uerkner Ladenlokal gibt es lauter Sachen, die sie kennen. Hundekissen, Leinen, Ballis und ein ganzes Regal voll Futter. Sie beschnüffeln alles, selbst die Säcke mit Katzenstreu, und springen an ihrem Frauchen Angelina Pulver hoch. Doch diese lässt sich nicht erweichen. Die Leckerli und Spielzeuge sind nicht für sie bestimmt. Alles, was die Hunde so aufmerksam beäugen, wurde gespendet. Auch Katzentüren sind darunter, Transportkörbe und Tierbücher. Gedacht sind sie für Menschen, die finanziell abgerutscht sind und kein Geld mehr für ihr Haustier haben. Am 1. September hat Angelina Pulver die Tiertafel Aargau gegründet. Vorbild ist der Verein Schweizer Tiertafel, der seit 2017 existiert. Zwar ist ihre tiertafel-ag.ch diesem nicht angeschlossen. Da sie die gespendeten Produkte in einem gemieteten Lokal anbietet, zahlen die Kunden ein kleines Entgelt. Die Schweizer Tiertafel gibt alles gratis ab. Aber der nationale Verein steht ihr mit Rat beiseite.


Tiere als Psychologen

Angelina Pulver ist 46. Sie wohnt mit Mann und Tochter in der Nähe des Uerkner Kirchleins, gegenüber den tierischen Mitbewohnern im Haus sind die drei Menschen aber in der Minderzahl. Neben den Hunden sind da noch Katzen, Schildkröten, Hasen und Rennmäuse. Tiere machen glücklich. In Deutschland, wo es Tiertafeln schon seit mehreren Jahren gibt, haben Freiwillige die Wirkung des Tiers als Psychologen schon längst erkannt. Wenn sich der Mensch in einer Krise befindet, dient ihm sein Haustier als Stütze. Dieses weggeben zu müssen, würde den ohnehin angeschlagenen Zustand noch verschlimmern. Dann schwappte die Idee hinüber in die Schweiz.

Nach dem Vorbild der Schweizer Tiertafel kann auch bei Angelina Pulver fast gratis einkaufen, wer eine Bestätigung vom Sozialamt hat. 2 Franken zahlt man pauschal pro Woche, 6 Franken pro Monat. Auch Personen, die keine Sozialhilfe beziehen, dürfen in der Aargauer Tiertafel an der Bergstrasse 1 einkaufen. Sie erhalten die Produkte nicht zu einem Pauschalpreis, sondern zahlen pro Produkt einen herabgesetzten Preis.

Weil eine Freundin von ihr bis nach Luzern reiste, um günstigeres Hundefutter zu kaufen, entstand die Idee mit der Aargauer Tiertafel. Es sei ein Glücksfall, dass sie das Ladenlokal im Keller des ehemaligen Restaurants Eintracht gefunden habe. Der Bus hält gleich in der Nähe, man braucht also nicht mit dem Auto anzufahren.


Auf einen Kaffee vorbeischauen

Mittwochs und samstags, jeweils zwischen 14 und 17 Uhr, ist die Aargauer Tiertafel geöffnet. «Die Kunden tröpfeln langsam rein», sagt die Gründerin. Alle, die seit der Eröffnung bei ihr einkaufen kamen, erfuhren übers Sozialamt von ihr. Oft treten auch schwere Schicksale und viele Sorgen über ihre Schwelle. Armut aufgrund Erkrankung, einer zu kleinen Rente oder falschen Entscheiden vor Jahren. «Dafür gibt es im Laden einen Bistrotisch und eine Kaffeemaschine», sagt Angelina Pulver. Sie sei für die Menschen genauso da, wie für ihr Tier. Gar nicht tropfenweise trafen die Spenden in der Tiertafel in Uerkheim ein. Ein paar Mails an Hersteller und Vertreiber, ein Aufruf auf Facebook – und es «hagelte » Futter, Hundedecken und Katzenbürsten.

Ein Familienbetrieb wird 80 Jahre alt

Ein Familienbetrieb wird 80 Jahre alt | Der Landanzeiger

Die Uerkner Metzgerei Klauser, weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt, feiert ihr 80-jähriges Bestehen!

Den Grundstein für den Familienbetrieb legten Ernst und Rosa Klauser im Jahr 1941, als sie die Liegenschaft an der Metzgergasse erwarben. Ernst Klauser widmete sich der Metzgerei und der Fleischverarbeitung, Rosa Klauser bediente im Laden die Kundschaft und erledigte den Haushalt. Zusammen erzogen sie ihre fünf Kinder. Schon früh halfen die Kinder im elterlichen Betrieb mit.

Nach dem frühen Tod von Ernst Klauser im Jahr 1970 stand die ganze Familie zusammen und führte das Geschäft gemeinsam weiter. Entsprechend gross war Rosa Klausers Freude, als sie die Metzgerei in die Hände von Ernst und Edgar geben konnte. Sie war stolz zu wissen, dass ihr Lebenswerk weitergeführt wurde. Bis zu ihrem Tod im Jahr 1996 unterstützte sie ihre Söhne.

Dunkle Wolken über der Metzgerei
Das prägendste Ereignis der Firmengeschichte war das verheerende Unwetter vom 8. Juli 2017. Der Schaden war immens! Im Tiefkühlraum stand das Wasser einen Meter hoch, selbst grosse Maschinen wurden umgekippt, die Verkaufstheke stand quer, nur wenige Gerätschaften überstanden die Flut. Nach zwei Monaten waren die Produktionsräume wiederhergestellt und in einem benachbarten Gebäude entstand ein provisorischer Laden. In einem wahren Kraftakt wurde die Metzgerei Klauser am alten Standort wiederaufgebaut und gleichzeitig modernisiert. Schon am 6. Dezember 2017 konnte man im neuen Geschäft den Betrieb aufnehmen.

Beliebter Party-Service
Sehr viel Wert wird bei der Metzgerei Klauser auf die gute Qualität des aromatischen Schweizer Fleisches gelegt. Die Wurstwaren und die übrigen Spezialitäten werden mit Sorgfalt und Liebe nach eigenen Hausrezepten und nur mit Reingewürzen hergestellt. Stolz ist man auf die Produkte aus der hauseigenen Räucherei und Trocknerei. Dort entstehen die bekannten Salami «Egaroni», der Bauernspeck, Rohschinken, Mostbröckli, Landrauchschinken und vieles mehr. Äusserst beliebt bei der Kundschaft ist die Cheminée-Wurst (Grillbratwurst). Und man freut sich über die Curry-Bratwurst, die wahrscheinlich von der Metzgerei Klauser «erfunden» wurde! Saisonal werden verschiedene Spezialitäten für den Grill oder die Pfanne angeboten, nicht zu vergessen verschiedene Spezialitäten zum kalt Geniessen. Eine sehr geschätzte Dienstleistung der Metzgerei Klauser ist der Hauslieferdienst mit geregelten Touren an drei Tagen pro Woche. Und dies ohne Aufpreis! Gerne gebucht wird auch der Party-Service. Es besteht die Möglichkeit, fixfertig zubereitete Menüs abzuholen oder an sein Fest liefern zu lassen. Auf Wunsch werden bei Grillfesten die eigenen Fleischund Wurstspezialitäten gleich persönlich grilliert.

Zu jedem Einkauf ein Los
Insgesamt beschäftigt die Metzgerei Klauser sieben Angestellte in Volloder Teilzeit. Man ist sehr dankbar, dass das Personal auch in der schwierigen Corona-Zeit stets sein Bestes gab. Lukas, der Sohn von Christina und Edgar Klauser, ist seit 2010 ebenfalls im Betrieb tätig. Eine seiner vielen Stärken ist die Herstellung des fast schon legendären Kartoffelsalates. Auf Vorbestellung sind auch die von Christina Klauser zusammengestellten Geschenkartikel erhältlich, beispielsweise Holzbrettli mit hauseigenen Spezialitäten.

Anlässlich des 80-jährigen Bestehen ihres Geschäftes möchte die Metzgerei Klauser ihrer treuen Kundschaft danke sagen: Im Monat September wird bei jedem Einkauf ein Los abgegeben. Dabei können viele schöne Preise gewonnen werden, unter anderem Einkaufsvergünstigungen, Salami, Speck oder Schweinshalsbraten.


Öffnungszeiten

Montag geschlossen

Dienstag bis Freitag:
7.30 bis 12.00 Uhr,
15.00 bis 18.30 Uhr

Samstag: 7.30 bis 15.00 Uhr


Ein Familienbetrieb wird 80 Jahre alt | Der Landanzeiger

Metzgerei Ernst und Edgar Klauser

Vorderhubelstrasse 3
4813 Uerkheim
Telefon 062 721 13 01
Fax 062 721 24 26
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Spektakel vor 1000 Zuschauern

Spektakel vor 1000 Zuschauern | Der Landanzeiger

Der Uerkner Patrick Räbmatter verliert den Schlussgang des gut besuchten 54. Homberg-Schwinget ob Reinach gegen Joel Strebel.

«Ich bin stolz auf euch, das war ein begeisternder Schwinget»: So würdigte OK-Präsident André Bergmann am Rangverlesen die Sägemehlshow der 39 Schwinger auf der Wiese beim Berggasthof. 1000 Zuschauer spendeten oft Szenenapplaus bei den angriffig geführten Zweikämpfen. Ohne Coronabeschränkung wäre die Kulisse noch grösser gewesen. Der Schwingklub Kreis Kulm musste zahlreichen Schwingerfreunden den Zutritt verwehren, weil die erlaubte Besucherzahl erreicht war.

Sportlich drückten die vier eidgenössischen Kranzschwinger dem Hosenlupf den Stempel auf. Patrick Räbmatter vom Schwingklub Zofingen lancierte den Kampf um Siegerpreis «Caluna», einem trächtigen Holsteiner Rind. Der Uerkner Brocken besiegte in einem von fünf «Eidgenossenduellen» den Sarmenstorfer Andreas Döbeli mit Kreuzgriff. Nach drei Gängen führte «Räbi» die Rangliste mit 30 Punkten an. Die Konkurrenz lag mit 1,25 Zählern und mehr zurück. Doch der zweite Freiämter Eidgenosse, Joel Strebel, verlieh dem Siegeskampf wieder Spannung. Er bodigte Räbmatter im vierten Gang mit innerem Haken.

Das Einteilungsgericht wies dem Uerkner noch einen «Eidgenossen» zu, Nick Alpiger, der gestern sein Comeback gab. Alpiger hatte zu Beginn gegen Strebel gestellt. Entsprechend musste er im Kampf um den Schlussgang gegen seinen Trainingskollegen etwas riskieren. Das Duell wogte hin und her, als «Räbi» nach drei Minuten einen Schlungg wagte. Dabei lag er beinahe selber auf dem Rücken, begrub aber mit dem daraus entstehenden Schwung den favorisierten Staufener unter sich.

Beide wollten den Sieg
In der Endausmarchung stand ihm zum vierten Mal an diesem Nachmittag ein «Böser» gegenüber. Wie im vierten Gang traf Räbmatter auf Joel Strebel. Auch der auf maximal zehn Minuten angesetzte Schlussgang begeisterte das Publikum, weil beide Schwinger den Sieg suchten. Räbmatter wehrte Strebels dynamischen Kurzversuche ab, ehe das Duell abflachte. Gegen Ende der fünften Minute hatte Strebel seine Kräfte wieder gesammelt und beförderte mit einem Kurzangriff samt ganzer Drehung seinen Kontrahenten auf den Rücken. Rang 2 erreichte Andreas Döbeli, der den letzten Homberg-Schwinget vor zwei Jahren gewonnen hatte, und «Räbi» auf Platz 3 verwies. 4. wurde Markus Meyer aus Aarau, 5b. Pirmin Reinhard (Attelwil), 7d. Adrian Reinhard (Attelwil), 8a. Lukas Hermann (Muhen) und 20. wurde Roman Reinhard (Attelwil).

Kaj Hügli aus Attelwil schwang am Berner Kantonalschwingfest in Aarberg, wo er Rang 7b belegte. Gewonnen hat dort Kilian Wenger.

«Montreal 1976 war ein grossartiges Erlebnis»

Montreal 1976 war ein grossartiges Erlebnis | Der Landanzeiger

Der ehemalige Uerkner Bahnrennfahrer Walter Bäni (64) blickt für den «Landanzeiger» zurück auf seine Olympia-Teilnahme im Jahr 1976 in Montreal. Was er damals alles erleben durfte, davon können viele Sportlerinnen und Sportler in Tokio zurzeit nur träumen.

Die Olympischen Spiele in Tokio wurden vor einigen Tagen eröffnet. Dabei werden viele schöne Erinnerungen an mein eigenes Olympia-Abenteuer wach. 45Jahre ist es her, aber ich weiss noch so viele kleine Details. Es war ein grossartiges Erlebnis!

Immer schon war Olympia für Sportler eine Art «Ritterschlag». Wer es nie an die Olympischen Spiele schafft, der hat etwas verpasst. Und doch tun mir die heutigen Athleten etwas leid. Olympia ohne Zuschauer, da fehlt die Stimmung, es ist einfach nicht dasselbe. Ich hoffe, die Athleten können sich dennoch freuen. So wie ich damals: Die 57 Schweizer Teilnehmerinnen und Teilnehmer, all die Sportgrössen der damaligen Zeit, versammelten sich in Kloten, um gemeinsam nach Kanada zu fliegen. Von ihnen hatte ich wenige Jahre zuvor noch Autogramme gesammelt, nun gehörte ich selber zu dieser Elite.

Andere Schweizer gesiezt
Ich war 19 und konnte es kaum glauben. Vor lauter Ehrfurcht sagte ich zunächst zu allen Sie! Für die Dauer der Spiele (drei Wochen lang) wohnten wir gemeinsam im Olympischen Dorf, und nach der Schlussfeier flogen alle zusammen wieder nach Hause. Wir sechs Radrennfahrer teilten uns ein winziges Appartement mit Etagenbetten mit den zwei Judokas. Ich hatte das Glück, bereits am fünften Tag im Einsatz zu sein. Danach konnte ich mehr als zwei Wochen lang den Geist der Spielegeniessen. Ich besuchte andere Wettkämpfe, ging im Olympischen Dorf ins Restaurant, ins Kino oder in die Disco und lernte Sportler und Sportlerinnen aus der ganzen Welt kennen. Auch bei den glanzvollen Eröffnungs- und Schlussfeiern durfte ich dabei sein. Ich bekomme heute noch Gänsehaut, wenn ich daran denke. Heute reisen die Athleten so kurz wie möglich vor ihrem Einsatz an und müssen Tokio, nach Beendigung ihres Wettkampfs, nach maximal 36 Stunden wieder verlassen. Wie schade, sie verpassen einiges.

Nie mehr vergesse ich den Tagmeines Wettkampfs. Ich wartete auf das Startkommando, und mir wurde bewusst: Dies war der Moment, von dem ich jahrelang geträumt hatte. Gleich würde ich im voll besetzten Stadion ganz alleinmeine Runden drehen. Ichwusste, dass praktisch alle Einwohner von Uerkheim jetzt vor dem Fernseher sassen und mir die Daumen drückten. Und ich wollte ja eine Medaille gewinnen. So viel Druck! Am liebsten wäre ich davongerannt, möglichst weit weg, auf eine einsame Insel in der Südsee.

Ich tat es dann nicht, sondern trat im Velodrome mit voller Energie in die Pedalen und «strampelte» die 1000 Meter ab. Am Ende wurde ich Achter, heute gibt es dafür ein Olympisches Diplom, damals bekamen das nur die ersten sechs. Ich weiss nicht, ob sich mein Leben verändert hätte, wenn ich eine Medaille gewonnen hätte. Aber zu erleben, wie man sich als kleiner Star fühlt, das war auch mir gegönnt.

Unvergesslicher Empfang
Der Empfang, den mir mein Heimatdorf Uerkheim bereitete, gehört zu den schönsten Erinnerungen meines Lebens. Per Oldtimer wurde ich durchs Dorf gefahren und durfte den Leuten am Strassenrand zuwinken. Auf dem Schulhausplatz gab es eine grosse Feier mit der Musikgesellschaft, dem Jodlerchörli, dem Männerchor und vielen Festrednern. So manches Autogramm durfte ich schreiben, und meine Beliebtheit bei den Mädchen stieg schlagartig an. Später wurden wir auch im Bundeshaus in Bern von Bundespräsident Rudolf Gnägi empfangen. Lange stand beim Dorfeingang in Uerkheim eine grosse Tafel «Herzlich willkommen Walter Bäni». Ich habe all das genossen. Aber ich war auch froh, als nach ein paar Wochen wieder Normalität einkehrte. Viele Spitzensportler möchten auf dem Höhepunkt der Karriere zurücktreten. Hätte ich danach gehandelt, hätte ich mit 19 aufhören müssen. Im selben Jahr Zweiter der Weltrangliste, zwei Schweizer-Meister- Titel, fünf Schweizer Rekorde, einen Beinahe-Weltrekord und einen 8. Platz bei Olympia, das erreichte ich nie mehr.

Für mich war mit 22 die Zeit des Abschieds gekommen. Weil ich etwas anderes machen wollte: eine Rucksack- Weltreise! Natürlich kamen mir auch Zweifel an meinem Entschluss. Endgültige Klarheit erhielt ich im Südseeparadies Bora-Bora. Dort dachte ich an meine Kollegen der Nationalmannschaft, die nun in der härtesten Trainingsphase für die Olympischen Spiele von Moskau 1980steckten. Ich nahm einen weiteren Schluck meines gekühlten Drinks, streckte mich auf dem Liegestuhl, blinzelte in die Sonne und wusste: Mein Entscheid war richtig: der, für den Traum einer Olympiateilnahme auf vieles zu verzichten, und der, vom Velo zu steigen und im Leben auch noch andere Projekte anzupacken.


Eindrücke aus Walter Bänis Fotoalbum



Zur Person
Walter Bäni (17. Februar 1957) ist in Uerkheim geboren und aufgewachsen. Er hat als Radrennfahrer in der Disziplin Kilometerzeitfahren an den Olympischen Spielen von Montreal 1976 den8. Rangbelegt. Fast 30 Jahre lang lebte er in Davos, wo er bei der «Davoser Zeitung» als Sportredaktor tätig war, ehe er sich 2007 selbständig machte. 2017 zog er ins Zürcher Oberland. Nun kommt er zurück in seine Heimat. Ab Ende Oktober wohnt Walter Bäni in Schöftland.


Wilfried Fischer ist ein Macher

Wilfried Fischer ist ein Macher | Der Landanzeiger

Nicht nur im Uerkental, wo Wilfried Fischer seine Wurzeln hat, ist sein Name ein Begriff. Wenn es etwas zu tun gibt, ist der 51-Jährige schnell zur Stelle. Er ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Mann der Tat. Der gelernte Maurer hatte sich 2004 dazu entschlossen, in Bottenwil sein eigenes Geschäft aufzubauen. Schnell hat sich Fischer als Kundenmaurer etabliert. Gartenmauern, Stützmauern, Verbundsteinplätze und ähnliches sind Fischers Spezialgebiet. «Die grossen Bauvorhaben überlassen wir den grossen Baufirmen. Wir arbeiten gerne für Privatkunden und wir sind durch unsere überschaubare Grösse schnell und flexibel», so Fischer.

Sein Motto: «Liefere ned lafere»
Fischers wachsender Bekanntheitsgrad und das immer dicker werdende Auftragsbuch verlangte nach Änderungen. 2014 konnte er in Uerkheim ein Stück Land kaufen, auf dem dereinst sein neues Geschäftshaus entstehen sollte. Planungsschwierigkeiten und das grosse Hochwasser bremsten Fischers Bauvorhaben. Anfangs 2018 konnte endlich gebaut werden und Ende 2018 konnte Fischer einrichten und einziehen. «Wir sind heute zu dritt im Geschäft und zusätzlich hat meine Frau Daniela ein Teilpensum im Büro und in der Buchhaltung», so Fischer. Mittlerweile bietet «Wilfu», wie er von seinen Kollegen genannt wird, zusätzlich zum Grundgeschäft als Kundenmaurer auch Baggerarbeiten, Entsorgungen, Hausräumungen und einiges mehr an. In seiner knapp bemessenen Freizeit restauriert er alte Autos und als bekennender Töfflibueb werden auch längst totgesagte Mofas und Töfflis wieder aufgehübscht und auf die Strasse gebracht.

W. Fischer GmbH

Bau / Dienstleistungen
Dorfstrasse 79
4813 Uerkheim
Telefon 079 667 82 26
E-Mail w.fischergmbh@bluewin.ch

Gemeinde kauft das «Milchhüüsli»

Gemeinde kauft das «Milchhüüsli» | Der Landanzeiger

Die Brücke beim Milchhaus will die Gemeinde Uerkheim für eine kostengünstige Fussgängerverbindung nutzen.

Der Fussgängerverbindung vom Gebiet Breitäcker-Gärtnerstrasse ins Dorfzentrum von Uerkheim steht nichts mehr im Weg. Die Fussgängerverbindung ist Bestandteil der Erschliessungsplanung «Bodenäcker-Breitäcker-Dorfmatte Süd», welche im Jahr 2011 beschlossen wurde. Möglich macht es der Kauf des Milchhauses, das bis Anfang Woche noch in Händen der Käsereigenossenschaft war.
Wie Präsident Beat Baumann erklärt, kam die Anfrage der Gemeinde zu einem guten Zeitpunkt: «Das Milchhaus findet seit mehreren Jahren keine aktive Verwendung mehr.» Als Abstellmöglichkeit nützte es beispielsweise noch der Dorfverein oder die Organisatoren des Dorfmarktes. Über die vereinbarte Summe haben die Gemeinde und die Käsereigenossenschaft Stillschweigen vereinbart. «Das Geld fliesst in unser Vereinskapital», so Baumann.

Warten auf die Baugesuche
Gemeindeschreiber Hans Stadler erklärt, weshalb die Gemeinde jetzt das Milchhaus kaufen wollte: «Wir haben schon immer gewusst, dass eine Fussgängerverbindung in diesem Bereich erstellt werden muss. Als die Baugesuche für zwei Einfamilienhäuser auf dem Gebiet Gärtnerstrasse eingingen, nahmen wir mit der Bauherrschaft Kontakt auf.» Solange nicht klar war, wie die Baugesuche aussehen, hätte eine Realisierung der Fussgängerverbindung noch keinen Sinn gemacht. Mit der heute bereits bestehenden Brücke beim Milchhaus über die Uerke könne die Gemeinde eine Verbindung kostengünstig realisieren. «Die Brücke ist genügend breit und eignet sich gut für einen Fussgängerübergang», so Stadler. Er schätzt den Baubeginn auf Sommer oder Herbst, weil die Arbeiten gleichzeitig wie diejenigen rund um die Einfamilienhäuser stattfinden sollen. Kosten wird der Fussweg laut Hans Stadler rund 20’000 Franken.

«Das Extremste, das ich je gemacht habe»

850 PS starke Swiss Formula | Der Landanzeiger

Seit 20 Jahren fährt Andy Kuhn Trial-Meisterschaften, 2016 und 2018 wurde er Schweizermeister, in der Offroad-Szene gehört er bereits zu den «alten Hasen». Wenn einer wie er sagt: «Das ist das Extremste, das ich je gemacht habe», dann heisst das etwas.

Mit dem Fahrzeug über einen See oder 40 Meter hohe Steilwände hinauf, ohne dabei die ausgesteckten Gassen zu verlassen, das ist Formula Offroad. Und genau an so einem Rennen nahm der 42-Jährige im September 2019 teil – und zwar nicht nur als erstes Schweizer-Team, sondern auch als erster «Südländer». Denn Formula Offroad stammt ursprünglich aus Island. Mittlerweile hat sich der Wettbewerb auch in Norwegen, Finnland, Schweden, Dänemark und in den USA etabliert. In Europa ging es aber nie südlicher als Dänemark. Zumindest bis Andy Kuhn kam.

Mit keinem anderen Motorsport vergleichbar
2015 reiste Andy Kuhn zum ersten Mal nach Norwegen, um sich ein solches Rennen anzusehen. «Du stehst da unten und siehst wie diese Fahrzeuge mit einem gewaltigen Donnern diese steilen Sandwände hinauffahren», erzählt Andy Kuhn völlig fasziniert. Nicht selten schaffen die Fahrzeuge den Aufstieg nicht, überschlagen sich und purzeln den ganzen Hang wieder hinunter. «Mit offenem Mund denkst du dir, das kann doch physikalisch gar nicht möglich sein. Formula Offroad ist einfach mit keinem anderen Motorsport zu vergleichen.»

Auch die Fahrzeuge selbst faszinierten Andy Kuhn auf Anhieb. Sie sind über 2,5 Meter breit, haben einen riesigen V8-Motor, haben bis zu 2000 PS und riesige Paddlereifen mit Schaufeln, die man sonst nur bei extremen Wüstenbuggys sieht. Für Andy Kuhn war klar, er musste so ein Fahrzeug haben. 2016 verwirklichte er sich diesen Traum.

«Helm auf, Hirn aus»
Beim nächsten Besuch in Norwegen 2018 konnte er sich nicht mehr dagegen wehren. Er meldete sich für das nächste Jahr an. Mit einer Menge Material und der Unterstützung seiner Schweizer Offroad-Kollegen ging es nach Skien (Norwegen). «Wir wurden unglaublich herzlich von den Organisatoren empfangen. Sie freuten sich so sehr über unsere Teilnahme», erzählt Andy Kuhn. Ohne auch nur einmal mit seinem 850 PS starken Fahrzeug gefahren zu sein, stand er dann zur Testfahrt bereit, vor ihm der 40 Meter Hohe Sandberg. «Helm auf, Hirn aus und einfach Gas geben», sagt Andy Kuhn. Und tatsächlich, er und seine Swiss Formula kamen oben an. Sein erstes Formula Offroad Rennen konnte beginnen.

Gefahren werden während zwei Tagen täglich sechs Sektionen. Die Geschwindigkeit ist bis auf eine spezielle Geschwindigkeits-Sektion nebensächlich, es geht um Geschicklichkeit. «Mein Ziel war es, einfach nicht Letzter zu werden und mein Fahrzeug heil wieder nach Hause zu bringen», sagt der Uerkner. Seine Ziele hat er erreicht. «Und ich habe mich natürlich schon wieder für das nächste Rennen angemeldet», sagt Andy Kuhn lachend. Im Mai geht es mit seinem Team und der Swiss Formula ein weiteres Mal auf Norwegen, diesmal nach Honefoss.