Mela­nie Augst­bur­ger, MAS UZH in Real Estate

Tücken im Stockwerkeigentum

Von | 28. März 2019 | Rat­ge­ber Immo­bi­li­en

FRAGE | Das Ehe­paar X zieht in Erwä­gung, in Aar­au eine Stock­werk­ei­gen­tums­woh­nung mit 4.5 Zim­mer zu einem Ver­kaufs­preis von Fr. 890’000.– zu kau­fen. Die Lie­gen­schaft hat Bau­jahr 1974 und ist in 15 Stock­werk­ein­hei­ten auf­ge­teilt. Der Mak­ler teilt dem Ehe­paar X mit, die Ver­käu­fer­schaft habe die Woh­nung im Jahr 2016 total­sa­niert. Dies recht­fer­ti­ge den Ver­kaufs­preis. Ist dem so? Wor­auf soll­te sich das Ehe­paar beson­ders ach­ten?

ANTWORT | Eine Erneue­rung von Bad und Küche bedeu­tet noch nicht, dass auch alte Was­ser­lei­tun­gen saniert wor­den sind. Alte Stahl- oder Kup­fer­lei­tun­gen wer­den aus Kosten­grün­den bei Teil­sa­nie­run­gen hin und wie­der nicht ersetzt. Ein erst spä­te­rer Ersatz die­ser Lei­tun­gen führt dazu, dass gewis­se Berei­che der neu ein­ge­bau­ten Küche oder des Bads wie­der her­aus­ge­ris­sen wer­den müs­sen. Es ist daher Vor­sicht gebo­ten. Der Schein kann trü­gen.
Doch nicht nur die Woh­nung, son­dern auch die gemein­schaft­li­chen Tei­le der Lie­gen­schaft soll­te das Ehe­paar im Detail prü­fen. Denn durch den Kauf einer Stock­werk­ei­gen­tums­woh­nung wird das Ehe­paar Mit­ei­gen­tü­mer am gesam­ten Gebäu­de (gemein­sa­me Tei­le). Kost­spie­li­ge Sanie­run­gen für Dach, Fas­sa­de, Stei­glei­tun­gen, Haus­tech­nik, usw. wer­den nor­ma­ler­wei­se aus dem Erneue­rungs­fonds finan­ziert, in wel­chen die Stock­werk­ei­gen­tü­mer regel­mäs­sig ein­zah­len. Vor einem Kauf soll­te daher stets über­prüft wer­den, wie­viel Mit­tel der Erneue­rungs­fonds ent­hält. 

Das feh­len­de Geld im Erneue­rungs­fonds ist bei Sied­lun­gen, wel­che ins Alter kom­men, oft ein Pro­blem. Wenn der Fonds zu wenig Mit­tel für die anste­hen­den Sanie­rungs­mass­nah­men ent­hält, müs­sen die Eigen­tü­mer zusätz­li­che Mit­tel auf­brin­gen. Mit ande­ren Wor­ten müss­ten dann Herr und Frau X für Kosten auf­kom­men, die eigent­lich Sache der Vor­gän­ger gewe­sen wären. Ein unge­nü­gend geäuf­ne­ter Erneue­rungs­fonds soll­te des­halb beim Kauf­preis der Woh­nung ange­mes­sen berück­sich­tigt wer­den.

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Die Immo­bi­li­en­ex­per­tin Mela­nie Augst­bur­ger beant­wor­tet ger­ne Ihre Fra­gen zum Ver­kauf und Kauf von Lie­gen­schaf­ten!

HAMERO Immo­bi­li­en AG, Hebel­weg 1,
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