Ungenaue Wettervorhersagen ­nerven uns!

Von | 31. Mai 2019 | Gedan­ken

Ist Ihnen auch schon auf­ge­fal­len, dass die Wet­ter­vor­her­sa­gen immer unprä­zi­ser wer­den? Soge­nann­te spe­zia­li­sier­te Wet­ter­dien­ste gibts mitt­ler­wei­len wie Sand am Meer. Je mehr es von ihnen gibt, desto unzu­tref­fen­der sind die Vor­aus­sa­gen. Und nun gehts noch einen Schritt wei­ter. Bereits wird den Leu­ten Angst ein­ge­flösst durch die Mit­tei­lung, wonach der dies­jäh­ri­ge Som­mer noch heis­ser wer­de als der letz­te. Nun ist der Früh­ling bald vor­bei und wir sind ent­täuscht. Er brach­te oft Regen und Käl­te. Aber wie waren denn hier die Vor­her­sa­gen? Sie kün­dig­ten zwar einen Kalt­start, aber dann eine lan­ge Trocken­zeit an. Wie wir heu­te wis­sen, war die­se Pro­gno­se falsch. Und nun gibt es War­nun­gen vor einem zu heis­sen Som­mer.

Wie kom­men wohl die­se «Spe­zia­li­sten» auf die­se Pro­gno­se. «Es ist schwie­rig, im Früh­ling eine Wet­ter­pro­gno­se für den Som­mer zu machen», fin­det Ste­fan Brön­ni­mann. Er ist Pro­fes­sor für Kli­ma­to­lo­gie an der Uni­ver­si­tät Bern. Da die Tem­pe­ra­tu­ren wegen des Treib­haus­ef­fek­tes immer wär­mer wer­den, ist die Vor­aus­sa­ge eines war­men Som­mers wohl kei­ne Kunst. Allein schon wegen des Treib­haus­ef­fek­tes muss man mit einem war­men Som­mer rech­nen. Aber warm und sehr heiss sind dann immer noch zwei Paar Schu­he. Las­sen wir die lang­fri­sti­gen Pro­gno­sen, denn dafür sind bekannt­lich auch noch die Mua­tat­ha­ler Wet­ter­frö­sche zustän­dig, die es ganz genau wis­sen. Was nervt, sind die kurz­fri­sti­gen, unge­nau­en Pro­gno­sen. 

So kann man kaum mehr rich­tig pla­nen – es sei denn man glaubt den Pro­gno­sen ein­fach nicht. Tat­sa­che ist, dass die vie­len Wet­ter­apps auf Han­dys oft recht unse­ri­ös und des­halb unge­nau sind. Glaubt man Spe­zia­li­sten, ist ein Grund für die Abwei­chun­gen der Pro­gno­sen das lücken­haf­te Mess­netz. Um das zukünf­ti­ge Wet­ter zu berech­nen, brau­chen Wet­ter­mo­del­le Mess­da­ten. Je genau­er, desto bes­ser. Ide­al wäre ein Mess­netz, wel­ches den Zustand unse­rer Luft­hül­le an jedem Punkt auf der Erd­ober­flä­che über die gan­ze Höhe misst. Ein wei­te­rer Grund sind die Wet­ter­mo­del­le sel­ber. Die Model­le ver­bes­sern sich zwar stän­dig. Trotz­dem ist es aber nicht mög­lich, die Pro­zes­se in unse­rer Atmo­sphä­re exakt mathe­ma­tisch zu berech­nen. Die Vor­gän­ge sind so kom­plex, dass man sie nur annä­hern kann. Die Wet­ter­be­rech­nun­gen wer­den wohl des­halb auch in Zukunft nie exakt sein.

Was ler­nen wir dar­aus: Glau­ben wir nicht alles, was uns die Wet­ter­frö­sche auf­ti­schen. Immer­hin stimmt oft wenig­stens ein Bruch­teil der Vor­her­sa­gen. Ich per­sön­lich rich­te mich eher nach dem Baro­me­ter und dem hun­dert­jäh­ri­gen Kalen­der, der oft genau­er ist als die Wet­ter­vor­her­sa­ge des Schwei­zer Fern­se­hens. Immer­hin ist da jeweils der Sta­tus quo glaub­wür­dig: Ist der «Buche­li» auf der Wet­ter­sta­ti­on auf dem Dach klatsch­nass, reg­net es in der Regel in Zürich. Tritt die­ser ohne Regen­man­tel trotz Regen auf, war eben die Vor­her­sa­ge ein Flop!