Phil­ipp Bono­rand stell­te sich am Mon­tag den Medi­en vor (Bild: Kas­par Flücki­ger)

Phil­ipp Bono­rand (38) wird per GV 2020 als neu­er Prä­si­dent vor­ge­schla­gen

Vom Fan zum Präsidenten des FC Aarau

9. Mai 2019 | News

Der FC Aar­au hat nach lan­ger Suche einen neu­en Prä­si­den­ten gefun­den. Einen, den kaum einer auf der Rech­nung hat­te: Phil­ipp Bono­rand ist ein Aar­au­er, der in sei­ner Ver­gan­gen­heit schon jah­re­lang ehren­amt­lich für den FCA arbei­te­te und der einen eige­nen Betrieb führt. Der 38-Jäh­ri­ge soll näch­sten Monat an der GV als Co-Vize­prä­si­dent gewählt wer­den und ein Jahr spä­ter an der GV 2020 die Nach­fol­ge von Alfred Schmid antre­ten.

«Unser Boni wird Prä­si», jubel­ten die Fans des FC Aar­au am Mon­tag nach der Bekannt­ga­be des Nach­fol­gers von Alfred Schmid in den sozia­len Medi­en. «Boni», das ist Phil­ipp Bono­rand, 38 jäh­rig und damit jüng­ster FC-Prä­si­dent im Schwei­zer Pro­fi­fuss­ball. Bono­rand ist ein Aar­au­er, der in Geh­di­stanz zum Brüggli­feld auf­ge­wach­sen ist, der bis heu­te als Fan auf der Stehram­pe mit dem FCA mit­fie­bert und der seit Urzei­ten Mit­glied ist im FCA-Fan­club ATF.

Vie­le Jah­re ehren­amt­lich beim FCA
Der Aar­au­er ist beim FC Aar­au kein Unbe­kann­ter. Phil­ipp Bono­rand war bereits in den Jah­ren 2000 bis 2008 in ver­schie­de­nen Funk­tio­nen für die FC Aar­au AG und den Ver­ein FC Aar­au 1902 tätig. Als Mit­glied der ersten Geschäfts­lei­tung der im Janu­ar 2003 neu­ge­grün­de­ten FC Aar­au AG erhielt er wäh­rend meh­re­ren Jah­ren einen tie­fer­ge­hen­den Ein­blick in das Tages­ge­schäft und die Struk­tu­ren eines Fuss­ball­clubs. Als FCA-Fan seit Kin­des­bei­nen blieb er dem FC Aar­au zudem auch nach sei­nem Aus­tritt stark ver­bun­den. Als Unter­neh­mer und Arbeit­ge­ber von rund hun­dert Mit­ar­bei­ten­den bringt Phil­ipp Bono­rand das not­wen­di­ge Rüst­zeug für die Lei­tung eines Fuss­ball-Unter­neh­mens in der Grös­se des FC Aar­au mit.

Fan, Poli­ti­ker, Unter­neh­mer
Bono­rand kennt man auch als Poli­ti­ker. Er ist ehe­ma­li­ger SVP-Ein­woh­ner­rat der Stadt Aar­au. In sei­ne sechs­jäh­ri­ge Amts­zeit fie­len die Grund­la­ge­ent­schei­de und Volks­ab­stim­mun­gen für das Sta­di­on­pro­jekt im Tor­feld Süd. Danach wur­de Phil­ipp Bono­rand Unter­neh­mer, über­nahm von sei­nem Vater die Tier­fut­ter pro­du­zie­ren­de Mul­ti­for­sa AG aus dem Frei­amt. Jetzt wird er zurück­keh­ren zum FC Aar­au, als Prä­si­dent. «Das hät­te ich damals nie für mög­lich gehal­ten», sagt er rück­blickend, «und dass das neue Sta­di­on dann noch immer nicht gebaut ist, schon grad gar nicht!»

«Zeit, den FCA in jün­ge­re Hän­de zu geben»
Am Mon­tag wur­de Phil­ipp Bono­rand im Brüggli­feld von Noch-Prä­si­dent Alfred Schmid und sei­nem Vize Roger Geiss­ber­ger als zukünf­ti­gen FCA-Prä­si­dent vor­ge­stellt.

Schmid ist voll des Lobes für den jun­gen Ein­hei­mi­schen, der zwei­fel­los viel Herz­blut für den FC Aar­au mit­bringt. Von einem Genera­tio­nen­wech­sel ist die Rede. «Ich wer­de bald 65», sagt Schmid, «es ist Zeit, den FCA in jün­ge­re Hän­de zu geben.» Von Zukunft, Auf­schwung und nach­hal­ti­ger Füh­rung ist die Rede. Roger Geiss­ber­ger ist froh, dass es eine Aar­au­er Nach­fol­ge­lö­sung gibt, denn: «Alle zwei Mona­te mel­den sich aus­län­di­sche Inve­sto­ren bei mir, die den FCA kau­fen möch­ten», sag­te er an der Medi­en­kon­fe­renz.

Ein Jahr Vor­lauf­zeit
Phil­ipp Bono­rand selbst freut sich auf sei­ne neue Auf­ga­be, an die er sich ein Jahr lang her­an­ta­sten kann. In rund einem Monat soll er als Co-Vize­prä­si­dent in den Ver­wal­tungs­rat gewählt wer­den. Für die Sai­son 2019/20 stel­len sich Alfred Schmid und Roger Geiss­ber­ger auf Wunsch des desi­gnier­ten Prä­si­den­ten noch­mals zur Ver­fü­gung. «Dies garan­tiert einen gere­gel­ten Über­gang und vor allem, dass ich vom gros­sen Know-how der bei­den pro­fi­tie­ren kann», erklärt Bono­rand, der als einer von drei Kan­di­da­ten aus­ge­wählt wur­de, neu­er FCA-Prä­si­dent zu wer­den.

Die Wahl zum Prä­si­den­ten soll erst an der GV im kom­men­den Jahr erfol­gen. «Der FC Aar­au ist heu­te ein gut orga­ni­sier­tes Fuss­ball­un­ter­neh­men», stellt er mit Freu­de fest. Ein Club, der «kei­nen Fran­ken zuviel hat, aber der finan­zi­ell gesund ist.»

Ob Super oder Chal­len­ge League, ob das neue Sta­di­on kommt oder nicht: «Für mich per­sön­lich spielt es kei­ne Rol­le, ob wir ein neu­es Sta­di­on haben oder in wel­cher Liga wir spie­len. Ich stel­le mich für die­ses Amt in jedem Fall zur Ver­fü­gung», betont Phil­ipp Bono­rand. Gut mög­lich, dass der fri­sche Wind an der FCA-Spit­ze dem Team auf dem Weg in die Bar­ra­ge den ent­schei­den­den Kick gibt.

KF

Von links: Alfred Schmid, Phil­ipp Bono­rand, Roger Geiss­ber­ger (Bild: Remo Cono­ci)