Mari­an­ne Wehr­li, LL.M Rechts­an­wäl­tin

Von der Vergangenheit eingeholt

Von | 25. Okto­ber 2018 | Rat­ge­ber Recht

FRAGE | Mei­ne Ehe wur­de vor acht Jah­ren geschie­den. Nun habe ich vom Ober­ge­richt eine Rech­nung über 12’000.– Fran­ken erhal­ten, die ich innert 30 Tagen bezah­len soll. Wie kann das sein? Mir ging es vor der Schei­dung finan­zi­ell sehr schlecht und das Gericht bewil­lig­te mir des­halb einen Gra­tis­an­walt und ver­lang­te die Gerichts­ko­sten nur von mei­nem Mann. War­um also die­se Rech­nung?

ANTWORTWer bei Ein­lei­tung der Schei­dung in knap­pen finan­zi­el­len Ver­hält­nis­sen lebt, kann die unent­gelt­li­che Rechts­pfle­ge bean­tra­gen. Wem die­se bewil­ligt wird, muss kei­ne Gerichts­ko­sten vor­schies­sen oder nach­zah­len und auch das Hono­rar des beauf­trag­ten Rechts­an­walts nicht beglei­chen. Die­se Kosten wer­den jedoch nicht dau­er­haft erlas­sen, son­dern vor­erst nur auf­ge­scho­ben. Der Staat ist berech­tigt, die Kosten inner­halb von zehn Jah­ren ein­zu­trei­ben, wenn sich des­sen finan­zi­el­le Ver­hält­nis­se gebes­sert haben.

Soll­te es Ihnen finan­zi­ell mög­lich sein, wer­den Sie die Kosten des Schei­dungs­ver­fah­rens nach­zu­zah­len haben. Ist eine ein­ma­li­ge Zah­lung aus­ge­schlos­sen, kön­nen Sie unter der auf der Rech­nung ange­ge­be­nen Tele­fon­num­mer Raten­zah­lun­gen ver­ein­ba­ren.

Soll­te Ihnen auch eine Abzah­lung nicht mög­lich sein, infor­mie­ren Sie das Gericht unter Bei­la­ge aktu­el­ler Unter­la­gen, z. B. der letz­ten Steu­er­ver­an­la­gung, aktu­el­len Lohn­un­ter­la­gen und Bele­gen zu Ihren Lebens­un­ter­halts­ko­sten über Ihre finan­zi­el­le Situa­ti­on.

Besteht auch aus Sicht des Ober­ge­richts kein Raum für Raten­zah­lun­gen wer­den Sie end­gül­tig von der Nach­zah­lung befreit.

Rechts­fra­gen kön­nen gestellt wer­den an:

Mari­an­ne Wehr­li, Rechts­an­wäl­tin, Lau­ren­zen­vor­stadt 79, Post­fach 4227, 5001 Aar­au
E-Mail: ratgeber@anwaltsbuero-wehrli.ch