Die Areal­ent­wick­lung in drei Bänder geglie­dert: ein süd­li­ches, ein mitt­leres und ein nörd­li­ches Band (Bild: zVg)

Test­pla­nung Kaserne Aarau – der Erkennt­nis­be­richt wurde am Forum III vor­ge­stellt und aus­dis­ku­tiert

Vor­be­reitet sein und fle­xibel bleiben

2. Mai 2018 | News

Das Kaser­nen­areal als Schar­nier zwi­schen Bahnhof und Aar­auer Alt­stadt stellt für die Stadt sowie den Kanton Aargau ein wich­tiges Ent­wick­lungs­po­ten­zial dar. Gemeinsam ver­folgen des­halb Stadt und Kanton die lang­fristig nach­hal­tige Um- und Neu­nut­zung des Geländes. Die Areal­ent­wick­lung soll sicher­stellen, dass ab 2030, wenn der Miet­ver­trag des Mili­tärs aus­läuft, die pla­ne­ri­schen Vor­aus­set­zungen dafür geschaffen sind, dass auf dem Areal ein attrak­tives, lebens­wertes Stadt­quar­tier ent­stehen kann.

Erkenntnis vor­ge­stellt

Mit grossem Enga­ge­ment hat sich die Bevöl­ke­rung bereits am 24. Mai und 24. August 2016 in zwei Forums­ver­an­stal­tungen in den Pro­zess ein­ge­bracht. Ent­standen ist ein breit abge­stütztes Leit­bild. Das Leit­bild bil­dete die Grund­lage für die Test­pla­nung: Mit der Test­pla­nung wurden die Ziele des Leit­bildes und de Poten­ziale der Areal­ent­wick­lung städ­te­bau­lich unter­sucht. Die Bear­bei­tung erfolgte durch drei aus­ge­wählte Teams, zusam­men­ge­setzt aus den Dis­zi­plinen Städtebau/​Architektur, Frei­raum und Ver­kehr im Dialog mit einem breit auf­ge­stellten Begleit­gre­mium. Die Ergeb­nisse dieser Stu­dien, sowie die Emp­feh­lung des Begleit­gre­miums wurden als Erkennt­nis­be­richt nun am ver­gan­genen Don­nerstag anläss­lich des Forums III der Bevöl­ke­rung vor­ge­stellt und dis­ku­tiert.

Areal­ent­wick­lung in drei Bänder geglie­dert

Das Begleit­gre­mium emp­fiehlt, die Areal­ent­wick­lung in drei Ent­wick­lungs­bänder zu glie­dern; in ein süd­li­ches, mitt­leres und nörd­li­ches Band. Im nörd­li­chen Band sollen die bestehenden his­to­ri­schen Bauten in einer offenen Frei­raum­struktur optimal genutzt und wei­ter­ent­wi­ckelt werden. Im mitt­leren Band wird eine ver­dich­tete Misch­nut­zung mit Wohnen und Arbeiten im Sinne eines Zen­trums­ge­biets ver­folgt. Im süd­li­chen Band soll der belebte Haupt­platz (gelbe Fläche in der Abbil­dung) liegen mit den Akzenten Kultur, Bil­dung, Dienst­leis­tungen, Gas­tro­nomie, Hotel, Begeg­nung, Reit­halle.

Der Haupt­zu­gang erfolgt aus Rich­tung Bahnhof und Bahn­hofstrasse über die Kaser­nen­strasse. Wege, Gassen, Höfe und Frei­flä­chen sollen eine zusam­men­hän­gende Frei­raum­qua­lität und Ver­net­zung des Areals sicher­stellen.

Auf­grund der Zen­tra­lität und der damit ver­bun­denen guten Erschlies­sung ist ein hoher Anteil für den ÖV und den Fuss- und Rad­ver­kehr vor­ge­sehen.

Die Ergeb­nisse wurden dis­ku­tiert

Der Erkennt­nis­be­richt wurde am Forum III von den rund 100 Teil­neh­menden grund­sätz­lich positiv auf­ge­nommen. Trotzdem gab es Anlass zu Dis­kus­sionen. Der Haupt­platz könnte gerne noch grösser sein, die Erschlies­sung bezie­hungs­weise der Zugang in Rich­tung Alt­stadt opti­maler.

Zudem wurde auch viel über die Hoch­häuser (Kreise auf der Abbil­dung) dis­ku­tiert. Eigent­liche Hoch­häuser soll es aber nicht geben. Es wird ledig­lich von «hohen Häu­sern» gespro­chen mit einer Höhe von maximal 30 Metern. Der Turm der katho­li­schen Kirche Peter und Paul soll das höchste Gebäude im Quar­tier bleiben. Zudem stellten sich bereits einige Fragen zur Ver­gabe der Gebäude. Fragen wie «Wer soll da rein?» oder «Wie soll die Ver­gabe funk­tio­nieren?», wurden an den ein­zelnen Tischen dis­ku­tiert.

Grosse Chance für Stadt und Kanton

«Wir wissen nicht, ob 2030 so aus­sehen wird, wie wir es uns im Moment vor­stellen. Wir wollen auf alles vor­be­reitet sein», sagt François Cha­puis, Leiter Immo­bi­lien Kanton Aargau. Er wie auch Stadt­prä­si­dent Hans­peter Hil­fiker sehen enormes Poten­tial im Areal und eine grosse Chance für Stadt und Kanton. Es sei des­halb wichtig, zu wissen, was man will, wenn es Ende 2030 dann soweit ist.

Aber es sei auch wichtig, fle­xibel zu bleiben. So sei eine gewisse mili­tä­ri­sche Zwi­schen­nut­zung nicht aus­ge­schlossen, sofern diese zur Gesamt­ent­wick­lung passt. «Wir können den Bund nicht ent­eignen», sagt François Cha­puis. 0,7 ha der ins­ge­samt 4,7 ha grossen Are­al­fläche gehört dem Bund. 3,2 ha dem Kanton Aargau, 0,2 ha der Stadt Aarau und 0,6 ha Pri­vaten.
In einem nächsten Schritt wird nun ein Mas­ter­plan erar­beitet, der die Areal­ent­wick­lung ver­fei­nert auf­zeigen soll. Auch dabei soll die Bevöl­ke­rung mit­ein­be­zogen werden.

SAH/​PD