Mar­i­anne Wehrli, LL.M Recht­san­wältin

Wann muss der Lohn ausbezahlt werden?

Von | 11. Jan­u­ar 2018 | Rat­ge­ber Recht

FRAGE | Ich bin als unregelmäs­sige Aushil­fe bei einem kleinen Schoko­laden­her­steller als «Mäd­chen für alles» angestellt. Ich bin im Stun­den­lohn bezahlt. Meine Arbeit­sein­sätze erfol­gen haupt­säch­lich für die Vor­bere­itung der Oster- und Wei­h­nacht­sliefer­un­gen. Son­st springe ich sel­ten ein­mal während den Ferien­ab­we­sen­heit­en ander­er Mitar­beit­er oder einem Not­fall ein. Meinen Lohn erhalte ich nur zwei Mal im Jahr aus­bezahlt. Das bedeutet, dass die Auszahlung teil­weise erst mehrere Monate nach getan­er Arbeit erfol­gt. Muss ich das hin­nehmen?

ANTWORTIn erster Lin­ie ist der Zeit­punkt der Lohnauszahlung eine Ver­hand­lungssache: Arbeit­nehmer und Arbeit­ge­ber vere­in­baren in der Regel im Einze­lar­beitsver­trag in welchen Abstän­den und zu welchen Zeit­punk­ten der Lohn aus­bezahlt wird. Falls nicht, bes­timmt Artikel 323 des Oblig­a­tio­nen­rechts für pri­va­trechtliche Arbeitsver­hält­nisse, dass der Lohn auf jedes Monat­sende hin auszuricht­en ist. Soll­ten Sie keinen schriftlichen Arbeitsver­trag haben, kön­nen Sie Ihren Chef auf Art. 323 OR hin­weisen. Wur­den die Modal­itäten der Lohn­zahlung im Arbeitsver­trag vere­in­bart, schla­gen Sie Ihrem Vorge­set­zten eine Anpas­sung des Arbeitsver­trages vor.

Denkbar wäre eine Regelung, wonach der Lohn immer auf das jew­eilige, dem Arbeit­sein­satz fol­gende Monat­sende aus­bezahlt wird. Oder als salomonis­che Zwis­chen­lö­sung käme auch eine quar­tal­sweise Auszahlung des Lohnes in Frage. Sollte sich keine ein­vernehm­liche Lösung find­en, bleibt es beim heuti­gen Mod­ell. Die geset­zliche Regelung ist nicht zwin­gend.

Rechts­fra­gen kön­nen gestellt wer­den an:

Mar­i­anne Wehrli, Recht­san­wältin, Lau­ren­zen­vorstadt 79, Post­fach 4227, 5001 Aarau
E-Mail: ratgeber@anwaltsbuero-wehrli.ch