(Bild: Sarah Künz­li)

Ein Abste­cher in die Geschich­te Aar­aus und was Aar­au heu­te aus­macht

Was Aarau so besonders macht

20. Sep­tem­ber 2018 | News

Aar­au wur­de 1248 von den Kybur­gern gegrün­det. War damals aber kein beson­ders bedeu­ten­des Städt­chen. So rich­tig erwach­te Aar­au erst ab 1798. Denn dann besieg­te Napo­le­on die Ber­ner und erober­te die Eid­ge­nos­sen­schaft. Die von ihm kre­ierte Hel­ve­ti­sche Repu­blik brauch­te eine Haupt­stadt und dafür wur­de im sech­sten Wahl­gang Aar­au gewählt.

Aar­au mit sei­nen 2000 Ein­woh­nern und sei­nen sie­ben Gast­stät­ten war über­for­dert mit die­ser Auf­ga­be. Aar­au begann zu bau­en. Geplant war ein gan­zes Regie­rungs­vier­tel, gebaut wur­de schliess­lich jedoch nur die Häu­ser­zei­len an der Lau­ren­zen­vor­stadt. Sie waren noch nicht ein­mal fer­tig gebaut, als Aar­au die Wür­de als Haupt­stadt ver­lor.

Aar­au und das Was­ser

Die Aar­au­er Alt­stadt befin­det rund 40 Meter über der Aare auf einem Fels­vor­sprung. Als Schutz war das opti­mal, nicht aber um Brun­nen zu gra­ben. Aar­au brauch­te für das Was­ser also eine ande­re Lösung. Man leg­te einen künst­li­chen Kanal an, der das Was­ser von Suhr nach Aar­au in die Stadt brach­te – der Stadt­bach.

Der Bach brach­te aber nicht nur Was­ser in die Stadt, son­dern auch Dreck und Ver­schmut­zung. Cho­le­ra-Epi­de­mi­en erstreck­ten sich durch das gan­ze Mit­tel­al­ter hin­durch. Um 1850, als das Trink­was­ser immer noch aus dem
Bach kam, mach­te die Kan­tons­re­gie­rung Druck auf den Stadt­rat. Sie droh­ten Aar­au zu ver­las­sen, wenn sie das Was­ser­pro­blem nicht in den Griff bekom­men wür­den. Das führ­te dazu, dass man 1860 einen klei­nen Stol­len gebaut hat, der fri­sches Quell­was­ser auf die Brun­nen führ­te. Eine gros­se Erleich­te­rung für die Stadt. Aus lau­ter Freu­de über das fri­sche, sau­be­re Was­ser schmück­ten die Frau­en alle Brun­nen. Die­ser Brauch liess man wie­der auf­le­ben, denn die geschmück­ten Brun­nen sieht man heu­te zur Zeit um den Mai­en­zug wie­der.

Stadt der schö­nen Gie­bel

Eine Beson­der­heit bil­den die mehr als 70 reich bemal­ten Dach­un­ter­sich­ten, wel­che die Alt­stadt schmücken. Dank ihnen erhielt Aar­au den Namen «Stadt der schö­nen Gie­bel». Mei­stens sind die Gie­bel mit schö­nen Blu­men­mu­stern ver­ziert.

Der Ober­turm

Zusam­men mit der Stadt­kir­che und dem Schlöss­li gilt der Obe­re Turm als Wahr­zei­chen Aar­aus und beherrscht mit die­sen das Stadt­bild im Zen­trum. Der Ober­tor­turm stammt aus dem 13. Jahr­hun­dert und ist der best­erhal­ten­de mit­tel­al­ter­li­che Turm der Schweiz.

Der Turm erreicht mit dem auf­ge­setz­ten Zelt­dach und dem Glocken­türm­chen eine Höhe von 62 Metern. Der Turm war ursprüng­lich weit­aus weni­ger hoch; er reich­te unge­fähr bis zum Mau­er­ab­satz in der Mit­te und war mög­li­cher­wei­se durch einen Zin­nen­kranz abge­schlos­sen. Um die Wen­de vom 15. zum 16. Jahr­hun­dert wur­de der Turm mit weni­ger star­ken Mau­ern auf­ge­stockt. Die unter­sten fünf Stock­wer­ke des Turms dien­ten frü­her als Gefäng­nis­zel­len, im neun­ten Stock­werk ist ist noch heu­te die eiser­ne Räder­uhr von 1532 zu bewun­dern. Im zehn­ten Stock­werk befand sich bis 1876 die Woh­nung des Turm­wäch­ters, das Dach­ge­schoss ent­hält ein Caril­lon mit elf Glocken.

Und was ist Aar­au heu­te?

Aar­au zählt heu­te rund 21’000 Ein­woh­ner. Die Kan­tons­haupt­stadt bie­tet unge­fähr 30’000 Arbeits­plät­ze an. Die mei­sten Arbeits­plät­ze gibt es im Bereich Gesund­heit. Nicht erstaun­lich, wenn man bedenkt, dass Aar­au mit dem Kan­tons­spi­tal und der Hirs­lan­den zwei Kli­ni­ken hat. Natür­lich gehört auch die kan­to­na­le Ver­wal­tung zu einer der gros­sen Arbeit­ge­ber.

Im Städ­teran­king befin­det sich Aar­au erneut auf dem her­vor­ra­gen­den 5. Platz, zwi­schen Bern und Basel. Auch das zeigt, wie attrak­tiv Aar­au ist. Aber wer sorgt denn dafür, dass eine Stadt zu einer attrak­ti­ven Stadt wird? Es sind die Men­schen. Es sind Men­schen, die sich in der Heine­rich Wir­ri-Zunft dafür ein­set­zen, dass der Bach­fi­schet, der älte­ste dau­ernd geleb­te Brauch der Schweiz, jedes Jahr wie­der gefei­ert wird. Es sind Men­schen wie Regi­na Wenk, die mit ihren Werk­hofar­bei­tern dafür sorgt, dass die Stadt sich von ihrer besten Sei­te zei­gen kann. Es sind Men­schen wie Uto­pia-Urge­stein Edy Schnei­der, die dafür sor­gen, dass in Aar­au auch kul­tu­rell etwas läuft. Und genau um sol­che Men­schen, soll es auch in unse­rem Stadt­por­trait gehen.

SAH

Stadtführungen

Sie möch­ten mehr über Aar­au erfah­ren? Dann neh­men Sie doch an einer Stadt­füh­rung von aar­au info teil. Immer am 1. Sams­tag im Monat um 13 Uhr fin­det ein öffent­li­cher Alt­stadt­rund­gang statt. -Eine Anmel­dung ist erwünscht – aber nicht erfor­der­lich.