Dr. Lorenz Strebel, Recht­san­walt und Notar

Was ist ein Register-Schuldbrief?

Von | 10. Jan­u­ar 2019 | Rat­ge­ber Recht

FRAGE | Mein Sohn kann Bauland kaufen und plant darauf ein Ein­fam­i­lien­haus aufzustellen. Die Bank ver­langt von ihm als Sicher­heit einen elek­tro­n­is­chen «Reg­is­ter-Schuld­brief». Als ich sein­erzeit baute, habe ich einen papiere­nen Pfand­ver­trag ­unter­schrieben. Was ist ein Reg­is­ter-Schuld­brief?

ANTWORT | Ein Reg­is­ter-Schuld­brief ist ein auf rein elek­tro­n­is­ch­er Basis beste­hen­der Schuld­brief. Er entste­ht, indem das Grund­buchamt einen entsprechen­den PC-Ein­trag vorn­immt. Der Vorteil des Reg­is­ter-Schuld­briefs ist, dass er nicht ver­loren gehen kann. Auch die Über­tra­gung an einen neuen Gläu­biger (z.B. bei einem Banken­wech­sel) ist ein­fach­er. Der bish­erige muss dem Grund­buchamt nur for­mgerecht die Dat­en des ­neuen Gläu­bigers bekan­nt­geben. Damit ent­fällt die Anonymität, welche ein Inhab­er-Papi­er-Schuld­brief grund­sät­zlich gewährt. Namen- und Inhab­er-Schuld­briefe aus Papi­er sind weit­er­hin möglich, doch muss mit­tel­fristig mit der geset­zlichen Abschaf­fung der Papi­er-Schuld­briefe gerech­net wer­den. 

Ins­beson­dere Banken haben ein Inter­esse daran: Für sie ent­fall­en dann die Kosten der Schuld­briefauf­be­wahrung. Daneben spie­len auch Anti-Geld­wäscherei-Argu­mente eine Rolle (Weg­fall­en der Anonymi­tät des Gläu­bigers). – Übri­gens wird auch Ihr Sohn einen physis­chen Pfand­ver­trag unter­schreiben müssen. Denn noch bedarf es ein­er papiere­nen Orig­i­nalurkunde für die Errich­tung auch des Reg­is­ter-Schuld­briefs.

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Dr. Lorenz Strebel, Recht­san­walt & Notar, Bahn­hof­s­trasse 86, Post­fach, 5001 Aarau
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