Wenn der Deck­mantel Kultur wei­ter­hilft!

Von | 9. Mai 2018 | Gedanken

An und für sich sind die Swisslos-Sub­ven­tionen eine gute Sache, wenn sie denn auch fair ver­teilt werden. Dass das Aar­gauer Kul­tur­ma­gazin AAKU, das ohnehin schon durch ver­schie­dene Städte im Kanton ordent­lich sub­ven­tio­niert wird, Swisslos-Gelder erhält, ist nicht in Ord­nung. Mit diesem Kul­tur­ma­gazin unter­stützen die Swisslos-Ver­ant­wort­li­chen indi­rekt ganz klar die Aar­gauer Zei­tung. Weil das AAKU durch die AZ gedruckt und in 70’000 Aar­gauer Haus­halte ver­teilt wird, kann sich die grösste Aar­gauer Tages­zei­tung hohe Auf­wen­dungen für ein eigenes Kul­tur­ma­gazin sparen. Der AZ kann man an und für sich keinen Vor­wurf machen, denn das Ganze ist doch sehr clever und berech­nend ein­ge­fä­delt worden. Der Land­an­zeiger hat seit einigen Jahren grossen Wert auf einen lücken­losen Event- und Kul­tur­führer gelegt und lässt sich das einiges kosten. Aus­serdem kostet ihn die Part­ner­schaft mit dem Stand­ort­mar­ke­ting Aarau (auch mit kul­tu­rellem Hin­ter­grund) sehr viel Geld. Nun hat auch der Land­an­zeiger für seinen auf­wen­digen Event­führer ein Gesuch um Swiss­los­gelder gestellt. Mit einer son­der­baren Begrün­dung wurde das Gesuch abge­schmet­tert. Ein harter Schlag ins Gesicht der Wochen­zei­tung. Einmal mehr liegt der Ver­dacht nahe, dass man bei den Grossen nicht genau hin­schaut, dagegen die Kleinen bewusst aus­trocknen lässt.

In der heu­tigen Zeit des Print­me­di­enst­er­bens sind solche Vor­komm­nisse beson­ders ärger­lich und sie können auch fatale Folgen haben. Dem lokalen Geschehen wird im Land­an­zeiger sehr viel mehr Raum ein­ge­räumt als in Tages­me­dien. Finan­ziert wird dieser durch die Inse­renten. Diese zu finden, ist heute eine sehr auf­wen­dige Ange­le­gen­heit. Allein durch Sym­pa­thie lässt sich heute keine Zei­tung mehr pro­du­zieren. Wenn es der­einst keine Lokal­zei­tungen mehr gibt, geht dann wohl das grosse Gejammer los. Wieso nicht jetzt den Tat­sa­chen ins Augen schauen?

Dass das erwähnte neuste AAKU mit einem por­no­gra­fie­ähn­li­chen Titel­bild daher­kommt, ist dann noch das Tüpf­chen auf dem i. Unter dem Deck­mantel Kunst lässt sich offenbar heute schon fast alles ver­kaufen – auch bei Kanton und Städten. Auf solch bie­dere Kunst aus Zürich haben wir Aar­gauer nun wirk­lich nicht gewartet. Mich würde bren­nend inter­es­sieren, wem ein sol­ches Bild neben dem Künstler gefällt? Auf mich wirkt dieses Bild sehr abstos­send – Akt in Ehren. Traurig nur, dass so etwas auch noch 70’000 mal ver­breitet wird. Die Swisslos-Geld­ver­teiler sollten eigent­lich das Bild in ihrem Büro auf­hängen und jeden Tag ansehen müssen!