«Es kann nicht sein, dass ein­zel­ne Gemein­den in unse­ren sehr gut erschlos­se­nen Kan­to­nen von den öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln abge­schnit­ten sind», sagt Tho­mas Burg­herr, Natio­nal­rat SVP, Wili­berg  (Bild: Rapha­el Nad­ler)

«Wiliberg und Hintermoos brauchen Anbindung an öffentlichen Verkehr»

25. Juli 2018 | News

Weil Wili­berg und der Wei­ler Hin­ter­moos seit 2008 vom öffent­li­chen Ver­kehr abge­schnit­ten sind, for­dert Natio­nal­rat Tho­mas Burg­herr (SVP) die bei­den Gemein­de­rä­te nun auf, eine Lösung des Pro­blems aus­zu­ar­bei­ten.

Am 13. Dezem­ber 2008 fuhr der letz­te öffent­li­che Bus von Rei­den nach Wili­berg. Seit­her ist die Bus­li­nie ein­ge­stellt und die klein­ste Gemein­de im Kan­ton Aar­gau, aber auch der Wei­ler Hin­ter­moos (Gemein­de Wikon), nicht mehr ans Netz des öffent­li­chen Ver­kehrs ange­bun­den. Die Bus­li­nie Rei­den-Wili­berg war zu schwach aus­ge­la­stet. Im letz­ten Fahr­plan­jahr erreich­te die Bus­li­nie einen Kosten­deckungs­grad von 7,2 Pro­zent, gefor­dert waren vom Kan­ton aber min­de­stens 20 Pro­zent. Obwohl Wili­berg kei­nen Anschluss an den öffent­li­chen Ver­kehr mehr hat, zahl­te die Gemein­de im letz­ten Jahr 2249 Fran­ken (13.90 pro Ein­woh­ner) an den öffent­li­chen Ver­kehr.

«Die feh­len­de Anbin­dung an den öffent­li­chen Ver­kehr scha­det nicht nur der Attrak­ti­vi­tät der Gemein­den als Wohn­ort, son­dern auch dem ansäs­si­gen Gewer­be, wel­ches nicht nur auf die Kund­schaft vor Ort ange­wie­sen ist, son­dern auch auf eine gute Erreich­bar­keit für die Arbeit­neh­mer», sagt Tho­mas Burg­herr, SVP Natio­nal­rat und Holz­bau­un­ter­neh­mer aus Wili­berg.

Antrag an die Gemein­den gestellt

Dar­um for­dert er die bei­den Gemein­den Wili­berg und Wikon in einem Schrei­ben auf, gemein­sam ein Kon­zept aus­zu­ar­bei­ten, um die bei­den Ort­schaf­ten wie­der an den öffent­li­chen Ver­kehr anzu­bin­den. «Mir ist klar, dass die Wie­der­ein­füh­rung einer fixen Bus­li­nie wohl uto­pisch ist», sagt Tho­mas Burg­herr, «doch es gibt auch ande­re Mög­lich­kei­ten, dass das Hin­ter­moos und der Wili­berg auch ohne eige­nes Auto erreicht wer­den kön­nen.»

Burg­herr denkt zum Bei­spiel an eine Zusam­men­ar­beit mit einem ört­li­chen Taxi­be­trieb oder einer ähn­li­chen Unter­neh­mung als Basis eines soge­nann­ten «Ruftaxi»-Dienstes. Auch for­dert der Unter­neh­mer die bei­den Gemein­de­rä­te auf, die Ein­bin­dung der jewei­li­gen Schü­ler­trans­por­te in die­ses Kon­zept mit ein­zu­be­zie­hen.

Burg­herr ist über­zeugt, dass sich auch der Kan­ton Aar­gau an den Schü­ler­trans­por­ten finan­zi­ell betei­li­gen wür­de. So habe ihm ein ehe­ma­li­ger Regie­rungs­rat einen mög­li­chen Unter­stüt­zungs­bei­trag in fünf­stel­li­ger Höhe in Aus­sicht gestellt.

«Es kann nicht sein, dass ein­zel­ne weni­ge Gemein­den in unse­ren anson­sten sehr gut erschlos­se­nen Kan­to­nen von den öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln abge­schnit­ten sind», sagt Tho­mas Burg­herr. Fahr­ge­mein­schaf­ten haben sich in den letz­ten Jah­ren in der Gemein­de kaum gebil­det, weiss Burg­herr. Trotz­dem ist er der Ansicht, dass gera­de Men­schen ohne eige­nes Auto oder mit ein­ge­schränk­ter Mobi­li­tät die Mög­lich­keit haben soll­ten, die Gemein­den zu errei­chen.

Das «nor­ma­le» Taxi sei kei­ne Alter­na­ti­ve, sagt Tho­mas Burg­herr: «Eine Fahrt von Zofin­gen auf den Wili­berg kostet über 50 Fran­ken, das weiss ich aus eige­ner Erfah­rung»

Kal­lern als Vor­bild

Die Gemein­de Kal­lern (370 Ein­woh­ner) im Frei­amt gehört eben­falls zu den (weni­gen) Orten im Kan­ton, die kei­ne Anbin­dung an den öffent­li­chen Ver­kehr haben.

Des­halb lan­cier­ten die Gemein­de­ver­ant­wort­li­chen vor etwas mehr als fünf Jah­ren zusam­men mit einem Taxi­be­trieb und dem Kan­ton Aar­gau ein Ruf­ta­xi. Die­ses bringt die Ein­woh­ner von Kal­lern für acht Fran­ken von der Haus­tü­re an die Bahn­hö­fe von Woh­len oder Bos­wil und für wei­te­re acht Fran­ken auch wie­der zurück.

Und das im 24-Stun­den-Ser­vice und wäh­rend sie­ben Tagen in der Woche. «Das Ruf­ta­xi ist für uns eine Super­lö­sung und wird auch rege genutzt», sagt Céci­le Banz, Gemein­de­schrei­be­rin von Kal­lern. Das Defi­zit über­neh­men Gemein­de und Kan­ton. «Die Kal­lern-Vari­an­te könn­te ich mir für Wiliberg/Hintermoos gut vor­stel­len», sagt Tho­mas Burg­herr.

In Fra­ge kämen für ihn bei­spiels­wei­se die Strecken Wiliberg/Hintermoos–Zofingen und Wiliberg/Hintermoos–Reitnau–Schöftland Bahn­hof.

RAN