Der Wil­iberg­er Gemein­der­at zeigt sich mit der Fahrt des Ruf­taxis nach Zofin­gen zufrieden: von links Markus Zin­niker, Fir­ma Tschan­nen AG, Gemeinde­ammann Patric Jakob, Stephanie Weber-Gloor, Man­fred Müller, Petra Grädel und Vizeam­mann Benedikt Wolf (Bild: awe)

Wiliberg wieder am öV-Netz angeschlossen

9. Jan­u­ar 2020 | News

Mit dem zum Jahres­be­ginn ges­tarteten Ruf­tax­i­be­trieb zur Anbindung an den öffentlichen Verkehr erlebte die Gemeinde Wil­iberg bere­its einen ersten Höhep­unkt im 2020. Gemein­deam­mann Patric Jakob zog am Neu­jahrsapéro aber auch Bilanz über die Besei­t­i­gung der Unwet­ter­schä­den und Trock­en­heit.

Die Auf­nahme des drei­jähri­gen Ruf­tax­iprobe­be­triebs zu Jahres­be­ginn war dem Gemein­der­at eine Test­fahrt nach Zofin­gen wert. 12 Franken kostet die Einzelfahrt pro Per­son nach Rei­den, Bot­ten­wil oder Reit­nau – der Ruf­bus nach Zofin­gen 35 Franken, die Rück­fahrt auch. «Das Ruf­taxi ist sich­er nicht so gün­stig, wie der öffentliche Bus, aber dafür flex­i­bler», sagt Gemein­deam­mann Patric Jakob.
Nach dem Neu­jahrsapéro überzeugte sich der Gemein­der­at per­sön­lich von Bequem­lichkeit und Pünk­tlichkeit des Ruf­tax­i­be­triebs und machte eine Fahrt im Bus der Fir­ma Tschan­nen AG zum Niklaus-Thut-Platz nach Zofin­gen.
Eine bessere Team­bil­dungs­mass­nahme hätte sich die neue Gemein­derätin Stephanie Weber-Gloor kaum vorstellen kön­nen. Sie übern­immt mit Aus­nahme des Kul­tur­we­sens, die Ressorts ihrer Vorgän­gerin Ange­li­ka Vos­er Meier, dieses geht an Petra Grädel.

Seit 2008 ohne öV
Wil­iberg war seit Ende 2008 – als der öffentliche Busverkehr eingestellt wurde – vom öffentlichen Verkehr abgeschnit­ten. Nun hat der Gemein­der­at in Zusam­me­nar­beit mit dem Kan­ton nach dem Vor­bild der Gemeinde Kallern ein Ruf­taxi-Konzept aus­gear­beit­et. Drei Jahre soll der Probe­be­trieb dauern und pro Jahr max­i­mal 20’000 Franken kosten. In der Probezeit trägt die Gemeinde 75 Prozent der Kosten und 25 Prozent der Kan­ton. Bei defin­i­tiv­er Ein­führung des Ruf­taxis teilen sich Gemeinde und Kan­ton die Kosten eben­bür­tig. Zwei Mal pro Woche wer­den fahrplan­mäs­sige Fahrten nach Rei­den und Reit­nau ange­boten, ein­mal pro Woche nach Bot­ten­wil. Zusät­zlich kön­nen Tag und Nacht indi­vidu­elle Fahrten bestellt wer­den, die in diese drei Gemein­den und zusät­zlich nach Zofin­gen führen.

Nur effek­tive Kosten bezahlen
Noch sei unklar, wie viele Fahrten tat­säch­lich nötig seien, sagte Gemein­der­at Man­fred Müller anlässlich der Vorstel­lung des Ruf­taxi-Probe­be­triebs im Juni des let­zten Jahres.

Der Kosten­rah­men sei nach ein­er Hochrech­nung aus den Erfahrun­gen der Gemeinde Kallern abgesteckt wor­den. Kallern hat gut dop­pelt so viele Ein­wohn­er wie Wil­iberg und ken­nt das Ruf­taxi seit gut sechs Jahren. Während des Probe­be­triebs in Wil­iberg seien dur­chaus Anpas­sun­gen möglich, sagte Müller.

Let­zte Chance
Im Gegen­teil zum öffentlichen Verkehr, bezahlen die Wil­iberg­er nur die effek­tiv­en Kosten der Fahrten. Da müsse die Gemeinde ihren Beitrag leis­ten, auch wenn das Ange­bot nur wenig genutzt werde, sagt Müller weit­er. Wird das Pro­jekt abge­brochen, wird Wil­iberg wohl nie mehr die Chance haben, an den öffentlichen Verkehr ange­bun­den zu wer­den. Oder wie es Kri­tik­er sagen: «Das Prob­lem der Dör­fer ist nicht, dass keine Busse fahren, son­dern dass nie­mand mit dem Bus fährt.»

Im Jahres-Rück- und Aus­blick des Gemein­deam­manns war das Unwet­ter 2017 nochmals ein The­ma. Es hat auch in der Gemein­dekasse seine Spuren hin­ter­lassen. Die Instand­set­zung der Flur­wege und des Hangabrutschs wer­den mit 29‘000 Franken in die Rech­nung 2019 einge­hen, den Rest der 140‘000 Franken für die Schadens­be­he­bung übernehmen Bund und Kan­ton.

Mit dem Grobkonzept für den Um- bzw. Neubau des Feuer­wehrmagazin der Feuer­wehr Uerken­tal mit Stan­dort Bot­ten­wil oder Uerkheim wird sich die Gemeinde im Ver­lauf des Jahres beschäfti­gen. Aber auch das Schutz­zo­nen­re­gle­ment mit den Quell­fas­sun­gen ist ein The­ma im 2020. Die Zonen sollen gröss­er wer­den. Der Entwurf zu Beurteilung wurde ist beim Kan­ton ein­gere­icht. Die Bevölkerung muss 2020 mit höheren Abwasserge­bühren rech­nen.

AWE/RAN