Leo und Rita Häuptli ver­ab­schieden sich von ihrer lang­jäh­rigen Kund­schaft (Bild: zVg)

Eine Ära geht in Küt­tigen zu Ende: Häuptli Sport schliesst Ende März |

«Wir freuen uns über unser unter­neh­me­ri­sches Happy-End»

Von | 22. Februar 2018 | News

40 Jahre lang waren Leo und Rita Häuptli für ihre Kunden in und um Küttigen da. Nun steht Häuptli Sport in der letzten Win­ter­saison. Per Ende März schliesst das Sport­ge­schäft seine Türen.

Rita Häuptli kann sich noch ganz genau an ihren ersten Arbeitstag bei Häuptli Sport erin­nern. Frisch ver­hei­ratet und ohne grosse Ahnung vom Sport­ar­ti­kel­ver­kauf stand Rita alleine im Geschäft. Leo war zu dieser Zeit wegen einer Ope­ra­tion im Spital. Ver­schie­dene Kunden kamen und fragten sie, ob denn Leo nicht da sei. Nein, er sei im Spital, ant­wor­tete Rita. Darauf reagierten die Kunden meist mit dem Satz: «Dann kommen wir wieder, wenn Leo wieder da ist.»

So begann Ritas Kar­riere als Sport­ar­ti­kel­ver­käu­ferin. Inzwi­schen sind die beiden zu einem rich­tigen Dream­team zusam­men­ge­wachsen und ihre Kunden schätzen das Ehe­paar Häuptli für ihre grad­li­nige, schnör­kel­lose, lie­be­volle und pro­fes­sio­nelle Art. «Wenn man etwas gerne und gewis­sen­haft tut, 40 Jahre lang, dann tut man es auch von ganzem Herzen», so die beiden.

«Beliebte und unbe­liebte Kunden»

Immer wieder erhielten Rita und Leo Häuptli Post­karten von zufrie­denen Kun­dinnen und Kunden aus den Ferien, als Dank für die tolle Bera­tung.

Doch in 40 Jahren mussten Rita und Leo auch einige «unbe­liebte Kunden» begrüssen. Fünfmal wurde in das Sport­ge­schäft ein­ge­bro­chen. Die Kasse haben sie geplündert, Kleider mit­gehen lassen.

Doch der grösste Schreck war der Über­fall. Leo und die Lehr­tochter waren gerade im Laden als ein Mann das Geschäft betrat. Nur seine Augen und sein Mund waren sichtbar. «Alles Geld her!», for­derte er und packte die Lehr­tochter am Arm. Die andere Hand hatte er in der Jacken­ta­sche. Es schien als würde er dort eine Pis­tole halten. Leo Häuptli öff­nete die Laden­kasse und legte alle Noten auf den Tisch. «Nicht mehr Geld?», fragte der Dieb dreist bevor er das Geld nahm und ver­schwand.

Leo rief danach sofort die Polizei, die auch kurze Zeit später ein­traf. Doch als sie Leo Häuptli befragen wollten, ant­wor­tete dieser, er habe jetzt Kund­schaft und müsse diese bedienen.

In 40 Jahren haben die Häuptlis viel erlebt. Nun befindet sich Häuptli Sport mitten in der letzten Win­ter­saison. «Eine fami­li­en­in­terne Nach­folge kam nicht in Frage, und für externe Per­sonen, ohne Bezug zur Region ist es schwierig, im heu­tigen Markt­um­feld zu bestehen. Dazu kommt natürlich, dass sich der Detail­handel auch ver­än­dert hat und dass die Flä­chen- und Sor­ti­ments­an­for­de­rungen heute andere Ange­bots­formen beinhalten», sagt Leo Häuptli.

Ein neuer Lebens­ab­schnitt wartet

«Es war uns immer ein Anliegen, unsere Kunden auf Augen­höhe und mit Stil zu ver­ab­schieden», so die beiden Herz­blut-Unter­nehmer. Bis Ende März, wenn das Sport­ge­schäft schliesst, kommen alle Kun­dinnen und Kunden in den Genuss ein­zig­ar­tiger Preis­vor­teile von 50 % Rabatt.

Von Herzen bedanken sich Leo und Rita Häuptli schon jetzt bei ihren treuen Kunden. Ein erfülltes Berufs­leben zweier Per­sön­lich­keiten endet hier.

Ganz lassen können es die beiden aber doch noch nicht, sie werden in den nächsten Jahren trotzdem noch Ten­nis­ra­cket bespannen und Ski­ser­vice machen, sowie die Kin­der­skis ver­mieten.

Etwas wehmütig freuen sich die beiden jedoch auch auf einen neuen Lebens­ab­schnitt: «Wir werden ab nächstem Frühling keine Sport­ar­tikel mehr ver­kaufen. Wir werden aber mehr Zeit haben, diese zu nutzen und anzu­wenden. Darauf freuen wir uns sehr. Zudem gibt es da draussen in der Welt noch einige inter­es­sante Gebiete, die wir noch nicht erkundet haben. Ende gut – alles gut. Wir freuen uns über unser unter­neh­me­ri­sches Happy-End.»